Wieso dauert es so unterschiedlich lange, bis eine Online-Überweisung auf dem Empfänger-Konto eingeht? Konkret hatte ich folgende zwei Fälle: Eine Überweisung war erst nach über 36 Stunden auf meinem Konto, eine andere nach nicht mal 15 Minuten. Von der 36 Stunden Überweisung hab einen Beleg, wann die Überweisung in Auftrag gegeben wurde, mit Datum und Uhrzeit. Liegt das an den verschiedenen Geldinstituten? Obwohl ich mir das nicht so recht vorstellen kann, online ist doch wohl online, oder sitzt da noch jemand dazwischen, der ab und zu mal aufs Knöpfchen drücken muß?
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Leider schreibst Du nicht, zwischen welchen Banken diese Überweisungen gemacht wurden. Die mit 15 Minuten kann allerdings nur innerhalb derselben Bank statt gefunden haben. Das kenne ich von Überweisungen von Postbank zu Postbank.
online ist doch wohl online, oder sitzt da noch jemand dazwischen, der ab und zu mal aufs Knöpfchen drücken muß?
Überweisungen zwischen unterschiedlichen Kreditinstituten laufen afaik immer über die Bundesbank, bei der alle Geschäftsbanken Konten haben. Dass diese Vorgehensweise länger dauert als eine bankinterne Buchung, ist nachvollziehbar.
Aber auch beim Zahlungsverkehr zwischen Banken sind unterschiedliche Laufzeiten zu beobachten. Überweisungen zwischen den Cash-Group-Kreditinstituten sind reproduzierbar schneller als von oder zu anderen Instituten wie Sparkassen, Volksbanken etc.
Nicht umbedingt, größere Banken haben oftmals auch Transferabkommen zur direkten Datenübergabe ohne den Umweg über die LZBs (AFAIR sind die dafür sonst der erste Ansprechpartner) - dann gehts im Zweifelsfall auch etwas schneller. 15min wird vermutlich wirklich nur innerhalb der Bank zu erreichen sein...
Zu den 36h: Die Banken haben es auch nicht umbedingt eilig mit der Überweisung, innerhalb der Transferzeit können sie natürlich ordendtliche Zinsgewinne absahnen (bei der Gesamtmasse des bewegten Geldes lohnt sich das nämlich) wenn das Geld bereits beim Absender lastgebucht wurde, aber beim Empfänger noch nicht gutgeschrieben...
Gruß
Borlander
Das wird dann vermutlich z.B. bei den Cash-Group-Mitgliedern so sein...
Die 36Stunden Überweisung war von Deutscher Bank zu Sparkasse (beide in Norddeutschland), bei der 15Minuten Überweisung weiß ich die Bank des Kunden nicht, jedenfalls war es nicht im gleichen Ort, nicht mal im gleichen Bundesland, ich bin bei der Sparkasse. Ich verkaufe ab und zu bei Ebay, und kurz nach der Benachrichtigung, dass ein Artikel verkauft worden ist, hab ich auf mein Konto geschaut (online) und da war das Geld schon da. Unglaublich. Und bei der anderen Geschichte hatte es der Käufer recht eilig und hat mir deshalb einen Beleg mitgeschickt, aus dem Datum und Uhrzeit des Überweisungsauftrags hervorgehen. Und bei dem hat es über 36 Stunden gedauert. Scheint ja doch komplizierter zu sein, als ich mir das vorgestellt habe :-(
Ich weß nicht ob es immer noch so ist, aber vor einiger Zeit war es noch so, dass Volksbanken und Sparkassen nur einmal täglich buchen, idR vormittags um 10:00 Uhr. Allerdings stimmt die Sache mit den Zinsgewinnen während der Buchung nicht. Diese Praxis wurden den Banken höchstrichterlich schon vor einigen Jahren untersagt, die Wertstellung der Gutschrift erfolgt mit der Uhrzeit der Abbuchung.
Hmm, könnte sein. Ich seh allerdings nur das Buchungsdatum auf meinem Konto, nicht die Uhrzeit. Mir ist aber schon aufgefallen, dass erst ab Mittag neue Buchungen da sind, morgens brauche ich da gar nicht erst nachschauen, da war bisher immer alles so, wie am Abend vorher, manchmal kamen aber auch noch mal so zwischen 17.00 und 18.00 neue Buchungen. Das wäre dann zweimal am Tag. Das erklärt dann aber noch nicht die 36 Stunden. Vielleicht wars ja auch ein einmaliger Ausrutscher...
So, nun ist aber Schluss mit dem heiteren Ratespiel:
Klick!
danke @charlie.
...wie aus dem lehrbuch - bankbetriebslehre? oder?
klasse!
