Bevor ich zwei alte Festplatten, die sich unter Windows nicht mehr formatieren lassen, mit dem low-Level-format bearbeite, möchte ich sie auf einen Rat hin mit Knoppix formatieren. Nun habe ich aber von Linux keine Ahnung. Ist nix mit rechter Maustaste auf Laufwerk klicken und dann auf "formatieren". Benutze gerade Knoppix 3.4, ist das vielleicht zu alt? Kann mir jemand eine einfache Anleitung geben, wie man mit Linux formatiert oder soll man als Anfänger besser die Finger davon lassen?
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Wie das mit Knoppix funktioniert, kann ich dir leider nicht sagen, aber du könntest dir als Alternative aus dem Downloadbereich von Heise das Programm "Killmbr" besorgen, womit der Master Boot Record komplett gelöscht wird. Danach könntest du noch einen letzten Versuch unter Windows wagen. Warum klappt es übrigens nicht, was bekommst du denn für Fehlermeldungen?
CU
Olaf
Hallo Olaf!
Tja, eigentlich habe ich meine Frage unter der Rubrik "Linux" eingestellt, wurde leider verschoben.
Ich habe zwei Festplatten, die sich in Windows nicht mehr formatieren lassen (Formatierung bricht jedesmal ab, Fehlermeldung: defekt o.ä., weiß ich nicht mehr genau) und möchte sie wenn möglich wieder brauchbar machen. Es geht mir nicht um Datenrettung, sondern um "reparieren" alter Festplatten.
Nun habe ich zwei Tips erhalten: 1) Formatieren mit Linux bzw. Knoppix und 2) LowLevelFormat. In dieser Reihenfolge wollte ich auch vorgehen. Habe aber eben leider keine Ahnung, wie das Formatieren in Linux funktioniert.
Danke für Deine Antwort und Gruß
Manuel
(PS: Alte Rechtschreibung)
> Es geht mir nicht um Datenrettung, sondern um "reparieren" alter Festplatten.
Genau so hatte ich es auch verstanden, deswegen hatte ich den Beitrag auch auf das Festplatten-Board verschoben. Denn du hast ja kein linux-spezifisches Problem, sondern die Frage ist, wie wir deine Platte "heilen" können. Wenn die Platte wirklich kaputt ist, wird auch ein Low-Level-Format nichts mehr helfen; um das aber erst einmal festzustellen, solltest du dich auf der Webseite des Herstellers mal nach einem Diagnose-Tool für deine Platte umsehen, sowas in der Art wie der "Drive Fitness Test" von Hitachi. Weiß nicht, ob der für Platten anderer Hersteller auch funktioniert, ansonsten müsste es auch für deine Platte ein Hersteller-Tool geben.
CU
Olaf
Ja, Diagnosetools sind schon durch. Deshalb muß ich nun wohl doch das Low-Level-Format versuchen. Traue mich da immer noch nicht richtig ran und bekam halt auch den Tip, es vorher mit Knoppix zu versuchen, da weniger schadhaft für Festplatten und trotzdem angeblich oftmals erfolgreicher als formatieren mit Windows.
Noch eine Frage: Wie kann ich Antwort von Linux-Spezialisten bekommen, wie das Formatieren von Festplatten in Knoppix funktioniert, wenn meine Frage nicht unter der passenden Rubrik stehen kann? Ich bräuchte eine Anleitung, wie man in Linux formatiert. Vielleicht ist das ja auch zu schwierig für einen Anfänger, vielleicht würde es aber auch hinkriegen. Aber ohne Antwort habe ich leider nicht die Möglichkeit, das auszuprobieren. Schade.
Es grüßt
Manuel
Ich hab's nochmal auf das Linux-Board zurückgeschoben... obwohl ich nach wie vor der Meinung bin, deiner Fehlerbeschreibung nach, dass es sich um ein Hardwareproblem handelt, gegen das auch Knoppix machtlos sein wird. Aber sei's drum - ich mag mich täuschen. Zumindest einen Versuch ist es wert, zumal die Low- Level-Formatierung immer eine recht langwierige Angelegenheit ist.
