Beim Versuch meinen CPU-Kühler zu wechseln, hab ich einen der elkos abgehauen. Was mach ich jetzt am besten? Einen neuen kaufen oder versuchen den wieder anzukleben? Ich hab keine Ahnung von sowas :-(
Wie mach ich den wieder ran? Brauche dringend Hilfe.
Danke im Vorraus ^^
Mainboards, BIOS, Prozessoren, RAM 27.330 Themen, 124.520 Beiträge
Wenn defekte Elkos getauscht werden müssen, dann soll man sie nach Möglichkeit nicht auslöten, weil die Multilayerplatinen ev. dabei einen Kurzschluss zwischen den Layern bekommen. Der Idealfall ist also einen Elko abzuklemmen. Dein Missgeschick ist möglicher Weise schon der halbe Weg zu dieser Prozedur. Es sollten also kleine Drahtstummel aus dem Mainboard rausgucken. Da kann man dann Drähtchen anlöten und an diese Drähtchen einen neuen Elko. Du kannst zwar am defekten Elko den Wert ablesen, Spannung und Kapazität in Mikrofarad (µF) und siehst vermutlich auch die Polarität. Die Elkos müssen richtig gepolt eingelötet werden. Also sieh Dir das Teil das entfernt werden soll genau an, damit Du die Anschlusspunkte der Polarität zuordnen kannst (also Elko eine Seite markieren). Letzlich ist das aber ein Job für einen versierten Bastler, denn so ein Mainboard ist grazil wie ne Armbanduhr. Auch der Elko ist ein Spezialbauteil und nicht mit Feld-, Wald- und Wiesenelkos zu vergleichen. Die Teile sind schwer zu besorgen und die Versandkosten sind höher als der Bauteilpreis. Am besten besorgst Du einen Elko von einem defekten Mainboard.
Du kannst allerdings auch einfach versuchen, ob Dein Mainboard mit einem Elko weniger - vielleicht nur ne Zeit lang - stabil läuft, ist aber ein bischen riskant, wäre ja schade wenn die CPU noch abraucht. Ich würde das nach dem Wert der CPU entscheiden.
http://home.arcor.de/web250/elkos.html
Kannst auch mal nach Mainboard-Elkos googeln
Zur Elko-Beschaffung:
Gehe mit dem Teil in einen kleinen Elektronikladen. Nicht zu Conrad. Vielleicht löten die dir das auch gleich an.
Wird eigentlich in der Schule noch Löten gelernt?
Gruß Holger
Niemand wird den Elko einlöten, nicht gewerblich, weil die Erfolgschance zu gering ist, bzw. es dauert zu lange. Die notwendige Sorte Elko kriegst Du nicht im "kleinen Elektronikladen", es sei denn dort hat man ein defektes Mainboard mit passenden Elkos zum "Schlachten".
Auch bedenken: Die Elkos sind Verschleißteile. Normaler Weise 2000 Stunden bei 105°C, die Lebensdauer verdoppelt sich bei jeweils 10° weniger. Wegen der extrem hohen Umladeströme - in der Summe bis zu 70 Ampere - werden die Dinger heiß. In der Regel werden sie vom CPU-Lüfter mit angeblasen.
Tilo komm mal auf den Teppich der Elektrobastler mit Erfahrung und Wissen zurück.
Ich hab selber des Öfteren an meiner Waschmaschine (welch Vergleich) bei Defekten auf der zentralen Prozessplatine (Bosch/Siemens) daran rumlöten müssen. Meist war ein spezieller Thyristor durchgebrannt. Diesen Thyristor gibt es nirgens einzeln zu kaufen. Aber man kann anhand von Bauteiltabellen die Werte ablesen und ähnliche Teile einbauen. Solchen Service findest du nur in kleinen Elektronikläden. Die sind teilweise selbs daran interessiert was da eigentlich abläuft und somit sogar bereit selbst hand anzulegen. Diesen Leuten ist die Erfahrung mehr wert als Geld.
Falls es wichtig ist. Ich hab die drei HPI Pässe gemacht.
Gruß Holger
1. sind Motherboard-Elkos schaltfeste Spezialelkos, nicht selten mit krummen Werten und für einen hohen Temperaturbereich ausgelegt.
2. sind solche Elkos sehr schwer oder nicht beschaffbar.
3. ist es sehr schwer bzw. unmöglich. einen Elko auf einem Motherboard zu wechseln.
