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Kaspersky fällt uns allen in den Rücken

Olaf19 / 27 Antworten / Baumansicht Nickles

Völlige Anonymität im Internet gibt es sowieso nicht, das wissen wir alle. Aber wenigstens ist es noch nicht so weit, dass jeder von uns anhand seiner IP-Adresse *ohne weitere Umwege* mit Namen und Anschrift identifizierbar ist.

Wenn es nach unseren Politikern ginge, sollte sich die Schlinge weiter zuschnüren, der Internetausweis soll es möglich machen. Nun bekommen solche Vorstellungen Schützenhilfe von recht unerwarteter Seite: siehe Bericht auf golem.de.

Olaf19 meint: Dass das Internet ursprünglich gar nicht für die breite Masse der Bevölkerung konzipiert war, damit hat Kaspersky zweifellos recht. Nur, was hat es uns heute zu interessieren, was "früher" war?

"Früher" hatten wir auch noch den Kaiser... das Internet von heute ist nicht mehr das ARPAnet von 1969, es ist vielmehr zu einem Massenmedium geworden und droht schon, Radio und Fernsehen an Bedeutung zu überholen. Hier sind in den letzten Jahren, spätestens seit Ende der Neunziger, einfach Fakten geschaffen worden.

Ich finde es schade, dass ausgerechnet ein Unternehmen wie Kaspersky, dessen Produkte unter anderem auch von vielen privaten Endanwendern vertraut wird, sich in dieser Frage auf die Seite der überwachungstaatlichen Regulierungswut unserer Politiker stellt.

Und dass es ein "Fehler" gewesen sein soll, das Internet der Öffentlichkeit vorzustellen, würde ich an Stelle von Kaspersky auch nicht ganz so laut sagen - davon leben die nämlich.

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Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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Borlander Olaf19

„Kaspersky fällt uns allen in den Rücken“

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Hängt da zufällig die russische Regierung mit drin?

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Olaf19 Borlander

„Hängt da zufällig die russische Regierung mit drin?“

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Das wäre in der Tat eine Möglichkeit... leider habe ich via Google nichts Gescheites dazu gefunden. Immerhin sind die 2008 an die Börse gegangen, gut möglich, dass der Staat Russland zu den (Groß-?)Aktionären zählt.

CU
Olaf

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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weka1 Olaf19

„Das wäre in der Tat eine Möglichkeit... leider habe ich via Google nichts...“

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Wenn der russische Staat da nicht mit drin hängen würde, wäre Kasperski schon lange Geschichte. Gleiches vollzog sich u.a. bei den Russischen Medien.

Gruss weka

Auch mein Rechner kommt aus China !
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REPI Olaf19

„Kaspersky fällt uns allen in den Rücken“

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Und dass es ein "Fehler" gewesen sein soll, das Internet der Öffentlichkeit vorzustellen, würde ich an Stelle von Kaspersky auch nicht ganz so laut sagen - davon leben die nämlich.

Dieser Logik folgend, war es sicher auch ein Fehler der Evolution, unsere Spezies entstehen zu lassen.

Schutzsoftware zu programmieren ist ja so toll, wenn da nicht die blöden Anwender mit ihren dämlichen Viren wären!
Es empfiehlt sich immer, etwas Linux im Hause zu haben.
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hannes43 Olaf19

„Kaspersky fällt uns allen in den Rücken“

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Die spinnen doch jetzt alle total was.
Dann sollen sie doch "IHR" Internet wieder dicht machen und nicht solch ein Mist labern.

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Borlander hannes43

„Die spinnen doch jetzt alle total was. Dann sollen sie doch IHR Internet wieder...“

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Gute Idee: Alle mit Internet-Phobie bekommen einen Ausweis der verhindert, daß sie vom bösen Internet bedroht werden.

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The Wasp Olaf19

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Für diese Idee gebührt dem Herrn Kaspersky der Nobelpreis! Er ist der erste Denker, der auf die Idee kommt, dass der totalitär überwachte Raum, der sicherste ist.

