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News: Scharfe Kritik

Swisscows: Springer und Google leisten der Presse Sterbehilfe

Michael Nickles / 28 Antworten / Baumansicht Nickles

Der Schweizer Suchmaschinenbetreiber Swisscows, der sich als anonyme Alternative zu Google etablieren will, hat anlässlich der Kapitulation der Verlage vor Google beim Leistungsschutzrecht eine Mitteilung veröffentlicht. Hier der Originaltext:

Egnach, 6. November 2014 – Die Angst von Mathias Döpfner vor dem Suchgiganten Google ist bekannt – jetzt knickt der Großverlag mit mehr als 10.000 Mitarbeitern endgültig ein. Mit der freiwilligen Gratislizenz wird der Suchmaschine die uneingeschränkte Nutzung der Medienausschnitte – der sogenannten Snippets – aus allen Online-Publikationen von Springer ermöglicht.

Andreas Wiebe. Betreiber der Suchmaschine Swisscows. (Foto: Swisscows)

„Das ist aktive Sterbehilfe für die Medienlandschaft in Deutschland“, kommentiert Andreas Wiebe, Betreiber der Suchmaschine Swisscows.

Während der schwelenden Auseinandersetzung bereits schlug er einen „Runden Tisch“ der Medienbranche vor, um die Sachlage zu besprechen und einen Plan – möglicherweise mit einer dauerhaften digitalen Aussperrung von Google – zu erarbeiten.

„Ich gehe davon aus, dass Axel Springer als Unternehmerpersönlichkeit hier sicher anders gehandelt hätte. Mit dem Verlag ergibt sich die gesamte deutsche Medienbranche“, sagt Wiebe weiter.

Nutzer haben die Macht – nicht Google

Nach Wiebes Theorie entschieden die Nutzer über die Suchmaschine – abhängig davon, wo aktuelle Inhalte zu finden seien. Und das könnte sich schnell ändern – auch bei machtvoller Position von Google.

„Zehn Jahre vor Google gab es bereits Yahoo als börsennotiertes Unternehmen. Und dennoch wurde Google gegründet und hatte Erfolg – das ist aber keinesfalls für die Ewigkeit vorgesehen“, sagt der Swisscows-Betreiber.

Sein Vorschlag ist eine Umsatzbeteiligung der Verlage durch den Suchmaschinenbetreiber. So hat Google im Jahr 2013 einen Reingewinn von 12,9 Milliarden US-Dollar verzeichnet – ohne die Lieferanten der wertvollen Inhalte daran zu beteiligen. Die Verlage stützen sich derweil alleine auf Werbeschaltungen, deren Preise sich anhand der Trafficzahlen messen.

„Diese Abhängigkeit ist fatal – Werbung alleine wird die deutsche Medienlandschaft nicht retten!“, so Andreas Wiebe.

Kollegenschelte bleibt aus

Eine Maßnahme wie diese – die auch ein Alleingang gegen die weiteren Mitglieder der VG Media darstellt – entbehre jeder Grundlage vor dem Journalismus und der Unabhängigkeit der Medien. Langfristig sieht der Swisscows-Betreiber ein weiteres Mediensterben kommen – mit allen Konsequenzen für die Mitarbeiter und Journalisten.

„Hier werden noch mehr Menschen ihre Arbeit verlieren, und Journalismus wird einseitiger sein“, fürchtet Wiebe für die Branche. Erstaunlich sei zudem die Tatsache, dass bis auf wenige kleine Ausnahmen die sonst in der Medienbranche gängige Kollegenschelte ausbleibe – „Ein weiteres Zeichen für die Macht- und Orientierungslosigkeit einer gesamten Branche!“, so Wiebe.

Michael Nickles meint:

Es handelt sich hier wohlgemerkt um einen Kommentar eines (wenn auch unbedeutsamen) Google-Konkurrenten. Ich habe den Text im Original gebracht, weil ich das Gedankengut prinzipiell unterschreibe.

