Wie üblich:
Die Post hat es nicht fertiggebracht, meiner Frau das Paket auszuhändigen. Also den gelben Benachrichtigungszettel aus dem Briefkasten gefischt und einen kleinen Fußmarsch durch Essen angetreten, um das Paket mit dem neuesten Glanzstück aus dem Hause Novell/SuSE abzuholen.
Endlich wieder zu Hause angekommen -es ist 18.45 Uhr-, versuche ich mich an der Installation auf meiner Workstation. Alle Daten sind im Netz gesichert. Ein Update des installierten Systems wäre mir sehr lieb, da ich viel per Hand installiert habe. Nach den sattsam bekannten Vorbereitungen -partitionieren etc.- versuche ich mein Glück. Yast strahlt mich an: es sei manuelle Intervention notwendig. Hmmm. Okay, ich starte diese Intervention. Nachdem ich allerdings sehe, dass der gesamte KDE downgegradet werden muss -ich hatte KDE 3.2.2 auf SuSE 9.0 installiert- und etwa eine Milliarde Konflikte drohen, vergeht mir die Lust auf ein Update. Also doch eine frische Installation, die wie gehabt durchläuft.
Auf die im Yast eingebaute Update-Funktion habe ich allerdings keinen Bock, da ich ziemlich alt bin und keine Zeit zu verschwenden habe. Außerdem habe ich das apt-repository für SuSE 9.1 schon gesehen. Scheiße, noch keine fertigen Pakete für apt vorhanden. Also selber schnitzen...... danach das fette \'apt-get -f dselect-upgrade\' der gerade installierten Pakete...... DSL sei Dank.
Der TFT wird nicht korrekt erkannt, was sich aber leicht ausbügeln lässt. Mein Mausrad wird auch nicht erkannt; ich bin wohl der einzige SuSE-Linux-User im 21. Jahrhundert, der händisch in der XF86config \'rumbuddeln muss, um sein Mausrad per ZAxisMapping zur pflichtgemäßen Funktion zu bewegen.
Da ich TV-Karte UND Webcam an den Rechner angeschlossen habe, muss ich noch etwas in der modules.conf herummodifizieren - hupps... das Ding hat ja 0 Byte! Benutzer von README\'s und Dokumentationen habe ich schon immer für dekadente Vergnügungssüchtige gehalten, die sich für Manual Pages zu schade sind; also suche ich unter /etc mit grep und wildcards nach bttv und stelle fest, dass dieser Eintrag jetzt in der modprobe.conf vorgenommen werden muss. So, nun will ich mit der Webcam ein schönes Bild von mir machen. Huch, die Anwendung \'webcam\' -war sonst in xawtv- fehlt? Freshmeat und der Compiler werden wieder bemüht, dann geht es. Mittlerweile sehe ich allerdings so mitleiderregend aus, dass ich auf die Aufnahme verzichten muss.
Und warum starten die X-Programme von den anderen Rechnern meines Netzes entweder mit blöden Bemerkungen (die SuSE-Rechner) oder überhaupt nicht (die OpenBSD-Rechner)? Grübel.... ach ja, man sagt neuerdings besser ssh -Y statt ssh -X. Aber zu guter Letzt - nun ist es 23.20 Uhr-läuft doch alles, wie es soll.
Fazit: nettes System nicht ohne Macken (kennt man ja), das Geld wert, aber keine Sensation. Immerhin kann man jetzt problemlos mit Gimp 2 scannen (ohne Kompiliererei, meine ich damit). Das Einrichten des Scanners ging denkbar einfach -keine Kunst, es ist ein Scanner, der im Netzwerk hängt-.
Linux 15.062 Themen, 107.425 Beiträge
Och, einen Kackreiz bekomme ich auch bei regserv32-Orgien unter diesem anderen OS. Oder bei unmountable boot volumes und den erhellenden Kommentaren dazu in der Microsoft Knowledgebase. Oder auch bei einer zugeschissenen Registry durch Installation/Deinstallation. Und so weiter.
Zugegeben, die eine oder andere Macke hat meine Installation gehabt. Aber in ~4,5 Stunden eine komplette Installation mit Entwicklungsumgebung, dem fettesten Desktop aller Zeiten, etlichen Büroanwendungen, Datenbank, der Option auf Start von Anwendungen auf Remote-Rechnern mit grafischer Ausgabe auf meiner Workstation (verschlüsselt natürlich), kompletter Einbindung in mein bestehendes Netz, Übernahme der persönlichen Einstellungen durch simples drag and drop mit einer einzigen DVD -und in den ~4,5 Stunden ist noch ein Update von weit über 100 MB enthalten-, das soll das andere OS erst einmal nachmachen.