"Das Internet sei ursprünglich nicht für die öffentliche Nutzung gedacht" Jo, scheiZze. Da nimmt doch einfach der Pöbel eine Idee kalter Krieger auf und macht daraus eine unsichere, aber friedliche Informationsrevolution. Furchtbar! ;)

Ende
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Olaf19 The Wasp

„Für diese Idee gebührt dem Herrn Kaspersky der Nobelpreis! Er ist der erste...“

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:-D

Hmmm, damit hast du des Pudels Kern meiner NEWS ziemlich treffend zusammengefasst.

THX
Olaf

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Conqueror Olaf19

„Kaspersky fällt uns allen in den Rücken“

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Ich habe mal der Firma Kaspersky eine Mail geschrieben, mit dem Bezug auf den Artikel.
Da ich die sonstigen Artikel kenne, kan ich mir durchaus vorstellen, dass da vieles "zusammen gebastelt" wurde.

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Olaf19 Conqueror

„Ich habe mal der Firma Kaspersky eine Mail geschrieben, mit dem Bezug auf den...“

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Was meinst du damit konkret? Denkst du, dass Kaspersky falsch zitiert oder nicht ganz treffend wiedergegeben worden ist?

An und für sich sind die Artikel bei Golem immer ziemlich sauber recherchiert, deswegen bin ich da auch so oft, wenn dort auch in letzter Zeit viel Belangloses veröffentlicht wird.

CU
Olaf

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Conqueror Olaf19

„Was meinst du damit konkret? Denkst du, dass Kaspersky falsch zitiert oder nicht...“

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Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Manager seines Kalibers einen solchen Stuss von sich gibt, eher sind die Bemerkungen aus dem Zusammenhang gerissen worden. Dass die Sache der "Botnetze" damit zu tun hat, ist jedem klar der sich mit der Sache befasst.
Aber ich warte die Antwort meiner Frage ab.....

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Olaf19 Conqueror

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Manager seines Kalibers einen solchen...“

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Ich kann es mir eigentlich auch schlecht vorstellen, zumal Kaspersky damit seiner eigenen Geschäftsidee in den Rücken fiele - stark vereinfacht gesagt, ich kann meine Produkte schlechter bei meiner Zielgruppe an den Mann bringen, wenn ich diese erst einmal verärgere.

Bitte poste unbedingt das Ergebnis deiner Anfrage! Andreas hat mit seiner Recherche-Arbeit ja schon einiges Licht in dieses Thema gebracht, aber eine Stellungnahme von Kaspersky wäre schon interessant.

CU
Olaf

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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Balzhofna Olaf19

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"Falls einzelne Länder dem nicht zustimmten oder das Abkommen nicht einhielten, sollten sie vom Netz getrennt werden. "

Klar, da legen wir einfach den Schalter um und die Schurkenstaaten haben kein Internet mehr. Telefon könnten wir Ihnen ja dann auch weg nehmen und bestimmt gibt es dann keine Straftaten mehr auf der Welt...

Wie stellt der Mann sich das vor? Auf der Welt leben mehrer Milliarden Menschen. Sollen diese alle einen Internetpass bekommen? Und wer stellt fest, dass jemand nicht einen Pass "findet" und missbraucht?

Nicht nachgedacht, einfach eine Aussage in den Raum geworfen und mal wieder in den Schlagzeilen gewesen.

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Andreas42 Olaf19

„Kaspersky fällt uns allen in den Rücken“

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Hi!

Im Golem-Artikel wird auf die Quelle verlinkt: es handelt sich um ein Interview mit dem Gründer von Kaspersky:
http://www.zdnetasia.com/insight/security/0,39044829,62058697,00.htm

Ich bin mir mir nach dem Lesen des englischen Interviews nicht sicher, ob Golem hier die Tendenz des Interviews korrekt wiedergegeben hat. Betrachtet man die Überschrift von ZDNetAsia zu dem Interview, dann zielt diese in eine ganz andere Richtung: "Microsoft OneCare was 'good enough'"

Die Einstiegsfrage lässt schon durchblicken, was den Mann in seinem beruflichen Denken bewegt:
"Q: You've been a security analyst for 20 years. What frustrates you most in the work to keep cybercriminals at bay?"

