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News: g.co wird URLs von Diensten schrumpfen

Google zahlt 1,5 Millionen Dollar für einen Buchstaben

Michael Nickles / 4 Antworten / Flachansicht Nickles

Google hat mit goo.gl zwar einen eigenen URL-Verkürzungsdienst, hat sich für die URL-Schrumpfung seiner Dienste allerdings für einen "Fremdanbieter" entschieden.

Denn: URL-Verkürzer taugen generell nur bei sehr langen Links. Aus nickles.de macht goo.gl beispielsweise goo.gl/yWjA - das ist nicht nur schwerer lesbar sondern auch länger. Beliebt und teuer sind URLs die möglichst kurz und möglichst einprägsam sind. Und im Fall von Google ist das ganz einfach der Buchstabe "G".

Drum hat Google sich jetzt die URL g.co gekauft, die künftig die Abkürzung für Googles Webseiten sein soll (siehe g.co, the official URL shortcut for Google websites). Bislang führt der Link nur zu einer Hinweisseite die darüber informiert, dass es sich um eine offizielle Google-Seite handelt, alle g.co-Links also wirklich zu einem Google-Dienst gehören werden.

Denn wie Google g.co exakt nutzen wird, welche /Bezeichnungen dahinter kommen, ist bislang noch unbekannt. .co ist übrigens eigentlich die URL-Endung von Kolumbien und um deren weltweite Vermarktung kümmert sich ein Typ namens Juan Diego Calle, der unter anderem in dieser Startup-Sendung vorgestellt wurde:


Der 32jährige Calle hat es geschafft, aus der ehemals eigentlich seltenen und uninteressanten .co-Top-Level-Domain (= Länderspezifische URL) eine Erfolgsgeschichte zu machen.

Laut Bericht von dnjournal ist die Registrierung von .co-Domains erst seit Sommer 2010 wieder möglich und Calle hat das geschickt vermarktet. Bereits wenige Monate später waren bereits rund 600.000 co-Domains verkauft.

Inzwischen haben sich zig große Unternehmen eine extrem kurze Domain bei .co gekauft - darunter beispielsweise auch Amazon. Und Calle hat sich durch das Vermarkten der Top-Level-Domain inzwischen wohl eine goldene Nase verdient, einen Goldesel gebastelt.

.co-URLs mit einer Länge von nur einem Buchstaben kosten aktuellen Berichten zufolge wohl mindestens 1,5 Millionen Dollar.

Michael Nickles meint: Immer wieder erstaunlich, was für Leute irgendwo hinter einer Geschichte stecken. Ich hatte bislang noch nichts von diesem Juan Diego Calle gehört und mir fehlt aktuell auch die Zeit zu recherchieren, wie er es geschafft hat, sich die Landes-Domain von Columbien zu ergattern um daraus Kapital zu schlagen.

Wer die Zeit hat, sollte sich also mal den Videobeitrag oben reinziehen - ist bestimmt interessant.

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