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Do not track-Header künftig auch in Chromium

Olaf19 / 13 Antworten / Baumansicht Nickles

Alle gängigen Browser wie IE, FF, Opera oder Safari unterstützen schon seit geraumer Zeit die Funktion do not track. Dabei wird den aufgerufenen Websites inkl. deren Werbeanbieter signalisiert, dass der Nutzer explizit wünscht, dass sein Surfverhalten nicht mitgeplottet wird. Weitere Einzelheiten im Artikel.

Olaf19 meint:

Schon vor über 1 Jahr habe ich diesen Haken in meinem Firefox gesetzt - dachte mir, allzu viel schaden kann es ja nicht... aber nützen wird es wohl auch nichts. Wie ich unsere Werbewirtschaft kenne, backen die sich ein Ei drauf, was irgendwelche Anwender wollen.

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Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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IRON67 Olaf19

„Do not track-Header künftig auch in Chromium“

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...backen die sich ein Ei drauf, was irgendwelche Anwender wollen.

Geht schon los...
Sobald ein Troll, DAU oder Elch im Lauf eines Threads auf heftige Kritik stößt, argumentiert er mit der Arroganz des Kritikers. Dies kann auch vorsorglich erfolgen.[Roesen's Law]
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mawe2 IRON67

„Geht schon los...“

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Die Menschen sind einfach schlecht...

"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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Olaf19 IRON67

„Geht schon los...“

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Das ist ja hanebüchen!! Ausgerechnet Apache, immerhin ein Open Source-Projekt, ignoriert diesen Header - das aber nur beim IE 10 (wusste noch gar nicht, dass es den schon gibt), weil er dort per Default(!) gesetzt ist.

Mein erster Gedanke war: ist doch toll, wenn Microsoft so etwas macht, ich hätte es auch beim FF begrüßt, wenn der Header bereits eingeschaltet wäre (war er aber nicht). Wenn man dann aber das hier wieder liest:

Kritiker von Microsofts Entscheidung weisen jedoch darauf hin, dass Website-Betreiber den DNT-Header schlicht ignorieren würden, wenn er massenhaft eingeschaltet sei. Sie befürchten, angesichts des IE-Marktanteils würde seine Voreinstellung letztlich das Gegenteil dessen bewirken, was Microsoft offiziell erreichen will.

...kann man nur noch zu dem Schluss kommen: wie man es macht, so ist es verkehrt...

CU
Olaf
Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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xafford Olaf19

„Das ist ja hanebüchen!! Ausgerechnet Apache, immerhin ein...“

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Mein erster Gedanke war: ist doch toll, wenn Microsoft so etwas macht, ich hätte es auch beim FF begrüßt

Dummerweise ist das genau das Problem, sowohl rechtlich, als auch logisch und aus Sicht des Standards.

  • Rechtlich deswegen, weil es keine Willensäußerung mehr ist, wenn die Software dies automatisch so tut. Kommt jemand also auf eine Seite und der Header ist gesetzt kann dies heißen er hat ihn bewusst gesetzt - oder aber der User hat keine Ahnung davon und hat es einfach nie geändert. Folge davon ist, dass sich ein Werbetreibender nicht daran gebunden fühlen muss.
  • Logisch ergibt es keinen Sinn so einen Header automatisch zu setzen, eigenltich aus dem gleichen Grund warum es juristisch keinen macht. Sinnvoll wäre bei der Installation (oder dem ersten Sart) den User dazu zu befragen und ihm mit zu teilen was es bedeutet. Ein default gesetzter Haken ist einfach nur ein default gesetzter Haken und nicht die Aussage "Ja, ich will das so". Letztendlich würde ein Default bei allen Nutzern nur dazu führen dass nur noch geschätzte 2% der Nutzer diesen Header NICHT gesetzt hätten... und mal im Ernst, hätte er dann noch eine Aussage? Und was wäre die Folge? Würden die Werbetreibenden dies wirklich noch ernst nehmen dann gäbe es erst einmal keine Werbung mehr im Internet... und infolgedessen ganz viele Seite nicht mehr oder nur noch gegen Bezahlung.
  • Letztlich sagt auch der Standard, dass dieser Header bewusst gesetzt werden muss und nicht per default eingeschaltet werden darf. Ergo ist das Verhalten von Microsoft in diesem Fall in jeder Hinsicht mies und wohl auch so beabsichtigt, denn damit toerpedieren sie auf perfide Art diesen Standard, quasi ist er damit schon gestorben.
Und noch ganz prinzipiell zu dem Thema, zwar gibt es diesen Header, aber was dann am Ende nicht getrackt werden darf oder soll ist letztendlich Ansichtssache. Der Webserver wird weiterhin Zugriffe loggen (müssen). Viele Funktionen auf Webseiten werden weiterhin loggen müssen, wie soll sonst ein Login funktionieren. Diese Initiative ist gut gemeint, aber ich persönlich denke, dass sie in Leere laufen wird oder besser gesagt vom guten Willen des Webmasters und der Werbenetzwerke abhängt was er mit diesem Header letztendlich anstellt macht.
Pauschalurteile sind immer falsch!!!
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mawe2 xafford

„Dummerweise ist das genau das Problem, sowohl rechtlich, als...“

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Rechtlich deswegen, weil es keine Willensäußerung mehr ist, wenn die Software dies automatisch so tut.

