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Juristen hier? Frage zu Unterlassung bei Webdesign...

Daddeldu / 9 Antworten / Baumansicht Nickles

Ich habe Anfang des Jahres eine Homepage für einen Kunden erstellt. Ich hab sie ins Netz gestellt, der Kunde war zufrieden, der ganze Auftrag ist aber (aus diversen Gründen) nie zum Abschluß gekommen, es wurde bisher von mir noch keine Rechnung gestellt (was aber noch passieren sollte).
In der Zwischenzeit hat mein Kunde einen Dummen gefunden, der auf einigen Seiten kleinere Korrekturen durchgeführt hat. Aber er (die andere Firma, nicht mein Kunde) hat sich zudem auf jeder Seite in den META-Tags mit "Copyright"-Vermerk als Autor eingetragen (wo vorher meine Fa. stand), auch auf Seiten, die er gar nicht geändert hat (was etwa 90% sind). Insbesondere hat er nichts am HTML-Code verändert oder neue Grafiken erstellt (und seine Änderungen sind ziemlich stümperhaft gemacht - ich glaube nicht, daß er glaubhaft machen könnte, daß er die ganze Site erstellt hat!)
Da er netterweise gleich seine Adresse mit angegeben hat, würde ich gerne irgendeine Art von Unterlassung erreichen. Das ganze Layout, die Grafiken u.s.w. können nicht unter sein "Copyright" fallen - aber wie formuliert man sowas wasserdicht? Jemand Ahnung oder Erfahrung?
Vielen Dank an alle,
Daddel

PS: es kommt mir dabei in keinster Weise auf Kohle an, was sowieso nur so'n kleiner Auftrag. Aber der nervt!!

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diabolos Daddeldu

„Juristen hier? Frage zu Unterlassung bei Webdesign...“

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Meine Meinung:
Da hast Du leider Pech. Es stimmt zwar das die Seite Dir gehört, da sie noch nicht in den Besitz des Kunden gekommen ist (Bezahlung), aber das nützt Dir wenig. Die Beweispflicht liegt bei Dir. Und es wird schwer werden. Sollten Deine Bilder mit einem Wasserzeichen(Copyright in Bildern, unsichtbar, und nur mit bestimmten Programmen zu lesen)versehen sein, sähe es schon besser aus.
Es hilft nicht viel die andere Firma zu verklagen. Wenn schon Deinen Kunden. In einem Vertrag steht ja immer: "Die Ware bleibt bis zu vollständigen Bezahlung mein Eigentum". Die andere Firma kann ja sowas nicht wissen. Schreib Deinen Kunden eine Rechnung. Das wars. Du wirst sehen, beim nächsten Mist(den die andere Firma verzapft hat) steht er wieder bei Dir auf der Matte. Jetzt kannst Du richtig kassieren!!!
www.search4shop.de

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Daddeldu diabolos

„Meine Meinung:Da hast Du leider Pech. Es stimmt zwar das die Seite Dir gehört,...“

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Ja, beim nächsten Mal wird alles anders (inzwischen mach ich auch nur noch schriftlich), aber so isses nun mal. Inzwischen mache ich das auch mit den Wasserzeichen.
Die Beweise kann ich nur insofern liefern, als daß ich die ganzen Vorlagen zu den Grafiken (gemacht) habe, sowas wie Corel-Vektor-Dateien, AVI-Filme als Vorlage für kleinere GIF-Animationen, höherqualitative Bitmaps als Quelle für komprimierte JPEGs, also Sachen, die die andere Firma nicht haben kann. Ich habe auch nicht den Eindruck, daß die andere "Firma" in der Lage ist, sowas zu erstellen.
Ich will ja (noch) nicht die andere Firma verklagen, ich denke aber auch, daß sie wider besseres Wissen ihren Copyright-Vermerk eingefügt haben, und mein Kunde von sowas keine Ahnung hat.
Ich werd wohl einfach mal ne Rechnung schreiben. Vielen Dank soweit - vielleicht hat jemand noch andere Erfahrungen....
Daddel

