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News: Neue Phishing-Masche

Betrüger machen Jagd auf Packstation-Kunden

Michael Nickles / 29 Antworten / Baumansicht Nickles

Seit rund 10 Jahren gibt es die "Packstationen" von der deutschen Post beziehungsweise DHL. Pakete werden entweder automatisch in eine nahegelegene Packstation geworfen, wenn der Empfänger zu hause nicht angetroffen wird, oder man kann auch gleich beantragen, dass eine Sendung an eine Packstation geliefert wird.

Dazu muss man sich bei DHL kostenlos registrieren lassen, sich mit seiner Adresse anmelden. Jetzt informiert die Verbraucherzentrale Sachsen davor, dass offensichtlich Daten von Packstation-Nutzern geklaut und missbraucht werden. Betroffene erhalten eine E-Mail, die mit "Sehr geehrter PACKSTATION Kunde, …" beginnt.

Dann wird erklärt, dass man den Service sechs Monate nicht genutzt habe und deshalb eine erneute Überprüfung der Kundendaten nötig sei. Alternativ gibt es auch E-Mails die mitteilen, es gäbe ein Problem mit dem Zustellservice. Zur Problemlösung liefern die Mails schließlich einen Link. Der führt zu einer Webseite, die laut Verbraucherzentrale in täuschend echter DHL-Aufmachung kommt.

Konkret handelt es sich hier natürlich um eine Phishing-Masche um Betroffene zur Herausgabe ihrer Daten zu verleiten. Im Gegensatz zum bekannten Phishing bei Bankdaten geht es hier nicht ums Plündern von Konten. Stattdessen wollen die Täter die fremden Packfächer wohl für Betrügereien mit Internetbestellungen missbrauchen.

Generell ist es nicht möglich, ein Packstations-Fach anonym einzurichten - also wird versucht welche zu "klauen". Unklar ist bislang, wie die Kriminellen an die Email-Adressen der Packstation-Kunde rangekommen sind. Die wurden nicht zwangsläufig bei DHL geklaut, können beispielsweise auch durch "Hacken" von Online-Shops ergaunert worden sein.

Ebenfalls denkbar ist, dass die Mails einfach willkürlich verschickt werden, die Gauner halt drauf hoffen, einen Packstation-Nutzer zu erwischen. Glaubt man dem auf Wikipedia veröffentlichen Zahlenmaterial, gibt es rund 1,4 Millionen Packstation-Kunden.

Michael Nickles meint: Betrügereien mit Packstationen sind eigentlich nichts Neues. Bereits 2008 wurden Fälle bekannt, bei denen Kriminelle eine ähnliche Masche ausprobierten, wie unter anderem falle-internet.de berichtete.

Damals wurden Jobsuchende in Kleinanzeigen damit gelockt, "mit geringem Aufwand" einmalig 100 Euro oder monatlich 85 Euro zu verdienen. Sie sollten dazu lediglich ein kostenloses Packstation-Fach anmelden und dem "Betrüger" die Kundendaten rüberlassen.

Die Betrüger konnten dann beispielsweise bei Versandhäusern Ware bestellen und an die Packstationen schicken lassen. Bezahlt wurden die Waren beispielsweise mit gestohlenen Kreditkartendaten. Im aktuellen Fall geht es wohl um den gleichen Grund.

mawe2 Michael Nickles

„Betrüger machen Jagd auf Packstation-Kunden“

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Ebenfalls denkbar ist, dass die Mails einfach willkürlich verschickt werden, die Gauner halt drauf hoffen, einen Packstation-Nutzer zu erwischen.

Und genau so ist es auch. Die erwähnten Mails werden keinesfalls nur an Packstations-Kunden verschickt sondern auch an Leute, die gar nicht wissen, was eine Packstation ist.

Es ist eine ganz primitive Phishing-Masche, genau wie die getürkten Banken-Mails, die auch willkürlich verschickt werden und nur zu einem kleinen Prozentsatz dann auch bei Kunden der betreffenden Bank landen.

