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News: Wichtiger Sieg gegen Internet-Abzocker

Katja Günther muss Schadensersatz blechen

Redaktion / 13 Antworten / Baumansicht Nickles

Aufgrund zahlreicher Print- und TV-Reportagen ist die Münchner Anwältin Katja Günther längst keine Unbekannte mehr. Laut Report des ZDF-Magazins WISO hat Katja Günther beispielsweise alleine für die Online Content LTD binnen drei Monaten rund 88.000 Rechnungen (in Worten: achtundachtzigtausend) verschickt.

Seit Oktober 2008 ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft nach bereits 300 eingegangenen Anzeigen gegen die Anwältin wegen Nötigung und Betrug (siehe Ermittlungen gegen Katja Günther). Im Mai 2009 wurde es auch der Stadtsparkasse München zu heiß.

Aufgrund von Hinweisen Betrogener hat die Sparkasse die Konten der Anwältin gekündigt um weiteren Missbrauch zu verhindern (siehe Katja Günthers Konten wurden dichtgemacht). Zuvor hatte unter anderem die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in einer Pressemitteilung vor der Machenschaft der Anwältin gewarnt (siehe Abzocke im Internet wird brutaler).

Die Verbraucherschutzzentralen haben längst Richtlinien veröffentlicht, wie sich Betroffene gegen Internet-Abzockunternehmen wehren können. Einen ganz neuen Weg ging laut Heise.de jetzt ein Betrogener, der mit einer Inkasso-Forderung genötigt wurde. Der ließ die Zahlungsforderung von einem Anwalt zunächst für nichtig erklären. Anschließend reichte der Anwalt beim Amtgericht Karlsruhe Klage gegen Katja Günther ein und forderte Schadensersatz sowie Erstattung seiner Anwaltskosten.

Das Amtsgericht hat geurteilt, dass die Klage berechtigt ist. Katja Günther wurde dazu verdonnert, 46,41 Euro Anwaltsgebühren und 150 Euro für das Gerichtsverfahren zu blechen. Aus der Urteilsbegründung geht unter anderem hervor, dass das Gericht von Beihilfe zu einem versuchten Betrug ausgeht. Vertreten wurde Katja Günther von ihrem Kollegen Bernhard Syndikus, der in der "Szene" ebenfalls kein Unbekannter ist.

Aus dem Bericht auf Heise.de geht unter anderem hervor, dass Günther und Syndikus ein Urteil in der Sache unbedingt verhindern wollten. Syndikus hat den geforderten Betrag angeblich bereits vor der Urteilsverkündung überwiesen und das Gericht gebeten, die Sache für erledigt zu erklären. Vergeblich.

Michael Nickles meint: 196, 41 Euro. Diesen Betrag wird Günther natürlich aus der Portokasse bezahlen. Dennoch ist das ein entscheidendes Urteil, ein weiterer kleiner Schritt, dass es den Abzockern an den Kragen geht.

Betroffene sollten dem Beispiel folgen und Günther auf Schadensersatz verklagen. Wenn es viele tun, dann kann schnell ein Betrag zusammenkommen, bei dem die Portokasse nicht mehr ausreicht.

Crusty_der_Clown Redaktion

„Katja Günther muss Schadensersatz blechen“

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Im Mai 2000?

Michael Nickles Crusty_der_Clown

„Im Mai 2000?“

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thx, vertippt.

Yun Young Kim Redaktion

„Katja Günther muss Schadensersatz blechen“

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Schon klar, dass die Beiden das verhindern wollten. Jetzt können nämlich alle Betrogenen versuchen Ihr geld zurückzubekommen und da läppert sich auch in 190er-Schritten fix was zusammen. Ich kann eine gewisse Freude über dieses Urteil nicht verheimlichen ;)
Schade nur, dass unsere Gerichte sich immer mehr mit solchen Sachen plagen müssen...

adimuc Redaktion

„Katja Günther muss Schadensersatz blechen“

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Der Beitrag ist soweit in Ordnung. Falsch ist nur, dass es der Stadtsparkasse München 2009 im Mai 2009 zu viel geworden sei. Tatsache ist, dass bereits im September 2008 die Kontokündigung erfolgte. Leider hat das LG München I die Sparkasse gezwungen, das Konto bis zu einer endgültigen Entscheidung weiter zu führen. Und diese Entscheidung fiel erst im Mai 2009.
Aber so geht es immer weiter: Jetzt versucht die Berliner Volksbank Katja Günther loszuwerden; aber auch hier sind es wieder Richter, die eine Kündigung verhindern oder zumindest verzögern, frei nach dem Motto, man würde ansonsten quasi ein Berufsverbot für die Rechtsanwältin aussprechen ...
Was für ein Unsinn! Andernfalls dürfte man einem Bankräuber auch nicht seine Waffe wegnehmen, weil das ja auch ein Berufsverbot wäre...

