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News: Provider als Sheriffs der Industrie

Wer saugt, fliegt raus

Redaktion / 14 Antworten / Baumansicht Nickles

Eine neue EU-Richtlinie nimmt sich ein flugs in Frankreich zusammengebasteltes Modell zum Vorbild: Internet-Provider und Musikindustrie arbeiten da zusammen. Wer dreimal illegal Musikdateien saugt, dem kündigt der Provider den Internet-Anschluss. Das soll jetzt EU-weit durchgesetzt werden.

Dafür macht sich Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, stark.

In dem Richtlinienentwurf heißt es, als Alternative zum französischen Modell käme nur eine Filtertechnik infrage, um Copyright-Verstöße im Internet zu verhindern.

Quelle: Gulli

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mastersigmund1 Redaktion

„Wer saugt, fliegt raus“

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Aus meiner Sicht kollidiert diese Richtlinie mit dem Art 5 GG "Recht auf Information"...

Würden die das endlich mal legalisieren, evtl. über Kulturflat, dann könnten sich die werten Politiker um die wirklich wichtigen Sachen kümmern...

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kamikaze1981 mastersigmund1

„Aus meiner Sicht kollidiert diese Richtlinie mit dem Art 5 GG Recht auf...“

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kommt mir vor wie die erste auswirkung des massenspeicherungsgesetzes. der überwachung sind keine grenzen mehr gesetzt :(

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Balzhofna kamikaze1981

„kommt mir vor wie die erste auswirkung des massenspeicherungsgesetzes. der...“

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Wenn so ein Filter wirklich eingesetzt und entwickelt wird, dann wird der ganze Traffic überwacht. Ganz toll, perfekt für Hacker!

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Xdata Balzhofna

„Wenn so ein Filter wirklich eingesetzt und entwickelt wird, dann wird der ganze...“

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Dann wird der Provider gekündigt und einer genommen der dies nicht tut.
Und wenn es alle Provider machen? glaube ich eher nicht.
Es wär vielleicht schwer mal ohne Internet durchzuhalten, im Zweifelsfall ist der Internetkunde an einem langen Hebel.
Soo mächtig ist die Musikindustrie nun auch wieder nicht.
Und wenn die Leute die Lust am Internet verlieren sollten verliert die Mi noch mehr als jetzt.

Ich lad sowieso keine Musik, aber die Provider sollten keine Absprachen dieser Art machen, -- da verlieren sie.

Es hat glaube ich schon Providerwechsel gegeben wenn die Emule oder
anderes blockiert haben.

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Olaf19 mastersigmund1

„Aus meiner Sicht kollidiert diese Richtlinie mit dem Art 5 GG Recht auf...“

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Grüß dich Sigmund,

diesen Standpunkt habe ich schon oft gelesen - verstanden habe ich ihn nie. Was genau hat jetzt das "Recht auf Information" damit zu tun, dass sich jeder kostenlos runtersaugen darf, was er lustig ist? Darf man dann auch Zeitungen am Kiosk klauen, wegen der darin enthaltenen Information?

Wenn es so ist, dann gibt es doch viel dringendere Grundbedürfnisse als Information - Essen und Trinken zum Beispiel. Trotzdem darf man Lebensmittel nicht einfach so mitnehmen.

Ich weiß - Musik und Filme gehen nicht verloren, wenn man sie heruntersaugt, da besteht natürlich ein großer Unterschied zur geklauten Zeitung oder dem mitgenommenen Brot - trotzdem schadet man den Menschen, die von ihrer kreativen Arbeit leben, wenn deren Output für jedermann ohne Bezahlung zugänglich ist.

Die Kulturflat halte ich für eine ganz schlechte Idee - sofern das so gedacht ist, dass alle Internetteilnehmer dafür blechen sollen, egal ob sie sich irgendwelchen Schund aus dem Netz laden wollen oder nicht. Das wäre wieder das gleiche -miese- Prinzip wie bei der GEZ! Sollte eine Kulturflat auf freiwilliger Basis gemeint sein, dann will ich nichts gesagt haben, frage mich dann allerdings, wie sie funktionieren soll.

CU
Olaf

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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Herid Junior Olaf19

„Grüß dich Sigmund, diesen Standpunkt habe ich schon oft gelesen - verstanden...“

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Zugegeben, "Recht auf Information" bedeutet sicher nicht das Recht, hemmungslos am Copyright vorbei Musik oder Filme aus dem Internet zu laden, aber jemandem dafür gleich den Internetzugang zu sperren verstößt gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Man sperrt ja auch nicht jeden Ladendieb gleich ins Gefängis, wenn er mal ein Brot geklaut hat.