Es wäre besser gewesen, wenn sich die großen Verlage geschlossen gegen Google vereint hätten und dabei standhaft geblieben wären. Jämmerlich ist insbesondere wie schnell sie eingeknickt sind.

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winnigorny1 Michael Nickles

„Swisscows: Springer und Google leisten der Presse Sterbehilfe“

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Wuuuuuurgs. Und dann bestimmen die Giganten, was wir denken und glauben......

Grüße aus Hamburg, Winni - https://www.das-bumerang-projekt.de
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reader Michael Nickles

„Swisscows: Springer und Google leisten der Presse Sterbehilfe“

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Ich würde ja auch gerne von Google weg, aber ...

 Ich finde nun mal die besten Sachen nur mit G, was soll ich sonst machen? Eine suchmaschine nutzen mit der ich das was ich brauche nicht finde? Dann brauche ich das ganze gar nicht anzufangen.

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mawe2 reader

„Ich würde ja auch gerne von Google weg, aber ... Ich finde ...“

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Ich finde nun mal die besten Sachen nur mit G, was soll ich sonst machen?

Du könntest schon mal sowas wie startpage.com nehmen. Da werden genau so die Google-Ergebnisse angezeigt; allerdings entfällt die ganze Nachverfolgung / Profilbildung / Spionage usw., die Google betreibt, da Deine Identität hierbei nicht übermittelt wird.

Du könntest weiterhin im Regelfall sämtliche Google-Scripte blocken, die in diversen Webseiten eingebaut sind. Damit werden weitere Ambitionen von Google, sich an Deinem Datenaufkommen zu bereichern, ausgebremst.

Man kann auf Google fast komplett verzichten - ohne nennenswerte Verluste - wenn man will!

Gruß, mawe2

"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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reader mawe2

„Du könntest schon mal sowas wie startpage.com nehmen. Da ...“

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Ich hab ghostery drauf, aber vollständiger verzicht auf GoodleDatensammelwut würde leider auch die "personalisierung" der Suchergebnisse zunichte machen. Leider sind die suchergebnisse weniger "intelligent" wie "kondizioniert" :( 

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mawe2 reader

„Ich hab ghostery drauf, aber vollständiger verzicht auf ...“

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Ich hab ghostery drauf, aber vollständiger verzicht auf GoodleDatensammelwut würde leider auch die "personalisierung" der Suchergebnisse zunichte machen.

Das ist doch gerade gut!

Ich will bei Suchmaschinen keine personalisierten Suchergebnisse, die ein anderer (nämlich der Suchmaschinenbetreiber) für mich personalisiert. Ich personalisiere lieber selbst! :-)

Ich weiß ja nicht, was Du (regelmäßig) suchst, daher kann ich schlecht beurteilen, ob es ohne Google geht oder nicht. Bei mir geht es ohne Google i.d.R. sehr gut.

Gruß, mawe2

"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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neanderix mawe2

„Du könntest schon mal sowas wie startpage.com nehmen. Da ...“

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In Ergänzung zu mawe:

ab und an mal metager nutzen. MetaGer ist eine Meta-Suchmaschine, also eine Suchmaschine, die für dich mehrere Suchmaschinen abfragt.

Ich bin mit Metager, ixquick/startpage und ducduckgo zufrieden, Google benötige ich nicht mehr

Computers are like airconditioners - they stop working properly when you open Windows Ich bin unschuldig, ich habe sie nicht gewählt!
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Olaf19 neanderix

„In Ergänzung zu mawe: ab und an mal metager nutzen. MetaGer ...“

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Ich bin mit Metager, ixquick/startpage und ducduckgo zufrieden, Google benötige ich nicht mehr

Du brauchst gleich ein ganzes Sammelsurium an Suchmaschinen, nur um zu dem Ergebnis zu kommen, was du ansonsten mit einer erreicht hättest?

Ich weiß schon, warum ich Suchmaschinenalternativenskeptiker bin... duckduckgo schaue ich mir noch eine Weile an.

CU
Olaf

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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Olaf19 reader

„Ich würde ja auch gerne von Google weg, aber ... Ich finde ...“

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Ich finde nun mal die besten Sachen nur mit G, was soll ich sonst machen?

