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News: Joost schmeißt P2P-Konzept hin

Videoportal springt in die Steinzeit

Redaktion / 4 Antworten / Baumansicht Nickles

Inzwischen gibt es viele Videoportale im Internet. Das von den ehemaligen Kazaa- und Skype-Machern gegründete TV-Portal "Joost" fährt allerdings ein besonderes Konzept. Videos werden nicht zentral von einem Server abgerufen, was viel Bandbreite und damit Kohle kostet, sondern per P2P-Technik ausgestrahlt - also ähnlich wie bei Tauschbörsen.

Jeder der über P2P einen Film guckt, gibt also einen Teil seiner Bandbreite ab und wird dadurch gleichzeitig zum Sender. Die Idee von P2P-TV ist genial, weil damit eigentlich jeder einen "TV-Sender" gründen kann, ohne immense Kosten für Bandbreite zahlen zu müssen.

Im Fall von "Joost" war die Idee leider genial: das P2P-Konzept wurde jetzt hingeschmissen. Das "neue" Joost setzt jetzt wie seine Internet-TV-Konkurrenz auf die klassische Ausstrahlung über Server. Lediglich für Live-Sendungen will man das P2P-Konzept eventuell weiterhin nutzen.

Der Grund, die fortschrittliche P2P-Technik aufzugeben ist sicherlich der, dass sie ein bisschen komplizierter ist. Videos können nicht direkt im Browser angeguckt werden, sondern es muss eine spezielle Empfangssoftware installiert werden. Der Weg vom "gucken wollen" zum "gucken können" ist also länger als ein Mausklick. Das jetzt neu gelaunchte Joost-Videoportal setzt auf den Flashplayer, Filme können also direkt im Browser angeguckt werden.

Leider krankt es bei Joost weiterhin an der gleichen Tatsache, wie bei den anderen US-Videoportalen. Die meisten Film-Lizenzen gelten nur für die USA und können deshalb in Deutschland nicht abgerufen werden.

Das neue "Joost im Browser" kann hier ausprobiert werden: www.joost.com

Michael Nickles meint: Schade. Die Aufgabe von P2P bedeutet einen Sprung in die Steinzeit. Bei P2P ist man weitgehend unabhängig davon, wie viele ein Video gleichzeitig gucken wollen. Je mehr Zuschauer, desto mehr Sender gibt es automatisch.

Die Gefahr, dass ein Videoserver zusammenbricht, weil er dem Ansturm auf ein Video nicht mehr gewachsen ist, fällt damit weitgehend flach.

Wer selbst einen TV-Sender im Internet haben will, kann das übrigens problemlos kostenlos hinkriegen! Sopcast verwendet P2P-Technik und jeder kann dort mitmachen: www.sopcast.com

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the_mic Redaktion

„Videoportal springt in die Steinzeit“

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Nur bietet P2P auch eklatante Nachteile. Es kann z.B. kaum garantiert werden, dass die Datenpakete rechtzeitig bei allen Clients eintreffen. Ausserdem entsteht bei P2P ein ordentlicher Overhead.

Für Videostreaming ist allerdings auch das Client/Server-Modell nicht veraltet. Videostreams können idealerweise über das verbindungslose und multicast-fähige Transportprotokoll UDP übertragen werden. Das spart Bandbreite beim Server, da die Router die Pakete "multiplizieren": http://de.wikipedia.org/wiki/Multicast

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Crazy Eye Redaktion

„Videoportal springt in die Steinzeit“

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evtl.springt es auch in die Zukunft, die datenautobahnen werden immer schneller und traffic billiger und man kann so zusicherungen über die verfügbarkeit eines dienstes geben. Zudem haben die meisten Privatnutzer asynchrone Down und Upload raten, und ich denke das ist die zielgruppe.

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Prosseco Crazy Eye

„evtl.springt es auch in die Zukunft, die datenautobahnen werden immer schneller...“

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****Das jetzt neu gelaunchte Joost-Videoportal setzt auf den Flashplayer, Filme können also direkt im Browser angeguckt werden.****


Hi Hi Hi,

komisch ist es schon wo gerade Adobe den Flash Player 10 rausbringt.


Gruss
Sascha

Das ist keine Signatur. Sondern ich putz hier nur
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the_mic Redaktion

„Videoportal springt in die Steinzeit“

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Das sind Infos von jemandem, der etwas mehr Wissen zu IPTV hat. Meine Vermutung, dass P2P prinzipienbedingt nicht für IPTV taugt, wird von ihm bestätigt und etwas genauer ausgeführt.

http://www.blogg.ch/index.php?/archives/776-Entwicklungen-von-Joost-und-Livestation-TV-2.0-und-...-to-P2P-or-not-to.html

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