Was frustriert ihn am meisten?

Seine Antwort beginnt mit "Understanding what we do is very important. We're not just doing business or just developing some software. We're fighting with the bad guys."

Ich lese seine Antwort auf die Frage als "Seufzer". Die Leute verstehen nicht, dass Kasperski (als Firma) nicht einfach nur Geschäfte machen und Software schreiben. Sie stehen aktiv im Kampf mit den Bösen Jungs.

Die nächste Frage vertieft das dann:
Q: "Are you saying that people often don't understand the complexities of the work security researchers are involved in? Consumers, businesses and even governments?"
Seiner Meinung nach wissen die meisten Privat-User nicht, was ein Internetsicherheitsunternehmen leisten muss, sie müssen es aber auch nicht wissen bzw. verstehen.

A: "Governments do understand because they are more and more in touch with these problems. Enterprises, big enterprises, some of them have dedicated teams of security experts and they really understand what's going on. Consumers generally have no clue, but they don't need to understand."

Die nächste Frage bringt es dann auf den Punkt: Was würde er ändern, wenn er die macht hätte drei Dinge zu ändern?

Q: "If you had the power to change up to three things in the world today that are related to IT security, what would they be?"
A: "Internet design--that's enough."

Die Änderung des Internetdesigns würde genügen.

Warum? Aus meiner Sicht kann ich das verstehen bzw. nachvollziehen, wenn ich die Sache aus seiner Perspektive betrachte. Das Problem ist, dass man der Bösen Jungs nicht handhabbar werden kann.
Das liegt natürlich primär daran, dass sie anonym agieren können. Die Nutzung eines WLAN-Hotspots in einem Internetkaffee wird als Beispiel aufgeführt, die genügt, um sich hinter einer IP "zu verstecken".

Die Lösung ist dann natürlich zwangsweise eine klare Identifizierung der Internetteilnehmer. (Wenn die Anonymität die Ursache der Probleme ist, kann die Lösung nur die Aufhebung der Anonymität sein. Technisch betrachtet, halte ich diese Schlussfolgerung für absolut zutreffend.)

Das ganze wird im Interview als Vision. Darauf zielt schon die Frage nach dem Motto "Wenn du drei Wünsche frei hättest, was würdest du ändern?"
IMHO sieht man das auch an dieser Frage: "What would keep the vision of an Internet passport, Internet government and an Internet police from becoming reality?"
Was würde diese Vision verhindern? Klar, es wird an den Kosten und der zu grossen Bürokratie scheitern.
"It's expensive, and it's very bureaucratic to have all these agreements."

Das Abschliessende Statement zu diesem Thema befasst sich damit, dass man auf Regierungsebene noch zu lokal denkt: "Governments understand that the problem is a very important one to tackle but they behave in a national way. The minds of law enforcement are still focused on national borders, but the Internet does not have borders. It's a new world in which we have to think differently. That's why I always talk about the need for not just cyberpolice, but Internet police--Internet Interpol."


Im Rest des Interviews geht es dann um Microsoft und sein neues Security Produkt, dem Nachfolger von Oncare. Kaspersky ist hier der Meinung, dass MS ein Image-Problem hat: niemand nimmt MS Anstrengungen zur Sicherheit ab. Er würde an MS-Stelle eine neue Firma Gründen und das Sicherheitsprodukt unter diesem Namen vertreiben.


Wie gesagt: ich weiss nicht, ob sich Golem hier nicht einfach einen einzelnen Punkt herausgegriffen hat und den überhöht.


