hi leute
also ich hab bei ebay das moterboard aus einer
"Vectra VL 6/300MT Series6" workstation
von HP ersteigert.
slot1 board für pII bis 300mhz und EDO ram
soweit so gut
leider hat der verkäufer
vergessen zu erwähnen das es weder ein AT noch ein ATX board ist.
da ist nur ein 12poliger power anschluss (kein AT) mit der bezeichnung "P2"
und ein kleiner schwarzer 6 pol. mit bezeichnung P7 3.3v
ich hab so anschlüsse noch nie gesehen und finde auch keine
brauchbaren infos im netz
kann mir jemmand verraten was es damit auf sich hat?
-gibt es adapter für diese anschlüsse ?
-kann man da vieleicht nen anderen stecker dran löten?
-oder kann man das vergessen weil das board ganz andere spannungen braucht?
hier ein bild von dem ding:
http://bizforums.itrc.hp.com/cm/components/FileAttachment/0,,0x02d4a848deccd61190050090279cd0f9,00.jpg
cu s1owMO
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Hi !
Oh mann, mit diesem Ebay-Kauf hast Du aber voll ins Klo gegriffen, und zwar ganz tief bis runter in die Kläranlage....
Ein Board mit Slot1 und Steckplätzen für EDO-RAMs hat den FX-Chipsatz, der war die erste provisorische Basis für den allerersten PII und eigentlich ein aufgebohrter Chipsatz für den Pentium-Pro. Intel stand damals Anfang `97 unter Zugzwang, denn AMD schickte zur Cebit'97 seinen ersten K6 ins Rennen und Intel mußte irgendwie kontern, wen man sich nicht die Show stehlen lassen wollte. Der PII-Klamath-Prozessor war zwar schon fertig, aber noch fehlte eine würdige Basis. Der LX-Chipsatz mit den zukunftsweisenden Neuerungen wie AGP und UDMA-33 steckte noch voll in der Entwicklung fest, daher nahm man die bewährte Basis 'Natoma' vom relativ erfolglosen Pentium Pro und strickte sich mit heißer Nadel was halbwegs passendes zurecht. Auf einem FX-Board bekommt man nur die PII-Prozessoren der ersten Generation mit dem Codenamen 'Klamath' zum laufen, die in 0,35 Mikron Strukturbreite gefertigt wurden und eine VCore-Spannung von 2,8 V benötigten. Derartige Dinger gab es nur von 233 bis 300 MHZ, andere Prozessoren wie den PII-Deschutes [ von 266 bis 450 MHZ ] oder die Celerons bekommt man auf so einem FX-Brett einfach nicht zum laufen, weil ein FX-Board u.a. nur eine VCore-Spannung von 2,8 V bereitstellen kann und die moderneren Prozzis sowas niemals aushalten würden. Ein FX-Board war und ist eine Sackgasse und fand nur in den Kisten der OEM-Hersteller eine gewisse Verbeitung, wo es bei den für Pivatanwender relativ wichtigen Aspekt wie der spätere Erweiterbarkeit der Kiste nicht ankam.
Mit dieser Einschränkung könnte man ja noch leben, aber hier kommt es noch dicher !!
Ich habe mir mal das Bild angeschaut, dieses FX- Brett hat das sogenannte NLX-Format. NLX ist eine Sonderform von ATX und praktisch ein Vorläufer von Mikro-ATX. Sowas wurde nur in den Desktop-Komplettrechnern der großen OEM-Hersteller wie IBM, Compaq oder HP verbaut, die ja auch für ihre sehr eigenwilligen, proprietären Bauformen und Lösungen bekannt sind. Ich weiß nicht, was da jetzt für ein Netzteil reingehört oder dazu passen sollte, wahrscheinlich ist das auch so eine eigenständige Entwicklung von HP, die nur in deren eigenen Kisten verbaut wurde und sonst keienm andernem allgemein bekantem Standard entspricht. Du wirst im Internet wohl kaum irgendwelche technischen Unterlagen oder sonstige Infos zur Pinbelegung dieser Stecker finden, denn sowas wird als Betriebsgeheimnis betrachtet, kein Privatmann wird da vom Hersteller irgendwelche nützliche Infos bekommen. Wenn Du kein passendes Netzteil mitgeliefert bekommen hast, dann kannst dieses FX-Board im NLX-Format nur als Staubfänger benutzen.
Hmm, eigentlich müßte bei diesem Brett noch eine Riser-Card dabeisein, damit Du wenigstens die dazugehörenden IDE- und Floppy-Schnittstellen oder wenigstens die auf dem Riser aufgelöteten PCI- und ISA-Steckplätze benutzen könntest, wenn Du mal zufälligerweise an ein passendes Netzteil kommen solltest. Im jetztigen Zustand ist das Brett [ oder besser gesagt, dieser Teil des Mainboards ] zu nichts, aber auch zu gar nichts zu gebrauchen, das Ding kannst Du gerade mal in die Tonne kloppen. Wenn man sich schon ein Slot1-Board im NLX-Format anlachen will, dann sollte man nur ein Gigabyte BNZ oder ein Asus P2B-N holen, das den deutlich besser erweiterbaren BX-Chipsatz verbaut hat, zumindest VGA, Sound und LAN Onboard aufweist, wo man ein ganz stinknormales ATX-Netzteil anschließen kann und wo man auch heute noch wenigstens ein kleines bisschen Service und Support in Form von FAQs und Biosupdates vom Boardhersteller bekommen kann. Ein Brett von einem OEM- oder einem unbekanntem oder nicht mehr existenten Boardhersteller ist einfach ein Glücksspiel, das - so wie in diesem Fall - oft genug voll in die Hose gehen kann. Hake den Kauf dieses FX-Mainboards im NLX-Format unter der Rubrik 'Lehrgeld' ab und betrachte die Sache einfach mal als heilsame Lektion in Sachen 'Gebrauchtkauf bei Ebay'. Beim nächsten Mal informierst Du Dich eben vorher über das Objekt der Begierde, und wenn Du im WWW keinerlei brauchbare Infos finden kannst, dann lass den Einkauf bleiben.denn im schlimmsten Fall schmeißt Du damit die Patte nur sinnlos zum Fenster raus... ;-)))
MfG
DarkForce