Aber jede Software hat doch Default-Einstellungen. Sie nimmt daher die Willensäußerung jedes Nutzers vorweg. Hat man dann (bzw. der Hersteller / Programmierer) bei jeder Software ein rechtliches Problem?

Wieso soll es Probleme mit den Logins geben, wenn ich die Verfolgung ablehne? Ich lehne sie ja schon lange (im FF) ab und hatte nie Probleme mit irgendwelchen Logins.

Gruß, mawe2
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xafford mawe2

„Aber jede Software hat doch Default-Einstellungen. Sie nimmt...“

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Aber jede Software hat doch Default-Einstellungen. Sie nimmt daher die Willensäußerung jedes Nutzers vorweg. Hat man dann (bzw. der Hersteller / Programmierer) bei jeder Software ein rechtliches Problem?


In der Regel haben ja irgendwelche Defaults in einer Software auch keine rechtliche Bedeutung. Aber ein Fall wo das ganz klar so ist ist zum Beispiel der Haken "Ja ic habe die AGB gelesen und akzeptiere sie". Früher waren diese Dinger automatisch angehakt, heute sind sie es aus rechtlichen Gründen nicht mehr (weil es dann eben keine bewusste Willenserklärung mehr wäre).

Wieso soll es Probleme mit den Logins geben


Das wäre nur ein Extrembeispiel. Würde man wirklich nichts mehr tracken dann ginge kein Login mehr. Da dies technisch eben unsinnig ist muss immer "ein bisschen" getrackt werden und der ein oder andere trackt dann noch ein bisschen mehr...

Pauschalurteile sind immer falsch!!!
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mawe2 xafford

„In der Regel haben ja irgendwelche Defaults in einer...“

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In der Regel haben ja irgendwelche Defaults in einer Software auch keine rechtliche Bedeutung. Aber ein Fall wo das ganz klar so ist ist zum Beispiel der Haken "Ja ic habe die AGB gelesen und akzeptiere sie". Früher waren diese Dinger automatisch angehakt, heute sind sie es aus rechtlichen Gründen nicht mehr (weil es dann eben keine bewusste Willenserklärung mehr wäre).

Das verstehe ich. Aber ist DNT (vom rechtlichen Standpunkt her) tatsächlich genau so problematisch wie die standardmäßige  AGB-Bestätigung?

Welches Gesetz wird verletzt, wenn in allen Browsern DNT standardmäig aktiviert wäre? Gibt es irgendein Recht auf Nachverfolgung?

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xafford mawe2

„Das verstehe ich. Aber ist DNT (vom rechtlichen Standpunkt...“

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Nein, so war das nicht gemeint (dass hier ein Gesetz verletzt würde, zumindest kein bisher existierendes), es geht nur um den Grundzug der Willenserklärung. Eine Willenserklärung ist nur eine Willenserklärung wenn man sie durch bewusstes Handeln anzeigt. DNT wäre also schlicht sinnlos, wenn es einfach nur eine Standard-Einstellung eines Browsers ist weil es eben keine Willenserklärung mehr wäre.

Und was passiert wenn 99% der Internetnutzer dieses Flag als Standard aktiviert hätte braucht wohl auch nicht viel Phantasie...

Pauschalurteile sind immer falsch!!!
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Olaf19 xafford

„Nein, so war das nicht gemeint (dass hier ein Gesetz verletzt...“

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Eine Willenserklärung ist nur eine Willenserklärung wenn man sie durch bewusstes Handeln anzeigt. DNT wäre also schlicht sinnlos, wenn es einfach nur eine Standard-Einstellung eines Browsers ist weil es eben keine Willenserklärung mehr wäre.

Hi Xaff, wenn die Default-Einstellung des Browsers den Do-not-track-Header nicht setzt, dann signalisiert das nach außen: dem User ist es anscheinend wurscht, ob er verfolgt wird oder nicht.

Genau das aber hat er doch ebenso wenig explizit angegeben wie im umgekehrten Fall! Es ist doch genau so wenig eine klare Willenserklärung, wenn per Default angegeben ist, "der User hat nichts dagegen", obwohl der sich noch gar nicht dazu geäußert hat, gar keine Chance hatte, sich zu äußern.

Und was passiert wenn 99% der Internetnutzer dieses Flag als Standard aktiviert hätte braucht wohl auch nicht viel Phantasie...

Nach dieser Logik verhält sich jeder, der dieses Flag aktiviert, unsozial. Denn je mehr Leute das Flag aktivieren, desto unglaubwürdiger ist es...

Sorry, aber das fällt allmählich in die Rubrik, "ich kann nicht so viel essen wie ich kotzen möchte". Ist nicht deine Schuld, im Gegenteil - du hast die Zusammenhänge gut erklärt - aber da wird man noch mehr zum Werbehasser, als man es vorher schon war.