Ich lese das Interview in eine etwas andere Richtung: die heutigen Probleme bestehen darin, dass sich Kriminelle im Internet hinter der Anonymität verstecken können. Dies ist eine Folge, weil bei der Öffnung des Internets niemand daran gedacht hat, dass eine eindeutige Identifizierung der Teilnehmer nötig werden konnte. Im Prinzip sind diese Wünsche nicht neu und man kann das heute schon freiwillig über die üblichen zweigeteilten Schlüssel-Keys erreichen (Signieren von Mails und Beiträgen um sich eindeutig auszuweisen).

Eine solche Signierung von Anfang an, würde heute viele Probleme und Sicherheitsbedenken bei Online-Geschäften ausschalten. Das sehe ich ebenfalls so: zur Durchführung von ernsthaften Geschäften gehört, dass ich weiss mit wem ich Geschäfte mache und der Gegenüber ebenfalls weiss, dass ich wirklich derjenige bin, den ich angebe.

Technisch gesehen dürfte die Identifizierung im Arp-Net vor der Öffnung zum Internet bestanden haben, da der IP-Adressenraum damals ausreichend gross war und vermutlich die Teilnehmer untereinander persönlich bekannt waren.

Die heutige "Anonymität" ergibt sich u.a. als Folge, weil der Adressraum (IPv4) heute schon lange nicht mehr ausreicht. Die "Übersichtlichkeit" bei der Useranzahl ist natürlich heute nur noch ein Thema für nette Stories über die Anfangszeit des Internets...

Dieses Thema wird aktuell auch mit der Einführung von IPv6 zur Erweiterung des IP-Adressraumes diskutiert! IPv6 besitzt einen Adressraum der ausreicht um jeden Gerät eine eigene eindeutige unveränderliche IP-Adresse zuzuordnen!
Dieses Thema wurde in einem Artikel der c't erst in der letzten Ausgabe ausführlich diskutiert. Das war für mich auch neu. (http://www.heise.de/kiosk/archiv/ct/2009/21/80_kiosk)

Am Rande wird hier ebenfalls das Thema angesprochen:
http://www.heise.de/ct/meldung/Experte-Vorrat-der-letzten-IPv4-Adressen-koennte-schon-2010-erschoepft-sein-818544.html

Das Thema digitale Signatur für User (=eindeutige Identifizierbarkeit) wird meiner Meinung nach kommen, genau wie der Einsatz von IPv6 mit einer eindeutigen IP-Adresse pro User kommen muss, um das Internet in seiner existierenden Form (das am Rande seiner Leistungsfähigkeit arbeitet) in ein für die Zukunft taugliches globales Netzwerk zu überführen.

Gleichzeitig wird sich die Netzgemeinde aber stärker als bisher gegen Überwachungs- und Protokolierungswut der Staaten und Unternehmen wehren müssen. Das ist ebenfalls sicher!

Ich bin aber auch der Meinung, dass man Diskussionen zu diesen Thema nicht auf politikerverträgliche Punkte wie "Weg mit der Anonymisierung", "Her mit der Anonymisierung" und "Hilfe ich soll beobachtet werden" reduzieren kann.

Das Thema ist zu ernst und komplex für solche Vereinfachungen. Gleichzeitig muss man diese Themen ansprechen und diskutieren dürfen, sonst hat hinterher wieder niemand davon gewusst. ;-)

Bis dann
Andreas

Kommentare zur Gefaehrlichkeit der Cloudspeicherung, Nutzung eines MS-Accounts und allgemein ablehnende Meinungen zur Nutzung von Smartphones und Mobilfunk bitte hier anfuegen.
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Olaf19 Andreas42

„Hi! Im Golem-Artikel wird auf die Quelle verlinkt: es handelt sich um ein...“

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Hi Andreas, da hast du dir ja eine Riesenmühe gemacht - Hut ab!

Zumindest erscheinen die Ausführungen von Kaspersky jetzt in einem positiveren / milderen / verständlicheren Licht. Eigentlich wäre es Golems Aufgabe gewesen, das Interview so aufzubereiten - ich hatte mich, da bin ich ganz ehrlich, blind darauf verlassen, dass die ihre Hausaufgaben gemacht haben.

