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Weihnachten und Jahreswechsel für Bank-Datenverarbeiter

x81737 / 2 Antworten / Baumansicht Nickles

Hallo,

gibt es hier auch berufsmäßige Bank-Datenverarbeiter, die etwas aus der Schule plaudern könnten?

Alle Jahre wieder seit dem Jahrtausendwechsel ärgere ich mich über das saisonale Brachliegen der EDV-Aktivitäten im Zahlungsverkehr.  Da bleiben viele Tage lang Aufträge einfach liegen, und Zahlungseingänge werden nicht gebucht.

Was ist denn da los?  Jahrzehntelang gab es in diesen Zeiten Präsenzpflicht, der Service eines ordentlich funktionierenden Rechenzentrum war wichtiger als einzelne Privatinteressen der Mitarbeiter.  Diese wurden andererseits fürstlich entlohnt und hatten auch viele Kreditvergünstigungen.

Man konnte mit der "Wende" auch als "Ingenieur für Tierproduktion" (recte Schweinezüchter) IT-Manager im Westen werden, offenbar aber auch eine gewisse Arbeitsauffassung hier weiter verbreiten. Ist eine Behauptung richtig, dass es zwar auch etliche Kollegen gibt, die gerne über die Feiertage arbeiten würden, es jedoch nicht dürfen? Auch nicht in Großbanken, die sich vom Steuerzahler retten ließen und der Volkswirtschaft noch heute auf der Tasche liegen...

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Anne0709 x81737

„Weihnachten und Jahreswechsel für Bank-Datenverarbeiter“

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ärgere ich mich über das saisonale Brachliegen der EDV-Aktivitäten im Zahlungsverkehr.

Hier wird eventuell ein falscher Grund für das Fehlen erwünschter Operationen angenommen.
Eine Bank gibt die Daten für jeden Buchungsschluss bekannt (meist schwer zu finden).
Das war doch schon immer so, dass Banken Buchungsschluss haben und danach geht es erst beim nächsten ordentlichen Bankarbeitstag weiter.

Die IT-Aktivitäten ruhen mit Sicherheit nicht sondern arbeiten auf Volldampf.
Ein Jahresende ist keine Kleinigkeit, und vor allem wenn im Bankenverbund, Cash Group und wie die alle heißen alles abgestimmt werden und sein muss.

Meine Bank hat in diesem Jahr am 29.12. Kontoabschluss gemacht. Das heißt 3 Tage Pause bei Zugängen und Abgängen.

Mit Bank hatte ich direkt nichts zu tun, aber sowohl als privater Bankkunde als auch mit verschiedenen Aufgaben im IT-Bereich weiß ich gut, dass Buchhaltung und Chefs sehr genau darauf achten, wann Bankarbeitstage sind und wann nicht. Von Zeitzonen rede ich gar nicht mal, doch so etwas wird bewusst genutzt.
Buchungen dauern auch länger, wenn die Banken zum Beispiel nicht im gleichen Verbund sind.

konnte mit der "Wende" auch als "Ingenieur für Tierproduktion" (recte Schweinezüchter) IT-Manager im Westen werden

Das ist lächerlich - weißt Du noch, wie die IT-Branche damals Anfang der 90er Mitarbeiter suchte?
Das war ein toller Boom, und wer immerhin einen qualifizierten Abschluss hatte, war für den Einstieg in dieses Gebiet gut. Eignungstest gab es dafür auch. Und Weiterbildung.

Die Arbeit in der landwirtschaftlichen Produktion ist nicht zu unterschätzen.
Da gehört mehr dazu als Stallfegen.

Gutes Neues 2019er!

Hoffnung ist eine schoene Erinnerung an die Zukunft. Gabriel Marcel
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gelöscht_312853 Anne0709

„Hier wird eventuell ein falscher Grund für das Fehlen erwünschter Operationen angenommen. Eine Bank gibt die Daten für ...“

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@Anne0709

Zunächst mal vielen Dank für deine Reaktion.  Ich befürchtete schon, dass hier das Thema so uninteressant ist, weil alle im Geld schmimmen und es auf Termine wie z.B. für Löhne und Renten, die auch gesetzlich vorgegeben sind, gar nicht ankommt.

"Buchungsabschlüsse" im Zahlungsverkehr trotz Sepa-Vorschriften stammen noch aus grauer Vorzeit mit Lochkarten und den vergessenen Containern auf den Laderampen.  Ich kenne aber auch Banken, die haben seit 10 und mehr Jahren Echtzeitverarbeitung.

"Abstimmungen" haben mit dem valutamäßigen Bereitstellen von Lohn- und Rentenzahlungen spätestens zum gesetzlichen Termin nichts zu tun. Dies gilt umso mehr, als die Überweisenden im Regelfall  ohnedies bereits belastet wurden und sich ein Betrugs-Management rechtswidriger Millionen erfreut.  Übrigens in denselben Dunstkreisen, die nach der Wende auch Schrott-Immobilien ungeprüft finanzierten und viele Gutgläubige in ihr Unglück stürzten bei gleichzeitigen, fetten Prämienzahlungen an sich selbst.  Diese Sorte ist noch nicht völlig ausgestorben und hat eifrige Nachfolger unter den Augen einer blinden BaFin.

"Eignungstest" waren durch die Bank lächerlich.  Man musste schon debil sein um diese nicht zu bestehen.  Pseudo-Auslesen waren die Regel, wobei fachlich nichtsahnende Hilfskräfte Checklisten abglichen.  Es gab damals wie auch heute Vorbereitungsveranstaltungen, in denen "richtige" Antworten eintrainiert werden. Übrigens auch in anderen Fachbereichen, man denke nur an florierende Paukstudios für akademische Bereiche,  an den "Idiotentest" zwecks Führerschein, an die pseudo-psychologische Aufnahemprüfung in den Polizeivollzugsdienst etc.

Ich unterschätze keine Arbeit, selbstverständlich auch nicht in der industriellen Tierproduktion. Und wenn eine IT-und Verwaltungsaffinität vorhanden ist, warum auch nicht. Ich lernte in meinem Berufsleben zahlreiche "fachfremde" als erfolgreiche, tüchige Kollegen kennen.  Da gab es Biologen/innen, Germanisten/innen, einen Sinologen und sogar einen ehemaligen Jesuitenpater. Auch einen Berufskraftfahrer mit Mechanikerlehre, der es zum allseits anerkannten RZ-Leiter brachte

Eine Führungsposition aber, nur um unbedarfte Jubelkader des letzten Parteitages aus einer Pleitewirtschaft zu integrieren?  Es gibt übrigens auch zahlreiche Parallelen in politischen Bereichen.  Man denke nur an diverse CIOs oder gar parlamentarische Digitalisierungs-Quatschköpfe und Nachplapperer mit ihren intelligenten Algorithmen, KI etc.

Wünsche ebenfalls alles Gute zum neuen Jahr!

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