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Lidl Mobile Intensivtest - 20 Euro Guthaben für 5 Euro abchecken

Michael Nickles / 11 Antworten / Flachansicht Nickles
Inzwischen umfasst meine Lidl-Mobile-Sammlung vier "SIM-Karten". Knallhartes Motto: billig zuschlagen, leermachen, wegschmeißen.

Wer einen Mobilfunkvertrag geschickt wechselt, kann sehr viel Kohle sparen. Viele machen es aus Bequemlichkeit nicht, oder aus Angst: Angst bei einem Wechsel ihre alte Rufnummer zu verlieren.

Ich habe mich vor einigen Wochen zum Wechsel von O2 zu Lidl entschieden und die Berichte dazu sind auf außerordentlich hohes Interesse gestoßen.

Die Wahl auf Lidl (indirekt Fonic) fiel nicht nur deshalb, weil Lidl recht günstige Prepaid-Pakete bietet sondern auch flexible Möglichkeiten, Tarife jeweils zum Monatsende zu beenden oder zu wechseln. Im simpelsten Fall wird beim Wechsel (oder Neustart) zu Lidl erstmal mit dem simpelsten Paket begonnen. Das ist der Prepaid-Tarif bei dem eine Minute telefonieren 9 Cent kostet und basta.

Ist die Prepaid-Karte alle, muss sie halt mit Guthaben gefüllt werden. Diese "Einfachstnummer" ist keine Besonderheit, viele Anbieter machen das genauso. Wie es einem als Lidl Mobile Kunde generell so ergeht, habe ich im Blog Lidl Mobile - mein Erfahrungsbericht geschildert. Wer den Bericht noch nicht kennt, sollte ihn sich an dieser Stelle vor dem Weiterlesen hier mal reinziehen.

Da wurde unter anderem beschrieben, wie das so funzt, wenn man eine Woche ins Ausland abhaut und dort eine billige Flat nach Hause haben will. Jetzt habe ich mal ein weiteres Experiment durchgeführt. Und zwar, wie flexibel bei Lidl das Springen zwischen verschiedenen Paketen möglich ist.

Frische Karten zum Experimentieren

Für das neue Experiment habe ich mir eine frische Lidl-Prepaid-Karte besorgt, also von ganz vorne angefangen. Da mein Billigst-Smartphone für 59 Euro Dual-SIM-tauglich ist, stecken jetzt halt zwei Lidl-Karten drinnen - meine Hauptkarte und eine zum Expermentieren oder kräftig sparen (alle Weile, auch aktuell bietet Lidl Karten mit 10 Euro Guthaben für 5 Euro an).

Schnelle Anmeldung/Aktivierung einer neuen Lidl-Prepaid-Karte.

Es ging also mit einer Anmeldung mit der neuen Karte los, was schnell erledigt ist. Dann hat  man den 9 Cent Tarif. Wird bei einem Aktionsangebot zugeschlagen und eine 10 Euro Guthabenkarte für 5 Euro gekauft, dann kostet die Minute gar nur unschlagbar billige 4,5 Cent. Statt die Karte einfach leerzutelefonieren und danach wegzuschmeißen (ich habe noch ein paar volle zur Reserve) habe ich mal den "Lidl Mobile Smartphone Internet-Flat S"-Tarif gebucht.

Bei dem bleibt es telefoniertechnisch bei 9 Cent pro Minute, man kriegt aber 150 MByte Fullspeed Internet für 3,99 Euro pro Monat dazu. Wer bei einer Aktion zuschlägt, kriegt also zweieinhalb Monate mobiles Internet für rund 5 Euro. Das ist schon spottbillig. 

Anfang und angekündigtes Ende meines ersten Monats mit der 150 MByte Flatrate.

Das Aktivieren der 150 MByte Flatrate ging schnell und schmerzlos. Einen Monat später, am 6. November kam eine SMS rein, dass die Flatrate sich am folgenden Tag automatisch verlängert, wenn ausreichend Guthaben auf dem Konto vorhanden ist. Das ist jetzt exakt mein Stand, während ich diese Zeilen schreibe.

Passieren kann eigentlich nichts, weil ich das restliche Guthaben der Karte inzwischen sowieso fast leertelefoniert habe, die noch verbliebenen 0,61 Euro nachher bei einem Spaziergang um den See verbraten werde.

