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News: Nachspiel unvermeidbar

Verlage sauer auf Apples Preiserhöhung

Michael Nickles / 1 Antworten / Baumansicht Nickles

Apple hat am Freitag überraschend die Preise im App-Store angehoben. Die Angebote im Store sollen über zehn Prozent teurer geworden sein. Generell lässt Apple es Entwickler entscheiden, was die für ihre Apps haben wollen und kassiert dann selbst 30 Prozent davon.

Allerdings können die Preise nicht willkürlich festgelegt, sondern müssen aus vorgegebenen Preisklassen ausgewählt werden - und eben die hat Apple erhöht. Besonders betroffen sind unter anderem laut Bericht von Buchreport Verlage, die Bücher und Magazine in App-Form vertreiben.

Dass sich die Preise und damit die Vertragsbedingungen ändern, soll Apple den Betroffenen erst im Nachhinein per Email mitgeteilt haben. Buchreport verweist drauf, dass Zeitschriftenverlage Apples Vorgehen scharf kritisiert haben, weil dies einen Eingriff in deren Preishoheit darstellt.

Generell ist es so, dass Verlage ihre digitalen Produkte gegenüber den Print-Ausgaben günstiger anbieten. Durch Apples Eingriff ist das teils umgekippt. Im Fall des Spiegel hat sich dessen Preis im App-Store von 3,99 Euro auf 4,49 Euro erhöht.

Heise hat heute mitgeteilt, dass man Apples Preiserhöhung nicht mitmache. Durch Apples Änderung kostet die digitale Ausgabe der c't beispielsweise 3,59 Euro statt 2,99 Euro (zum Vergleich: die gedruckte Ausgabe kostet 3,90 Euro).

Heise hat sich entschlossen, die Preise seiner digitalen Zeitschriftenausgaben in Apples Preisliste um eine Stufe runterzusetzen. Die digitale Ausgabe der c't verbilligt sich dadurch sogar auf 2,69 Euro. Außerdem will Heise seine "Tablet-Ausgaben" möglichst bald auch auf alternativen Plattformen anbieten.

Michael Nickles meint:

So weit bekannt, hat sich Apple bislang noch nicht zur Sache geäußert. In vielen Berichten wird davon ausgegangen, dass Apple die Preise einfach dem Dollar-Wechselkurs angepasst hat. Die Erhöhung soll nicht weltweit stattgefunden haben, sondern nur in Dänemark, Mexiko und den Euro-Ländern.

Es war also vermutlich keine Bosheit von Apple, sondern ein "Finanzmathematiker" hat dort einfach einen Knopf zu früh gedrückt, ohne sich über die Konsequenzen im Klaren zu sein. Unschön ist die Sache trotzdem. Denn: sie macht klar, dass sich deutsche Verlage bei ihren Veröffentlichungen auf "Tablets" von US-Unternehmen und deren Willkür abhängig machen.

Der Spiegel erinnert in diesem Zusammenhang an einen Vorfall im November 2009. Damals hat Apple die News-App des Stern aus dem App-Store verbannt, weil es in der angeblich zu viel Nackte Haut zu sehen gab. Die App der Stern wurde später immerhin wieder verfügbar gemacht.
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Bergi2002 Michael Nickles

„Verlage sauer auf Apples Preiserhöhung“

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Servus Mike,

Es war also vermutlich keine Bosheit von Apple, sondern ein "Finanzmathematiker" hat dort einfach einen Knopf zu früh gedrückt, ohne sich über die Konsequenzen im Klaren zu sein. Unschön ist die Sache trotzdem. Denn: sie macht klar, dass sich deutsche Verlage bei ihren Veröffentlichungen auf "Tablets" von US-Unternehmen und deren Willkür abhängig machen.

wenn ich mir den Blogeintrag bei PaperC unter http://blog.paperc.de/2012/10/bei-apple-ist-der-wurm-drin-vom-geschaftemachen-mit-monopolisten/ so angucke und lesen muss, dass die Änderung für fast alle Apps, nur nicht für die innerhalb iBooks (in der Hoheit von Apple) durchgeführt wurden, dann würde ich mir als Medien-Anbieter schon die Frage stellen, ob mich Apple hier quasi durch die Hintertür zum Eintritt ins iBooks-Universum bewegen möchte....

BG,

Bergi2002
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