Die Verbraucherzentrale sollte sich über diese Zusammenhänge eigentlich im Klaren sein und nicht vorschnell die Behauptung aufstellen, Hier sind offenbar wieder einmal Hacker unterwegs. Mit Hackern hat das Ganze nichts zu tun und dass hier offensichtlich Daten von Packstation-Nutzern geklaut wurden, darf zumindest bezweifelt werden. Offensichtlich ist hier der Begriff "Hacker" nicht wirklich verinnerlicht worden.

Plumpe Massenverarsche wird hier als "geschickter Angriff" überbewertet. Die verlinkte Seite mit den Buchstaben "DHL" im Domainnamen ist mit einem täuschend echten DHL-Logo versehen und wahrt so den Anschein, die Aktion sei von dem Postzustellunternehmen DHL ausgelöst worden.

Wow! Ein täuschend echtes Logo! (Vielleicht sogar auch exakt das echte, originale Logo??) Was ist daran besonders, das lernt mittlerweile jeder Grundschüler in der HTML-AG.

Also: Eine billige Phishing-Aktion, die in abgewandelter Form ständig anzutreffen ist.

Was wirklich schlimm ist: Immer noch herrscht in breiten Kreisen der Internet-Nutzer eine so hochgardige Unkenntnis über die Zusammenhänge, dass es solchen Spinnern leicht gemacht wird, auf primitivstem Wege an brisante Daten heranzukommen. Wenn selbst in den Veröffentlichungen der Verbraucherzentrale wichtige Details falsch dargestellt werden, braucht man sich nicht zu wundern...

Gruß, mawe2
gelöscht_268748 mawe2

„ Und genau so ist es auch. Die erwähnten Mails werden keinesfalls nur an...“

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gestohlenen Kreditkartendaten
Dazu fällt mir gerade mal so`ne Sache ein
Habe vor ca 4 Jahren mal gesehen wie einer mit einem Generator Masterkarten erzeugt hat.
Alles mit ? richtigen ? oder falschen Daten. Er hat da irgentwelche Nummern eingetippt, dann kam da eine Name und eine Bankverbindung raus, soweit ich mich noch erinnern kann.


Olaf19 mawe2

„ Und genau so ist es auch. Die erwähnten Mails werden keinesfalls nur an...“

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Die erwähnten Mails werden keinesfalls nur an Packstations-Kunden verschickt sondern auch an Leute, die gar nicht wissen, was eine Packstation ist.

Ist das nicht bei sämtlichen Phishing-Aktionen so...?

Solange E-Mails kein Porto kosten, wird das auch so bleiben. Und zwar für immer!

CU
Olaf
notar Michael Nickles

„Betrüger machen Jagd auf Packstation-Kunden“

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Ja, genauso ist es. Auch ich habe vor längerer Zeit
(ca. 1 Jahr ?) eine solche phishing-mail erhalten, darauf aber erst gar nicht geantwortet. Mir war be-
reits damals klar, daß es sich um eine phishing-mail
handelte.
Das Ganze zeigt (wieder) mal, daß es letztlich besser
ist, den Paketboten zu sich nach Hause kommen zu
lassen. Abholen des Pakets beim Nachbarn oder im
Postlädchen ...

Nur derart bin ich (zufriedener) Kunde.

Toi, toi, toi wünscht allen Paketempfänger

Der Notar

mawe2 notar

„Ja, genauso ist es. Auch ich habe vor längerer Zeit ca. 1 Jahr ? eine solche...“

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Das Ganze zeigt (wieder) mal, daß es letztlich besser ist, den Paketboten zu sich nach Hause kommen zu lassen. Abholen des Pakets beim Nachbarn oder im Postlädchen ...

Das ist ja eine merkwürdige Schlussfolgerung!

