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News: Carpathia verdiente 35 Millionen

Megaupload-Serverbetreiber droht Anklage wegen Mitschuld

Michael Nickles / 5 Antworten / Flachansicht Nickles

Wo gewaltige Datenmengen geschaufelt werden, da stecken meist mehrere Unternehmen dahinter. So hat auch der platt gemachte Upload-/Download-Dienst Megaupload eine "Server-Farm" gemietet, die Datenlagerung und -Transport abgewickelt hat: den US-Hoster Carpathia.

Der war erst kürzlich in den Schlagzeilen, weil er auf eine Entscheidung drängte, was mit den von Megaupload gemieteten Servern nun passieren soll (siehe Kampf um Datenbestand von 1.103 Megaupload-Servern). Inzwischen hat ein Richter entschieden, dass vorläufig erstmal nichts geschieht, Daten und Server werden also weiterhin aufbewahrt.

Die an den Daten interessierten Parteien sollen sich weiterhin selbst um eine Einigung kümmern. Ärgerlich für Carpathia: das Unternehmen muss der "Aufbewahrung" der Server selbst finanzieren, da Megaupload aufgrund seiner gesperrten Konten nicht mehr zahlungsfähig ist. Angeblich kostet die Aufbewahrung der Server täglich 9.000 Dollar.

Inzwischen scheint sich für Carpathia aber ein deutlich größeres Problem anzubahnen. Laut Bericht von Torrentfreak denkt die US-Justiz bereits darüber nach, Carpathia selbst an den Karren zu fahren. Und zwar damit, dass Carpathia wegen Mitschuld an vermeintlichen Urheberrechtsverletzungen ebenfalls ein Prozess gemacht werden soll.

Durch die Vermietung von rund 1.100 Servern an Megaupload, soll Carpathia 35 Millionen Dollar verdient haben.

Michael Nickles meint: Der erste Leserkommentar unter Torrentfreaks Bericht lautet (ins Deutsche übersetzt) "Fickt die Mafia, wählt die Piratenpartei". Meine Meinung dazu ist unverändert, dass es kriminell ist, sich an der Arbeit anderer zu bereichern und dass so was bestraft gehört.

Nein - es geht mir nicht um Kriminalisierung der Schulhöfe. Leute die privat rumkopieren und im Freundeskreis tauschen, sollen dafür nicht in den Knast. Der Punkt hört auf, wo Urheberrechtsverletzung kommerziell begangen wird, um Kohle damit zu schaufeln. Das ist im Fall Megaupload ganz offensichtlich passiert.

Ist es okay, auch den Server-Dienstleister zu belangen, der doch "nur" Rechner vermietet hat? Ja. Fast fünf Prozent des Datenverkehrs im Internet soll Megaupload ausgemacht haben. Carpathia muss sich also im Klaren darüber gewesen sein, dass es sich hier nicht um eine "private Homepage" handelt.

Aber mit 35 Millionen war Megaupload halt ein willkommener Kunde und da hat man nicht so genau hingucken wollen, was eigentlich passiert.

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