Allgemeines 21.720 Themen, 143.293 Beiträge

News: Urteil des Bundesgerichtshofs

Google muss bei beleidigenden Suchvorschlägen eingreifen

Michael Nickles / 7 Antworten / Baumansicht Nickles

Die automatische Vervollständigungsfunktion, die Google vor einigen Jahren eingeführt hat, sorgt alle Weile für Zoff. Bereits beim Eintippen der ersten Buchstaben eines Suchbegriffs, macht Google darauf basierend Vorschläge, nach was gesucht werden könnte.

Dabei kann es auch zu ungünstigen Vorschlägen kommen, die beispielsweise beleidigend sind oder Persönlichkeitsrechte verletzen.

Aktuelles Beispiel: bei Eingabe von "angela m" schlägt Google unter anderem automatisch vor, nach "angela merkel fkk" zu suchen.

Im konkreten Fall ging es darum, dass Google beim Eingeben des Namens einer Person die ergänzenden Suchbegriffe "Scientology" und "Betrug" vorgeschlagen hat. Der betroffene Unternehmer hat deshalb geklagt und letztlich vom Bundesverfassungsgericht Recht gekriegt.

Es wurde geurteilt, dass Google zum Handeln gezwungen ist, sobald eine derartige Rechts-/Persönlichkeitsverletzung bekannt wird, eine Fortsetzung also unterbinden muss.


Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs: "Der Betreiber einer Suchmaschine ist regelmäßig nicht verpflichtet, die durch eine Software generierten Suchergänzungsvorschläge generell vorab auf etwaige Rechtsverletzungen zu überprüfen. Der Betreiber ist grundsätzlich erst verantwortlich, wenn er Kenntnis von der rechtswidrigen Verletzung des Persönlichkeitsrechts erlangt."

Die Richter haben also geurteilt, dass Google nicht gezwungen ist die Vervollständigunsfunktion im Voraus zu begutachten. Es muss erst bei Bekanntwerden eines "Delikts" reagiert werden.

Michael Nickles meint:

Soweit bekannt errechnet Google die vorgeschlagenen Suchbegriffe automatisch anhand von Suchanfragen, die andere Nutzer gemacht haben. Google selbst hat angeblich also nur begrenzt Einfluss auf das, was wirklich angezeigt wird.

Mit dieser Begründung versuchten es wohl Googles Verteidiger. Die BGH-Richter sahen das anders. Das Urteil des Bundesgerichtshofs wird gewiss wegweisend für künftige Urteile sein. Begrüßt hat das Urteil laut Bericht der Frankfurter Rundschau die Frau des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff. Bei Eingabe von "bettina wulff" schlug Googles Automatik die ergänzenden Begriffe "Escort" und/oder "Rotlicht" vor.

Bettina Wulffs Klage gegen Google läuft noch. Das Verfahren wurde lediglich pausiert um das jetzige Urteil des Bundesgerichtshofs abzuwarten.
bei Antwort benachrichtigen
InvisibleBot Michael Nickles

„Google muss bei beleidigenden Suchvorschlägen eingreifen“

Optionen

Das wird wohl eine Flut von Anträgen an Google auslösen.

Und ich bin gespannt, wann der Erste kommt, der im Zusammenhang mit von ihm bestimmten Begriffen gefunden werden will.

- Beat the machine that works in your head! -
bei Antwort benachrichtigen
Onkel_Alois Michael Nickles

„Google muss bei beleidigenden Suchvorschlägen eingreifen“

Optionen

Hallo Mike,

zur Vervollständigungsfunktion bei Google habe ich einen passenden Buchvorschlag - Was haben Schmetterlinge im Bauch, wenn sie verliebt sind?.

Einfach nur köstlich! Aber muß man Google nutzen?

Gruß Alois








Mir scheint, als sei der IQ mancher User umgekehrt proportional zur Versionsnummer des verwendeten Betriebssystemes
bei Antwort benachrichtigen
schoppes Michael Nickles

„Google muss bei beleidigenden Suchvorschlägen eingreifen“

Optionen

Die Lösung für Google ist ziemlich einfach:

Die Autovervollständigungsfunktion wird abgeschaltet ... natürlich nur in Deutschland. Zunge raus

Den Stress mit deutschen Gerichten (und Anzeigen) wird sich Google nicht mehr lange angucken.
Also, abschalten und fertich is!

Wetten, dass es so kommt!

Grüße
Erwin

"Früher war alles besser. Sogar die Zukunft." (Karl Valentin)
bei Antwort benachrichtigen
gerhard38 schoppes

„Die Lösung für Google ist ziemlich einfach: Die ...“

Optionen
Also, abschalten und fertich is!
Wäre schade, mir gefällt diese Funktion.
Wenn das so weitergeht, wird man bald nicht mehr nach eben diesen Wortkombinationen suchen dürfen. Den obersten Gesetzeshütern wird schon irgend etwas einfallen, warum das mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist.