Weil irgendwelche Spinner Phishing-Mails zum Ausspähen von Packstations-Accounts versenden, ist es besser auf die Nutzung der Packstationen zu verzichten?

Dann verzichtest Du also auch auf ein Girokonto und trägst alles Geld zu Fuß zu den Zahlungsempfängern?

Und dann fährst Du auch nicht mit der Straßenbahn, weil dort Taschendiebe aktiv sind?

Nur, weil irgendwelche Gangster aktiv sind, lasse ich mir doch diese sinnvollen Dienstleistungen nicht ausreden. Man muss nur überlegen, auf welche plumpen Angriffe man hereinfällt und wovor man sich besser schützt.

Gruß, mawe2
notar mawe2

„ Das ist ja eine merkwürdige Schlussfolgerung! Weil irgendwelche Spinner...“

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Guten Abend, mawe2

Ganz so einfach liegen die Dinge halt nicht. Leider
hatte ich vergessen, mitzuteilen, daß ich schwerbehindert bin.

Als ich noch in einem anderen Stadtteil wohnte,
hatte ich seinerzeit "zu Beginn der Packstations-
errichtungen" mich rein vorsorglich registrieren
lassen. Infolge vermehrter Einkäufe per Internet
wollte ich natürlich auch rasch in den Genuß
meiner Ware gelangen. Der Paketbote lieferte stets relativ zeitnah und auch zuverlässig. Diese Aktion anläßlich
des "ersten Rauschs" hatte in der Folgezeit daher spürbar nachgelassen.

Nichts für ungut. Wie lautet der Apothekerspruch:
Bitte, bleiben Sie gesund !

Gruß - der Notar

mawe2 notar

„Guten Abend, mawe2 Ganz so einfach liegen die Dinge halt nicht. Leider hatte ich...“

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Und bei mir ist es so, dass ich selten anwesend bin, wenn der Paketbote liefert.

Sicher, manches wird auch von freundlichen Nachbarn entgegengenommen. Aber erstens will ich die nicht allzu oft in Anspruch nehmen und zweitens sind es auch manchmal Nachnahmen - da möchte ich auch nicht, dass jemand erst viel Geld auslegen muss.

Insofern ist die Packstation für mich schon fast die einzige Chance, diese Lieferungen überhaupt empfangen zu können.

Jedenfalls hat der Nutzen (oder Nicht-Nutzen) der Packstation nichts mit diesen Phishing-Mails zu tun. Ansonsten gibt es natürlich immer Gründe dafür und dagegen.

Gruß, mawe2

out-freyn mawe2

„Und bei mir ist es so, dass ich selten anwesend bin, wenn der Paketbote liefert....“

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Insofern ist die Packstation für mich schon fast die einzige Chance, diese Lieferungen überhaupt empfangen zu können.

Kann man denn auch Nachnahmesendungen an die Packstation schicken lassen?
mawe2 out-freyn

„ Kann man denn auch Nachnahmesendungen an die Packstation schicken lassen?“

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Kann man denn auch Nachnahmesendungen an die Packstation schicken lassen?

Ja. Man bezahlt dann am Packstations-Terminal per ec-Karte und kann anschließend das Paket entnehmen.

Gruß, mawe2
out-freyn mawe2

„ Ja. Man bezahlt dann am Packstations-Terminal per ec-Karte und kann...“

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Cool, danke. Das wusste ich noch nicht.

Pontis out-freyn

„ Kann man denn auch Nachnahmesendungen an die Packstation schicken lassen?“

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Bitte mal schauen bei www.packstation.de

Ich weiß es nicht!

Pontis

Olaf19 mawe2

„Und bei mir ist es so, dass ich selten anwesend bin, wenn der Paketbote liefert....“

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Insofern ist die Packstation für mich schon fast die einzige Chance, diese Lieferungen überhaupt empfangen zu können.

Man kann die Sendung doch selbst am Postamt abholen? Abgesehen von den mitunter elendiglichen Wartezeiten - siehe auch weiter unten im Thread - spricht doch nichts dagegen.