Geht mir auch so. DuckDuckGo finde ich bisland nicht schlecht, SwissCows - so lala. Gar nicht zufrieden war ich mit Startpage und ixquick. Angeblich liefern die genau dieselben Ergebnisse wie Google - ich kann das nicht bestätigen.

Ansonsten finde ich die ganze Googlephobie etwas übertrieben. Wenn ich mich dort anmelden müsste, womöglich noch mit bestätigtem Realnamen und Postanschrift, dann wäre es mir auch nicht recht. Aber davon sind wir ja nun weit entfernt.

Google erkennt eben nicht "mich" wieder, sondern ein anonym gespeichertes Nutzerprofil. Das ist schon ein Unterschied.

CU
Olaf

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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mawe2 Michael Nickles

„Swisscows: Springer und Google leisten der Presse Sterbehilfe“

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Die Zeitungen haben angefangen, sich selbst abzuschaffen, als sie ihre kompletten redaktionellen Inhalte kostenfrei ins Internet gestellt haben und den Verkauf der bedruckten Papierausgabe damit obsolet gemacht haben.

Wenn ich heute z.B. die "Thüringer Allgemeine" oder die "Thüringer Landeszeitung" im Web lese und mir dann das gedruckte Exemplar kaufe, lese ich dort genau das selbe (mit genau den selben Schreib- und sonstigen Fehlern).

Der einzige Mehrwert der gedruckten Ausgabe sind die Todesanzeigen! Und selbst die werden in immer stärkerem Maße in den kostenlosen Wochenblättern / Anzeigern usw. veröffentlicht, weil die Hinterbliebenen damit mehr Leute erreichen als über die ehemals etablierten Lokalzeitungen.

Also das Zeitungs- bzw. Verlagssterben ist zum großen Teil von den Verlagen selbst verursacht.

Ob die Präsenz bei Google daran jetzt noch viel ändern kann, wage ich zu bezweifeln.

Ich fand die Idee, von Google & Co Geld für die Snippets zu verlangen, von vornherein zum Scheitern verurteilt. Dass hier der Schwanz mit dem Hund wedelt, wusste jeder - bis auf die Verlage. Das allein zeigt, wie weltfremd die Verantwortlichen bei Springer & Co jahrelang ihren Job gemacht haben.

Wieso werden solche Verlage immer noch mit dem Begriff "Qualitätsjournalismus" in Zusammenhang gebracht, wenn die nicht mal kapiert haben, dass das Verschenken von Inhalten im Internet die Reduzierung der gedruckten (und verkauften) Papierauflage zur Folge hat?

Gruß, mawe2

"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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Michael Nickles mawe2

„Die Zeitungen haben angefangen, sich selbst abzuschaffen, ...“

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Die Zeitungen haben angefangen, sich selbst abzuschaffen, als sie ihre kompletten redaktionellen Inhalte kostenfrei ins Internet gestellt haben und den Verkauf der bedruckten Papierausgabe damit obsolet gemacht haben.

Anfangs war das durch Werbung durchaus finanzierbar. Mit Verschwinden der Werbung im Netz durch Werbeblocker ist es das nicht mehr. Kurz über lang werden die ausgiebigen kostenlosen Inhalte verschwinden. Bild.de tut es ja bereits seit einiger Zeit mit dem Bezahlmodell und das scheint sehr erfolgreich zu sein.

Grüße,
Mike

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mawe2 Michael Nickles

„Anfangs war das durch Werbung durchaus finanzierbar. Mit ...“

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Bild.de tut es ja bereits seit einiger Zeit mit dem Bezahlmodell und das scheint sehr erfolgreich zu sein.

Wenn aber die Verlage die Inhalte nur noch gegen Bezahlung (Abo) anbieten, dann werden die Nutzer auch nicht mehr über Google nach solchen Inhalten suchen müssen sondern sich gleich auf der Seite, für die sie schon bezahlen, einloggen.

Dann könnte sich Springer das ganze Theater und jetzt die kostenlose Freigabe der Inhalte für Google auch sparen.