Es sind seit deiner Frage von gestern abend spät auch noch keine neuen Threads hier eingegangen, so dass deine Frage jetzt auf dem Linuxboard nach wie vor ganz oben steht :-)
CU
Olaf, daumendrückend
Merci bien
Die ersten 8 Gigabytes kann man mit dem alt-ehrwürdigen IBM-Wipe Low-Level formatieren. Das reicht oft auch bei sehr viel größeren Festplatten, weil Probleme meist am Plattenanfang liegen.
Internet-Infoseite
www.bris.ac.uk/is/services/computers/general/disposal/data_erase.htm
Download-Link für wipe:
www.bris.ac.uk/is/services/computers/general/disposal/wipe.exe
Nach dem Download wipe.exe zum Extrahieren ausführen und die beiden Dateien auf eine startfähige (Win98) Diskette kopieren...soviel Platz ist da noch.
Achtung, das Beispiel, das Wipe auf dem Monitor anzeigt, bezieht sich auf Festplatte 1. Nach der Zählweise außerhalb der Mikrosoft-FDISK-Bezeichnungsweise ist das die 2-te Festplatte!! Wenn die erste Festplatte behandelt werden soll, ist "wipe 0" einzugeben.
Wie danach mit der scheinbar völlig leeren Festplatte umgehen?
Die Platte bekommt man dann nicht mit PartitionMagic partitioniert...während WinXP mit völlig leeren Festplatten klarkommt. Man nimmt im Zweifelsfall erst mal ne Win98-Startdiskette und führt den Befehl fdisk /mbr aus (ergibt etwa 8GB) und korrigiert dann die Partitionsgröße und Dateisystem mit PartitionMagic-Notfalldisketten...oder bei der Windows-Installation.
Falls die Platten fehlerhaft sind ist ev. ein WinXP chkdsk NACH dem Low Level Format nützlich. Dazu die Platten als zweite Festplatte einbauen und mit Hilfe des Betriebssystems auf der ersten Platte behandeln. Als eine große Partition einrichten (7,8 MB am Plattenende frei lassen!) und NTFS formatieren. Arbeitsplatz, Kontextmenü des Laufwerksbuchstabens, Eigenschaften, Extras, Fehlerüberprüfung, erstes Kästchen aktivieren.
Hallo Tilo!
Mit dem IBM-Wipe bin ich leider nicht klargekommen. Aber ich habe schon eine Diskette mit "powermax" von Maxtor, die auch bei anderen Festplattenherstellern funktionieren soll.
Die anderen Tips sind allerdings sehr hilfreich: fdisk /mbr und chkdsk habe ich zwar schonmal gehört, wußte aber nicht, wozu das gut sein soll.
Vielen Dank für Deine ausführlichen Erklärungen und Grüße
Manuel
hallo,
in einem ähnlichen fall habe ich die platte mit dban (Dariks boot and nuke) im "schnellmodus" gelöscht und dann mit cfdisk (ein linuxtool) formatiert.
AFAIK kann cfdisk jedenfalls fat-partitionen erstellen, ntfs hab ich noch nicht probiert, und schreibt dabei auch den mbr neu.
sollte das auch nicht funktionieren wird wohl die diagnose von olaf die richtige sein.
sei vorsichtig beim einsatz von dban, damit gelöschte platten sind wirklich leer, da ist dann nix mehr zu retten. die zählung beginnt unix-like bei 0 (0=erste platte).
dban gibts hier:
http://www.zdnet.de/downloads/prg/x/e/deQEXE-wc.html
oder auf der sysresc-cd, das ist ein "rettungslinux", allerdings ohne GUI, gibts samt manual hier:
http://www.sysresccd.org/Download.en.php
hth
grüsse
borowitsch
[Diese Nachricht wurde nachträglich bearbeitet.]
Habe nun dban auf Diskette und systemrescuecd auf CD. Bei weiteren Fragen, die sicherlich nicht ausbleiben, melde ich mich wieder.
Vielen Dank für Deine Hilfe
Manuel
Hallo Borowitsch!