;-)
Das muß ich mir erst mal in aller Ruhe zu Gemüte führen.... Ist, wie schon vermutet, doch komplexer als erwartet.
Nein, das ist nicht mehr so.
Mittlerweile machen die Banken mehrmals täglich Buchungsläufe.
Wie lange eine Überweisung dauern darf, ist inzwischen auch im BGB geregelt.
Siehe dazu wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberweisung
Okay, wusste ich nicht. Ich hatte dei Information von meiner Schwester (arbeitet bei einer VoBa) und ist schon was her.
Alles schön und gut:
Stellt sich für mich trotzdem die Frage, wie man an der Börse per Knopfdruck Millionen bewegen, einem Freund ein Fax senden oder am anderen Ende der Welt gehostete Seiten aufrufen kann aber es hingegen Tage dauert, bis eine Online-Überweisung erledigt ist, die aber über die gleichen Systme läuft, mit der sich am int. Geldmarkt in Sekunden Riesenbeträge platzieren resp. abziehen lassen.
Fakt ist, dass hier mit künstlichen Verzögerungen operiert wird, um mit diesen respektablen Summen arbeiten zu können.
Da fehlt eigentlich nur noch der Vergleich mit einer eMail.
wie man an der Börse per Knopfdruck Millionen bewegen
Das gilt aber nur für die Ausführung der Order. Die Erfüllungstransaktion, also die gegenseitige Verrechnung des Gegenwertes der ge-/verkauften Wertpapiere dauert schon noch etwas länger.
es hingegen Tage dauert, bis eine Online-Überweisung erledigt ist, die aber über die gleichen Systme läuft, mit der sich am int. Geldmarkt in Sekunden Riesenbeträge platzieren resp. abziehen lassen.
Klar, die Raiffeisenbank Hintertupfing und die Sparkasse Fischkopfhafen haben die gleiche Interbankenverbindung wie die Citibank und die Deutsche Bank.
Fakt ist, dass hier mit künstlichen Verzögerungen operiert wird, um mit diesen respektablen Summen arbeiten zu können.
Möglich, aber allein schon durch die Bankenstruktur in Deutschland sind die Übertragungswege (von Raiba über Geno-Zentrale über Giro-Zentrale an Sparkasse) nicht gerade optimal. Dazu kommen noch gesetzliche Prüfungspflichten sowohl bei der Auftraggeber-, als auch bei der Empfängerbank (Übereinstimmung Überweisungsempfänger und Kontoinhaber).
Ja, ist ja zum einen richtig, was Du schreibst. Nur rein technisch gesehen ist da schon der Wurm drinnen. Stell Dir mal so einen Sch... in der Wirtscahft z.B. beim Lenken von Warenströmen usw. vor. Sind auch nur Datensätze, die aber bei hohem materiellem Wert weltweit innerhalb von Skeunden übermittelt werden können.
Ich halte das ganze noch immer für Beschiß am Kunden, der mit dem ganzen finanz- resp. IT-technischen Gefasel nur verschleiert werden soll.
... was aber nach einem Urteil des Landgerichts Berlin (AZ: 57 S 116/00) bei Online-Überweisungen nicht erforderlich ist. Die Richter begründeten dies unter anderem damit, dass die Rationalisierung beim beleglosen Zahlungsverkehr via Internet wieder zunichte gemacht würde, wenn die Kreditinstitute derartige Aufträge einer genauen Kontoprüfung unterziehen müssten..
Solche läppischen Aufgaben kannst Du nicht mit Bankbuchungen vergleichen, da sind deutlich höhere Anforderungen vorhanden. So muß sichergestellt sein, daß an keiner Stelle Daten verloren gehen - selbst bei Ausfällen von Hardware! Es müssen also alle Buchungsvorgänge genaustens nachvollziehbar sein, Überweisungen und solche Geschichten müssen nebenbei auch noch mehrere Jahre lang archiviert werden...
Aufgrund der extrem hohen Anforderungen an die Transaktionssicherheit setzt man in diesem Bereich nach wie vor auf Großrechner, was sich seit Jahren bewährt hat. Typischerweise werden die Daten dort dann in Form von Batch-Jobs verarbeitet - irgendwann gibt man dann also einen großen "Stapel" von Überweisungen rein und lässt den weiterverarbeiten, die Aktionen werden also nicht in Echtzeit ausgeführt (wäre angesichts der starken Schwankungen bei der Anzahl von Geldtransfers auch eher ungünstig)...
Also mir ists lieber wenn es einen Tag dauert, als wenn mein Geld auf wundersame weise verschwindet nur weil im RZ eine USV abbrennt oder andere Dinge passieren die nicht passieren sollten ;-)
Gruß
Borlander
