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News: Malware um Faktor 12 gestiegen

Alarm: Zombie-Netzwerke vermehren Spam

Redaktion / 5 Antworten / Flachansicht Nickles

"Ich bin Cora ein langhaariges, williges Teeny das mit Dir viele zaertliche Momente der Luesternheit erleben will! Ich stehe zwar auf liebevolle und softe Boys aber im Bettchen will ich natuerlich auch gerne mal einen Tick fester durchgefikkt werden! Dazu sind mir s-exy Rollenspiele gerade recht. Willst Du mit mir chatten? Gib folgende URL einfach ohne die Leerzeichen in Deinen Browser ein: www.ich bin so blöd und klick hier drauf.org".

Über solche Emails kann man einmal lachen, vielleicht auch zweimal. Aber wenn sie im Stundentakt reinkommen, dann kommt die Wut. Wut drüber, dass man diesen Müll überhaupt kriegt. Wut drüber, dass man diesen Ärschen nicht das Handwerk legen kann. Und vielleicht am meisten Wut, dass die das tun, weil es funktioniert. Weil es genug Blöde gibt, die auf solche Email-Links draufklicken.

Alle Weile gibt es zwar erfreuliche News, dass einem Spammer das Handwerk gelegt wurde, aber selbst hohe Strafen scheinen wenig zu nutzen.

Die Oktober-Ausgabe des Spam Reports von Symantec zeigt, dass Spam-Mails, die einen Link zu Malware enthalten oder selbst Trojaner, Viren, Würmer und anderen Schadcode transportieren, seit Mai 2008 stark zugenommen haben. Zwischen Juni und September hat sich der Anteil der in gescannten E-Mails festgestellten Malware von 0,1 im Juni auf 1,2 % im September erhöht – und ist damit um das Zwölffache gestiegen.

Ganze Netzwerke von Zombie-Rechnern tragen außerdem zur massenhaften Verbreitung von Spam bei: Symantec hat in den vergangenen drei Monaten ein Wachstum von 101 % bei Zombie-Rechnern und Botnets, die Spam versenden, verzeichnet. Botnets sind roboterartige Programme, die Aufgaben autonom, also ohne Zutun des Nutzers, abwickeln.

Sie befallen unzureichend geschützte Computer und verwandeln diese in ferngelenkte „Zombies“, über die sie Spam versenden und andere kriminelle Aktivitäten vornehmen können. Es ist schwierig, eine genaue Erklärung für diese Zunahme zu finden, aber es scheint eine Verbindung zur Zunahme von Spam-Mails mit Links zu gefährlichen Downloads sowie von Spam-Mails, die Viren in E-Mail-Anhänge der Formate .ZIP und .RAR integrieren, zu bestehen.

Außerdem nutzen Spammer die schlechte Wirtschaftssituation, indem sie über E-Mails finanziellen Druck aufbauen. Sie versuchen so, an persönliche Daten zu gelangen. Auch die amerikanischen Präsidentschaftswahlen waren im September unverändert ein beliebtes Thema bei Spammern. Insgesamt kommt der Report zu dem Ergebnis, dass Spam-Mails seit Oktober 2007 deutlich zugenommen haben und durchschnittlich 78 % des gesamten Mailaufkommens ausmachen.

Im August hat die folgende falsche Schlagzeile viele Empfänger der Spam-Mail dazu verleitet, auf den dazugehörigen Link zu klicken: „John McCain hat Paris Hilton als Vizekanzlerkandidatin in sein Team geholt.“ Wer auf diesen Link klickte, dessen PC wurde von Trojanern oder Viren angegriffen.

Das war jedoch nicht die einzige Fehlinformation, mit der Spammer in dem Monat versucht haben, Malware zu verbreiten. Das zeigt der Symantec Spam Report vom September 2008. Denn nicht nur die Kreativität, sondern auch die Dreistigkeit von Spammern scheint keine Grenzen zu kennen: So wurden Spam-Mails verschickt, in denen vorgegeben wurde, dass das eigene Kind entführt worden sei und ein Lösegeld bezahlt werden müsse.

Die E-Mails enthielten angeblich auch ein Bild des entführten Kindes, in Wirklichkeit wurde darüber aber Malware übertragen. Damit nutzen Spammer nach den erst kürzlich verschickten gefälschten Selbstmordankündigungen erneut die Emotionen der Adressaten aus, um Trojaner, Viren und Würmer zu verbreiten.

Weitere beliebte Themen von Spam-Mails im August waren die Einladung zum freien Download des Internet Explorer 7 und die Aufforderung eines vermeintlichen Personalvermittlers, sich unter einem in der E-Mail enthaltenen Link für einen Teilzeitjob zu bewerben – der Link enthielt natürlich Malware.

Der komplette Spam-Report für September und Oktober sowie ein Interview mit Dermot Hartnett, dem Autoren des Spam Reports, gibt es hier:

Spam Report September 2008

Spam Report Oktober 2008

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