Oder zeigt Google dann auch (kostenlos) bild.de-Inhalte an, für die der normale bild.de-Kunde eigentlich bezahlen muss?

Gruß, mawe2

"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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Michael Nickles mawe2

„Wenn aber die Verlage die Inhalte nur noch gegen Bezahlung ...“

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Tja, das wird das Lustige werden. Gibt es nur noch kostenpflichtige Inhalte dann können Suchmaschinen natürlich nur noch auf diese verweisen. Die jetzigen "Weg-mit-der-Werbung"-Fans werden dann rumplärren, dass die Bezahlmodelle nicht fair sind, weil ja niemand Lust hat für zig Online-Angebote jeweils ein Abo zu bezahlen. Sie werden dann fordern, dass Artikel auch für Minibeträge (also so um die 0,00000001 Cent pro Artikel) statt Abos lesbar sind.

Die ganz Coolen haben sowieso keine Angst vor kommenden Bezahlmodellen. Sie werden davon überzeugt sein, dass immer wieder neue Leute nachwachsen, die es dann umsonst machen. Und das wird auch so sein. Inzwischen gibt es eine ganze Armee an Bloggern, die es "umsonst" machen. Wie machen die das blos, warum arbeiten die unbezahlt? Richtig - weil das halt einfach Individualisten sind, die von Luft leben. So einfach geht das! :-)

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Xdata Michael Nickles

„Tja, das wird das Lustige werden. Gibt es nur noch ...“

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Die "Weg-mit-der-Werbung" Sager sind ja, fast ohne Ausnahme, aus Not entstanden,
eine Webseite noch sinnvoll zu sehen.

So war es, zumindest mal eine kurze Zeit lang.

Die Adblock User Behauptung 
"ohne  Adblocker  geht garnicht*"  ist aber auch maßlos übertrieben ..
Genau so wie gewisse Werbung die mitten im Blickfeld von Webseiten ist 
die man gerade betrachtet.

Es geht,  die Zahl der Webseiten mit " mitten im Blickfeld " ist überschaubar.

So brauch man nicht unbedingt
einen Adblocker.

Ganz sicher extrem überschätzt ist die Wirkung von Werbung!
Da die nun aber mal kostenlose Inhalte bringt 
und sowieso da ist
ob beachtet oder nicht,
kann sie doch bleiben.

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mawe2 Xdata

„Die Weg-mit-der-Werbung Sager sind ja, fast ohne Ausnahme, ...“

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Die Adblock User Behauptung  "ohne  Adblocker  geht garnicht*"  ist aber auch maßlos übertrieben ..

Dann lies bitte mal dies hier: Klick

Das ist nur ein Besipiel aus der jüngsten Vergangenheit. Andere (frühere) Beispiele lassen sich sehr leicht auch für Deutschland finden.

So brauch man nicht unbedingt einen Adblocker.

Nein, nicht unbedingt.

Aber man braucht unbedingt einen ScriptBlocker. Und der erledigt die Werbe-Scripte dann natürlich gleich mit.

Ganz sicher extrem überschätzt ist die Wirkung von Werbung!

Da stimme ich Dir zu. Wenn Online-Werbung nicht direkt zur Verbreitung von Malware dient, so führt sie doch ganz sicher direkt zur Verteuerung der beworbenen Produkte. Und somit schadet sie ganz direkt den Kunden, die diese Produkte evtl. kaufen würden.

Stellt man sich als User also auf den Standpunkt, Online-Werbung tolerieren zu wollen, zahlt man für diese Toleranz doppelt und dreifach!

a) man Zahlt mit seiner Aufmerksamkeit und Zeit
b) man zahlt den höheren Preis des beworbenen Produkts
c) man zahlt für den Traffic, den die Werbung verursacht
d) man zahlt, indem man sich der Malwaregefahr aussetzt

Der Sitebetreiber zahlt mit dem Imageverlust seiner Site, der durch eingeblendete Werbung entsteht. Er kann i.d.R. nicht beeinflussen, welche Werbung auf seinen Seiten platziert wird.

