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Michael Nickles

Nachtrag zu: „CHIP Praxistipp klärt auf: Sex in der Coronakrise“

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Einst waren es Topthemen wie "So machen Sie Windows 7 zu Windows 10" (bereits Monate vor Release von Windows 10!) mit denen CHIP und Co das Ende ihrer technischen Kompetenz eingeleitet haben. Die CHIP bzw deren Online-Angebot ist längst zum Themen-Gemischtwarenladen geworden. Das ist durchaus klug um Seitenabrufe zu erhöhen. Ob das aber dauerhaft klappt bezweifle ich. Zu groß ist die Konkurrenz in dieser Ecke, die um die letzten Cent Anzeigeneinnahmen im Onlinebereich kämpft.

Was aus den Papiermagazinen geworden ist weiß ich nicht. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte mal eine Computerzeitschrift beziehungsweise überhaupt irgendeine Papierzeitschrift gekauft habe. Erstaunlich ist, dass die Printausgaben von CHIP, PC-Welt und Co überhaupt noch am Kiosk rumliegen, also wohl irgendwelche Käufer finden.

Interessant ist es, einen Blick in die Impressen der Magazine zu werfen, die sich auch online finden. Demnach hat die Redaktion des CHIP Papiermagazins heute noch drei Redakteure - Chefredakteur und Chefin vom Dienst mal nicht mitgezählt. Bei der PC-Welt gibt es immerhin noch sieben Redakteure. Viel sparsamer ist das PC-Magazin. Bereits seit 2013 existiert dort (wie wohl auch bei der PC Go) überhaupt keine Redaktion mehr. Die Blätter werden von einem externen Dienstleister produziert.

Richtig prall gefüllt mit Redakteuren sind eigentlich nur noch die Impressen der Computerbild und der c't und auch die verkauften Auflagen sind hier noch vergleichsweise sehr gut. Verdient. Springer hat die Computerszene mit der Computerbild sehr spät betreten, aber konsequent die Zielgruppe der "PC-Laien" mit verständlichen Artikeln erobert und das auch mit hoher publizistischer Erfahrung. Dafür wie gesagt mein ausdrücklicher Respekt.

Die Nummer 1 der Printmagazine ist ohne Wenn und Aber die c't. Verdient! Während alle inzwischen untergehenden Magazine stets versucht haben Inhalte mit möglichst geringen redaktionellen Kosten zu produzieren, hat Heise die redaktionelle Mannschaft konsequent aufgestockt. Das hat sich langfristig wohl bezahlt gemacht. Die c't hatte ich fast 20 Jahre abonniert, vor einigen Jahren dann aber gekündigt, weil ich das Heft kaum noch gelesen habe. Ich brauche keine Papierinfos mehr über PC-Hardware und Software, ein Schwerpunkt über die coolsten Raspberry PI Projekte lockt mich auch nicht - das Netz ist knallvoll damit.

Hardware und Software haben im Privatbereich heute keine große Bedeutung mehr. Ausreichende Hardware die alles kann kostet fast nichts mehr, wer heute noch Geld für irgendeine Software blecht ist selbst schuld - es gibt für praktisch alles kostenlose Open Source Lösungen. Das nächstbeste Android-Gerät mit Google Office Apps und ein paar weiteren kostenlosen Apps reicht mir für alles.

In meiner Stammkneipe steht an der Theke ein Glas mit Kugelschreibern rum (wegen Coroma). Der Wirt hat keine Angst davor, dass ein Kugelscheiber geklaut wird oder kaputt geht. Wenn jemand einen Kugelscheiber braucht, dann nimmt er einen. Es gab seitens der Nutzer auch noch niemals eine Beschwerde, dass ein  Kugelschreiber qualitativ zu schlecht ist. Jeder erfüllt seinen Zweck.

Dem PC beziehungsweise seinen Nachfolgern, den mobilen Geräten, wird es kurz über lang nicht anders ergehen wie den Kugelschreibern. Sie werden ähnlich "wertlose" Alltagsgegenstände. Und dafür wird es auch keine Fachmagzine mehr brauchen. 

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