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News: Freispruch für Beta-Testerin

Strafzettel für Google Glass bei Autofahren wurde aufgehoben

Michael Nickles / 3 Antworten / Flachansicht Nickles

Ein Präzedenzfall zu Google Glass, hat sich vor wenigen Wochen in den USA ereignet. Cecilia Abadie, eine der frühen Beta-Testerinnen der Datenbrille, wurde bei einer Geschwindigkeitsübertretung erwischt, war mit 75 MPH statt den erlaubten 65 MPH unterwegs.

Dabei hat sie gleich zwei Strafzettel kassiert. Einen fürs "Rasen", den anderen, weil sie beim Fahren die Google Glass Brille getragen hat. Laut US-Gesetzgebung dürfen während dem Autofahren keine ablenkenten Displays getragen werden.

Presskonferenz nach der Urteilsverkündung. (Foto: Cecilia Abadie auf Google Plus)

Abadie hat sich - mit der Google Glass Fangemeinde im Rücken - gegen den Strafzettel gewehrt und damit jetzt Erfolg gehabt. Ein kalifornischer Richter hat die Strafverordnung zurückgezogen, mit der Begründung, dass nicht erwiesen sei, ob Abadie die Datenbrille in Betrieb hatte.

Autofahrer, die künftig mit Google Glass "erwischt" werden, können sich durch das Urteil theoretisch jetzt also darauf berufen, dass erstmal der Beweis zu erbringen ist, dass die Brille eingeschaltet war. Und diese Beweislast liegt wohl beim Gericht, was das Erbringen eines Beweises in diesem Fall eigenlich aussichtlos macht.

Praktisch bleibt das Fahren mit Google Glass aber riskant, weil andere Gerichte eventuell anders entscheiden. Und gänzlich unentschieden bleibt bislang weiterhin der Sachverhalt, ob die Nutzung einer Datenbrille während Autofahren überhaupt verboten ist.

Michael Nickles meint:

Die Fangemeinde des Datenkraken bejubelt die Gerichtsentscheidung als großen Erfolg. Ich halte das Urteil für falsch. Autofahrer sollten sich beim Fahren ausnahmslos auf den Verkehr konzentrieren und jegliche unnötigen Ablenkungen vermeiden. Und genau das sind jegliche Display-Einblendungen im Sichtfeld.

Das Tragen von Datenbrillen im Auto sollte grundsätzlich verbotet werden - egal ob aus- oder eingeschaltet. Sonst könnten Handy-Telefonierer während dem Autofahren auch behaupten, sie hätten gar nicht telefoniert, sondern sich mit dem Handy nur am Ohr gekratzt.

Das die Google-Fans sich über das Urteil freuen ist traurig. Wenn das erste Kind im Straßenverkehr vom Träger einer Google Glass Brille totgefahren wird, denken sie vielleicht um.

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