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News: Ausreißer oder Bananenware?

Intel SSD 320: Firmware-Fix soll Datenverlustproblem lösen

Michael Nickles / 12 Antworten / Flachansicht Nickles

Seit zwei Monaten kämpft Intel bei seiner SSD-Modellereihe 320 mit einem ärgerlichen Problem. Nutzer haben wiederholt gemeldet, dass die "Laufwerke" plötzlich ausfallen. Die Festspeicher melden dann nur noch eine Speicherkapazität von 8 MByte und darauf gespeicherte Daten sind weg und verloren.

Entsprechend wurde das Problem als der "8 MByte Fehler" bezeichnet. Das Problem wird seit Anfang Juli in der Intel Support Community ausgiebig diskutiert. Da sich die Ausfälle nicht gezielt reproduzieren ließen, wurde lange gerätselt unter welchen Umständen sie ausgelöst werden.

Teils krachte es wohl, wenn die Stromversorgung zum Festspeicher plötzlich abgebrochen wurde, oder beim Einstecken/Abziehen im laufenden Betrieb.

Jetzt hat Intel eine halbwegs klare Stellungsnahme zum Problem veröffentlicht (siehe Update on Bad Context 13x Error). Laut Intels Untersuchungen soll das Problem nur bei einem geringen Prozentsatz der 320er Modelle auftreten, wenn die Stromversorgung unerwartet ausfällt.

Beim Neustart zeigt das BIOS die Laufwerke dann nur noch mit 8 MByte Kapazität an. Intels Untersuchungsergebnis deckt sich also mit den Berichten der Betroffenen. Das Problem lässt sich laut Intel durch ein Firmware-Update lösen, das momentan getestet und demnächst ausgeliefert wird.

Die SSD 320 Serie wird weiterhin ausgeliefert und zum Verkauf angeboten. Eine Rückrufaktion ist also nicht geplant. Wer aktuell vom Problem betroffen ist, soll sich über Internet oder telefonisch an den Intel-Kundendienst wenden.

In der Mitteilung gibt Intel Besitzern der 320er, die jetzt verunsichert sind, konkrete Ratschläge. Wie bei jedem Speichermedium soll man Daten regelmäßig backupen. Das Herunterfahren von PCs sollte auf reguläre Weise durchgeführt werden. Und: man sollte den Festspeicher möglichst nicht abstecken, wenn der Rechner eingeschaltet ist.

Michael Nickles meint: Man muss zu Intel sagen, dass Fehler generell nie totgeschwiegen und offen kommuniziert werden. Zumindest seit dem Pentium 1 Bug nicht mehr, der 1993 für fatale Schlagzeilen sorgte (und den Intel herunterspielen wollte um sich um Austausch zu drücken).

Im Fall der SSD-320er hat die Untersuchung halt etwas gedauert und man kann nur hoffen, dass sich das Problem durch das Firmware-Update wirklich lösen lässt. Meine Meinung zu SSDs: inzwischen gibt es die Dinger ja schon ein paar Jahre und sie sind auch längst bezahlbar, wirklich ausgereift scheint mir das Zeugs aber nicht zu sein.

An dieser Stelle darf heftig diskutiert werden, ob Platten oder SSDs zuverlässiger sind, wo die Gefahr eines Datenverlusts geringer ist. SSDs haben natürlich gerade in mobilen Geräten den Vorteil, dass mechanisch nichts kaputt gehen kann, so was wie einen "Headcrash" gibt es nicht. Dafür lassen sich SSDs halt nur begrenzt beschreiben, schalten dann auf "nur noch lesbar".

Allerdings frage ich mich, wie es im Fall eines SSD-Ausfalls mit professioneller Datenrettung aussieht. Mechanische Platten haben Datenrettungsprofis ja schon seit geraumer Zeit im Griff und es ist erstaunlich, was sich teils sogar bei restlos gelynchten (fast gegrillten und zertrümmerten) Platten oft noch retten lässt.

Das Datenrettungsunternehmen proDatenrettung teilte 2009 beispielsweise mit, dass zu diesem Zeitpunkt eine erfolgreiche SSD-Datenrettung noch ein Glücksspiel war, da die Vielfalt an verbauten Controllern enorm groß war.

Allerdings ging das Unternehmen davon aus, dass man "in den kommenden Jahren" den Großteil verlorener SSD-Daten retten können wird, die Datensicherheit von SSDs also ähnlich hoch wie die von Platten zu bewerten sei.

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