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News: Airshark vorgestellt

Lufthai soll WLAN-Verbindungen automatisch verbessern

Michael Nickles / 4 Antworten / Flachansicht Nickles

Funknetze wie WLANs sind immer eine heikle Sache. Es ist beispielsweise "normal", dass eine Verbindung mal perfekt funktioniert und dann plötzlich nur total grottig. Und Störungen treten oft sporadisch auf, ohne dass etwas an der Anlage verändert wurde.

Das Problem sind "Störfaktoren". Im einfachsten Fall ist dass das WLAN-Netz eines Nachbarn, das mit dem eigenen Netz kollidiert - und in solchen Fällen hilft dann typischerweise das Wechseln auf einen anderen Funkkanal.

Im Fall eines störenden anderen WLANs hat man ja wenigstens noch die Chance das mitzukriegen beziehungsweise vermuten zu können. Die WLAN-Verbindungs-Software zeigt an, welche Funknetze sich in Reichweite befinden und wie stark sie sind.

Welche Kanäle erkannte Funknetze verwenden lässt sich per Software feststellen und ein sehr guter WLAN-Router kann automatisch einen "günstigen" Kanal wählen (so das im Router-Setup eingestellt ist).

Richtig böse wird es bei Störfaktoren wie Mikrowellen-Geräten und anderem Funkzeugs. Eine Verbindungs-Software zeigt derlei in der Nähe befindliche potentielle Störfaktoren nicht. Dazu brauch(te) es recht teure Messgeräte.

Von einer interessanten neuen Erfindung berichtet jetzt Networkworld. Forscher sollen eine Software namens Airshark entwickelt haben, die in der Lage ist, auch Nicht-WLAN-Funkgeräte zu erschnüffeln.

Der Clou bei der Software ist, dass es keine spezielle Mess-Hardware braucht, die Wifi-Hardware eines PCs (also beispielsweise eine WLAN-Karte oder ein WLAN-USB-Stick) reicht aus. Die Zukunftsmusik ist jetzt die, dass diese Software in Access Points integriert wird und sich dann automatisch um eine Konfigurationsänderung kümmert, wenn störende Funkgeräte erkannt werden.

Die Funktionsweise von Airshark wird in diesem PDF beschrieben: Airshark: Detecting Non-Wifi RF Devices using Commodity Wifi Hardware

Hinweis: Oft wird geschrieben, dass schnurlose DECT-Telefone ein WLAN stören können. Das ist Unsinn. DECT arbeitet im Frequenzbereich 1.880 bis 1.900 MHz ab, WLAN hierzulande zwischen 2.412 bi 2.472 .

Die Bereiche liegen also zu weit auseinander, als dass Störungen entstehen könnten. Störungen durch DECT-Telefone konnten (können) allerdings bei SAT-Empfang (DVB-S) auftreten.

Inzwischen stört ein ungünstig platziertes DECT-Telefon wohl nur noch den Empfang von Tele 5 auf Astra 19,2 Grad Ost, wie unter anderem Satzentrale.de beschreibt.

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angelpage Michael Nickles „Lufthai soll WLAN-Verbindungen automatisch verbessern“
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"Oft wird geschrieben, dass schnurlose DECT-Telefone ein WLAN stören können. usw. usf." - das kann natürlich immer auch sein.

Bedingt durch die Konstruktion von Sender, aber auch Empfänger, werden umfangreich Verfahren zur Frequenzvervielfachung, - teilung und -mischung angewendet.

Ein Sender sendet deshalb nie einfach nur auf seiner Nutzfrequenz, sondern auf einer stabilen Grundfrequenz, die vervielfacht, geteilt und gemischt wird und so zu einer (unendlichen) Vielzahl von ausgestrahlten elektromagnetischen Wellen (EMW) unterschiedlichster Wellenlänge führt. Diese EMW haben unterschiedliche Amplituden, die Nutzfrequenz wird ausdrücklich erst am Ende der Frequenzaufbereitung ausgefiltert. Somit strahlt jeder Sender immer auch Störwellen ab, die, auch je nach Stärke, besonders nahe gelegene Empfänger beeinflussen bzw. stören.

Das gilt für alle Geräte, die überhaupt elektromagnetische Wellen nutzen, wie Handy, DECT- Telefon, Funkkopfhörer, Funkfernbedienung, aber auch PC, Laptop usw. usf.

Zusätzlich strahlen auch Empfänger (im Handy, WLAN- Router, Radio, DECT- Telefon, PC, Laptop ...) durch ihre komplizierte Frequenzaufbereitung immer Störwellen ab, auch wenn diese fast zu vernachlässigen sind. Deshalb ist es aber z.B. auch möglich, drahtlos fremde Empfänger zu "belauschen".

usw. usf.

Und um diese Störungen zu verringern, plagen sich ganze Wissenschaften und Techniker seit Jahren. Airshark kann dabei eventuell auch nur seinen Teil leisten.

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