Habe es nun geschafft: nach der Behandlung mit dban wird die Festplatte Seagate 30GB nicht mehr vom BIOS erkannt. Schätze 'mal, das war's.
Habe folgende Meldung gefunden
[2006/03/08 22:43:04] dban: Wipe started.
[2006/03/09 00:09:34] dban: DBAN finished with non-fatal errors. The disks were not properly wiped, or there were verification errors.
Nach Beendigung wurde auf Diskette der Ordner Dbanlog angelegt, die Dateien darin beginnen bei Dban0000.tgz und enden irgendwann, habe auf zweiter Diskette bei Dban0052 die Sache abgebrochen.
Vielleicht kannst Du mich nochmals kurz benachrichtigen, was das alles so in etwa bedeutet. Die Ultrakurzform davon glaube ich schon zu kennen: Platte futsch.
Gruß, Manuel
hallo manuel,
da bin ich im moment leider überfragt, eine derartige fehlermeldung hatte ich bisher erst einmal, da war der scsi-controler hinüber.
wenn die platte wirklich im bios nicht mehr erkannt wird, seh ich allerdings schwarz. hast du die hardware-suchfunktion im bios schon probiert?
ich werd mich aber nochmal schlau machen und meld mich wieder
grüsse
borowitsch
Das müssen uralte Festplatten sein. Bei einer Low Level Formatierung werden mit einem hohem Schreibstrom magnetische Spuren angelegt. Das war früher notwendig, wenn man die festplatte gerade gekauft hatte.
Bei den heutigen Festplatten werden Linearmotoren verwendet , die mit Hilfe von Servospuren, die Schreib-Leseköpfe präzise positionieren.
Die neueren Festplatten darf man gar nicht mehr low level-Formatieren, weil dabei auch die Servospuren zerstört werden.
Solche Programme wie format von DOS machen nur eine High Level-Formatierung. Dabei wird ein Dateisystem angelegt und Metadaten für das Dateisystems auf der Festplatte abgespeichert.
Wenn Windows oder DOS die Festplatten nicht mehr formatieren können, dann sind diese Festplatten mechanisch defekt. Mit der Zeit verschleißt die Mechanik der festplatte, dann setzen die Schreib-Leseköpfe auf und dabei werden die Spuren zerstört. Diese alte festplatte kannst du als Elektronikschrott entsorgen oder mal öffnen und nachschauen wie so eine alte Festplatte aufgebaut ist.
[Diese Nachricht wurde nachträglich bearbeitet.]
Die neuere ist eine Seagate 30GB (Model ST330610A) von 2001. Aus der Seagate-Seite steht dazu: Drive is already low-level formatted at the factory. Von daher nehme ich an, daß sie noch zu den Platten gehört, die man lowleveln kann.
Aufschrauben und reinschauen steht selbstverständlich auch noch an, irgendwann bei irgendeiner wirklich absolut nicht mehr zu rettenden Festplatte. Bin doch auch neugierig.
Es dankt
Manuel
Nicht aufschrauben !!!! Das war nur ein Scherz. " Drive is already low-level formatted at the factory" Das wird in der Fabirk gemacht. Beim Low Level Formatieren werden die magnetischen Spuren auf der Festplatte angelegt.
Das hat man früher selbst machen müssen. Das war vor 20 Jahren !!!!
Heute darf man das nicht mehr selbst machen. Das wurde früher mit dem BIOS der PCs gemacht.
Es kann sein, das durch Wärmeeinwirkung oder sehr starke Magnetfelder die Festplatte entmagnetisiert wurde. Ich weiß nicht was man da noch machen kann.
Das Formatieren mit format von DOS oder mkfs.ext3 von Linux ist eine Highlevel-Formatierung. Da wird nur ein Dateisystem angelegt.
Klingt alles plausibel, nur frage ich mich, wofür dann die diversen Tools zur Low-Level-Formatierung da sind, die man sich auf den Webseiten der Hersteller herunterladen kann, wenn man diese Prozedur keinesfalls selbst zuhause ausführen darf.