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steely Daddeldu

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Jawoll, schreib endlich eine Rechnung. Wenn "die andere Firma" so arbeitet und Dein Kunde "zufrieden" ist, vergiß ihn danach sofort. Völlig ahnungslosen Kunden kannst Du keine gute Leistung zu angemessenen Preisen verkaufen, solange es Massen an Idioten gibt, die mit solcherlei "Leistungen" überhaupt ernstgenommen werden (d.h. auch auch Kundenseite jede Menge Idioten). Ich habe mich aus dem HTML-Geschäft weitgehend rausgehalten, weil Du da immer der Dumme bist. Außerdem bin ich kein Ausländer und habe kein Uni-Diplom, was nutzt mir da alles Können? Wenn ich was mache, dann immer so, daß die wirklich guten Sachen in irgendeiner Form in meinem Besitz bleiben, d.h. das Zeug, was andere abgreifen können macht viel Arbeit. Die Software- und PC-Branche ist menschenverachtend organisiert, da mußt Du vor allem auf Deinen Vorteil schauen und so viel Druckmittel wie irgend möglich in Deiner Hand behalten. Die Zeiten freakiger Gemeinsamkeit und sonstiger (Netz)Kultur sind endgültig vorbei. Die guten Verdienens mit Computerkenntnissen für die meisten wohl auch, Du bekommst ja als anweisungsgebundener Hilfsarbeiter für einfachste Tätigkeiten bald mehr, als für qualifizierte Gehirnarbeit (Jedenfalls solange es um legale Beschäftigung geht). Die Wirtschaftslehrbücher müssen angesichts des heutigen Turbo-Kapitalismus wohl neu geschrieben werden, von wegen Angebot und Nachfrage. Übrigens: Ich bin über 40, Jünglinge brauchen hier also gar nicht rumzuspänen wie toll das alles bei ihnen klappt, die werden's sehr bald auch merken...

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wksch Daddeldu

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Moin,
Anfang des Jahres erstellt, bis jetzt keine Rechnung, mach das mal glaubhaft, dürfte schwierig sein. Du sagst, daß er
Änderungen stümperhaft vorgenommen hat, bedeutet, eine große Nummer ist er nicht. Schreib eine Abmahnung und weise auf
auf Unterlassung hin. Du hast doch den Auftrag des Kunden, der ja wohl älter als der Auftrag zur Änderung sein dürfte.
Selbst wenn es nur ein Bluff ist, Du gewinnst Zeit, um Dir was einfallen zu lassen und Du wahrst Einspruchfristen.
mfg
Werner
ps: wie Du allerdings den Auftrag gehändelt hast, was alles andere als prof. Ein nicht zustande gekommener Auftrag, der von
Dir trotzdem erfüllt wurde?!

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Daddeldu wksch

„Moin,Anfang des Jahres erstellt, bis jetzt keine Rechnung, mach das mal...“

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Nö, das mit der Rechnung und der Dauer ist überhaupt kein Problem. Es würde jetzt zu weit führen (und hat ja hier nicht allzu viel zu suchen), warum die endgültige Ausführung so verzögert ist, aber glaub mir, an mir lag's nicht (von wegen "alles andere als prof.") - der zustande gekommene Auftrag wurde in meinen Augen erfüllt.
Bevor der Kunde jemand anderen einschaltet, muss er mir gegenüber schriftlich eine Fristsetzung mit Ablehnungsandrohung vornehmen. Mit "stümperhaft" will ich meinen Endruck äußern, daß jener andere bestimmt nicht glaubhaft machen kann, er hätte die gesamte Homepage erstellt.
Die Rechnung ist inzwischen abgeschickt (mit "...bleibt bis zur vollst. Bezahlung unser..." selbstv.), und so wie ich das sehe, muss ich momentan keine Fristen wahren - in der Beweispflicht sind nun der Kunde und/oder dieser andere.
Daddel