Wenn jemand ein Werbeverfahren entwickelt, das all diese Nachteile nicht hat, können wir über eine Tolerierung nochmal reden. Aber offensichtich sind genau diese ganzen Nachteile von der Werbewirtschaft explizit gewünscht. Sonst hätte man längst Alternativen zu den jetzt üblichen Verfahren entwickelt!

Gruß, mawe2

"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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Olaf19 mawe2

„Dann lies bitte mal dies hier: Klick Das ist nur ein ...“

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Wenn Online-Werbung nicht direkt zur Verbreitung von Malware dient, so führt sie doch ganz sicher direkt zur Verteuerung der beworbenen Produkte.

Welche Produkte sind denn teurer geworden, seitdem sie im Internet beworben werden?

Wenn Internetwerbung derart unrentabel wäre, dass der Hersteller damit noch draufzahlt, würde er sich freiwillig davon zurückziehen.

CU
Olaf

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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mawe2 Olaf19

„Welche Produkte sind denn teurer geworden, seitdem sie im ...“

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Welche Produkte sind denn teurer geworden, seitdem sie im Internet beworben werden?

Egal ob im Internet oder woanders: Wo, wenn nicht über den Verkaufspreis, wird sich ein Hersteller, der seine Produkte bewirbt die Kosten dafütr wohl herholen?

Wenn Internetwerbung derart unrentabel wäre, dass der Hersteller damit noch draufzahlt, würde er sich freiwillig davon zurückziehen.

Der Hersteller zahlt nicht drauf, nur der Kunde.

Ich z.B. mache keinerlei Werbung für meine Dienstleistungen. Jedenfalls keine, die Kosten verursacht. Wenn ich aber Kosten für Werbung hätte, müsste ich sie auf den Preis meiner Dienstleistungen aufschlagen. Das kann ich meinen Kunden auch ersparen.

Nicht umsonst haben gerade große Anbieter (z.B. Banken, Versicherungen), die wenig oder keine Werbung machen, meist die günstigsten Konditionen.

Gruß, mawe2

"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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Olaf19 mawe2

„Egal ob im Internet oder woanders: Wo, wenn nicht über den ...“

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Wo, wenn nicht über den Verkaufspreis, wird sich ein Hersteller, der seine Produkte bewirbt die Kosten dafütr wohl herholen?

Die klassische Milchmädchenrechnung.

Nur so eine Überlegung: ich spende 100 EUR an den Tierschutzverein,

  • mein Arbeitgeber überweist mir mein Gehalt,
  • Tante Frieda schenkt mir 100 EUR,
  • das Finanzamt erstattet mir 150 EUR Lohnsteuerjahresausgleich und
  • von einem Online-Versandhändler erhalte ich 120 EUR Rückerstattung.

Wer hat nun die 100 EUR an den Tierschutzverein bezahlt? Tante Frieda, weil der Betrag gerade so schön passt? Der Arbeitgeber, weil das der größte Batzen ist? Einer von den beiden anderen, oder jeder von ihnen anteilig?

Oder habe ich die 100 EUR vielleicht doch selbst bezahlt?

Was ich damit sagen will: solche Überlegungen sind müßig. Wenn ich einen Artikel kaufe, dann zahle ich für das Produkt - was der Hersteller dann mit "meinem" Geld (es ist ja schon gar nicht mehr meins!) anstellt, das geht mich überhaupt nichts an. Ob der Chef das in Werbung investiert oder sich davon in der Karibik eine faulen Lenz macht, hat mich überhaupt nicht zu interessieren.

Glaubst du im Ernst, dass irgendein Markenprodukt billiger wäre, wenn es keine Werbung gäbe? Im Gegenteil! Wir alle müssten saftig draufzahlen. Warum? Nun, ohne Absatz kein Umsatz, ohne Umsatz kein Gewinn. Also muss das Produkt teurer gemacht werden. Dann aber verkauft es sich noch schlechter und verschwindet schließlich vom Markt.