In einem Punkt sind wir nicht ganz einer Meinung, weil du hier m.E. 2 verschiedene Dinge miteinander vermengst - die Leistungsgrenze des jetzigen Protokolls zum einen und die Frage nach der individuellen Identifizierbarkeit des einzelnen andererseits.

Der Einsatz von IPv6 schafft einen wesentlich größeren Adressraum - dadurch wird ein Erhalt der Leistungsfähgikeit des Internet gewährleistet. Bis hierhin bin ich völlig einverstanden.

Dieser Riesen-Adressraum macht es sicherlich auch *möglich* - m.E. aber noch lange nicht *notwendig*! - dass jeder von uns dauerhaft eine feste IP-Adresse zugeteilt bekommen kann. Es wären dann ganz einfach genug Adressen da für 10 Milliarden natürliche und juristische Personen und Institutionen.

Getreu dem alten Gesetz, alles was technisch irgendwie machbar ist, wird früher oder später auch gemacht, würde mit einer solchen festen personalisierten Zuordnung zwangsläufig auch eine noch viel größere Protokollierungs- und Datenarchivierungswut einsetzen.

Wenn ich die Website von Yamaha Europe besuche, konnten deren Webmaster bislang nur sehen, dass da ein Besucher gekommen ist, der Kunde bei Hansenet und mit dem Firefox unter Mac OS X unterwegs ist, und vielleicht noch, welche Seite der anonyme Besucher vorher sonst noch besucht hat.

Wenn man all diese für sich allein betrachtet belanglosen Informationen zukünftig meiner privaten Briefkastenadresse samt Telefonnummer zuordnen kann, dann Gute Nacht Privatsphäre... und diese Probleme wiegen *IMHO* viel schwerer als die Bekämpfung der Cyberkriminalität.

Letzteres will ich gewiss nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber ganz illusionslos betrachtet - Cyberkriminelle werden immer Mittel und Wege finden, ihre Aktivitäten auch weiterhin über das Internet zu lancieren, mit oder ohne IPv6.

Das ist wie mit den Flughafenkontrollen - Millionen harmlose Geschäftsreisende und Touristen werden schikaniert bis der Arzt kommt - der kriminelle Bombenleger spaziert dagegen harmlos überall durch.

Big THX
Olaf

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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Andreas42 Olaf19

„Differenziertere Betrachtung“

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Hi!

Kurz als Ergänzung:

Der Artiekl zu IPv6 war in Ausgabe 14/2009 der c't. In Ausgabe war ein anderer Artikel mit dem Thema "Zukunft des Internet".

Ich habe gerade in die Ausgabe 14/2009 reingeschaut. Du hast Recht: es ist wohl möglich eine statische IP in IPv6 zu bekommen (der IP-Raum reicht ja), aber es nicht nicht zwingend notwendig.

Ich bin auf diesen Punkt hereingefallen, weil die Zweitüberschrift zu dem Artikel "Das Internet-Protokoll Version 6 löst Probleme und schürt Ängste" war. Die Ängste werden durch die befürchtete zusätzliche Verfolgbarkeit der User geschürt, wenn diese eine statische IP für jedes ihrer Internetgeräte nutzen.

Ich muss das Kapitel "Mit IPv6 Überwacht" noch einmal in Ruhe durchlesen. Da wird auf die Feinheiten und Möglichkeiten eingegangen. An der Stell war ich aus dem Gedächtnis heraus etwas zu voreilig.

Bis dann
Andreas

Kommentare zur Gefaehrlichkeit der Cloudspeicherung, Nutzung eines MS-Accounts und allgemein ablehnende Meinungen zur Nutzung von Smartphones und Mobilfunk bitte hier anfuegen.
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Olaf19 Andreas42

„Ergänzung“

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Naja, es ist ja nicht falsch, was du schreibst.

Wie gesagt - "alles, was technisch möglich ist, wird auch gemacht" - wenn genügend IPs für alle verfügbar sind, dann wird wohl jedem eine feste zugeteilt werden.