Mein Stand zum Zeitpunkt dieses Blogs. Auf der Karte sind noch 0,61 Euro Guthaben drauf. Und es ist unten der "Flat-S"-Tarif für 3,99 Euro / Monat aktiviert, der sich automatisch verlängert WENN noch genug Guthaben auf der Karte ist.

Ganz wichtig im Bild: der Pfeil oben rechts! Lidl hat (anscheinend permanent) eine "Freunde werben"-Aktion. Dabei kriegen Werbender und Beworbener jeweils 5 Euro geschenkt. Nach dem Kauf meiner 10 Euro Guthaben-Karte zum Aktionspreis von 5 Euro habe ich mich natürlich von meiner anderen "Lidl-Nummer" aus selbst als Freund geworben.

Im Idealfall kauft man also eine Aktionskarte für 5 Euro und schindet mit diesem Trick dann nicht nur 10 Euro Guthaben raus sondern noch zusätzlich zweimal weitere 5 Euro. Unterm Strich kauft man also 20 Euro Prepaid-Guthaben für 5 Euro. Ob der Selbstswerbe-Trick klappt weiß ich noch nicht. Bislang (ca 1 Monat) hat Lidl noch nix gutgeschrieben, allerdings auch keine Ablehnung mitgeteilt. Wenn zwei Freunde (im Idealfall mit Dual-SIM-Smartphones) sich aber in einem Aktionszeitraum zwei Karten kaufen, erst einer seine Nummer aktiviert und dann den anderen wirbt, dürfte das aber klappen!

Wird sauber abgerechnet?

Zurück zum eigentlichen Thema. Jetzt, also zum Ende des ersten Flatrate-Monats, wollte ich unter anderem mal wissen, wie weit ich mit meinen 150 MByte eigentlich gekommen bin und ob Lidl den Datenverbrauch sauber abgerechnet hat. Mobiles Internet habe ich weder permanent noch selten genutzt sondern halt gelegentich: Email, Whatsapp, Viper, App für öffentliche Verkehrsmittelnutzung in München und natürlich auch Surfen auf Webseiten.

Links Datenverbrauchsanzeige von Android, rechts Verbrauchsanzeige der Lidl-App.

Nach Ablauf des Monats bescheinigten sowohl die Android-interne Verbrauchsanzeige als auch die der Lidl-App, dass ich meine 150 MByte verbraten habe (aber noch mit 64 KBit/s Drosselung surfen kann).

In die WLAN-Falle getappt

Hier gilt zu wissen, dass mir vor ein paar Tagen wohl ein Missgeschick passiert ist! Ich war unterwegs und hatte zwecks Energiesparens WLAN abgeschaltet, aber mobilen Datenverkehr an.

Zuhause habe ich dann vergessen WLAN einzuschalten und ein paar fette Apps gesaugt. Das hat das Smartphone dann notgedrungen über die mobile Datenverbindung gemacht und dabei das Datenvolumen unnötig verbrannt. Davor (etwa nach 3 Wochen Flatrate-Fullspeed-Nutzung) hatte ich ca 75 MByte genutzt.

Meine Prüfungen zwischendurch haben ergeben, dass die Android-App und die Lidl-App jeweils fast den gleichen Verbrauch angezeigt haben - es scheint also kein Problem mit ordnungsgemäßer Abrechnung zu geben. Wäre mir das Missgeschick nicht passiert, dann hätten die 150 MByte eigentlich gut ausgereicht.

Aktuell habe ich übrigens den Eindruck, dass Lidl/Fonic mich trotz Verbrauch des 150 MByte Volumens noch nicht gnadenlos gedrosselt haben - es surft sich gefühlt teils immer noch flotter als mit lächerlichen 64 KBit/s. Ich werde das in nächster Zeit beobachten.

Von 150 zurück auf Null

Zur nächsten Sache: was ist nun, wenn man keine Verlängerung des "Flat-S"-Monatspaket haben will (und noch genug Guthaben) auf der Karte vorhanden ist. Ich habe testweise mal ausprobiert ob es möglich ist, einfach zurück zum "Nichts-Tarif" (Lidl Mobile Classic) zu wechseln, bei dem nur noch das Telefonieren für 9 Cent bleibt.

