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Der Mythos der kurzen Schlange, oder: Heute im Supermarkt...

Olaf19 / 8 Antworten / Flachansicht Nickles

Hallo zusammen!

Na das war ja mal wieder ein buntes Treiben heute vormittag in den Supermärkten in meiner Nachbarschaft. Die Leute haben gekauft als wäre es die letzte Gelegenheit in diesem Quartal. Dabei ist das Restwochenende dank Ostermontag gerade mal einen Tag länger als alle anderen. Eingekauft wurde aber, als müsse man bis Ende Mai mit den Sachen auskommen...

Bei der Gelegenheit habe ich wieder ein wie ich finde recht seltsames Phänomen beobachten können, das mir schon oft aufgefallen ist, und zwar nicht speziell vor Feiertagen sondern rund ums Jahr.

Wenn ich einen überfüllten Laden betrete, mit Myriaden geschäftiger und hektischer, in den Regalen wühlender, gut beladene Einkaufswagen vor sich her quälender Menschen sehe, ist mein erster Gedanke immer: Wie lange wirst du wohl vor der Kasse warten müssen - Viertelstunde, halbe oder gar Dreiviertelstunde...? Mein zweiter Gedanke: Neenee... gerade heute geht\'s besonders schnell.

Und tatsächlich - so war\'s auch heute wieder. Drei, vier Leute standen vor mir an Kasse Nr. 3. An den ersten beiden Kassen ganz links und in der Mitte des Ladens stauten sich dagegen jeweils über 20 Wagen - aber anstatt dass mal jemand rüberwechselt...?

Nach dem Bezahlen fiel mir auf, dass ich noch eine Kleinigkeit vergessen hatte. Die eben noch geholt, wieder an Kasse 3 angestellt, und wieder schnell durch. In der ganzen Zeit, in der ich zweimal angestanden und meine beiden Partien bezahlt und zwischendurch noch neue Ware geholt hatte, hatten sich die letzten in den Schlangen von Kasse 1 und 2 gerade mal von Platz 21 auf 14 vorgearbeitet.

Merkwürdig, oder?

CU
Olaf

Die Welt ist ein Jammertal ohne Musik. Doch zum Glueck gab es Bach, Beethoven, Haendel und Goethe (Helge Schneider)
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Olaf19 Teeto „ein bisschen Off-Topic, aber da sind wir hier ja auch...ich hab letze Woche...“
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Das hatte ich ja ganz vergessen: Bei der Post war ich auch noch. Dort ging die Warteschlange fast bis auf die Straße. Bedient wurde übrigens nach dem von 'Gurus' favorisierten Modell: Fünf Schalter, aber nur eine Warteschlange, der jeweils nächste freie Platz bedient den jeweils nächsten Wartenden. Da gab's beim Hintenanstellen kein Vertun.

> ...Und da redet dann mal wieder jemand von fehlender Kaufkraft...

Ich würde daraus keine Rückschlüsse auf die konjunkturelle Lage ziehen wollen. Also nicht: Je mehr Kunden Schlange stehen, desto mehr wird gekauft sondern: Je schlechter es den Firmen geht, desto schlechter der Service - weniger Mitarbeiter, längere Warteschlangen.

Besonders bitter ist das für die Kreativen, die versuchen, bei der schreibenden Presse Fuß zu fassen. Die können an Manuskripten einschicken was sie wollen - es landet ungelesen im Papierkorb. Grund: Die Redaktionen haben viel zu wenig Mitarbeiter, um das alles zu lesen - oder wenigstens einen Bruchteil davon.

> ...und die Konzerne klagen über mangelnde Nachfrage und fahren Rekorde nach Rekorden ein.

Ich fürchte, die Zeiten sind lange vorbei :-(

Schau dir mal die vielen Sonderangebote in den großen Kaufhäusern an - da wird alles rausgekloppt, was irgendwie billig rauszukloppen geht. Der geminderte Umsatz wird dadurch kompensiert, dass man immer mehr Personal rausschmeißt - Folgen siehe oben. Weitere Folgen: Die durchschnittliche Kaufkraft der Bevölkerung wird weiter abnehmen.

Wohin du guckst, Preiskampf allerorten. Auch die aggressive Werbung der Unternehmen mit Heimsuchungen durch Telefonanrufe hat zugenommen. Da wird um jeden einzelnen Kunden verbissen gekämpft.

CU
Olaf

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