Hohe Stückzahlen bedeuten niedrige Stückkosten! - und mit den Einsparungen macht die Werbung sich bezahlt.

Ich z.B. mache keinerlei Werbung für meine Dienstleistungen. Jedenfalls keine, die Kosten verursacht. Wenn ich aber Kosten für Werbung hätte, müsste ich sie auf den Preis meiner Dienstleistungen aufschlagen.

Glaubst du das im Ernst?

Mehr Kunden = mehr Absatz = mehr Umsatz = mehr Gewinn. Und davon kannst du die Werbung locker finanzieren, wenn du alles richtig gemacht hast.

Deswegen die Preise anzuheben, ist einigermaßen abwegig.

CU
Olaf

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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Xdata mawe2

„Dann lies bitte mal dies hier: Klick Das ist nur ein ...“

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Nachtrag

Danke  für Deine Infos.

Einen ScriptBlocker hab ich sogar mal einen User empfohlen,
der nicht selten Viren in seinem Windows hatte ..

.. Aber der ist fast irre geworden .. so oft hat der, bei  fast jeder Seite, nachgefragt oder so.

“ Eine Personal Firewall ist ein Genuss dagegen “- war ein Kommentar.

Die war, aus demselben Grund, auf Windows nicht mehr installiert.
Konnte nicht helfen, da keine Ahnung von ScriptBlockern.

Das auf Nickles mal von einem
Profi User
genannte Proxomitron ist sicher  auch denkbar.
Nur ist das noch komplizierter ..

Und wohl auch langsam.
 “Proxo “ sieht nach Umweg  mit Proxy Server aus.

Wenn ein Browser ohne ScriptBlocker  “ systemnahes “ machen kann,
ist das (zumindest auch) ein fundamentaler Schwachpunkt des Betriebsystems. 

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Nashörnchen Michael Nickles

„Tja, das wird das Lustige werden. Gibt es nur noch ...“

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weil ja niemand Lust hat für zig Online-Angebote jeweils ein Abo zu bezahlen.

Zeitungen gab's schon 100 Jahre vor dem Internetz und die meiste Zeit ging das sogar weitestgehend ohne Werbung. Und nahezu niemand wäre je auf die Idee gekommen, dafür "zig Abos" zu bezahlen. Das waren schon immer nur einige wenige, immerhin ein paar mehr haben sich einzelne Hefte am Kiosk gekauft und für den weit überwiegenden Teil hat es völlig gereicht, die Schlagzeilen auf dem Titelblatt zu lesen und darob den Kopf zu schütteln.

Genau diese Schlagzeilen verwurstet jetzt Gugl, der Rest ist auch weiterhin genauso uninteressant wie schon immer und

eine ganze Armee an Bloggern

macht heute quasi nichts weiter, als per [Strg]+C zusätzlich völlig unnützen Content zu "produzieren" - einzig und allein zu dem Zweck, einfach irgendwas hinter der Werbung verstecken zu können, weil ebendiese Werbung ihnen vorgegaukelt hat, sie könnten damit sagenhaft reich werden. Werden sie natürlich nicht, zu 99% liest den Mist kein Mensch - für die Werbung teuer bezahlen müssen wir aber dennoch alle.

Daß das Bild+ Modell ach so toll funktionieren soll, behauptet - oh Wunder - schon wieder die Werbung. Sonst niemand. Sollte es tatsächlich so sein, sei's ihnen gegönnt - daraus jetzt den Umkehrschluß ziehen zu wollen, daß das dann auch für die unzähligen Abschreiber funktionieren muß, halte ich allerdings für äußerst gewagt.

Das "Geschäftsmodell" ist schlicht und einfach gescheitert - mehr als ein paar wenige Zeitungen - egal ob Papier oder Web - braucht der Mensch ganz einfach nicht, man hat ja meistens auch noch ein klein bissl was anderes zu tun. Und die 853. wörtliche Kopie braucht erst recht niemand. Ergo werden solche Blogger dank Adblock ganz einfach "von Luft leben" müssen oder sich eben über kurz oder lang einen Job suchen. Ich werde sie nicht vermissen...

