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News: Possessed Hand

Sony und Universität hacken Hände

Michael Nickles / 6 Antworten / Flachansicht Nickles

An einer äußerst ungewöhnlichen gemeinsamen Sache tüfteln Sony und die Universität von Tokyo. Beim Projekt Possessed Hand (übernommene Hand) werden die Bewegungen einer menschliche Hand durch Elektronik gesteuert, die Hand macht, was der "Rechner" will.

NewScientist hat in seinem Bericht auch schon eine denkbare Anwendung angedacht. Auch Unmusikalische könnten damit zu perfekten Instrumentalisten werden.


Aktuell besteht die "Übernahme-Hardware" aus einem Gürtel um den Unterarm, der 28 elektronische Signalgeber enthält. Die können die Muskeln zwischen den Finger- und Daumen-Knochen "ansteuern", auch zwei Armgelenk-Bewegungen sollen damit auslösbar sein. (Foto University of Tokyo)

Über die Steuerelektronik wird die Hand dann ohne Einflussnahme ihres Besitzers bewegt, wobei der die Bewegung natürlich fühlen kann. Apparaturen für derlei Experimente hat es schon früher gegeben. Die waren allerdings nur eher unhandliche "Handschuhe" oder mussten "unter der Haut" verdrahtet werden, was die Beweglichkeit reduzierte.

Aktuell arbeiten die Forscher daran, einer Testperson das Spielen einer Koto (ein japanisches Saitenintrument) anzutrainieren. Momentan kann "Possessed Hand" noch nicht die Kräfte in den "Fingern" auslösen, die zum Spielen des Instruments erforderlich sind.

Das System kann allerdings helfen, Personen zu trainieren, wie richtig gespielt wird. Und dabei soll es bereits erste Erfolge gegeben haben. Zwei Koto-Einsteiger machten beim Spielen mit "Possessed Hand" nur 4 Fehler, ohne waren es 13.

Berichtet wurde, dass es die Testpersonen allerdings recht "unangenehm" empfanden, dass sich ihre Hände ohne eigenen Wille bewegten.

Auf der Projektseite der Universität gibt es weitere Infos, Bilder und Videos: Rekimoto Lab

Michael Nickles: Genial. Selbstverständlich wird dieses System keine Gitarren-Götter vom Fließband produzieren (oder vielleicht irgendwann doch?). Es reicht halt nicht, ein Instrument nur spielen zu können.

Aber: erst muss man es ja mal generell lernen. Der Kopf muss begreifen, welche Fingerpositionen bei einem "Gitarren-Griff" beispielsweise überhaupt nötig sind. Durch eine System wie "Possessed Hand", lässt sich der Lernprozess gewiss beschleunigen.

Denn: das Gehirn kriegt es ja mit, welche Position die Finger jeweils einnehmen und lernt diese Positionen dabei mit. Lässt man diese "Spaßanwendungen" mal weg, ergeben sich schnell viele weitere interessante Einsatzmöglichkeiten. Beispielsweise bei der Therapie von Schlaganfällen, wenn Muskelbewegungen neu erlernt werden müssen.

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