Michael Nickles adimuc

„Der Beitrag ist soweit in Ordnung. Falsch ist nur, dass es der Stadtsparkasse...“

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Hi adimuc,

Danke für die Richtigstellung. Das habe ich im Rückblick in der News nicht deutlich angegeben - im Verweis-Link http://www.nickles.de/c/n/katja-guenthers-konten-wurden-dichtgemacht-7540.htm stimmen die zeitlichen Angaben.

Grüße,
Mike

Olaf19 Redaktion

„Katja Günther muss Schadensersatz blechen“

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Das sind dann also fast 1.000 Rechnungen pro Tag - frage mich gerade, wie viele Angestellte Frau Günther beschäftigt haben muss, die den ganzen lieben langen Arbeitstag nichts anderes getan haben, als Rechnungen zu schreiben, um diesen gewaltigen Output zu "leisten".

Wieso findet die überhaupt noch eine Bank, die ihr ein Konto gewährt - oder läuft das jedes Mal über Strohleute? *kopfschüttel*

Egal, wie warum und wieso - schön, dass es einmal die Richtige erwischt hat.

CU
Olaf

Synthetic_codes Olaf19

„Das sind dann also fast 1.000 Rechnungen pro Tag - frage mich gerade, wie viele...“

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dafür gibt es die serienbrieffunktion in Access und automatische kuvertiermaschinen. Alles was die liebe Frau Günther noch zu tun hatte war das zeugs zur post zu bringen.

Unholy Synthetic_codes

„dafür gibt es die serienbrieffunktion in Access und automatische...“

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Hallo,

bei der Anzahl von Briefen lass ich das von einer Druckerei erledigen (ein Druckauftrag in der Woche) und die Post holt die Briefe sogar noch umsonst ab.


Gruss

Olaf19 Unholy

„Hallo, bei der Anzahl von Briefen lass ich das von einer Druckerei erledigen ein...“

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Das zeigt dann allerdings um so mehr, wie unseriös die Frau gearbeitet hat.

Von einem ordentlichen Juristen erwarte ich, dass er jeden Fall als Einzelfall betrachtet und differenziert beurteilt - Begriffe wie "Seriendruck" haben da nichts zu suchen... man stelle sich vor, ein Richter würde Urteile im Serienbriefverfahren drucken und jeweils nur per Feldbefehl die Adressdaten der Verurteilten einfügen :-(

Eine Anwältin kann zwar nicht unparteiisch sein - im Gegenteil! - aber ein wenig mehr Objektivität könnte doch nicht schaden.

CU
Olaf

Unholy Olaf19

„Das zeigt dann allerdings um so mehr, wie unseriös die Frau gearbeitet hat. Von...“

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Hallo Olaf,

du bekommst ja auch Post von zB Behörden oder Versicherungen, gegf. auch mal von einer Kanzlei, aber dort wird das Schreiben auch oft nur persönlich bearbeitet. Nur der "Druckvorgang" und die ist eine automatische und technische "Sache" incl. das Eintüten, nicht mehr und nicht weniger. Das Wort Serienbrief würde ich nur in Verbindung mit Anpreisung (Werbung) benutzen.

Gruss

Ralf103 Unholy

„Hallo Olaf, du bekommst ja auch Post von zB Behörden oder Versicherungen, gegf....“

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In dem Fall (und bei vielen anderen sog. "Abmahnanwälten") sind es aber offensichtlich wirklich nix anderes als Serienbriefe gleichen Wortlautes nur mit eingefügter Adresse aus einem entsprechenden Pool, es geht nur um Abzocke und nicht um echte juristische Tätigkeit.

aldigator Ralf103

„In dem Fall und bei vielen anderen sog. Abmahnanwälten sind es aber...“

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hoffentlich wird dann auch bald der Tank plattgemacht (Kollege von Günther in Osnabrück). Hat mich monatelang mit Drohungen vollgetextet. Hab natürlich nicht reagiert und keinen cent gezahlt.
schöne grüße vom aldigator

burhan Redaktion

„Katja Günther muss Schadensersatz blechen“

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Warum wünsche ich mir immer, wenn ich den Namen "Katja Günther" oder "Bernhard Syndikus" lese, dass da mal welche von der Russenmafia hingehen und die Angelegenheit ein für alle Mal erledigt?