CU
Olaf
neanderix Olaf19

„ Man kann die Sendung doch selbst am Postamt abholen? Abgesehen von den mitunter...“

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Man kann die Sendung doch selbst am Postamt abholen? Abgesehen von den mitunter elendiglichen Wartezeiten - siehe auch weiter unten im Thread - spricht doch nichts dagegen.

Da spricht bei mir die Tatsache dagegen, dass ich unter der Woche keinen Tag rechtzeitig vor Schliessung bei der Post sein könnte - außer ich bitte meinen Chef, mal früher weg zu dürfen.

Und jetzt überlegt mal: wie lange war doch gleich die Aufbewahrungszeit für Paketsendungen am Postamt?
Eine Sendung, die Dienstag ins PA geht, geht am FR nach Schalterschluss zurück in Richtung Absender ...

Volker,
 der momentan das Gück hat, sich Pakete an den Arbeitsplatz senden lassen zu können

Olaf19 neanderix

„Man kann die Sendung doch selbst am Postamt abholen? Abgesehen von den mitunter...“

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Absolut falsch! Die Post ist verpflichtet, die Teile 7 Werktage lang aufzubewahren, also z.B. vom kommenden Dienstag bis Mittwoch die Woche danach.

Nach Feierabend würde ich es auch nicht mehr zum Postamt schaffen, wenn, dann würde ich morgens vor Arbeitsbeginn hingehen. Eins von beiden muss ja möglich sein, ansonsten hättest du eher ein arbeitsrechtliches Problem.

Ich habe meistens das Glück, dass meine Sachen in der zweiten Wochenhälfte kommen, dann kann ich sie Samstag abholen.

CU
Olaf

mawe2 Olaf19

„Absolut falsch! Die Post ist verpflichtet, die Teile 7 Werktage lang...“

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Bei mir geht es meist um irgendwelche Computerteile, die ich schnell brauche. Gleichzeitig bin ich aber manchmal terminlich so eingespannt, dass ich zu den Öffnungszeiten nicht zur Post komme oder dass ich nicht die Zeit habe, mich dort ewig anzustellen.

Mit der Packstation schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe:
- sofortige Verfügbarkeit (dann, wenn ich es will)
- keine Wartezeiten
- elektronische Benachrichtigung (SMS oder Mail)
- Anfahrt mit Auto möglich (beim Postamt nicht, das liegt mitten in einer Fußgängerzone)

Aber Anlass dieses Threads war ja die Meldung über den Missbrauch von Packstations-Accounts. Und dazu hatte ich den Standpunkt, dass es zwar ärgelich ist, wenn man von so einem Missbrauch betroffen ist, dass das aber kein Grund sein sollte, auf die Vorteile der Packstation zu verzichten.

Andere Dienste werden auch gelegentlich missbraucht und die Leute würden es sich trotzdem im Traum nicht einfallen lassen, diese Dienste zu meiden.

Gruß, mawe2

bertholdsch Michael Nickles

„Betrüger machen Jagd auf Packstation-Kunden“

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Dagibt es nicht nur die masche mit der Packstation(ich habe bereits schon 2xeine solche mail bekommen obwohl ich noch nie Kunde einer Packstation war).Ich habe auch eine Mail Bekommen zweks abgleichen des Paipal Kontos.
die neuste Masche ist eine Mail von einer Dedecktei,die im Auftrag ihres Manndanten seinen Vater suche
bertholdsch

Joerg69 Michael Nickles

„Betrüger machen Jagd auf Packstation-Kunden“

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Packstation ist 'ne feine Sache. Nicht anstellen beim Postamt. Kein Zeitverzug bei Zustellung wegen nicht-zuhause.

