Hallo zusammen!
Den Film habe ich heute gerade zum zweiten Mal gesehen, Programmkino an der Ecke macht's möglich... sehr sehr eindrucksvoll, auch bedrückend und ziemlich traurig gegen Schluss, und alles so nah - ich kann jedem empfehlen, der ihn noch nicht gesehen hat, hinzugehen wenn noch eine Gelegenheit kommt.
Jetzt aber etwas ganz anderes.
Im Film ist mehrfach zu sehen, wie Stasi-Mitarbeiter Sicherheits(!!)schlösser an Haus- und Wohnungstüren öffnen. Dazu bedienen sie sich eines kleinen Gerätes, einer Art Bohrer. Er arbeitet irrsinnig schnell (nur wenige Sekunden pro Sicherheitsschloss), verursacht keine sichtbaren Beschädigungen und geht ziemlich geräuscharm zu Werke.
Frage an die Techniker/Heimwerker/Bastler unter euch: Geht das im wirklichen Leben etwa genau so einfach?? Ich war doch ein bisschen entsetzt über die vermeintliche Leichtigkeit, mit der man in durch Sicherheitsschlösser wirklich gut gesicherte Wohnungen einfach so "hineinspazieren" konnte.
Man bedenke außerdem: Der Film spielt in der DDR 1984/1985, technisch war man also auch noch nicht auf dem Stand von heute.
CU
Olaf
Off Topic 20.606 Themen, 228.971 Beiträge
von damals kann ich nichts sagen, aber du kannst ein sicherheitsschloss das zb. 300 euro kostet leicht knacken. man nehme ein schlüssel der absolut nicht past und halte ihm am schloss, man nehme ein hammer und haut ganz doll gegen diesen schlüssel das er in diesem schloss drin ist . ein kleiner dreher und die tür ist auf. habe ich im tv gesehen wo sie sicherheitstüren bzw. schlösser vorgestellt haben, aber haben gleich gezeigt wie es geht.
da ist mir gleich die spucke weggeblieben bei so viel dummheit andere zu zeigen wie man schlösser öffnet. gut, ist natürlich dann eine laute sache, vor allem im treppenhaus.
Naja gut, mit Gewalt geht eben alles ;-)
Das eigentlich Gruselige im Film war aber, dass es fast gewaltfrei und geräuscharm vor sich ging... und ohne Spuren.
CU
Olaf
Nach meinem Wissen verfügt jeder Schlüsseldienst so ein Werkzeug. Allerdings 84 /85 ist wirklich fraglich.
Das Gerät verursacht Vibrationen, die die Stifte im Schloss einfach entriegeln. Geht natürlich nicht mit jedem Zylinder.
Heute zu Tage haben wir schon Weltmeisterschaften, wer was und wie schnell öffnet.
http://www.lockpicking.org/SSDeV/dm99lock.php
Nur einfache Geräte sind zugelassen und alles geht ziemlich schnell: :)
Was interessantes dabei, tat sich in Hamburg..;)
--Gruß
Um Beschädigungen wenigsten an der Tür oder gar Fenstern zu vermeiden, sollte man nicht abschließen. Rein kommen die bösen Buben ja immer. Die Diebe werden sich bedanken, während die Schnüffler eine Freude an einer gewissen Unordnung haben dürften, in der man sich nur selber zurecht findet.
Beim Neuaufsetzen meines Computers - vor der Aktivierung mit allen Festplatten bekannt machen - bemerkt:
Eine alte Western Digital Platte von 1999 im Wechselrahmen. Irgendwer war dran und hat den Jumper verkehrt gesetzt, statt senkrecht quer, was es fast nie gibt bei Festplatten. Sowas passiert mir ja nun wirklich nicht, so wird die Platte im Bios nicht erkannt. Eine von vielen kleinen Neckereien...
Gar nicht abschließen, weil sowieso reinkommt wer rein will? Oh weh... das klingt aber ziemlich fatalistisch. Und ehrlich gesagt, in der Praxis scheitert das schon daran, dass bei solchem Verhalten des Wohnungsinhabers die Hausratversicherung frei von jeder Schadenersatzpflicht bleibt. Schon deswegen keine praktikable Lösung.
> Irgendwer war dran und hat den Jumper verkehrt gesetzt, statt senkrecht quer,
Ich glaube, wenn das wirklich Einbrecher gemacht hätten, wäre dir deren Besuch noch an ganz anderen Dingen aufgefallen...!
CU
Olaf
Der Hinweis mit Tür offenlassen war auch mehr ironisch gemeint. Immerhin ist das ja in manchen Städten beim Auto angeraten, natürlich darf dann nichts im Wagen liegen.
An normale Einbrecher hatte ich nicht gedacht, mehr so an den üblichen politischen Alltagsterror. Die Platte hat das letzte Mal, als ich sie angefasst habe, funktioniert (andernfalls hätte ich was unternommen!), mit dieser Jumperung funktioniert sie nicht.
Du meinst also, ein Spezialkommando einer (politischen) Partei will dich dadurch terrorisieren, dass es dir den Jumper auf einer Festplatte falsch setzt? Ich denke, wenn man jemanden terrorisieren will, gibt es einfachere und deutlichere Mittel. Die Festplatte war ausgebaut ... das konnte doch ziemlich lange dauern, bis die - wenn überhaupt - wieder in Betrieb genommen würde. Außerdem: Wer fühlt sich terrorisiert, wenn irgendwo bei einem technischen Gerät eine Störung auftritt? Ohne gezielten Hinweis würde doch kein "normaler" Mensch bei einer technischen Störung auf die Idee kommen, dass ihn wer terrorisieren will. Wenn man aber nicht auf diese Idee kommt, verfehlt der Terror seine Wirkung, weil man das dann halt einfach als Panne einstuft und die vom Terroristen beabsichtigte Angst (terrere - in Schrecken versetzen) nicht aufkommt, höchstens Ärger oder Verwunderung über die Häufigkeit.
