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News: Unbedingt abwarten!

3 Terabyte Platten im Anmarsch, Ärger vorprogrammiert

Michael Nickles / 50 Antworten / Flachansicht Nickles

Die fettesten Platten der gängigen Hersteller haben aktuell 2 Terabyte Kapazität und sind bereits für rund 100 Euro zu kriegen. Jetzt machen interne Festplatten im 3.5 Zoll Bauformat den Sprung in die nächste Kapazitätsdimension. Seagate und Western Digital haben erste Modelle angekündigt, die 2,5 bis 3 Terabyte Fassungsvermögen haben werden.

Wirklich neu sind 3 Terabyte Platten allerdings nicht. Bereits Ende Juni hat Seagate das erste 3 Terabyte Laufwerk der Welt vorgestellt (siehe Seagate GoFlex Desk breaks the 2.2TB barrier for Windows XP). Die "FreeAgent GoFlex Desk 3 TB" ist im Handel für rund 200 Euro erhältlich.

Dabei handelt es sich allerdings über eine externe Festplatte, die per USB-Schnittstelle angeschlossen wird. Die verzögerte Markteinführung von internen Platten größer als 2 Terabyte hat einen simplen Grund: es gibt enorme technische Probleme beziehungsweise Hindernisse.

Ältere Betriebssysteme können maximal 2,2 Terabyte Festplattenkapazität ansteuern. Das liegt an der Methode, wie Festplatten adressiert werden. "Kapazitätsmauern" gab es bei Festplatten schon häufiger. In den 80er Jahren wurde die LBA-Adressierung (Logical Block Adressing) eingeführt um höhere Kapazitäten zu unterstützen.

2004 folgte dann die 48-Bit LBA-Implementierung um die damalige Kapazitätsgrenze von 128 GByte zu knacken. Das war schwierig, weil sowohl Controller, BIOS als auch Betriebssytem dieses 48-Bit LBA unterstützen mussten. So oder so: als LBA vor über 25 Jahren ausgeheckt wurde, konnte sich noch niemand vorstellen, dass es mal Platten in Terabyte-Dimension geben wird und man ging davon aus, dass 2,2 Terabyte, die sich mit LBA ansteuern lassen, für "alle Zeit" reichen werden.

Das war natürlich ein Irrtum, weshalb jetzt eine neue Adressierungsmethode namens "Advanced Format" eingeführt wird. Vereinfacht ausgedrückt: der alte MBR (Master Boot Record) auf Platten wird durch GPT (GUID Partition Table) ersetzt. Damit große Platten dann auch genutzt werden können, sind zig "heikle" Dinge zu beachten: Controller (Mainboard-"Festplattenanschlüsse"), BIOS, Betriebssystem, Treiber.

Das Einbinden einer jenseits 2 Terabyte Platte ins System ist dabei noch das "geringere" Problem. Betriebsysteme lassen sich nur in 64-Bit Version von solchen Platten booten und das Mainboard muss ein "UEFI"-BIOS haben - und das hat aktuell praktisch noch keins (siehe dazu auch Windows in Sekunden hochfahren).

Michael Nickles meint: "Probmelos" in allen Fällen funktionieren die Platten jenseits 2 Terabyte momentan selbsterklärend nur dann, wenn sie extern über USB betrieben werden. Denn: bei einer externen USB-Platte sitzt der Controller, die Ansteuerungselektronik ja direkt im externen Gehäuse drinnen und kann sich um die Adressierung kümmern.

Im Fall der externen FreeAgent GoFlex Desk 3 TB ist es natürlich absurd, dass diese Platte nur mit einer stinklahmen USB 2.0 Schnittstelle geliefert wird - bei derlei Kapazität braucht es schon USB 3.0.

Also: Es gibt jetzt dann interne Platten mit mehr als 2 Terabyte, wirklich nutzbar sind sie allerdings nicht, weil die Wenigsten über die dafür nötige PC-Hardware verfügen. Die aktuell einzige Chance interne Platten jenseits 2 Terabyte nutzen zu können, sind eigentlich nur dafür geeignete PCI-E-Controller-Steckkarten, die es gewiss bald geben wird.

Diese Dinger brauchen dann aber wieder eigene Treiber (die erst mal reifen müssen!) und vermutlich auch ein eigenes "Boot-BIOS", wenn die Platten daran bootfähig betrieben werden sollen.

Denkbar sind auch irgendwelche verrückten "Utilities", mit denen sich Hardware- oder Betriebssystem-Limits (beispielsweise beim alten Windows XP) teils umschiffen lassen. Ich erinnere diesbezüglich mal ans Jahr 1996 (Nickles PC-Tuning Report 96, Seite 300).

Zum Knacken der damaligen 504 MByte Mauer, packten Seagate und Western Digital ihren Platten Tools wie "Ontrack" oder "EZdrive" bei, oder gleich auf die Platten drauf. Damit wurde die Kapazitätsmauer zwar gesprengt, es gab aber ziemlich "unlustige" Probleme.

Meine alte Faustregel: eine Platte ist in einem PC nur dann zu verantworten, wenn sie einfach am Mainboard-Controller lauffähig ist und mit den Standard-Treibern des Betriebssystems funktioniert. Alles andere ist riskanter Bastelkram!

Wer es momentan irgendwie vermeiden kann, interne Platten mit mehr als 2 Terabyte zu verbauen, der sollte das tun.

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Maybe Ger@ld „Hallo, also mir sind selbstgebrannte DVD s schon nach einem Jahr verreckt. die...“
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Außerdem, das betrifft nicht nur Sticks, sondern auch USB-HDD's, mir ist noch kein Modell untergekommen, wo ich SMART Infos auslesen konnte. Bei ner Platte schaue ich ab und an mal nach dem Rechten.

Die gibt es, es ist aber wirklich eine Glücksache. Die Frage ist, ob die Festplatten Dianose Tools die eingebaute HD richtig erkennen. So hatte ich eine externe Toshiba, mit einer verbauten WD Caviar Green Line. Da wurde auch SMART ausgelesen.

Genutzt habe ich Harddrive Inspector Pro, welches ich schon lange nutze. Auch die Temp wurde ausgelesen.

Diese Platte ist jetzt aber dennoch intern eingebaut und als externe nutze ich eine Trekstore, die nicht ausgelesen wird.

Das Gehäuse, der USB-Controller, die Festplatte und das entsprechende Programm müssen zusammen passen. Mit Speedfan ließ sich die Toshiba nicht auslesen.

Gruß
Maybe
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