Kleine Software-Problemchen haben die aber noch. Bekam letztens zwei Sendungen, also zwei Pakete, aus demselben Auftrag bei demselben Lieferanten. Konnte erst nur eines abholen. Für das zweite Päckchen kam keine gesonderte Benachrichtigung, aber die Erinnerung, ich hätte es noch nicht abgeholt. Als ich das zweite Mal hin bin, wurde das Fach für das zweite Paket geöffnet. War kein Akt, fahr da jeden Tag vorbei - für andere vielleicht ärgerlicher.

P.S.: Fehlermeldung beim Absenden dieses Beitrages: "Username und Passwort passen nicht zusammen! Bitte richtig eingeben und dann noch einmal versuchen!" - obwohl ich bereits permanent angemeldet war. Ob's am Zeichensatz liegt wegen des Umlauts?

fschunke Michael Nickles

„Betrüger machen Jagd auf Packstation-Kunden“

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...und nicht nur diese Kunden !!!

Diese Mail erhielt ich letzten Sonntag:

"Sehr geehrter Herr Sch....,
>
> aufgrund eines automatisierten Abgleiches Ihrer Kundendaten mit Vergleichsstatistiken wurde das Risiko eines Zahlungsausfalls für Ihr Konto als überdurchschnittlich hoch eingestuft.
>
> Um weiterhin problemlos die Zahlungsmethode 'Bankeinzug' nutzen zu können, bitten wir Sie eine Kreditkarte - als Sicherheit bei Zahlungsausfällen - bei uns zu registrieren.
>
> Diese wird Ihrem Account nicht als Zahlungsmethode hinzugefügt, sondern dient lediglich als Absicherung bei einem nicht ausreichend gedeckten Bankkonto.
>
> Sollten sie keine Kreditkarte bei uns hinterlegen wird die Zahlungsmethode Bankeinzug für Ihr Konto deaktiviert.
>
>
> Ihre Kreditkartendaten können Sie unter kreditkarten-paypal.com hinterlegen.
>
>
> Es ist dabei irrelevant ob Sie bereits eine Kreditkarte bei uns registriert haben, aus vertragsrechtlichen Gründen dürfen wir diese Kartendaten nicht als zusätzliche Sicherheit heranziehen.
> Sie können also eine Karte, welche bereits bei uns registriert ist, auch als Sicherheit hinterlegen.
>
>
> Wir bitten die Unannehmlichkeiten zu Entschuldigen, dieses Vorgehen ist allerdings aufgrund vermehrter Betrugsversuche durch ungedeckte Bankkonten erforderlich.
>
>
> Mit freundlichen Grüßen,
> Ihr PayPal Kundenservice
>
>
> Achtung:
>
> Derzeit sind wieder verstärkt Phishing Mails im Umlauf!
> Sie können sich darauf verlassen: Unsere E-Mails kommen immer ohne Anhang.
> Wir werden Sie in einer Mail auch nie auffordern, eine der folgenden Informationen preiszugeben:
>
> Ihre PayPal Zugangsdaten
> Ihre Kontoverbindung
> die PIN oder TAN Ihres Bankkontos"

...wer darauf reinfällt ist selbst Schuld!

mawe2 fschunke

„...und nicht nur diese Kunden !!! Diese Mail erhielt ich letzten Sonntag: Sehr...“

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Pontis mawe2

„siehe auch:...“

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Auch ich bin langjähriger Packstation-Kunde und Betroffener. Ich kann aber zu 100 Prozent ausschließen, auf eine Phishing-Mail hereingefallen zu sein. Schon die Abfrage meiner PIN hätte bei mir sämtliche Alarmglocken läuten lassen. Trotzdem wurde mit meinen (Berliner) Daten ein Paket am Frankfurter Hauptbahnhof abgeholt.

Ich denke, DHL ist ganz froh über die Phishing-Diskussion. Möglicherweise lenkt sie ab von der Tatsache, dass Daten von Packstation-Kunden vielleicht eben dort gehackt wurden. Da ja für den "mißbrauchten" Kunden kaum ein Schaden entsteht, könnte ich mir vorstellen, dass DHL beim Schutz der Login-Daten nicht alle verfügbaren (teuren) Mechanismen anwendet.

