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Warum macht man sowas?

xafford / 4 Antworten / Baumansicht Nickles

Hier erst mal der Link zu dem Artikel, auf den ich mich beziehe:

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,317836,00.html

Unfraglich, eine geniale Leistung der Brüder, die bei Freeclimbing auch wirklich aus der reinen körperlichen und psychischen leistungsfähigkeit resultiert, und nicht aus Technik und Ausrüstung.
Aber warum klettert jemand Solo? Also warum klettert jemand nicht nur Free, also mit Seil als Absturzschutz (der im Vorstieg auch schon mal nur zur Gewissensberuhigung dienen kann, wenn der Vorstieg weiter als der Abstand zum Boden wird), sondern komplett ungesichert? Die körperliche Leistung erhöht das an sich nicht, eher den psychischen Druck (Ich kletterte früher selbst ein paar Jahre und weiß, wie man sich im Vorstieg fühlt, wenn an weiß, daß das Seil länger hängt, als der Boden entfernt ist).
Mach so Leute das wegen des Schockeffektes? Wegen der Show? Wegen Lebensmüdigkeit? Sind die Leute einfach nur vrwegen, oder vertrauen sie ihren Fähigkeiten so blind, daß sie keine Sicherung bedürfen (ein Tritt oder Griff kann trotzdem immer brechen), oder ist es einfach der Kick den vielen oft im normalen Leben zu fehlen scheint, weil ihnen unsere Welt im Großen und Ganzen zu sicher und langweilig geworden ist (zumindest in den Industrienationen)?

Was ist eure Meinung über sowas? Haudegen? Bekloppte? Selbstmord auf Raten?

Pauschalurteile sind immer falsch!!!
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Turbo Lover xafford „Warum macht man sowas?“
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Ganz einfach, sie haben Misserfolg im sonstigen Leben und haben deshalb Minderwertigkeitskomplexe und versuchen diese dadurch wett zu machen. Könnte auch übersteigertes Selbstbewusstsein. Oder einfach etwas was man nciht versteht, ehe man es selbst getan hat......

TL

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gelöscht_116802 xafford „Warum macht man sowas?“
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Er behauptet von sich, kein adrenalinsüchtiger Kletter-Junkie, sondern ein berechnender Grenzgänger zu sein.

Wo soll denn da der Unterschied sein? Der Typ redet von einem "irrsinnigen Glücksgefühl"! Und woher kommt das wohl? Also doch ein Adrenalin-Junkie....!

Oder einfach nur bekloppt! :oP
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The Wasp xafford „Warum macht man sowas?“
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Es gibt unterschiedliche Reizschwellen (wohl genetisch fixiert). Jeder hat eine andere, bei manchen reicht es schon auf einem 3 Meter Brett zu stehen und andere können auf Bergen rumklettern als seien sie Bergziegen.
Das sind Profis, die seit ihrer Kindheit nichts anderes machen und genau wissen, was sie tun. Jeder Tritt und Griff ist minutiös geplant und mehrfach im Kopf durchgespielt. Wenn man permanent davon ausgeht, daß man abstürzen könnte, wird man sowas nicht machen.
Schuhmacher sagte in einem Interview: Er gehe davon aus, daß das Auto 100% funktioniert und nicht daß es versagen könnte. Professionalität und eine erhöhte Reizschwelle, alles Dinge, die wir nicht haben und deshalb lieber am PC sitzen. ^^
Lebensmüde Leute wären längst tot und würden es nie zu einer solchen Perfektion bringen.

Ende
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Herman Munster xafford „Warum macht man sowas?“
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**Selbstverständlich** ein Adrenalin-Junkie!

Für ihn bzw. sie selber möchte ich nur hoffen, daß dieses ganz allein aus dem eigenen Körper selber kommt und nicht von außen mit Chemikalien hervorgerufen oder verstärkt wird... Dann wäre nämlich ganz schnell mal der Ofen aus!

Es läuft praktisch immer nur auf eine der vielen, vielen, vielen Spielarten von "Angabe" hinaus. "Schaut uns an, was sind wir doch für tolle Burschen", "nur wir bringen das zustande", "wir sind die ersten", "wir sind die besten" usw. Einige tun´s nur für sich selber, andere für die Öffentlichkeit.

Ganz sicherlich sind die nicht lebensmüde, die sowas tun. Sie würden sich damit ja unmittelbar um die zukünftig noch zu erlebenden "Glücksgefühle" bringen - und das ziemlich final - bisher ist jedenfalls noch keiner zurückgekommen... OK, sie fordern es heraus, keine Frage, aber "Überleben" ist stets das wichtigste Element der diversen Vorhaben. Und wenn die Verletzungen dabei sich im Rahmen halten - umso besser. Umso früher kann man das nächste Ding machen.

Hin und wieder - gar nicht sooo selten - sindsie einfach nur krank: bei einer ganzen Reihe von solchen sog. "Extremsportlern" finden sich nämlich Hirntumore, die die normalen Regelkreise um Adrenalin, Serotonin und ähnlichen Substanzen stören. Vielen fehlen Rezeptoren, die die euphorische Wirkung von Adrenalin & Co begrenzen, bzw. die Rezeptoren werden erst verzögert wieder freigemacht. Die vom Körper beabsichtigte (notwendige!) Gegenwirkung gegen die körperlichen Wirkungen von Adrenalin & Co fällt aus verschiedensten Gründen zu schwach aus.

Ist auch nicht weiter verwunderlich, daß die Leute "süchtig" erscheinen - denn sie SIND es, im medizinischen Sinne! Viele der im Zusammenhang mit "irrsinnigen Glücksgefühlen" involvierten Moleküle sind chemisch den Opium ähnlich - und ihre Wirkung identisch... D.h. deren Organismus hat die "Fähigkeit", sich selber ohne Chemikalienzuführung von außen süchtig zu machen. Und wie bei nahezu jeden "Sucht" gibt es Entzugserscheinungen, die diese Leute immer wieder zu neuen Taten zwingt. Und wenn dabei noch ein gerüttelt Maß an öffentlicher Beachtung, gar Bewunderung, abfällt - umso besser!

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