Generell ist es in der Praxis unmöglich, auf Multilayer-Platinen bedrahtete Bauelemente aus- und wieder einzulöten. Bei diesen Multilayer-Leiterplatten wird eine Ebene als vollflächige Masse-Ebene verwendet. Beim Löten mit Lötkolben bzw. Lötstation entzieht diese Massefläche (besonders die Massefläche und auch die +5V/+3,3V stellen große Kupferflächen dar!) der Lötstelle soviel Wärme, daß ein vernünftiger Zinnfluß unmöglich ist. Wenn man einen größeren Lötkolben verwendet und die Lötzeit auch noch erhöht, zerstört man mit 100%iger Wahrscheinlichkeit das Motherboard. Bei einem Multilayerboard ist nur Schwallöten möglich - dabei können die Bauelemente innerhalb kurzer Zeit großflächig (genaugenommen auf einem wiederum schmalen Streifen über die ganze Boardbreite) gelötet werden. Bei einem Schwall ist ja das Zinn bereits aufgeschmolzen und das Schwallbad selbst stellt eine große Wärmekapazität dar.
Ich habe ein einziges Mal versucht, an einem Motherboard rumzulöten. Ich wollte "nur" eine Steckerleiste für einem USB-Anschluß nachlöten (alles war vorbereitet, selbst im BIOS konnte man USB aktivieren). Nach der Lötaktion war das Board tot, d. h. ein Booten war nicht mehr möglich. Ich jedenfalls bin von solchen Motherboard-Lötversuchen geheilt ...
rill
Jungs aus euch spricht der pure Wessi „geht nicht, darf nicht sein“ Ich bin auf DDR-Boden groß geworden, da war Erfindungsgeist gefragt.
Kondensatoren sind Massenware. Man muss nur die Spezifikationen der Teile herrausfinden. Sicher ist es schwierig in Mehr-layer-platinen aus und wieder einzulöten. Es geht aber gelegentlich. Die Industrie macht vieles schneller aber nicht immer alles besser.
Im Ursprungsposting war der Elko weggedrückt, da sollten auf der Oberfläche wenigstens noch der Ansatz der Elementebeine raus schauen.
Kinners, der Junge will versuchen einen abgerissenen Elko zu ersetzen. Macht doch nicht gleich alles madig.
Du musst einfach mal alles lesen!
Ich habe ihm geraten die abgezwackten Beinchen zu verwenden. Die Frage ist blos wo er einen Elko mit geringer Induktivität und Widerstand herbekommt. Wenn ein versierter Bastler will, dann kann er auch. Wenn ein Profi auch nur ne halbe Stunde beschäftigt ist, dann kann man fast schon über Ersatz durch ein Billigstmainboard nachdenken, denn der Profi hat einen Stundensatz (Mischkalkulation) indem Lohnnebenkosten, Werkstattkosten und Schulungen drinstecken. Das dürfte fast so teuer sein, wie in der Autowerkstatt. Wenn die Werkstatt spezialisiert ist, sieht es anders aus...dann hat er die passenden Elkos rumliegen.
wie sind eigentlich Elkos aufgebaut ???
Hab noch nie reingeguckt, nur mal einen gesehen, der regelrecht "ausgelaufen"
war. Dürfte doch bedeuten, daß die innen irgendeine Substanz haben, die sich durch
Erhitzung regelrecht verflüssigt. Würde das nicht auch heissen, daß Elkos, die
abgefallen sind und deren Stummel, wie tilo sagt, freiliegen wieder draufgesteckt
werden können und evtl. neu fixiert werden können (Sek.-kleber ?)
Ihr seht, man (hier : ich) redet immer wie selbstverständlich von Elkos etc, aber
weiß eigentlich gar nicht viel über deren Aufbau, nur was sie bewirken (oder auch
nicht).
Hallo,
am besten schau dir das mal an
http://www.thesunscreenman.com/download/sch0006.pdf
das mit den drauf stecken und fixieren wird wohl nichts
thx. pdf gelesen.
Sag ich doch, ganz einfach:
Mußt halt nur beim Wiederdraufstecken gut zielen, damit die beiden
"Stummel" und zwar jeder richtig an das Dielektrikum bzw. an die Anode
kommen. Dann klappts auch wieder mit dem Elko ;-))
Tja, war wohl nix, hatte ich mir gaaaanz anders vorgestellt.
CU
Hi, also ich bin selbst schon mal bei so einem Lötversuch gescheitert, war allerdings ein geschenktes MB.
Als allerdings bei einem Bekannten(Inhaber eines kleinen West-TV-Ladens ;-)) ein Kondensator auf seinem Rechner den Geist aufgab, hat er ihn kurzer, ruhiger Hand gegen einen neuen ausgetauscht. Gelernt ist eben gelernt oder Glück gehabt wg. Multilayerplatine usw...
Der PC läuft übrigens immer noch.
Nur zur Info
cu
Hallo,
ich habe auch erst ein bischen rum probiert und eine sehr sichere Lösung für den Tausch von Elkos auf Mainboards (Multilayer Platinen) gefunden. Allerdings sind bei mir immer die Elkos am Stück gewesen, d.h. saßen noch auf dem Board.