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Systemcrasher Michael Nickles

„Tja, das wird das Lustige werden. Gibt es nur noch ...“

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Inzwischen gibt es eine ganze Armee an Bloggern, die es "umsonst" machen.

Du kennst schon den Unterschied zwischen Gratis/Kostenlos und umsonst? :D

Gratis gibt es nichts. Und wenn doch, dann ist der Anwender der Preis.

Umsonst ist dagegen ein Großteil dessen, was so im Internet geschrieben steht (gilt aber auch für eine ganze Reihe kostenpflichtiger Printmedien).

Ob die Zeitungsverlage mit Online-Abos berleben können, hängt ganz von deren Preisstruktur ab.

Muß ich für ein Onlineabo das Gleiche zahlen wie für die Printausgabe, oder nur geringfügig weniger (wie es zur Zeit bei e-Books der Fall ist), dann wird das auf Dauer zum scheitern verurteilt sein.

Wenn es aber pro Abo günstig ist (so um ein paar € pro Monat), oder aber eine bezahlbare Flat-Rate für z.B. alle Magazine/Zeitungen eines Verlages  für Vielleser, dann dürfte da ein recht ordentliches Potential drin sein.

Was ich aber nie verstehen werde ist folgendes:

Wieso sind Erfindungen, die z.T. Millionen für die Entwicklung gekostet haben nur für 20 Jahre patentierbar, aber alles was gedruckt/gesungen/gemalt ist noch bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers geschützt?

Was macht diese Dinge um so vieles wertvoller wie Erfindungen, die z.T. erhebliche Verbesserungen in unserem täglichen Leben gebracht haben?

Eine Erfindung darf nach 20 Jahren bedenkenlos kopiert werden (z.B. Generika). Aber jeder noch so schwachsinnige Artikel/Lied/Bild ist u.U. mehr als 100 Jahre lang geschützt?

Wenn ich Rentner bin, dann nörgele ich den ganzen Tag. Das wird bestimmt lustig. :)
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Michael Nickles Systemcrasher

„Du kennst schon den Unterschied zwischen Gratis/Kostenlos ...“

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Du kennst schon den Unterschied zwischen Gratis/Kostenlos und umsonst?

Richtig, eigentlich muss es eher "umsonst und vermeintlich kostenlos" heißen - ich bin jetzt aber mal zu faul das zu korrigieren.

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Olaf19 Systemcrasher

„Du kennst schon den Unterschied zwischen Gratis/Kostenlos ...“

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Wieso sind Erfindungen, die z.T. Millionen für die Entwicklung gekostet haben nur für 20 Jahre patentierbar, aber alles was gedruckt/gesungen/gemalt ist noch bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers geschützt?
Was macht diese Dinge um so vieles wertvoller wie Erfindungen, die z.T. erhebliche Verbesserungen in unserem täglichen Leben gebracht haben?
Eine Erfindung darf nach 20 Jahren bedenkenlos kopiert werden (z.B. Generika). Aber jeder noch so schwachsinnige Artikel/Lied/Bild ist u.U. mehr als 100 Jahre lang geschützt?

Das verstehe ich auch nicht und halte es ebenfalls für maßlos übertrieben. Ferner denke ich, dass die ganze Gereiztheit, mit der so häufig über die GEMA diskutiert wird, auch damit zusammenhängt. Wenngleich diese Organisation nicht für diese Gesetze verantwortlich ist, sondern nur für die Tantiemenausschüttung an die Musikschaffenden.

Du kennst schon den Unterschied zwischen Gratis/Kostenlos und umsonst? :D

Ich anscheinend (auch?) nicht *g*. Genauer gesagt, ich kenne es so: gratis = kostenlos, umsonst = vergeblich, d.h. was "umsonst" war, kann durchaus kostspielig gewesen sein, aber rückblickend betrachtet hätte man es sich "schenken" können.

Verkehrt gedacht...? ;-)

THX fürs Aufklären
Olaf

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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Kabelschrat mawe2

„Die Zeitungen haben angefangen, sich selbst abzuschaffen, ...“

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Hallo mawe,

Was bringt unser TV alles im Bildschirmtext?