Bild. Der Rücksprung vom 150 MByte Flatrate Monatstarif zum Classic Tarif hat mit wenigen Mausklicks mühelos geklappt - man kann das natürlich auch mit dem Smartphone-Browser oder der "Lidl-App" machen.

Dem fliegendem Wechsel zurück zu einem Tarif, bei dem Lidl "weniger" an mir verdient, wurden also keinerlei Steine in den Weg gelegt. Das hat mich gefreut. Eigentlich rechne ich bei so Geschichten in der Regel eher mit Verarsche. Es könnten im Kleingedruckten vielleicht Sachen versteckt sein, dass Paketwechsel (die für den Anbieter weniger Geld bringen) nur mit Einschränkungen möglich sind.

Fiese Zeitpunktfalle

Leider gibt es auch beil Lidl/Fonic eine typische Falle. Wenn ein Paket gewechselt wird, dann geht das in Browser oder App quasi live, aber der Paketwechsel findet nicht unbedingt sofort statt! Je nach Situation und Paket, kann das eine Weile dauern, bis der Tarifwechsel abgeschlossen ist. Ich habe meinen Umstieg abends durchgeführt, am folgenden Mittag um 12 Uhr war er immer noch nicht volzogen, wie im Bild zu sehen.

Lidl Mobile Kundenportal: 16 Stunden nach Beantragung des Tarifwechsels wurde als Status immer noch "bevorstehend" angezeigt. Im Kleingedruckten (Pfeil) wird darauf hingewiesen, dass ein erfolgert Tarifwechsel per SMS mitgeteilt werden.

Wer von einem teuren Tarif zu einem Flatrate-Tarif wechselt und nicht wartet, bis der Wechsel wirklich vollzogen und bestätigt ist, der hat sein Prepaid-Guthaben eventuell ratzfatz vergurkt. Ich möchte nicht wissen, wie viele Leute schon in diese miese Falle getappt sind. Also: immer warten, bis der Tarifwechsel definitiv per SMS bestätigt ist.

Dennoch: So wie das hier jetzt aussieht, gibt es mit den Lidl Mobile Paketen enormes Sparpotential - ich möchte die Dual-Sim-Tauglichkeit meines billigen Alcatel Onetouch 6010D nicht mehr missen. Meine Haupt-SIM-Karte (von Lidl) belasse ich im Classic Tarif zum Surfen mit 9 Cent pro Minute.

Und als Zweitkarte bleibt ebenfalls eine Lidl-Prepaid-Karte drinnen, die ich dann alle Weile je nach Belieben nutze - beispielsweise für Auslands-Flat, Internet-Flat, Telefon-Flat oder sonstwas. Dual-Sim ist echt extrem praktisch, weil man problemlos mit "Zweitkarten" rummachen kann, aber immer über eine Rufnummer (die der Hauptkarte) erreichbar ist.

Blog-Beiträge wie diesen hier mag ich eigentlich nicht. Das hat zwangsläufig einen Beigeschmack von "Werbung für Lidl/Fonic". Drum ausdrücklich der Hinweis, dass es hier ganz einfach darum geht anhand eines Beispiels eine Diskussion und Erfahrungsberichte anzuregen.

Ich finde es recht spannend, bei Smartphone-Tarifen eine gewisse Flexibiltät zu haben. Nicht jeder hat die Kohle, jeden Monat einen "All-Inklusive-Handy-Flat" für 20 bis 30 Euro zu verknallen. Also: was sind Eure Erfahrungen mit flexiblen Tarif-Wechselmöglichkeiten bei Mobilfunkanbietern? Wie sieht es da eigentlich bei Aldi, Penny, Tchibo und Co aus?

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Michael Nickles RW1

„... und immer eine neur Rufnummer. Oder nimmst Du die zu ...“

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Wie beschrieben lohnt sich der Tipp vor allem bei Dual-SIM-Smartphones. Die eigene Hauptnummer bleibt da immer die gleiche, die zweite SIM wird nur für Sonstiges verbraten und deren Rufnummer ist schnuppe, kann gerne nach "Leertelefonieren" der Karte verlorengehen.

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