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News: Volta überzeugt im Test

Android "L" lässt auch alte Geräte 2 Stunden länger laufen

Michael Nickles / 3 Antworten / Flachansicht Nickles

"Android L" wird nach der Kitkat-Baureihe (Versionen 4.4.n) der nächste große Sprung bei Googles mobilem Android-Betriebssystem sein. Mit "L" soll es ab Herbst dieses Jahres losgehen. Einen Vorab-Quellcode des Systems hat Google gestern im Rahmen des "Android Open Source Projects" für Entwickler veröffentlicht.

Die "L"-Firmware für Nexus 4, 5, 7 und 10 ging bereits vergangene Woche raus. Neben vielen Neuerungen, wird bei "L" das Project Volta eingeführt, das eine Verbesserung der Akkulaufzeit von Android-Geräten anstrebt. Die Idee dahinter ist nicht wirklich neu.

Das Projekt Volta wurde erstmals auf der Google I/O 2014 Entwicklerkonferenz von Matthew Williams und Meghan Desai präsentiert. (Foto: Google)

Volta soll wie ähnliche Mechanismen den Energieverbrauch von Apps überwachen und bei knapp werdendem Akkustand Energie fressende Prozesse beenden, die nicht unbedingt benötigt werden.

Derlei Energiesparmechanismen gibt es längst von Smartphone-Herstellern. Mit "Volta" werden sie direkter tiefgreifender Bestandteil von Android.

Seit Google von "Volta" redet, wird heftig spekuliert, ob diese Technik etwas bringt, oder ob es nur ein Abklatsch bereits existierender Sparmechanismen wird. Ars Technica hat den Vermutungen jetzt mit einem Vergleichstest ein Ende bereitet. Um ein aussagekräftiges Testergebnis zu gewährleisten, wurde ein und dasselbe Nexus 5 zunächst mit Android 4.4.4 getestet und dann mit der aktuell verfügbaren Vorabversion von "L".

Der von Ars Technica verwendete Akku-Laufzeittest lässt das Display permanent an und lädt alle 15 Sekunden per WIFI-Verbindung Webseiten. Die Display-Helligkeit wurde auf 200 cd/m2 eingestellt. Das überraschende Testergebnis: Mit Android 4.4 (Kitkat) machte das Nexus 5 nach 345 Minuten schlapp, mit der Android L Vorabversion hielt es 471 Minuten durch.

Durch Update auf "L" steigerte sich die Akkulaufzeit also um 36 Prozent, satte zwei Stunden. Da die Tests auf einem "ältern" täglich in Gebrauch befindlichen Nexus 5 durchgeführt wurden ist es wahrscheinlich, dass bei neueren Geräten noch längere Laufzeiten erreicht werden.

Hier im Test ging es nur darum, den Laufzeitunterschied zu ermitteln. Ars Technica verweist darauf hin, dass Volta auch eine Batteriesparfunktionen drinnen hat, die ein Drosseln der Display-Helligkeit und Geräteleistung bewirkt, wenn der Akku 15 Prozent Kapazität unterschreitet. Diese Funktion wurde für den Test deaktiviert, das Nexus 5 also mit "Vollgas"  gefahren.

Michael Nickles meint:

Mangelhafte Akkulaufzeit ist vermutlich das Thema Nummer 1, von dem Smartphone- und Tablet-Nutzer angepisst sind. Wenn man mal vergisst sein Gerät "über Nacht" zu laden, dann hat man am nächsten Tag schnell die Arschkarte. Dass Android mit "Volta" ein verbessertes Energiemanagement kriegt ist also sehr begrüßenswert.

Ein Energiesparmechanismus direkt vom Betriebssystemhersteller ist besser, als welche, die von Smartphone-Herstellern selbst gestrickt werden. Denn: maximales Energiesparpotential wird nur erreicht, wenn auch die Entwickler von Apps das berücksichtigen - und auch an dieser entscheidenden Stelle greift das Projekt Volta. Es ist also wahrscheinlich, dass sich durch "Volta" mehr rausholen lässt, als Gerätehersteller das mit eigenen Mechanismen hinkriegen können.

Eine Aufzeichnung der Präsentation von Volta von der Google I/O 2015 gibt es hier:

https://www.youtube.com/watch?v=KzSKIpJepUw

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=KzSKIpJepUw
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