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Pumbo lard „Pandoras Box ist offen (erste Begehrlichkeiten)“
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Lassen wir mal den ganzen Sozialdenke-Schmus beiseite und überlegen, warum schon in Zeiten finstersten Manchestertums erste soziale Sicherungssystem installiert wurden. Dies, wie gesagt, zu Zeiten, als ein sozial-marktwirtschaftliches Denken, wenn überhaupt, dann nur rudimentär vorhanden war.
Zum einen gab es natürlich das "Schreckgespenst der Linken". Das fällt zwar nach dem Zusammenbruch des Ostblockes weg, doch gab es diesen gar nicht zu den o.a. Anfängen. Lediglich rumorte es in der Arbeiterschaft, aber ohne irgendwelche konrete Vorstellungen auf beiden Sieten davon, wie einflußreich diese Ideologien im kommenden 20. Jhdt. sein werden. Das war also weniger ein Grund.

Was aber wichtig ist, war die Erkenntnis auf Seiten der Machteliten, dass eine weitgehende Verelendung der Massen in Kombination mit Perspektivlosigkeit u.a. zu einer nicht disziplinierbaren Bevölkerung in Kombination mit instabilen infrastrukturellen Bedingungen führt. Dies aber beeinflußt sowohl die Absatzmärkte als die Produktionsbedingungen in negativer Weise. DAS war der Hauptgrund für die Schaffung sozialer Sicherungssysteme, die ja Anfangs von einzelnen Unternehmern, denen die staatlichen Maßnahmen in diese Richtung zu langsam und zögerlich waren, sogar selbst als betriebsinterne und -spezifische Eigeninitiativen in's Leben gerufen wurden (Betriebskrankenkasse usw.).

Wenn jetz also so etwas vom BDI vorgetragen wird, so ist das die alte, abgedroschene Salamitaktik, zunächst irgendwas hahnebüchendes in die Welt zu setzen, um dann unter vermeintlichem Zurückrudern schließlich das durchzusetzen, was man eigentlich beabsichtigte. Ganz nach dem Motto: Na, ist ja noch mal glimpflich abgegangen.

Im konkreten Falle kann man ja die entspr. Leute mal fragen, ob, wenn sie soziale Verhältnisse, wie z.B. in Sao Paulo oder Kappstadt gerne hätten, sie auch dort sowohl produzieren als auch leben möchten. Ich kann mir besseres vorstellen, als mit weg. eines rudimentär vorhandenen Bildungssystems kaum ausgebildeten Arbeitnehmern, die oftmals Analphabeten sind (wofür sie natürlich nichts können) unter instabilen Verhältnissen z.B. in Bezug auf Transport, Kommunikation oder Energieversorgung produzieren zu müssen. Wie soll das, am besten noch bei hochkomplexen Gütern, wie vornehmlich bei unserer Industrie üblich, vernümftig klappen?
Privat sieht es nicht besser aus: Man lebt in irgendwelchen Hochsicherheitsgettos, außerhalb derer ein Halt an einer roten Ampel oder eine Panne das Todesurteil sein kann. Und wer denkt, dass diese "schöne, neue Welt" nun wenigstens billiger für einen sei, wenn man zu den oberen Promille dieser Gesellschaft glücklicherweise gehört, so kommt man ganz schnell bei Vergleichen mit Personen in ähnlicher, sozialer Stellung aus derartigen Regionen zu dem Ergebnis, dass sie zwar kaum Steuern oder Sozialabgaben zahlen, aber genau so viel oder oftmals noch mehr für private Sicherheitsdienst und Vorsorge ausgeben, als wir hier in D. Im Endeffekt bleibt also weniger im Geldbeutel mit der Option, einen erschossenen Einbrecher nachts vor der Tür zu finden oder selbst ein paar blaue Bohnen einzufangen. Von abendlichen "Bummeln" in einer Stadt ohne genau zu wissen, was man wo tut, mal ganz zu schweigen. Unter dem Strich "gewinnt" man nichts, sondern büst aufgrund mangelnden sozialen Friedens Bewegungsspielraum und damit Lebensqualität ein.

So blöde kann doch auch der BDI nicht sein.

Da aber Dumme nie Aussterben und in Deutschland leider gerne in's Management gehen (wodurch wir nämlich vornehmlich unsere wirtschatlichen Probleme hierzulande haben), sollte man nachdenken, was man als arbeitnehmerische Seite dagegensetzen kann. Und das kann nur eine bessere Organisation der Arbeitnehmerschaft sein. In Zeiten von Spaßgesellschaft und RTL2 aber sehe ich diesbezüglich tiefschwarz. Von daher bekommt eben jede Gesellschaft das, was sie verdient. Und da wir unsere Rübe in der Breite wirklich überhaupt nicht anstrengen und politisch nur schon aus Bequemlichkeit wirklich nichts tun, so ist es nur gerecht, dass wir auch nichts zu erwarten haben und vieles verlieren werden.

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