Ich werde auf diese Zustellart trotzdem nicht verzichten (auch wenn's ein Jobkiller ist). I.d.R. hat man seine Sendung früher, da die Sendung nicht erst die Rundtour mit dem Zusteller macht. Sie wandert aus dem Verteilzentrum mit gesonderter Fracht gleich in die gelben Boxen. Ich muß bei Nichtantreffen nicht am nächsten Werktag (!) zur Paketpost und mich bis spätestens 5 Minuten vor 6 Uhr abends in die stets vorhandene Schlange stellen usw.


Mit ungephishten Grüßen, Pontis

mawe2 Pontis

„Auch ich bin langjähriger Packstation-Kunde und Betroffener. Ich kann aber zu...“

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dass Daten von Packstation-Kunden vielleicht eben dort gehackt wurden.

Das heißt, Du gehst davon aus, dass direkt an der Packstation Deine Daten abgegriffen wurden? Also so, wie beim Geldautomaten-Skimming? Ausgeschlossen ist das natürlich nicht, da ja hier ähnliche Hardware wie beim Geldautomaten verwendet wird.

Man muss also hier genau so aufpassen, ob der Kartenleser und/oder das Keyboard manipuliert wurden. Ich halte es dennoch für recht unwahrscheinlich, denn wer über deratiges Know-How verfügt, kann auch gleich Geldautomaten ausspionieren, das ist doch viel lukrativer. Außerdem stehen Packstationen meist im Freien und sind daher stets von außen einsehbar. Längere Manipulationen würden die Leute in der Umgebung mitkriegen.

Ich werde auf diese Zustellart trotzdem nicht verzichten (auch wenn's ein Jobkiller ist).

Wie meinst Du das? Was ist an der Packstation ein "Jobkiller"? Bei uns liefern die gleichen Zusteller, die auch die Pakete nach Hause bringen, die Pakete zur Packstation. Für den Zusteller ist es eine Erleichterung, weil er in Zweifelsfall keine Treppen mehr steigen muss. Aber den Zustellvorgang hat er genau so zu erledigen, wie sonst auch. Wo werden hier Jobs gekillt?

Im Übrigen ist die verstärkte Nutzung von Online-Shops natürlich für die Logistik-Branche ein Job-Motor.

Gruß, mawe2
Pontis mawe2

„ Das heißt, Du gehst davon aus, dass direkt an der Packstation Deine Daten...“

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Hallo, mawe2 - nein, nicht ausgespäht direkt an der Station. Da gebe ich Dir Recht, der Aufwand stünde (auch für Kriminelle) in keinem Verhältnis zum Nutzen. I.d.R. kann man so einen geklauten Account nur 1 x nutzen, denn es fällt ja dem rechtmäßigen Nutzer sofort auf. Schließlich erhält er (auf Wunsch) per SMS und auch Email den Hinweis auf eine Sendung... und stutzt, und dürfte den Fake merken, da ein Berliner ja nichts nach Frankfurt schicken würde.

Habe daraufhin sofort online meinen DHL-Account sperren und mir ein neues Kennwort zusenden lassen. Zusätzlich habe ich in der Online-Wache der Berliner Polizei (https://www.berlin.de/polizei/internetwache/) Anzeige erstattet... In meinem Fall hatte der Gauner bei PEARL bestellt (und sicherlich nicht bezahlt).

Klar sind die Packstationen Jobkiller.

In den Abholämtern benötigt man seitdem weniger Personal für die Ausgabe von Sendungen, weniger Paketboten (der "normale" kurvt bis zu 12 Std. im Kundenrevier herum, die Belieferung der Stationen dürfte schneller gehen). Und man kann an den Stationen ja auch Pakete adressieren, frankieren und aufgeben... Ganz ohne Kundenservice aus Fleisch und Blut. Aber ich weiß, ich weiß... Auch der Weberaufstand hat die maschinelle Garnspinnerei nicht aufhalten können. Ich bin kein Sozialromantiker.