Die einzige Hoffnung liegt bei den Internet-Service-Providern. Wenn einer 100.000 Kunden hat und 120.000 IPs, könnte er natürlich seinen IP-Vorrat als variablen Pool handlen und verfahren wie bisher, also nach dem Zufallsprinzip, eben dynamisch die Adressen verteilen.

Ich fürchte aber, der Knackpunkt ist, wenn es einmal so weit ist, werden die Provider gesetzlich verpflichtet, nur noch feste IPs zu vergeben.

CU
Olaf

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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kuhfkg1 Olaf19

„Kaspersky fällt uns allen in den Rücken“

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Tach auch,

wenn man sich das Ganze mal in Ruhe überlegt dient eine Kontrolle ja erstmal der Sicherheit und angeblich nur der.

Mein KFZ-Kennzeichen macht es ja auch möglich, jede meiner Bewegungen zu registrieren.

Meine Karte von der Krankenkasse mit Bild wird bald jedem Arzt, aber auch der
Sprechstundenhilfe meine Wehwechen verraten.

Meine Steuernummer gehört nur mir, seit neuestem.

Die so gescholtene Videoüberwachung hat bei den zahllosen Übergriffen, zum Teil mit tödlichem Ausgang, geholfen die Täter dingfest zu machen.

Also sollen sich doch die Schäubles an meinen Internetausflügen ergötzen wenn ich mir dafür sicher sein kann, dass mein Bankkonto ungeplündert bleibt.

Nur mein Standpunkt! Ich weiß, dass der Vielen unverständlich ist, auch das verstehe und achte ich, aber solange die Welt so ist, wie sie heute ist, bleibt nicht viel Anderes übrig.

Tschau, kuhfkg1

Einer von 10 von 100000,ich hab Wegener, was brauch ich da noch Wagner
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Olaf19 kuhfkg1

„Tach auch, wenn man sich das Ganze mal in Ruhe überlegt dient eine Kontrolle ja...“

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Wenn diese ganze Überwacherei nur deiner/meiner/unserer Sicherheit dienen würde, wäre es ja noch okay.

Ich fürchte nur den Missbrauch a) durch die Werbewirtschaft, die uns in Zukunft noch viel stärker mit sinnlosem Gemülle zuschütten wird, weil die Userprofil-Bildung viel einfacher wird und b) durch staatliche Organe, die einzelne Internet-User mit Haussuchungen/PC-Beschlagnahmungen drangsalieren werden, nur weil die ein paar Mal zu oft auf den falschen Seiten waren.

Versuche das alles einmal mit einem Kfz-Kennzeichen :-)

CU
Olaf

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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Balzhofna kuhfkg1

„Tach auch, wenn man sich das Ganze mal in Ruhe überlegt dient eine Kontrolle ja...“

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Die Kehrseite ist natürlich dass
1. jemand deine "Nummer" missbrauchen könnte um irgendwelche Scherereien zu machen. Dann bist unter Umständen Du der doofe.
2. mit der Nummer kontrolliert wird, was der Bürger anschauen darf und was nicht. Eventuell könnte dann "ausversehen" alle Bürger mit Ausweisen des Staates XY nicht mehr auf "linke" Seiten zugreifen.
3. die Daten in falsche Hände geraten, verkauft oder sonst irgendwie missbraucht werden. Das anhäufen von Statistiken machen, in meinen Augen, schon genügend Firmen.
4. es überhaupt keine Garantien gibt, dass deine "Onlinebanking" tatsächlich sicherer wird oder dass es weniger Phishing usw. gibt.
5. niemals alle Staaten mitmachen werden
6. das Internet viel zu groß ist um es lückenlos zu überwachen, deswegen gibt es nur eine pseudo Sicherheit.

mehr fallen mir spontan nicht ein, aber ich denke, das gibt es noch verdammt viele Punkte.

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SoulMaster Olaf19

„Kaspersky fällt uns allen in den Rücken“

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ein "Fehler" gewesen sein soll, das Internet der Öffentlichkeit vorzustellen

Hallo Olaf,

nein das war KEIN Fehler sondern das Internet gehört der Öffentlichkeit!!!

