Hallo, ich will mir eine eigene Bootpartition einrichten und dafür von einer vorhandenen extended partition 100MB abzweigen. Damit dürfte die Partition die Bezeichnung hda12 erhalten. Zweck der Übung ist es, daß ich nach der Installation eines Linux (zuletzt BeatrIX) möglichst nur die Parameterdatei von Grub anpasse und nicht immer wieder komplett neu aufsetzen bzw. reparieren muß.
Neben SUSE9.0 habe ich 2 weitere Linux-Systeme und WIN98.
Kann mir jemand Tips dazu geben ?
danke
heriL
Linux 15.070 Themen, 107.540 Beiträge
Du brauchst eigentlich nur die Datei /boot/grub/menu.lst anzupassen.
Eine Defaultkonfiguration kannst du mit dem Programm "update-grub" erzeugen lassen (bei meinem Debian). "man update-grub" und "man grub" geben genauere Auskunft.
Du kannst aber auch einfach einen Texteditor nehmen und die Datei /boot/grub/menu.lst manuell anpassen.
Ich kann dir ja ein Beispiel meiner /boot/grub/menu.lst geben:
# menu.lst - See: grub(8), info grub, update-grub(8)
# grub-install(8), grub-floppy(8),
# grub-md5-crypt, /usr/share/doc/grub
# and /usr/share/doc/grub-doc/.
## default num
# Set the default entry to the entry number NUM. Numbering starts from 0, and
# the entry number 0 is the default if the command is not used.
#
# You can specify 'saved' instead of a number. In this case, the default entry
# is the entry saved with the command 'savedefault'.
default 0
## timeout sec
# Set a timeout, in SEC seconds, before automatically booting the default entry
# (normally the first entry defined).
#timeout 5
# Pretty colours
color cyan/blue white/blue
## password ['--md5'] passwd
# If used in the first section of a menu file, disable all interactive editing
# control (menu entry editor and command-line) and entries protected by the
# command 'lock'
# e.g. password topsecret
# password --md5 $1$gLhU0/$aW78kHK1QfV3P2b2znUoe/
# password topsecret
#
# examples
#
# title Windows 95/98/NT/2000
# root (hd0,0)
# makeactive
# chainloader +1
#
# title Linux
# root (hd0,1)
# kernel /vmlinuz root=/dev/hda2 ro
#
#
# Put static boot stanzas before and/or after AUTOMAGIC KERNEL LIST
### BEGIN AUTOMAGIC KERNELS LIST
## lines between the AUTOMAGIC KERNELS LIST markers will be modified
## by the debian update-grub script except for the default optons below
## DO NOT UNCOMMENT THEM, Just edit them to your needs
## ## Start Default Options ##
## default kernel options
## default kernel options for automagic boot options
## If you want special options for specifiv kernels use kopt_x_y_z
## where x.y.z is kernel version. Minor versions can be omitted.
## e.g. kopt=root=/dev/hda1 ro
# kopt=root=/dev/hda7 ro
## default grub root device
## e.g. groot=(hd0,0)
# groot=(hd0,6)
## should update-grub create alternative automagic boot options
## e.g. alternative=true
## alternative=false
# alternative=true
## should update-grub lock alternative automagic boot options
## e.g. lockalternative=true
## lockalternative=false
# lockalternative=false
## altoption boot targets option
## multiple altoptions lines are allowed
## e.g. altoptions=(extra menu suffix) extra boot options
## altoptions=(recovery mode) single
# altoptions=(recovery mode) single
## controls how many kernels should be put into the menu.lst
## only counts the first occurence of a kernel, not the
## alternative kernel options
## e.g. howmany=all
## howmany=7
# howmany=all
## ## End Default Options ##
### END DEBIAN AUTOMAGIC KERNELS LIST
#title erzeugt einen Menüeintrag beim Start von grub
#root bezeichnet die root-Partition
#(hd0,6) ist /dev/hda7
#kernel bezeichnet den jeweiligen zu bootenden Kern
title Debian GNU/Linux kernel 2.6.6-2
root (hd0,6)
kernel /boot/bzImage-2.6.6-2 root=/dev/hda7 ro
savedefault
boot
title Debian GNU/Linux kernel 2.6.8-6-nfs
root (hd0,6)
kernel /boot/bzImage-2.6.8-6-ntfs root=/dev/hda7 ro
savedefault
boot
title Debian GNU/Linux kernel 2.6.8-6
root (hd0,6)