Man bekommt mehr und mehr den Eindruck, das grundsätzlich legitime Interesse der Musikindustrie an der Wahrung ihres Copyrights (die Diskussion, wieviel von deren Einnahmen die Künstler selbst tatsächlich kriegen, lassen wir mal außen vor) wird von interessierten Kreisen in der Politik als willkommene Ausrede mißbraucht, elementare Grundrechte auf breiter Basis auszuhebeln.

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Olaf19 Herid Junior

„Zugegeben, Recht auf Information bedeutet sicher nicht das Recht, hemmungslos am...“

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Hi Herid, lange nichts gelesen von dir... kann dir hier voll zustimmen.

Das Anliegen der MI ist im Ansatz legitim, vor allem im Sinne der von ihr vertretenen Künstler - die ohnehin viel zu spärlich vom Verteilungskuchen bekommen! - die Methoden hingegen sind indiskutabel und in vielerlei Hinsicht unverhältnismäßig. Das fängt damit an, dass - wie du sagtest - die geforderte "Bestrafung" in Form von Internetentzug viel zu weit geht und endet mit der kühnen Behauptung, dass jeder heruntergeladene Musiktitel oder Film einer entgangenen verkauften Kopie gleichzusetzen ist, was in dieser pauschalen Form auch nicht den Tatsachen entspricht.

CU
Olaf

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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thomas71berlin Herid Junior

„Zugegeben, Recht auf Information bedeutet sicher nicht das Recht, hemmungslos am...“

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hast du ne Ahnung! ... wartet mal noch n paar jahre! dann gibts kein Hartz4/Krankenversichung mehr.. die Lebensmittelpreise sind viel höher als jetzt und die Knäste voller, die meisten leute sind billiglöhner und Privatpolice, Privatknäste brauchen Kundschaft..
wo die Reise hingeht kannste dir an den USA abgucken.. wiedere 5 Mio Obdachlose mehr seit der letzten Erhebung Immobilienkrise sei Dank


"elementare Grundrechte auf breiter Basis auszuhebeln" welche? das recht auf menschenunwürdige EXistenz? das Recht auf Arbeitslosigkeit? Obdachlosigkeit? :-)


"leeres Wort des Armen Rechte leeres Wort des Reichen Pflicht"

wenn Wahlen etwas ändern würden wären sie verboten! (BRECHT)
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Scotty7 Redaktion

„Wer saugt, fliegt raus“

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Wer sich als ISP nicht dran hält bekommt Gewerbeverbot?

gens inculta nimis vehitur crepitante colossa.
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Xdata Scotty7

„Wer sich als ISP nicht dran hält bekommt Gewerbeverbot?“

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Wenn die Provider von der Staatsgewalt zu sowas gezwungen werden kann auch das Irgendwann nach hinten losgehen.
Die Musik und Filmindustrie wird igendwann nicht "mehr Galaveranstaltungen machen können als es eigentlich Filme gibt";-)
-- Den Eindruck hat man oft schon.

Von mir aus könnten die ja ihre Prachtbauten usf behalten. Aber nicht wenn dadurch die Medien so Teuer werden das
die Film und Musikindustrie verrückt spielt und Überwachungsstaaten züchtet.
Luxus OK aber maßlose Gier ist dumm.

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systemratgeber Xdata

„Wenn die Provider von der Staatsgewalt zu sowas gezwungen werden kann auch das...“

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Auch ne möglichkeit aus dem 2 Jahresvertrag zu kommen ;-)

Das Leben ist schön!
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chrissv2 systemratgeber

„Auch ne möglichkeit aus dem 2 Jahresvertrag zu kommen - “

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war auch mein erster Gedanke *g*

mfg
chris

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electronic1 Redaktion

„Wer saugt, fliegt raus“

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Nur mal so ein Gedankenspiel.
Die Copyright Durchsetzung kostet eine Menge Geld.
DRM noch mehr.
Die Qualli der gesaugten Lieder ist Mies.
Die Künstler bekommen teilweise zu wenig.
Ausweg. Copyright für Lieder komplett abschaffen.
Die CD für 3 Euro anbieten.1Euro für den Künstler.
Ich bin sicher, kein Mensch würde noch runterladen.
Wie gesagt, nur ein Gedankenspiel.
Wünsche allen ein frohes Fest.

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jürgen81 Redaktion

„Wer saugt, fliegt raus“

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Dann hört ja die Musik garkeiner mehr oder?
Ich habe da noch mehr ideen.
Taschendiebe wird die Wohnung gekündigt. Weil ohne Wohnung er nicht da währe.
Taschendiebe bekommen Bürgersteigverbot. Ohne Bürgersteig würde er nicht zum Diebesort kommen.

Vieleicht wird man so auch schneller einen Knebelvertrag los? Der nächste ISP steht schon bereit.

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