CU
Olaf
Oje, so alt sind die Platten nun doch nicht.
Was mich wundert: Mir wurde von verschiedenen Seiten geraten, LowLevel als allerletzte Möglichkeit auszuprobieren und ich hatte vorher beschrieben, um welche Festplatten es sich handelt. "Powermax" von Maxtor wollte ich dazu benutzen. Aber wenn wirklich nichts anderes mehr hilft, kann man es ja doch auch mit LLF versuchen, dann ist's eh wurscht. Und danach dann noch aufschrauben.
Nochmals danke, Manu
- erst alle anderen Tipps befolgen
- zuletzt die Low-Level-Formatierung durchführen
- und gaaanz zuletzt die Platte aufschrauben ;-))
Viel Glück, ich fürchte du wirst es in diesem Falle brauchen...
CU
Olaf
Gemeint ist sicherlich "unechtes" Low-Level-Format, also konsequentes Nullen-schreiben von Anfang an, inklusiv MBR.
Bei bestimmten Plattenfehlern von Windows (logische Fehler), hat es tatsächlich geholfen die Platten mal mit dem alten ext2 Dateisystem zu formatieren...und den MBR (mit killmbr) wieder zu löschen. Ich habe dazu zumeist mit einer alten SuSE 6.4-CD eine Minimalinstallation versucht und gleich nach dem Formatieren - noch vor dem Aufspielen von Daten - abgebrochen.
[Diese Nachricht wurde nachträglich bearbeitet.]
Denke ich auch. Beim echten Low Level-Formatieren werden die magnetischen Spuren erstmal angelegt. Und auf diesen magnetischen Spuren, werden dann die echten Daten abgespeichert. Bei Musikkassetten nennt man das Vormagnetisierung. Und auf dieser Vormagnetisierung wird dann die eigentliche Musik
abgespeichert.
Die Schreib-Lese-Köpfe können nur Flußrichtungsänderungen des Magnetfeldes lesen. Statische Signale können nicht von Schreib-Leseköpfen verarbeitet werden.
Beim echten Low Level-Formatieren müssen nicht nur die magnetischen Spuren aufmagnetisert werden, sondern auch die Servospuren für das Positionieren der Schreib-Lese-Köpf angelegt werden.
Das muß ganz präzisse erfolgen.
Klappt das auch mit SuSELinux 10.0?
Und gibt es eine Möglichkeit, Linux zu istallieren und dann im Betriebssystem eine zweite Festplatte zu formatieren? Etwa so wie in WindowsXP re.Maustaste auf Laufwerk und dann formatieren. Habe mit Knoppix 3.4 nichts gefunden.
Manuel
Das sind alles nur Linuxdistributionen. Normalerweise ist es egal welche Distribution man verwendet. Die Konfiguration ist immer distributionsabhängig.
Im Serverbereich werden für die Konfiguration nur Kommandozeilentools verwendet, da in der Regel kein Grafiktreiber (XServer) auf einem Server installiert wird.
Festplatten werden mit Kommadozeilentools formatiert.
Es gibt verschiedene Dateisysteme. ext3 hat sich sehr bewährt und läuft auf meinen Rechnern sehr fehlerfrei und stabil:
"mke2fs -j /dev/Gerätedatei"
Du mußt mal die Manualpage von mke2fs durchlesen:
man mke2fs
Linux ist kein Desktopsystem wie Windows, sondern ein kombiniertes Desktop-/Serversystem.
Auf einem Server wird kein Grafiktreiber installiert. Deshalb gibt es für die Konfiguration jede Menge Kommadozeilenprogramme.
Manche Distributionen programmieren verschiedene grafische Frontends für die Konfiguration. Man kann aber Linux auch sehr schön von der Konsole aus
konfigurieren.
[Diese Nachricht wurde nachträglich bearbeitet.]
Hallo Karsten!
Ein bißchen spät, aber ich wollte mich noch für Deine Erklärungen bedanken. Linux ist also doch immer noch schwieriger zu bedienen als Windows, aber ich versuche mich reinzuarbeiten.
Gruß