Wenn dies ernsthaft zum Nachteil der Nutzer verändert werden sollte hilft uns nur eines:

http://www.nickles.de/c/n/geheimes-internet-in-neuer-version-7940.htm

SoulMaster
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Olaf19 SoulMaster

„ Hallo Olaf, nein das war KEIN Fehler sondern das Internet gehört der...“

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Naja, Kaspersky meinte wohl, dass man die Folgen seinerzeit nicht so recht bedacht hat. Wenn ich ein Vereinsheim miete und 20 Leute einlade, funktioniert alles wunderbar. Wenn ich aber überall Zettel an die Bäume klebe mit Aufforderung an die Öffentlichkeit "kommt alle!!", dann platzt die Bude aus den Nähten und die Veranstaltung aus den Fugen. Das ist weit mehr ein Kapazitätsproblem, wenn an einem weltweiten Netzwerk nicht mehr nur "geladene Gäste", sondern wahllos und halb-anonym alle teilnehmen können.

Nur - das alles ist vergossene Milch, die Entwicklung ist so gekommen wie sie gekommen ist, jetzt haben wir den Salat und müssen da durch. Ich habe seit 11 Jahren Internet und finde auch, dass sich die Dinge seither tendenziell eher zum Schlechteren entwickelt haben - das Web wird trotz höherer Bandbreiten langsamer, weil so viele gleichzeitig surfen und weil die Seiten mit so viel überflüssigen Speicherfressern überladen sind, es gibt mehr Cyberkriminielle deren Methoden schneller raffinierter werden, als die Abwehrmaßnahmen Schritt halten können.

Deswegen zu bedauern, dass die Büchse der Pandora - "Internet für alle" - je geöffnet worden ist, halte ich aber für eine völlig falsche Schlussfolgerung. Die Vorteile der Internetnutzung für jeden von uns überwiegen ganz klar. Ich glaube auch nicht, dass Kaspersky das wirklich so gemeint hat, denn sonst könnte er ja seinen Laden dichtmachen.

CU
Olaf

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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SoulMaster Olaf19

„Die Büchse der Pandora“

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Full ack Olaf,

wir verstehen uns schon, aber ausschliessen darf man auch niemanden. Da aber die Kapazität de INET endlich ist müssen neue Wege erschlossen werden oder die Bandbreiten müssen erweitert werden. Man kann natürlich, wie ich angezeigt habe, ein neues INet entwickeln, aber auch das ist wieder ENDLICH.Also müssen wir die Quadratur des Kreises endlich finden *g*

I2P kann eine Variante werden, wenngleich sie auch anders interpretiert werden kann.

Wir können/müssen ja noch mit dem vorhandenen Net leben, aber es wird
zunehmend nerviger wie du ja auch erwähnt hast.

Cheerio
SoulMAster

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Olaf19 SoulMaster

„Full ack Olaf, wir verstehen uns schon, aber ausschliessen darf man auch...“

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Hi nochmal, das neue Internetprotokoll IPv6, Nachfolger von IPv5, wird die Probleme nur teilweise lösen. Positiv: IP-Adressen bis zum Abwinken, keinerlei Engpässe mehr bei der Zuteilung - Negativ: infolgedessen feste IPs für alle und somit die letzte Ölung für den kleinen Rest an *relativer* Anonymität.

Was ich über die Bandbreitenverschwendung gesagt habe, dürfte von all dem unberührt bleiben. Da helfen wohl nur größere Server-Kapazitäten, und die Antwort darauf ist auch klar: noch mehr Bandbreitenverschwendung... und noch mehr Internetnutzer dürfte es über kurz oder lang auch geben.

CU
Olaf

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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SoulMaster Olaf19

„IPv6“

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Na klaro.

SoulMAster

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Erwin Wagner Olaf19

„Kaspersky fällt uns allen in den Rücken“

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SoulMaster Erwin Wagner

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Full conformity!

SoulMaster
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