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Mein diesjähriger "Schrott of the year award" geht an....

xafford / 3 Antworten / Flachansicht Nickles

... die Firma Netgear, für ihr herausragendes Produkt SC101. Herausragend ist dieses Produkt primär durch seine Qualität, sowohl der Hardware, als auch der Software, diese ist nämlich so weit unterirdisch, dass sie wahrscheinlich gerade in China wieder auftaucht (wo das Gerät wohl auch "verbrochen" wurde).

Im folgendend ein paar Schmankerl:


  • Bei oberflächlicher Beruteilung der Verpackung ist man verleitet zu denken es handle sich um ein NAS-Laufwerk mit RAID... Pech gehabt, die Kiste will ein SAN sein und erfordert als solche einen priprietären Treiber um ansprechbar zu sein

  • Dieser Treiber führt gleich zu Problem Nummero Due, denn entgegen der Marketing-Wahrheitsverschleierung das Gerät würde "allen PCs im Netzwerk" Speicher zur Verfügung stellen meint der gewitzte Marketing-Schönredner "alle PCs die mit Windows2000 oder XP laufen", aber das kennt man ja.

  • Die Verpackung behauptet, das Gerät würde mit TCP/IP laufen... nunja, diese Aussage ist weder richtig falsch noch richtig richtig, denn es kommuniziert auf UDP, ein kleiner aber feiner Unterschied, wenn man Daten via WLAN übermitteln will bei einem blockorientierten Gerät wie einem SAN.

  • Eine feste IP für das Gerät kann man vergessen, so etwas kennt es nicht. Man ist genötigt einen DHCP-Server zu aktivieren, damit der kleine Mistkerl seinen Platz im Netz kennt.

  • Hoppla, jetzt hab ich glatt vergessen die Verarbeitungsqualität zu erwähnen, dann lassen wir sie lieber auch unerwähnt!

  • Wie das so ist mit dem Spieltrieb, nach ein paar ärgerlichen Macken lies sich der Treiber für das Gerät installieren und es wurde erkannt, womit der Spass dann anfängt!

  • Die Konfigurationssoftware ist mit Abstand der größte Mist, der mir je unterkam, denn es scheint sich um die erste Version einer neuen "Einweg-Softeware" zu handeln. Nach dem ersten Start startet sie nicht mehr (neuste Version von der Herstellerseite). Das Fenster erscheint und verschwindet dann wieder. Da die Konfiguration nur über dieses mistige Tool funktioniert ist das natürlich sehr spassig.

  • Der Treiber ist auch klasse, denn ich habe das erste Mal auf meiner Workstationen einen (und den gleich mehrfach) Bluescreen gesehen... Respekt, meine Workstation läuft schon über zwei Jahre ohne.

  • Der Bluescreen ist nicht das einzige Vergnügen, denn netterweise klappt mit installiertem SC101 auch der Zugriff auf die internen Festplatten in meinem System über den Explorer nur noch zwischen Ostern und Pfingsten bei Vollmond, wenn dieser auf einen Dienstag fällt, auf gut Deutsch: Das System ist reif für das Rückspielen eines Images.

  • Wer in seinem System einen Promise-Controller hat braucht über die Anschaffung garnicht erst nachdenken, denn den mag das Gerät nicht... netter Rat: Controller deaktivieren (braucht man im Normafall ja auch so selten)... gleiches gilt wohl generell für mehrere SATA-Controller.

  • Läuft das System mit dem SC101 dann doch mal, dann hat man vielleicht auch das Glück, dass dieser seltene Umstand mit einem weiteren seltenen Umstand zusammen fällt, nämlich dem, dass das Gerät die internen Platten richtig erkennt, anspricht und das RAID1 nicht gerade mal wieder als defekt gemeldet wird.

  • Klappt alles mal so richtig und man schafft es tatsächlich Daten auf das SC101 zu kopieren, so sollte man hoffen, dass diese Daten nicht von einem NTFS-Datenträger stammen und zu lange Dateinamen oder zu tiefe Verzeichnisstrukturen aufweisen, das mag das proprietäre System nämlich nicht.

  • Damit zusammen hängt noch eine nette Beschönigung des Netgear-Marketings, der versprochene Zugriffschutz besteht nämlich rein in einem Passwort für die Partition, das Dateisystem unterstützt nämlich keine Dateizugriffsrechte.

  • Noch was kurzes zur Performance: Die ist nicht im Lieferumfang enthalten. Wer dank Ethernetanschluss mit 100MBit schjon wenig Datendurchsatz erwartet wird überrascht sein... eine Modemverbindung würde bei dem Durchsatz auch reichen.

  • Erstaunloicherweise schafft es das Gerät jedoch trotz offensichtlichem Nichtstun so ins Schwitzen zu geraten, dass man die trockenen Brötchen vom Vortag komfortabel auf der Oberseite wieder aufbacken kann. Der optische Eindruch eines kleinen fetten Schweinchens trügt also nicht.

  • All das ist bei mir Stand mit der neusten Firmware und Software, gut gelle? Laut Forenmeldungen ist dies schon ein immenser Fortschritt, die ersten Versionen waren wohl noch katastrophaler.



Tja, das passiert, wenn man mal wieder einen Spontankauf wagt ohne sich vorher eingehend zu informieren (was ich eigentlich meist tue), aber gestern eilte es und es war das einzige annähern geeignet erscheinende Gerät (ja, so kann man sich irren). Mein Tipp (gerade an Linux-Nutzer), spart euch das Geld für diesen Mist, den selben Zweck und wesentlich günstiger erfüllt auch eine Datensicherung nach /dev/null (und die ist auch noch erheblich schneller)!

Aber das Jahr ist ja bald zuende und da ist es eben an der Zeit was gutes zu tun und das Weihnachtsgeld mildtätig und ohne Gegenleistung unter die Menschen zu bringen, immerhin hab ich für die kalte Jahreszeit nun einen kleinen Fusswärmer unter dem Schreibtisch.

So, und nun allen ein schönes neues Jahr, ich bin dann mal weg und kaufe was vernünftiges.
Pauschalurteile sind immer falsch!!!
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