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wksch Daddeldu

„Nö, das mit der Rechnung und der Dauer ist überhaupt kein Problem. Es würde...“

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Moin,
das nicht ' prof ' bezieht sich auf Deine Ausführung
' der ganze Auftrag ist aber (aus diversen
Gründen) nie zum Abschluß gekommen,
trotzdem hast Du die Homepage ins Netz gestellt. Die Bezahlung, natürlich sind 8Mon. reichlich. Du hast gepostet und
Antworten basieren auf Deinen Ausführungen. Durchaus möglich, daß Hintergründe, die die Allgemeinheit nichts
angehen, einen bestimmtem Ablauf der Geschäfts vorgeben, Antworten kann man aber nur auf die Ausführungen,
die man vorfindet. Stümperhaft? Du sagst ' und seine Änderungen sind ziemlich stümperhaft gemacht -'würde ich
zunächst mal seine handwerkliche Arbeit beurteilt sehen. Fristen! Da bin ich ein gebranntes Kind und war lediglich als
Hinweis gedacht. Hast Du denn schon Arbeiten Deines Konk. gesehen und kann man da eine gewisse ' Handschrift '
erkennen?
mfg
Werner

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Daddeldu wksch

„Moin,das nicht prof bezieht sich auf Deine Ausführung der ganze Auftrag ist...“

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Hm, vielleicht drücke ich mich wirklich immer etwas unklar aus :-)
Ich wollte hier nur nicht unnötige Details wie "also, da hab ich gesagt ... , und das sah er ganz anders weil blablabla" texten.
Ich hab die Homepage ins Netz gestellt, weil der Kunde zunächst damit zufrieden war, das ist - für mich konkludent - eine Abnahme.

Also der Konkurrent hat zwar nur ein paar textliche Änderungen vorgenommen, aber dabei dafür gesorgt, daß einige Links nicht mehr funktionieren und ein Formular versagt seinen Dienst. Drückt man auf einen Home-Button, erscheint neuerdings die gesamte Homepage (also der index.html-Frameset) im zentralen Frame. Er hat offensichtlich mehr Zeit damit verbracht, seinen Author-Meta-Tag in jeder Seite unterzubringen, als einmal die Funktionstüchtigkeit der Page nach seinen "Korrekturen" zu überprüfen.
Und 'Handschrift': ich weiß ja wer das ist, seine Adresse steht ja nun auf jeder Seite. Der hat so'n kleinen Hardware-Ramschladen ("Business Solutions" steht im Schaufenster :-)).
Wieso bist Du gebranntes Kind?
Gruß, Daddel

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wksch Daddeldu

„Hm, vielleicht drücke ich mich wirklich immer etwas unklar aus :- Ich wollte...“

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Moin,
das unverfänglichste. Bekomme einen Strafmandat, habe eine schriftlich zu machende Einspruchsfrist, bin in Brasilien
für einige Wochen, kann das Strafmandat nicht zahlen, weiß ja von nichts, bekomme einen Prozeß und aus 120.-DM
werden ingesamt rund 1800.-DM mit allem Drum und Dran. Ein Fall von einigen.
Mit Handschrift meine ich nicht die Adresse, sondern seine Arbeit. In der Regel haben Arbeiten auf dem graphischen Bereich
von ein und derselber Person einen identischen Grundaufbau, zumindest eine gewisse Zeit. Tritt den Kerl in die
Kniekehlen.
mfg
Werner

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Daddeldu wksch

„Moin,das unverfänglichste. Bekomme einen Strafmandat, habe eine schriftlich zu...“

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Tja, bei 120 Maak würde ich mich auch nach Brasilien absetzen ;-) (Nix für ungut, Du scheinst es ja überlebt zu haben)
Vielleicht sollten wir weniger in Metaphern schreiben... ach so, das meinst Du mit Handschrift.
Seine Handschrift ist Standard-Layout mit Standard-Knöpfen und dem Hinweis (auf einer seinern anderen Homepages) "Optimiert für 800x600 und IE 5 oder NS 4.7" - möchte mal wissen, ob man die Seiten auch mit NS 4.6 sehen kann, oder was man mit dem IE 4 verpasst. In einem Punkt muss ich ihm Recht geben: bei 1024x768 fällt sein Layout vollkommen aus dem Rahmen.
Naja, ich hab jetzt alles in die Wege geleitet, was sinnvoll ist (Rechnung an "Kunden" und "in-Frist-Beseitigen-und-dann-Unterlassen"-Brief an Konk.), jetzt heisst es Abwarten. Schlimmstenfalls sehe ich das Geld nicht - so what.
Danke nochmal,
Gruß,
Daddel

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