Als nächstes etablieren sich Abmahnkanzleien wegen "rufschädigender und ehrenrühriger Anfragen".  

Danach werden alle Zeitungs- und sonstigen Archive gezwungen, Informationen über eine Straftat und Verurteilung einer Person sofort wieder zu löschen, denn sobald die verurteilte Person ihre Strafe verbüßt / getilgt hat, würde ihre Wiedereingliederung in die Gemeinschaft durch solche Informationen erschwert. Ein pädophiler Lehrer beispielsweise würde nach verbüßter Strafe keinen Job mehr als Lehrer finden, wenn man das leicht im Internet finden könnte.

Im nächsten Schritt darf Negatives überhaupt nicht mehr über eine Person berichtet werden, oder wenn, dann nur anonymisiert und ohne Foto, denn entweder ist es bislang nur ein Verdacht oder aber: es behindert seine spätere Wiedereingliederung. -- Es lässt sich halt (fast) alles argumentieren.

Gruß, Gerhard
bei Antwort benachrichtigen
schoppes gerhard38

„Wäre schade, mir gefällt diese Funktion. Wenn das so ...“

Optionen

Hallo Gerhard,

Wäre schade, mir gefällt diese Funktion.
Mir auch! Das möchte ich ausdrücklich betonen.

Aber wenn bei ehrbaren Personen oder Firmen Nachfolgesuchbegriffe wie "Nutte", "Verbrecher", "Betrug" usw. usw. auftauchen, dann wird es für Google eng, zumindest in Deutschland. Dann wird es ständig Anzeigen geben.
Ob man entsprechende Filter einbauen kann, die solche Begriffe ausfiltern, weiß ich nicht. Der einfachste Weg für Google wäre jedenfalls, diese Funktion vollständig zu unterbinden.

Warten wir mal ab, wie es weiter geht!

Grüße
Erwin

Nachtrag:
Ein pädophiler Lehrer beispielsweise würde nach verbüßter Strafe keinen Job mehr als Lehrer finden, wenn man das leicht im Internet finden könnte.
Ein bestrafter pädophiler Lehrer wird nie mehr einen Job als Lehrer bekommen, egal, ob es das Internet gibt oder nicht. Dafür sorgen schon die Behörden ... und das mit Recht .... sage ich als Lehrer.
"Früher war alles besser. Sogar die Zukunft." (Karl Valentin)
bei Antwort benachrichtigen
Loopi© schoppes

„Die Lösung für Google ist ziemlich einfach: Die ...“

Optionen

Und wenn Google gar nichts macht? Was ist dann? 
Google soll seine Büros hier dicht machen, auch in der EU und könnte aus der Schweiz agieren und den Gerichten hier den Mittelfinger zeigen. 

Da ist dieser Spinner in Schleswig-Holstein, der meint, er könne den Zuckerberg bezwingen, 
andere verklagen Google, Microsoft, Apple, Ebay, Amazon.... Die Welt lacht über Deutschland.

Beste Grüße
André

bei Antwort benachrichtigen
Xdata Loopi©

„Und wenn Google gar nichts macht Was ist dann Google soll ...“

Optionen

Vielleicht ist Zuckerberg  in Deutschland schon bezwungen :-)

Laut einiger Bekannten die Facebock nutzen ..
ist es derart langsam
-- ein 56K Modem ist eine Feststoffrakete dagegen.

Eine sinnvolle Bandbreitenbegrenzung? oder !


PS:

Hat sicher andere Gründe als eine Verlangsamung von Facebook seitens DE ..
Weil etwa Facebook bzw. Zuckerberg nicht macht was DE oder EU so will.
Soviel Coolnes traue ich weder Deutschland noch den EUrokraten zu.

Die legen sich nur mit wehrlosen an.


Allzuleicht geht nahezu jeder EU beschluß durch.
In Deutschland besteht ja "noch"  theoretisch die Möglichkeit per Wahlen was zu Ändern.
Bei EU Beschlüssen aussichtslos
-- und mit einer EU Verfassung die mächtiger ist als lokale Verfassungsgerichte - gemeingefährlich.

Was kommt als nächstes?   Suchen strafbar .. oder .. nur noch gefilterte Suchmaschinen ...

Gut, die Auto Ergänzung kann kurzzeitig schon heftig sein.
Für kurze Zeit hatte wohl  schon ein B ausgereicht um gewisse Bettina Wulff  "Vorgaben" zu bekommen.

Ein Automatismus eben. Automatismen denken nicht!

Richter sollten schon denken, und NUR soche zugelassen sein die sich mit der Materie auskennen.
Zumindest wenn es um Urteile geht die später fundamentale Rechte einschränken.

bei Antwort benachrichtigen