Allgemeines 21.978 Themen, 148.509 Beiträge

5 Fehlerursachen bei defekten Mainboard-Elkos

Tilo Nachdenklich / 8 Antworten / Flachansicht Nickles

In der ct, die Montag in die Kioske kommt (Abonenten haben sie zumeist schon), Nr. 21, gibt es wieder mal einen Artikel zu defekten Mainboard-Elkos.
Es gibt Fehler, wegen
1) Minderwertiger Elkos
2) Spezieller Elektrolyhtprobleme
3) Unterdimensionierter Schaltungen
4) Erhöhtem Stromverbrauch. Hochleistungsgrafikkarten, Übertakten. Für Grafikkarten wird der Stromverbrauch nicht angegeben, die Mainboardhersteller verraten nicht wieviel Leistung für AGP zur Verfügung steht.
5) Wärme. Silent-Lüfter. Kühlkörper neben den Elkos.

bei Antwort benachrichtigen
Tilo Nachdenklich Nachtrag zu: „5 Fehlerursachen bei defekten Mainboard-Elkos“
Optionen

Wer besonders betroffen ist, lässt sich schlecht sagen, insbesondere lässt sich schlecht sagen, wer demnächst betroffen sein wird. Auf Heise gibt es schon eine Diskusion dazu:
http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?list=1&hs=0&forum_id=47945

Es ist nur bekannt, dass Fujitsu-Siemens seine Stromversorgungen sorgfältig aufbaut und kräftig dazu die Werbetrommel rühert. Angeblich haben die sogar einen leisen Athlon-PC, hübsch teuer versteht sich.

Die Schaltregler arbeiten mit hohen Frequenzen (100000 Hz) und in den Elkos fließen hohe Ausgleichsströme (bis 50 Ampere). Schutzmaßnahmen sind neben Qualität und Lüftung, Parallelschaltung kleinerer Elkowerte und sogenannte Mehrphasenwandler. D.h. jede dieser sehr kurzen Überbrückungszeiten wird in mehre Teilphasen aufgeteil, die von verschiedenen Elkos und Transitoren bedient wird. Mehrphasenwandler sind ein Qualitätsmerkmal und schonen die Elkos enorm. Hochleistungsprozzis bekommt man nur mit Mehrphasenwandlern in den Griff.
http://www.elektroniknet.de/topics/stromversorgung/fachthemen/2002/0015/index.htm

Wie man den Fehler diagnostiziert?
Das ist für Laien, sowie für Fachleute ausgesprochen schwierig, wenn´s noch nicht geknallt hat. Der obere geritzte Deckel der stehenden Elkos ist leicht aufgewölbt, die ct hat dazu hübsche Bilder im Heft. Man sieht sowas nur mit Licht und Lupe. Vor dem endgültigen Defekt kann der PC auch schon unregelmäßig abstürzen und auf Grund der typischen Symtome, wird man wohl eher Bill Gates die Schuld geben.
Natürlich sind Elkos die heiß werden verdächtig. Aber an meinem alten Computer (BX-Board, MSI, 400 MHz) werden die Elkos auch schon heiß, im Leerlauf bei geöffnetem Gehäuse. Aber der hält schon 4,5 Jahre ziemlichen Dauerbetrieb durch.

Was ist das Gemeine?
Elkos sind meist für 105 °C spezifiziert, dürfen aber niemals diese Temperatur erreichen, denn für die Spitzentemperatur beträgt die Lebensdauer zumeist 2000 Stunden.
Jeweils 10° weniger bedeutet eine Verdoppelung der sogenannten "Brauchbarkeitsdauer". Am Ende dieser Zeit steigt die Temperatur exponziell an. Durch Übertaktung, Silent-Lüfter, Dämmung und leistungsstarke Grafikkarten, werden die Grenzen der konstruktiven Auslegung überschritten. Wem macht man dann einen Vorwurf?
Auf Grund technischer Zwänge sind Elkos meist rund um die CPU angeordnet, meist in der Nähe der Kühlbleche einzelner Spannungswandler. Hier spielt es nun eine wesentliche Rolle, ob die Abluft vom Prozessorkühler (die sie brauchen) warm oder kühl ist.

Man kann vielleicht überschlagen, dass ein durchschnittlicher PC nach 5 Jahren rund um die Uhr am Ende ist, wenn man von statistischen Ausreißern einzelner Kondensatoren absieht und keiner der beschriebenen Fehler vorliegt. Natürlich könnten die Hersteller kräftig überdimensionierten oder teure Elkos für Server-Computer einbauen und ein (ständig!) rauschender Gehäuselüfter hilft bestimmt auch weiter.

Insbesondere die kompakten Barbone-Computer dürften ein Problem haben. Auch die CPU-Hersteller verlangen heut zu Tage PC-Innentemperaturen unter 40°C und die Festplatten werden es so auch lieber mögen. Ich glaube die Übertakter werden vermehrt Probleme bekomen, wenn sie nicht mit Wasserkühlung und kräftigen Gehäuselüftern arbeiten und die heißen Bauteile auf dem Mainboard durchchecken. Achtung, die Außentemperatur eines Elkos ist nicht seine Innentemperatur.

bei Antwort benachrichtigen