LG, Pontis

mawe2 Pontis

„Hallo, mawe2 - nein, nicht ausgespäht direkt an der Station. Da gebe ich Dir...“

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dürfte den Fake merken, da ein Berliner ja nichts nach Frankfurt schicken würde.

Das würde ich so nicht sagen. Es ist ja gerade einer der Vorteile der Packstation, dass sich ein Berliner mir auch etwas nach Frankfurt schicken lassen kann, wenn er z.B. beruflich über die Woche in Frankfurt ist und eine bestimmte Sendung dort braucht.

Und man kann an den Stationen ja auch Pakete adressieren, frankieren und aufgeben... Ganz ohne Kundenservice aus Fleisch und Blut.

Naja: Die dort aufgegebenen Pakete holt ja auch ein Mensch (aus Fleisch und Blut) dort heraus und bringt sie auf den weiteren Weg. Also ganz ohne Menschen geht das auch nicht. Alles Weitere ist auch bei DHL schon weitestgehend automatisiert.

Aber ich weiß, ich weiß... Auch der Weberaufstand hat die maschinelle Garnspinnerei nicht aufhalten können.

Ja, der fällt mir auch immer wieder ein, wenn es in solchen Diskussionen um die Steigerung der Arbeitsproduktivität geht. Es ist doch gut, wenn körperlich schwere, stupide oder gesundheitsschädliche Arbeit (wie sie auch im Paketdienst immer noch anzutreffen ist) abgebaut wird und die Leute sich angenehmeren Aufgaben widmen können. Und dass in der Summe weniger Leute arbeiten müssen ist demnächst noch wichtiger, weil immer weniger Leute zum Arbeiten da sind... (Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.)

Schauen wir also mal, was die Post bzw. DHL weiterhin so alles tut, um den Packstations-Dienst abzusichern.

Gruß, mawe2
Olaf19 Pontis

„Auch ich bin langjähriger Packstation-Kunde und Betroffener. Ich kann aber zu...“

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Ich muß bei Nichtantreffen nicht am nächsten Werktag (!) zur Paketpost und mich bis spätestens 5 Minuten vor 6 Uhr abends in die stets vorhandene Schlange stellen usw.

Da sagst du was...! Ich weiß nicht, wie die das hinkriegen, aber bei der Deutschen Post ist das ganze Jahr Vorweihnachtszeit. Du kannst kommen wann du willst, mitten im Jahr am Mittwoch um 11 Uhr 30 und du hast 100 Meter Warteschlange.

Als ob die Adventszeit nie zuende geht... wie herrlich entspannt lebt es sich dagegen mit Hermes!

CU
Olaf

P.S. Warum eigentlich "Jobkiller"? Kann es dem Zusteller nicht wurscht sein, ob er bei dir zuhause klingelt oder an die Packstation liefert?
Olaf19 fschunke

„...und nicht nur diese Kunden !!! Diese Mail erhielt ich letzten Sonntag: Sehr...“

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Klara1980 Michael Nickles

„Betrüger machen Jagd auf Packstation-Kunden“

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Hallo zusammen, ich bin leider auch auf sowas reingefallen. Als ich damals die SMS erhielt, dass ich ein Paket in einer Packstation einer ganz anderen Stadt hätte, habe ich sofort die Daten von DHL zurücksetzen lassen.
DHL hat mir nahe gelegt, dass ich Anzeige erstatten solle. Dies fand ich allerdings angesichts der Tatsache dass ich sonst nichts weiss, für Zeitverschwendung, und ausserdem war ja mir selbst kein Schaden entstanden.

