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News: Virtualisierung als letzte Chance

Windows 7 XP-Modus ist fertig

Redaktion / 10 Antworten / Flachansicht Nickles

Mangelhafte Abwärtskompatibilität zu älteren Anwendungen - das war einer der Knickbrecher für Windows Vista. Klar - es wurde nachgebessert. Aber wer hat schon Bock ein paar Wochen zu warten, bis eine wichtige Anwendung endlich wieder funzt? Diese Schlappe wollte Microsoft bei Windows 7 unter keinen Umständen erneut riskieren. Drum wurde als besonderes Leistungsmerkmal der neue "XP Modus" geschaffen.

Damit ist gemeint, dass XP-Anwendungen bei Windows 7 in einer "unsichtbaren" virtuellen Maschine gefahren werden können. In der virtuellen Maschine läuft ein Original-Windows-XP Betriebssystem, es kann theoretisch also kein Kompatibilitätsproblem geben. Generell merkt man es gar nicht, wenn eine XP-Anwendung in der virtuellen Umgebung läuft.

Sie kann wie jede Anwendung in Windows 7 gehandhabt, auch direkt ins Startmenü eingetragen werden. Ursprünglich posaunte Microsoft den XP-Modus von Windows 7 recht laut raus, betrachtet das allerdings inzwischen als Fehler. Es wurde nicht deutlich genug herausgestellt, dass XP-Anwendungen natürlich auch direkt unter Windows 7 laufen. Die Virtualisierung ist nur eine "letzte Notlösung", wenn ein altes Windows-Programm ums Verrecken nicht direkt unter Windows 7 laufen will.

Der XP Modus hat viele verunsichert, weil ihnen das nicht klar ist. Und inzwischen fangen auch "Einsteiger" an zu kapieren, dass Virtualisierung nicht ausnahmslos das Gelbe vom Ei ist. Zum einen kann dabei nicht die volle Geschwindigkeit des Rechners genutzt werden, zum anderen kann Microsoft virtuelle Maschine nur 2D und kein 3D. 3D-Anwendungen, die nicht direkt in Windows 7 laufen, werden es also auch im XP-Modus nicht tun.

Was auch immer. Der Release-Kandidat des XP Modus (das Ding muss extra installiert werden, ist nicht direkt in Windows 7 drinnen) ist jetzt fertig und steht hier zum Download bereit: Windows XP Mode and Windows Virtual PC.

Michael Nickles meint: Was für ein Schrott. Dieser XP-Modus ist keinen Cent wert und technisch betrachtet eine Katastrophe. Denn: Es gibt zig kostenlose Virtualisierungs-Lösungen wie Virtualbox und Vmware (die auch unter Linux laufen), die es technisch viel besser machen, auch die 3D-Beschleunigung der Grafikkarte nutzen können.

Außerdem verlangt Microsoft beim XP-Modus einen Prozessor, der hardwaremäßig Virtualisierung unterstützt. Virtualbox und Vmware können derlei CPU-Funktionen zwar ebenfalls nutzen, setzen sie aber nicht zwangsläufig voraus.

Für Firmen, die Windows 7 anschaffen und alte Software haben, die nicht kompatibel ist, reicht es also nicht aus, den XP-Modus zu nutzen - sie müssen erstmal abchecken, ob die CPUs in den Firmenrechnern überhaupt die Voraussetzung erfüllen.

Noch blöder: den XP-Modus gibt es nur bei den teuren Windows 7 Profi-Versionen, bei den preiswerteren "Home"-Versionen ist er nicht dabei. Mir ist es schnuppe. Windows 7 fühlt sich bei mir, in einem Fenster von Linux, sehr wohl.

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