CU
Olaf
Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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mawe2 Olaf19

„Hi Xaff, wenn die Default-Einstellung des Browsers den...“

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Genau das aber hat er doch ebenso wenig explizit angegeben wie im umgekehrten Fall!

Den Gedanken hatte ich auch schon.

Letztendlich müsste es dann so sein, dass bei der Installation zwingend nach der Einstellung (und nach vielen anderen ???) gefragt wird und die Installation erst dann fortgesetzt wird, wenn der User seinen Willen explizit geäußert hat.

Oft wird aber der Nutzer dann gar nicht wissen, was er tut. Ob das gesetzte (oder nicht gesetzte) Häkchen auch dann noch eine Willensäußerung darstellt, wenn der Nutzer inhaltlich überfordert war und den Sinn und Zweck gar nicht verstanden hat, wäre die nächste Frage.

aber da wird man noch mehr zum Werbehasser, als man es vorher schon war.

Sehe ich genau so.

Eine Industrie ("Werbeindustrie"), deren gesamte Strategie darin besteht, Leuten etwas unterzujubeln, was die eigentlich gar nicht haben wollen, ist grundsätzlich fragwürdig.

Wenn man bedenkt, dass es bei Werbung fast immer um ein notwendiges Übel geht, dass in vielen Fällen einfach geduldet wird, so gut wie nie jedoch gewünscht ist, muss man sich schon die Frage stellen, warum kluge Menschen für eine solche Branche überhaupt arbeiten?

Wenn ich Menschen Aufmerksamkeit, Bandbreite und letztendlich Zeit (Lebenszeit !) stehle, um sie mit Inhalten zu traktieren, die diese Leute definitiv nicht wünschen, bin ich dann besser, als jemand der diesen Leuten (z.B.) gleich das Geld stiehlt, ohne sie weiter zu nerven? (Zeit ist Geld!)

Gruß, mawe2
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Olaf19 mawe2

„Den Gedanken hatte ich auch schon. Letztendlich müsste es...“

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Letztendlich müsste es dann so sein, dass bei der Installation zwingend nach der Einstellung (und nach vielen anderen ???) gefragt wird und die Installation erst dann fortgesetzt wird, wenn der User seinen Willen explizit geäußert hat.

Nicht unbedingt. Wie das Häkchen auch immer gesetzt sein mag - irgendeine Einstellung muss es ja haben. Andere Werte sind auch per Default auf Ja oder Nein gesetzt, ohne dass dafür die Installation unterbrochen werden müsste.

Oft wird aber der Nutzer dann gar nicht wissen, was er tut. Ob das gesetzte (oder nicht gesetzte) Häkchen auch dann noch eine Willensäußerung darstellt, wenn der Nutzer inhaltlich überfordert war und den Sinn und Zweck gar nicht verstanden hat, wäre die nächste Frage.

Das will ich durchaus nicht bezweifeln. Ich frage mich allerdings, warum ein User nur dann von der lästigen Trackerei verschont bleiben soll, wenn er eine explizite Willensäußerung dagegen abgegeben hat.

Schließlich werde ich von den Werbetreibenden auch dann verfolgt, wenn ich nicht ausdrücklich gesagt habe, dass mir das recht ist. Insofern wird an diesem Punkt für meine Begriffe mit zweierlei Maß gemessen: will ich die Verfolgung nicht, muss ich das ganz bewusst artikulieren - billige ich sie, brauche ich nichts zu tun.

CU
Olaf
Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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mawe2 Olaf19

„Nicht unbedingt. Wie das Häkchen auch immer gesetzt sein...“

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Andere Werte sind auch per Default auf Ja oder Nein gesetzt, ohne dass dafür die Installation unterbrochen werden müsste.

Ja. Aber dadurch sind die eben alle auch keine "explizite Willensäußerung" sondern werden (streng genommen) dem Nutzer "einfach untergeschoben". Ich habe da bisher auch nie ein Problem darin gesehen, da ich als Nutzer ja weiß, dass ich gewisse Einstellungen verändern kann, wenn ich das will.

Ich frage mich allerdings, warum ein User nur dann von der lästigen Trackerei verschont bleiben soll, wenn er eine explizite Willensäußerung dagegen abgegeben hat.

Ja, das frage ich mich auch.

Insofern wird an diesem Punkt für meine Begriffe mit zweierlei Maß gemessen

Finde ich auch.

Solange keine strenge gesetzliche Regelung greift, machen die Betreiber sowieso was sie wollen. Einige werden freiwillig DNT respektieren, viele andere werden es schlicht ignorieren.

Ein bisschen erinnert mich das an die Diskussion um das neue Meldegesetz, wo man ja auch explizit gegen die Weitergabe der Adresse Widerspruch einlegen muss, ansonsten wird das Einverständnis vorausgesetzt. Dort wie hier ist dieser Standpunkt absurd!

Gruß, mawe2
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mi~we Olaf19

„Do not track-Header künftig auch in Chromium“

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aber nützen wird es wohl auch nichts
Solange das alles auf Freiwilligkeit basiert, ist das eh nur heiße Luft und gesetzlich bindend wird das wohl nie werden. Fazit: Do Not CareZwinkernd
"Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum." (Marc Aurel)
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