Und ganz nebenbei:
Vor mir liegt eine Western Digital WD Caviar, WD200, Baujahr 07 Nov 2000. Die Jumpersettings für Master (56) und Slave (34) sind abgebildet (senkrecht). Für Betrieb als Single fehlt der Jumper. Auf einer daneben liegenden Abbildung ist 4-6 mittels Jumper überbrückt (waagrecht!):
9-7-5-3-1
10-8-6-4-2
Und darunter steht: "Most drives are shipped with a jumper as shown above. No need to remove for single drive setting".
Gruß, Gerhard
Neben diesen "Vibratoren" (die Krach machen) die marwoj genannt hatte gibt es noch sog Schlagschlüssel. Die haben einen regelmäßig sägezahnförmigen Schlüsselbart und mit ein bisschen Übung bekommt man mit denen in 10s ein Schloß auf. War auch schon irgendwann mal im TV zu sehen...
Gruß
bor
Vielen Dank ihr beiden, das beantwortet meine Frage recht gut... eure Beschreibung passt ziemlich genau auf das, was im Film zu sehen war. Hoffen wir, dass solche Geräte nicht allzu leicht zu beschaffen sind, damit nicht zu viele davon in Narrenhände geraten :-/
CU
Olaf
Also die Schlagschlüssel waren zumindest bis vor kurzem noch problemlos für jedermann zu bekommen, insbesondere also auch fachfremden dubiosen Gestalten :-(
Das war wohl u.A. auch Anlaß für den TV-Berich darüber. Könnte bei Stern-TV gewesen sein, oder einem ähnliches Magazin. Könnte sein, daß die Händler das nun besser prüfen wollten, aber einen ersthaften Einfluß dürfte das wohl nicht haben. Besonderes KnowHow ist für die Fertigung der Schlagschlüssel natürlich auch nicht erforderlich...
Gruß
bor
Willst du das wirklich wissen?
Vielleicht kennst du ja die Seite http://www.zoll-auktion.de
Dort werden diverse Sachen aus Staatsbesitz versteigert, ausgemusterte Möbel, Autos, Geräte von Behörden genauso wie Dinge, die Zoll oder Polizei beschlagnahmt haben, z. B. auch bei verurteilten Straftätern beschlagnahmte Tatwerkzeuge.
Dort wurde erst vor wenigen Wochen so ein Ding versteigert. Ein Nachweis, daß das Teil z. B. nur von eingetragenen Schlüsseldiensten erworben werden darf, wurde nicht verlangt.
Wirklich toll. Die Polizei schnappt einen Einbrecher, das Tatwerkzeug wird beschlagnahmt und Monate später dann wieder gewinnbringend an den Meistbietenden versteigert.
Gruß
Jürgen
Ob die eine gebrauchte Kalaschnikow oder einen Kampfpanzer Leopard auch einfach so vertickern würden...? Oder vielleicht gleich bei ebay reinstellen?
Ach nee, ebay würde die Auktion wahrscheinlich gleich dichtmachen...
CU
Olaf
Das ist natürlich sehr seltsam. Sorgt aber sicher auch dafür das der Polizei in Zukunft nicht langweilig wird :-\
Gruß
bor
Du hast mich wirklich mit der Nachricht über die Auktion erschrocken. !!
Das hier so was vergleichbares mit dem Waffenschein benötigt wird war mir klar, aber völlig legal über ZOLL... ?
Ich warte bis mal eine HK G36C versteigert wird, vielleicht habe ich Glück..;)
---Gruß
Ich war auch sehr irritiert, das muß ich zugeben. Ich hab's aber selbst gesehen, das ist noch gar nicht lange her.
Gruß
Jürgen
Scheinbar ist rein rechtlich leider keinerlei Nachweis über den Bedarf oder eine entsprechende professionelle Tätigkeits erforderlich zum erwerb solcher Werkezeugt (zumindest was die Schlagschlüssel angeht) :-(
Gruß
bor
Und das stimmt. Hier habe ich etwas zum Lesen:
http://www.sgh-schmitz.de/onlineshop/index.html
Heißt: Manipulationtechnik Geräte. :)
---Gruß
Technisch war die DDR immer dann auf Weststandard, wenn man sie wollte/brauchte.
Es gab zwar verschiedene Ost- Embargos, so durften bestimmte Elektronikbauteile generell nicht dorthin exportiert werden. Deswegen waren z.B. Steuerungen für Werkzeugmaschinen aus der DDR noch mit Relais während im Westen alles bereits mit Siemens, Fanuc oder Heidenhain lief. Wollte man z.B. ein Bearbeitungszentrum da hin exportieren, mußte die Maschinensteuerung abgepeckt werden, damit bestimmte Elektronik-Bausteine nicht drin waren.
Aber wo ein Wille, war auch ein Weg und Herr Schalck-Golodkowski mit seiner KoKon (ein Stasi- Unternehmen) beschaffte es.
So bestimmt auch die im Film eingesetzten Schloßöffner.
Greetings
miro
> mit seiner KoKon (ein Stasi- Unternehmen) beschaffte es.
Eben! Wozu gibt es das Prinzip des "Strohmannes"...
Ich mag mir gar nicht ausmalen, was für kreuzgefährliche Technologien auf diese Weise in was für Länder importiert werden... Sachen, gegen die der elektrische Tür-auf-in-10-Sekunden-Bohrer noch Peanuts ist :-/
CU
Olaf