Allerdings habe ich heute einen Brief von einem Elektronik-Internetversandshop erhalten, mit dem Kommentar, dass Versand an Packstationen nicht möglich sei. Schriftlich wurde mir eine Gutschrift zugesandt. Da ich telefonisch dort niemanden erreichen konnte, habe ich eine E-Mail geschickt, mit der Bitte um Mitteilung über den aktuellen Status und ob die Rücküberweisung schon stattgefunden hat.
Sobald ich Antwort habe, werde ich Anzeige erstatten. Dann erhält vielleicht derjenige sein Geld wieder (ich gehe mal von gestohlenen Kreditkartendaten aus) wenn man über den Verkäufer die Daten herausgefunden hat. Was würdet ihr machen?

Klara

Pontis Klara1980

„Hallo zusammen, ich bin leider auch auf sowas reingefallen. Als ich damals die...“

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Hallo, Klara - am besten erstattest Du sofort Anzeige. Irgendwie bist Du ja mit Deinem Namen und Daten in einen (vermutlichen) Betrugsfall verwickelt und es ist nicht ausgeschlossen, dass auch Du als (angebliche) Empfängerin (meist "abweichende Lieferaresse" beim Bestellvorgang) betrügerisch beschaffter Ware eine Anzeige vom Geschädigten bekommst - vielleicht in dessen Hoffnung, sich zumindest bei Dir schadlos zu halten. Man/frau kann eine Anzeige auch online erstatten (Stichwort Internetwache + Bundesland), das ist in 10 Minuten erledigt.

Interssieren würde mich, ob Du ggf. auf eine Phishing-Seite heriengefallen bist. Hast Du mal Daten in eine vermeintliche DHL-Seite eingegeben, um die Du per Email gebeten wurdest?

Mit postalischem Gruß
Pontis

Klara1980 Pontis

„Hallo, Klara - am besten erstattest Du sofort Anzeige. Irgendwie bist Du ja mit...“

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Okay, danke, werde mich gleich nachher darum kümmern. Praktisch, dass man eine Anzeige auch online stellen kann. Nun, da die Lieferadresse bzw. Packstation über 300 km von mir weg ist, wird man mir sicher schnell glauben. Aber klar ist es besser, gleich vorher sich bei der Polizei zu melden.

Und ja, da muss ich echt mit den Zähnen knirschen: Ich bin gelernte Informatikkauffrau und bin tatsächlich auf eine solche Phishing-Attacke hereingefallen. An dem Tag hatte ich so einen Stress dass ich mir über die Domain keine Gedanken gemacht hatte. Erst später kam es mir seltsam vor, dass die Domain "Deutsche Post Paketservice" beinhaltete, wobei es ja nun heute "DHL" heisst.
Es war eine E-Mail, in der es hiess dass mein Account gelöscht werden würde wenn ich mich nicht verifiziere. Und da ich lange nichts mehr habe an eine Packstation liefern lassen, habe ich dem geglaubt.
Natürlich denke ich heute oft "aaaargh"

Olaf19 Klara1980

„Okay, danke, werde mich gleich nachher darum kümmern. Praktisch, dass man eine...“

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Erst später kam es mir seltsam vor, dass die Domain "Deutsche Post Paketservice" beinhaltete, wobei es ja nun heute "DHL" heisst.

Ganz ehrlich - das wäre mir auch nicht aufgefallen! Zumindest nicht sofort, sondern erst später, z.B. beim Posten hier auf Nickles *g*.

Du findest ja z.B. unter der ganz offiziellen Domain www.deutschepost.de sämtliche Infos über den deutschlandweiten und internationalen Paketservice der DHL, mit allen Frankaturangaben, Größen- und Gewichtsgrenzen. Organisatorisch ist das also immer noch "alles ein Laden", da kann man sich leicht vertun.

Davor schützen uns auch unsere kaufmännischen Ausbildungen nicht ;-) ...selbst dann nicht, wenn's mit IT zu tun hat.

CU
Olaf