Siehe posting "Wieviel Strom verbraucht ein PC im 24/7-Betrieb ?"
>Wanja:
Atomstrom sollte übrigens auch funktionieren, ist frei von CO2-Emission und NOX, erhält viele Arbeitplätze bei Bund und Ländern, gibt der Industrie etwas zum Spielen für die ganzen übrigen Investitionsgelder und sorgt zudem für den raschen Verbrauch der weltweiten Uran235-Vorräte, so dass in ca. 50 Jahren entgültig nach neuen Energiequellen geforscht werden muss.
Da gabs noch andere Meinungen zu, die sollten hier Platz finden.
MfG
Wanja
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Meinung hin, Meinung her,
Fakt ist: Jeder von uns nutzt Atomstrom, ob nun gefragt oder ungefragt.
Fakt ist auch: Wenn die Betreiber den Atomstrom ohne Bereitstellung von alternativem Strom abstellen würden, würde Deutschland im Dunkeln sitzen.
Was uns bleibt ist also nur, in Ruhe abwarten, bis das letzte AKW seine Betriebsdauer erreicht hat und abgeschaltet wird. Dann haben wir nur noch das Problem des Atommülls und dessen Endlagerung.
Ob wir dann auch genügend alternative Energiequellen haben, um unseren enormen Energiebedarf zu decken? Das wissen wohl noch nicht einmal die Energieversorger.
Greetz
DeadBrain
Wie hieß es doch von Jahren, als die ganze Sache das erste Mal so richtig hochkochte:
"Kernkraftgegner überwintern bei Dunkelheit und kaltem Hintern."
Nun, der Energiebedarf ist gewaltig, keine Frage. Ebenso keine Frage ist auch, daß z.Zt. mehr Kraftwerke Strom liefern
könnten, als tatsächlich benötigt wird. Ich meine nicht, nur für Spitzenverbrauchszeiten, sondern grundsätzlich. Einige
könnte man sofort abreißen, ohne daß irgend jemand eine lumpige Lampe dafür ausschalten müßte, weil es sonst nicht reicht.
Meiner unmaßgeblichen Meinung wird bei Atomkraftwerken das Problem immer an der falschen Stelle vermutet, nicht der
Betrieb als solcher ist das eigentliche Problem, auch nicht die abgebrannten Brennelemente. Die sind von den Abmessungen
und dem Gewicht nicht das unlösbare Problem. Das richtige Problem aber ist: was macht man mit all dem Brimborium,
daß man um den heißen Bereich (auch durchaus im Sinne des Wortes) herum gebaut hat, d.h. die Metalwanne, in dem die
Brennelemente ihrem Dienst versehen (haben), die ganzen Rohrleitungen dahin und von da weg, bis hin zum ganzen Gebäude.
Die Teile sind nämlich so groß (von den Abmessungen her), daß man sie mindestens zum Transport zerteilen muß
und sind, je näher man zu der Brennelementekammer vordringt, BOMBASTISCH aktiviert worden. Und nun kommts: welche
Zerteilungsmöglichkeiten für meterdicken Spezial-(Baryt)-Beton und dezimeterdicke Spezialmetallwandungen kennt man,
die eine Kontamination der ganzen Gegend vermeiden???? Siehste, eben! Ganz abgesehen davon, daß der Abriß
ein mindestens (!!!) zweistelliges Vielfaches der Baukosten betragen wird, für die die Betreiber/Stromkonzerne nicht
aufkommen würden.
Tja, so hab ich das Problem noch nicht betrachtet.
Sieht so aus, als ob da eine gar gewaltige Altlast auf uns zukommt.
Da wird einem ja direkt übel !!
*Grummel*
DeadBrain
OOOOOOHHH JAAAAAAAA!
Wir hier hatten bis vor 2 Jahren auch so einen kleinen Reaktor für die Produktion von (noch) nicht kommerziell
erhältlichen speziellen Nukliden, der Abriß dauerte doppelt so lang und kostete das 5fache des Neupreises. Sogar
für unseren Winzling kostete das schon ´n Dutzend Millionen, und bei einem RICHTIG großen Kernreaktor...puh!
>Atomstrom ..., ist frei von CO2-Emission und NOX,
Eine Urban Legend, die sich hartnaeckig haelt.
Volker "neanderix"
Das Problem des Rückbaus der KKWs sehe ich auch.
Nur ist es mir dennoch lieber in Deutschland mit dem vorhandenen Knowhow, den bisher erreichten und durchgesetzten Sicherheitsstandards (auch wenn dann der Abriss aufwediger wird) und dem sehr kritischen Bewusstsein der Öffentlichkeit ein Kernkraftwerk zu betreiben als einen störanfälligen und sicherheitstechnisch absolut indiskutablen Reaktor in Temelin 50km von der Grenze entfernt stehen zu haben.
Die Stromkonzerne bedienen sich aus einem großen europäischen Pool und wenn in Deutschland die Kraftwerksleistung zurückgefahren werden muss, dann wird eben billiger Strom aus machmal sogar eigenen KKWs im Ausland importiert. Viele haben anscheinend aus Tschernobyl 1986 immer noch nicht gelernt, dass radioaktive Verseuchung keine Ländergrenzen kennt.
Kaum wird in Österreich von der Bevölkerung der Bau eines KKWs gekippt, knallen über der Grenze in Frankreich schon die Korken für den ersten Spatenstich. Die Problematik wird aus meiner Sicht von vielen zu kurzsichtig diskutiert. Ein ach so vorbildhafter nationaler Alleingang ist eben keine Lösung und das ist allen bekannt die in den entscheidenden Positionen sitzen, aber es ist publikumswirksam und die Hoffnung liegt offensichtlich im Spiel auf Zeit und mit Sicherheit werden die ersten Versorgungsengpässe erst lange nach der eigenen Amtszeit auftreten.
MfG
Wanja
Also was die Verschrottung der Kraftwerke selbst an geht würd ich sagen, deponieren wir den Atommüll doch in den stillgelegten Kraftwerken selbst. Die meterdicken Betonstahlanlagen sind sicherlich noch 100 Jahre stabil und sicher. Und in 100 Jahren hat man viel Zeit um günstige Entsorgungsmöglichkeiten zu finden.
Was den Betrieb angeht, muss ich DeadBrain zustimmen. Es gibt momentan keine vernünftige Alternative zum Atomstrom, weshalb man auch die bestehenden Kraftwerke bis zur altersbedingten Schliessung laufen lassen sollte. Als neuer Energieträger fällt mir in erster Linie Wasserstoff ein, den man in sonnenreichen Küstenländern mit niederigen Produktionskosten, also der Dritten Welt, mittels Solarenergie gewinnen kann. So wie heute das Öl wird der Wasserstoff dann in alle Welt verschifft und kann auch bei Dunkelheit und Windstille Strom erzeugen. Wird aber ein paar Jahrzehnte dauern diese Industrie aufzubauen.
Grüsse, Harry