Das es mit dem Lötkolben net funzt habe ich auch schnell gemerkt. Also man nehme einen Bauföhn - so wie es die Dinger zum Farbe abbrennen oder Schrumpfschlauch verarbeiten im Baumarkt gibt). Wenn Du das Ding neu kaufst, gib ein wenig mehr aus und nimm einen stufelos regelbaren. Ein Billig-Teil tut es aber auch (wie bei mir) Dann besorge Dir dort, wo es den Föhn gibt, als Zubehör eine 5 mm Edelsahldüse zum aufstecken. Kostenpunkt ca. 8 Euro. Ich habe meinen Billigföhn auf 500°C gestellt. Dann nimmt man das Board zwischen die Knie, zieht am Elko und bläst von hinten Heißluft auf die Anschlüsse. Dabei langsam immer dichter ran gehen und wenn das Zinn schmilzt fix arbeiten und dann auch wieder schnell weg mit dem Fön. Ein wenig üben und Fingerspitzengefühl an einem toten Board kann nicht schaden! Wenn es zu heiß wird, schlägt das Board Blasen. Wenn der Elko raus ist, sind immer noch die Löcher voller Zinn. Mit Entlötlitze kannst Du vergessen, eben weil Du wie beschrieben, nicht genug Wärme an das Lötauge bringst und der Lötvorgang zu lange dauert. Ich nehme einen 0,7 mm Bohrer und bohre vorsichtig mit geringer Drehzahl das Zinn raus. Das Zinn ist weich, man kann den Bohrer auch Mit zwei Fingern drehen. Nicht zu lange im Bohrloch rum rühren, es soll nur das Zinn raus und nicht die Durchkontaktierung, die die einzelnen Layer der Platine untereinander verbindet. Diese Schicht ist nur ein paar µm dick! Einen Ersatzelko gewinnt man durch "schlachten" und nacnmessen, ob die Kapazität noch stimmt. Oder www.reichelt.de hat auch 105° Typen im Angebot. www.segor.de ist teurer, hat aber eine größere Auswahl. Conrad hat neuerdings auch 105° Typen im Sortiment, aber seit dem die Jungs mir keinen kostenlosen Katalog mehr rüberwachsen lassen, stehe ich da nicht mehr so im Stoff.
Der Austauschelko kann ruhig eine größere Kapazität und größere Spannungsfestigkeit haben, sofern er nur mechanisch drauf passt. Statt 1500µF 6,3V gehen auch 2200µF und 10V oder 16V, so es der Platz hergibt. Ein 1200µF Elko, wie auf älteren Boards oft verbaut, geht aber auch, denn Elkos haben meist -20% bis +50% Toleranz.
Auf die Polung achten, steht eigentlich immer auf dem Board. Zum Löten hat sich bei mir in Spiritus gelöstes Kolophonium bewährt. Dazu ein paar Tropfen auf die Lötstelle tropfen. Dünnes Fadenlötzinn nehmen und den Lötkolben höher als sonst einstellen. Normal nehme ich 280-290°, für das Board dann 320°. Es kann durchaus etwas länger als üblich dauern. Hauptsache die Lötstelle sieht gut aus!
Ich habe so schon über 20 Boards wieder stabil ans Laufen bekommen. Auch ein fest eingelöteter SMD-FLASH läßt sich "rausföhnen" Dazu den Chip anstupsen und nicht direkt auf das Gehäuse blasen, sondern auf die Pins und kreisende bewegungen machen. Wenn der Chip kommt, sofort bei Seite schieben und mit der Pinzette absammeln und auf dem Schwamm vom Lötkolben kühlen. Ich habe so noch nie einen Chip abgeschossen! Außer bei BGA's (die haben die Anschlüsse unter dem Chip)funzt das sehr gut. Bei PLCC dann einfach Fassung einlöten, Chip neu proggen und den Chip wieder auf das Board drauf ;-)
Übrigens, falls es irgendwie von Belang ist, ich habe auch alle 3 Elektronikpässe vom HPI, bin gelernter Ossi und konnte löten, noch ich ich zur Schule kam. Mit 4 oder 5 Jahren bekam ich ein Holzbrett mit Klingel, Lampe und Flachbatterie und kurz danach eine elektrische Eisenbahn. Das war der Anfang meiner Bastelleidenschaft. Mit 10 Jahren besorgte ich mir dann die ersten Transistoren und mit 12 Jahren die ersten IC's
Gruß Gerald
105°C allein reicht nicht. Wenn die Boards trotzdem laufen (???), dann liegt das an den Toleranzen und Überdimensionierung. Die Elkos werden ja bis zu 100000-mal in der Sekunde gepulst, sie müssen speziell niedrige Induktivität haben.
Hallo,
ich habe öfter mal bei Abit Boards die toten Elkos nachgemessen. Die ehemals 1500µ Elkos lagen im Schnitt bei 300 - 1000µ und waren dann gerade so an der Kippe, das das Board noch instabil lief. Um die Induktivität zu senken werden sowieso immer 8 - 10 Elkos parallel geschaltet.
Gruß Gerald
