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News: Beliebiger Kartenmischmasch

Hydra-Chip bündelt ATI und Nvidia

Michael Nickles / 1 Antworten / Flachansicht Nickles

ATI und Nvidia bieten schon lange Lösungen an, mit denen sich die Leistung mehrerer Grafikkarten in einem Rechner bündeln lässt. Und das klappt sehr gut. Der Haken: die beiden Grafikkarten-Hersteller verwenden verschiedene "Kopplungs-Methoden" und Mainboards unterstützten generell nur eine davon.

Ein Mischen von ATI- und Nvidia-Grafikkarten in einem System (inklusive Bündeln der Leistung) ist also nicht möglich. Bereits im August 2008 wurde ein Chip angekündigt. der das "Unmögliche" möglich macht. Der Lucid Hydra Baustein gestattet effektives Zusammenschalten von ATI- und Nvidia-Grafikkarten auf Mainboards. Lucid soll dabei extrem flexibel sein.

Auch Karten völlig unterschiedlicher Leistungsklassen lassen sich verbinden. Kurzum: der Baustein verteilt angeforderte Grafikberechnungen einfach auf alle vorhandenen Karten und liefert dann deren Ergebnis zurück. Seit Ankündigung des Chips wird spekuliert ob das brauchbar funktioniert und vor allem auch, ob die Grafikkartenhersteller da mitspielen, den Chip nicht "blockieren".

Bislang ist noch kein Mainboard mit Hydra Chip verfügbar, MSI hat allerdings bereits einen "Prototyp" produziert, der von diversen Hardware-Freaks durchgebenchmarkt wurde. Einen ausführlichen Testbericht gibt es beispielsweise auf techreport.com. Zum Test wurde kein Mainboard geliefert, sondern ein recht komplexer Aufbau, bei dem ein normales Desktop-PC-System per PCIe-Kabel mit einem zweiten Rechner gekoppelt wurde, in dem die Prototyp-Platine nebst den Grafikkarten verbaut war.

Techreport hat eine ausgiebige Benchmark-Orgie mit diversen Spielen gefahren und kommt zum Schluss, dass Hydra ordentlich funzt, die Leistung verschiedener Karten sehr gut bündelt. Erwähnt wird im Fazit allerdings auch ein kritischer Punkt. Die Treiber für Hydra müssen permanent aktualisiert werden, um auch mit kommenden Spielen zu funktionieren. DirectX 11 Unterstützung gibt es aktuell beispielsweise noch nicht.

Jetzt bleibt abzuwarten ob und wann erste Mainboards mit Hydra Chip in den Handel kommen und was die kosten werden.

Michael Nickles meint: Hochachtung vor Hydras technischem Konzept. Dennoch von mir ein klares Nein. Schon jetzt ist es fricklig genug, aktuelle Top-Spiele perfekt zum Laufen zu kriegen. Kommt ein Game raus, dann müssen fast immer erstmal die Grafikkarten-Hersteller ihrer Treiber optimieren.

Danach patcht der Spielehersteller rum. Dann kommen erneut optimierte Grafikkarten-Treiber. Das alles ist schon Stress genug. Und mir als zusätzlichen Stressfaktor einen Hydra-Chip dazuzuholen, dazu habe ich keine Lust.

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