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News: Ende des Spuks?

HDCP-Kopierschutz voraussichtlich geknackt

Michael Nickles / 6 Antworten / Baumansicht Nickles

2003 wurde von Intel der HDCP-Kopierschutz (High-bandwidth Digital Content Protection) entwickelt. Damit lassen sich Audio- und Video-Übertragungen verschlüsseln. Ein Fernseher und ein Player/Receiver lassen sich dadurch beispielsweise nur dann per DVI/HDMI-Kabel verbinden, wenn beide HDCP unterstützen.

Bei der Einführungsphase von HDCP führte das zu Ärger beziehungsweise böse Überraschungen. Hochauflösende Videos wurden beispielsweise nur mit niedriger PAL-Auflösung rausgelassen, wenn eines der Geräte HDCP nicht unterstützte. In der Anfangszeit der DVD-Player waren Modelle beliebt, die sich "freischalten" ließen um beispielsweise DVDs beliebieger Regionen abspielen zu können.

Gerade Hersteller von preiswerten "Noname-Playern" machten diese Freischaltung zwecks Kaufentscheidungsarguments besonders simpel möglich - beispielsweise durch einen Fernbedienungs-Tastenkombination. HDCP hat einen raffinierten Ansatz um derlei Mogeleien zu verbieten: der verbaute HDCP-Chip hat eine eindeutige ID für jede Gerätebaureihe und kann sich abschalten.

Hält sich ein Hersteller nicht an die "Spielregeln," kann ein eingehender HDCP-geschützter Datenstrom dem Chip eine Liste "böser IDs" mitteilen und der kastriert dann das Gerät beispielsweise so, dass es grundsätzlich nur noch niedrige PAL-Auflösung rauslässt.

Dieser Spuk könnte jetzt ein Ende haben. In Insider-Foren geht aktuell das Gerücht um, dass der verbraucherfeindlich HDCP-Kopierschutz geknackt ist. Angeblich ist jetzt der "Masterkey" (Hauptschlüssel) von HDCP bekannt. Zumindest wurde er auf einer Webseite bereits veröffentlicht. Die darf hier nicht genannt werden, weil es verboten ist, Methoden zur Umgehung eines Kopierschutzes zur veröffentlichen.

Michael Nickles meint: Sollte sich der veröffentlichte Masterkey als richtig herausstellen, stellt sich natürlich die Frage, was das überhaupt bringen soll. Der Kopierschutz von Bluray ist ja sowieso längst geknackt, 1:1 Kopien sind längst kein Problem mehr.

Interessant ist der Hack des "Übertragungswegs" allerdings beispielsweise, um HDCP-geschützte TV-Sendungen direkt mit einem beliebigen HD-fähigen Recorder aufzeichnen zu können - auch wenn der Rechteinhaber das nicht will.

Und spannend ist gewiss die Frage, was diverse Gerätehersteller mit dem Masterkey anfangen werden. HD-Geräte die von der HDCP-Schikane befreit sind, wären mit Sicherheit sehr beliebt. Und: Für HDCP müssen die Gerätehersteller natürlich Lizenzgebühren blechen, die sie sich durch den "Hack" jetzt sparen können.

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Conqueror Michael Nickles

„HDCP-Kopierschutz voraussichtlich geknackt“

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" Für HDCP müssen die Gerätehersteller natürlich Lizenzgebühren blechen, die sie sich durch den "Hack" jetzt sparen können."
Wie naiv zu glauben, dass sich dies die Mafia gefallen lässt !

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the_mic Michael Nickles

„HDCP-Kopierschutz voraussichtlich geknackt“

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weil es verboten ist, Methoden zur Umgehung eines Kopierschutzes zur veröffentlichen
Vermutlich eine juristische Spitzfindigkeit, aber handelt es sich bei einem kryptographischen Schlüssel bereits um eine "Methode"? Denn nur durch den Besitz des Masterkey ist die Verschlüsselung noch nicht automagisch geknackt. Dazu muss man aus dem Masterkey erst einen Sender- bzw Empfängerkey generieren und diesen dann in eine passendes Hardwaremodul, welches die Entschlüsselung vornimmt, einspielen. D.h. ohne Anweisung, wie man die Geräteschlüssel ableitet und ohne Anleitung, wie man so einen HDCP-Decoderchip baut, scheint ja für Otto Normalkopierer noch kein Abspielschutz umgangen zu werden.
cat /dev/brain > /dev/null
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the_mic

Nachtrag zu: „ Vermutlich eine juristische Spitzfindigkeit, aber handelt es sich bei einem...“

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Schaut so aus, als hätte ich recht:
Damit jemand etwas damit anfangen könnte, müsse er den Schlüssel in Silizium gießen, sprich einen Chip herstellen
Quelle

cat /dev/brain > /dev/null
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ChrE the_mic

„Schaut so aus, als hätte ich recht:Quelle“

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Hallo,

> Schaut so aus, als hätte ich recht:

Nö, hast du nicht:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/HDCP-Streams-in-Echtzeit-entschluesseln-1099021.html

Auch die Chips führen nur ein Programm aus.
Dieses kann man mit modernen, schnellen CPUs "emulieren".
Die Schnittstelle (Interface) merkt nicht, ob ein Programm oder ein Chip dahinter sitzt.

Gruss

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the_mic ChrE

„Hallo, Schaut so aus, als hätte ich recht: Nö, hast du nicht:...“

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Ja, eigentlich erfreulich :-)

Ich bin bislang davon ausgegangen, dass man den Datenstrom auch physisch an der Schnittstelle abgreifen muss. Die Frage stellt sich hier natürlich: An welcher Stelle wird das Signal verschlüsselt? Und wo wird es abgegriffen? Kann man direkt per Software z.B. in der Grafikkarte abgreifen? Oder braucht man eine HDCP-Input-Schnittstelle am PC?

cat /dev/brain > /dev/null
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Fieser Friese Michael Nickles

„HDCP-Kopierschutz voraussichtlich geknackt“

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Diese ganze Kopierschutzschei*e und deren immensen Entwicklungskosten könnte man sich locker sparen. Würde man stattdessen die Medien preiswerter auf den Markt werfen, könnte man über die Stückzahlen den Umsatz generieren. Einfache Kiste das.

Bei interessanten Filmen warte ich, bis sie auf ein erschwingliches Niveau gesunken sind und kaufe dann das Original. Das halte ich schon seit Jahren so.

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