kernel /boot/bzImage-2.6.8-6 root=/dev/hda7 ro
savedefault
boot
# This is a divider, added to separate the menu items below from the Debian
# ones.
title Other operating systems:
root
# This entry automatically added by the Debian installer for a non-linux OS
# on /dev/hda1
title Windows 2000
root (hd0,0)
savedefault
makeactive
chainloader +1
ok, aber wenn ich ein zweites Linux testweise installiere erstellt dieses seine eigene Bootdatei. Wie bringe ich den PC dazu, wieder mit der Bootdatei meines ersten Linux zu starten ?
Gruß, heriL
Dein allererstes Linux installiert den Bootmanager grub oder lilo in den MBR. Dadurch kannst du Windows oder Linux abwechselnd booten. Die swappartition kannst du auch gleich noch für andere Linuxdistributionen mitbenutzen. Das nächste Linux wird wieder auf einer logischen Partition installiert und du mußt dir unbedingt merken welche Bezeichnug diese neue root-Partition hat und wie der zu bootende Kernel heißt (und die passende System.map). Es kommt auf die Installationsroutine der Distribution an. Du darfts eben nicht den Bootmanager der nächsten Distribution wieder in den MBR installieren lassen, weil dann der MBR von der ersten Installation wieder überschrieben wird. Nach der Installation der letzten Distribution bootest du das erste Linux und editierst die /menu.lst Datei von grub einfach mit einem Editor.
Ich glaube du mußt unbedingt den grub-Bootmanager verwenden, weil der lilo - Bootmanager nicht auf Dateisysteme zugreifen kann (weiß ich aber nicht so genau, da ich den grub in letzer Zeit verwendet habe).
grub greift über das Dateisystem auf den Kernel zu und lilo bootet den kern mit Hilfe der Sektoren der Festplatte. Deshalb muß man lilo immer wieder installieren, nachdem man den Kern kopiert oder verschoben hat.
Ich habe beispielsweise zwei verschiedene Debian-versionen auf zwei verschiednen root-Partitionen installiert, weil ich nicht gewußt habe ob Sarge schon stabil genug läuft.
Du mußt eben die /boot/grub/menu.lst-Datei der ersten Linuxdistribution einfach mit einem Editor anpassen und die anderen Distributionen mit grub der ersten Linuxversion booten lassen. Das funktioniert auf jeden Fall (habe ich schon ausprobiert).
Die Syntax der /menu.lst-Datei ist nicht schwierig :-).
PS.: Ich würde an deiner Stelle mit einer Distribution anfangen und erstmal Linux richtig lernen. Die Unterschiede bei den Linux-Distributionen sind zum Glück nicht so groß , wie bei den Unixvarianten.
Die Distributionen unterscheiden sich nur bei den Installationstools und dem Umfang der mitgelieferten Programme. Das Betriebsystem , die Laufzeitumgebung um genau zu sein, ist zum großen Teil identisch.
Für die Hardwareuntersützung ist die Version des Kerns wichtig , weil die Treiber im Kern laufen.
danke, die Handhabung von /boot/grub/menu.lst ist wirklich einfach, wenn man in der Doku etwas nachgelesen hat. Ich habe BeatrIX jetzt auch auf einem älteren Rechner installiert. Diesmal wurde die MBR offenbar nicht überschrieben. Ich konnte das alte Linux wie gewohnt starten und habe dann einfach die entsprechenden Zeilen aus der menu.lst von BeatrIX beim alten Linux ergänzt (cut & paste). Dar Knackpunkt ist wohl die Installationsroutine, die MBR mal überschreibt oder auch nicht. Glücklicherweise liefert SUSE in der Installations-CD eine Repairfunktion mit, mit der ich die MBR dann wieder korrigieren kann.
Gruß,
heriL