Wir haben unser Käseblatt schon vor ca. 20 Jahre entsorgt. Ich lese die NOZ weder  im Internet noch Bildschirmtext.

Früher war auf dem Bau die Bild! Was wird heute dort  gemacht? "Smartgefönt" die Finger qualmen! Was passiert an der Pommesbude? Die Wurst wird kalt und der "Smartfön" läuft heiß. Spiele haben Priorität!

Wir haben die Tageszeitung abgeschafft, weil uns der Inhalt das Geld nicht wert war.

Der einzige Mehrwert der gedruckten Ausgabe sind die Todesanzeigen!

Mein Vater hat die Zeitung immer von hinten gelesen. Wer nicht mehr bei ALDI kauft war ihm sehr wichtig.

PC- Zeitschriften kaufe ich auch nicht mehr. Was die heute schreiben, darf ich in 6 Monaten wieder kaufen.

Ich kenne viele Haushalte ohne PC. Die kaufen auch keine Druckerzeugnisse, bis auf das TV Programm.

Das Preis- Leistungsverhältnis passt nicht.

http://www.examicus.de/e-book/185834/auswirkungen-von-online-medien-auf-tageszeitungen-fallbeispiel-niedersachsen

Gruß

Manchmal frag ich mich, ob die Welt von klugen Köpfen regiert wird, die uns zum Narren halten oder von Schwachköpfen die es ernst meinen. M. Twain
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Systemcrasher Kabelschrat

„Hallo mawe, Was bringt unser TV alles im Bildschirmtext? Wir ...“

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Das Preis- Leistungsverhältnis passt nicht. http://www.examicus.de/e-book/185834/auswirkungen-von-online-medien-auf-tageszeitungen-fallbeispiel-niedersachsen

Rund 30€ für ne popelige Diplomarbeit? Zu meiner Zeit war das Allgemeingut.

Das hier ist aber reine Abzocke auf Kosten des Steuerzahlers (der hat nämlich das Studium hauptsächlich finanziert, weshalb diesem auch das Ergebnis in Form der Diplomarbeit zusteht).

Wenn ich Rentner bin, dann nörgele ich den ganzen Tag. Das wird bestimmt lustig. :)
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Olaf19 Michael Nickles

„Swisscows: Springer und Google leisten der Presse Sterbehilfe“

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„Das ist aktive Sterbehilfe für die Medienlandschaft in Deutschland“, kommentiert Andreas Wiebe, Betreiber der Suchmaschine Swisscows.

Kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen.

Warum sollte sich auch nur eine Zeitung weniger verkaufen, nur weil Google diese "Snippets" veröffentlicht? Dass die jüngere Generation sich ihre Informationen mehr aus dem Internet zieht als aus der Tageszeitung, mag längerfristig das Aus für Printmedien bedeuten. Das ist aber nicht die Schuld von Google.

Was die Online-Auftritte von Tageszeitungen angeht: ich kenne es nicht so, dass man alle Artikel uneingeschränkt online lesen kann. Einige vielleicht, aber längst nicht alle. Meistens ist es so, dass man Überschriften und ein Stück vom ersten Absatz lesen kann - der Rest ist nur für Abonnenten. Oder man kann Artikel einzeln kaufen, gegen ein Entgelt in Cent-Höhe.

CU
Olaf

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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Ralf103 Michael Nickles

„Swisscows: Springer und Google leisten der Presse Sterbehilfe“

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Jämmerlich ist insbesondere wie schnell sie eingeknickt sind.

vor allem, da sie gegen kleine Blogger und Web 2.0 Seiten gnadenlos abmahnen lassen, selbst wenn man zitiert und Quellen benennt ...

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Michael Nickles Ralf103

„vor allem, da sie gegen kleine Blogger und Web 2.0 Seiten ...“

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wenn man zitiert und Quellen benennt ...

Vorsicht: gerade bei Bloggern gibt es durchaus die Sitte das Klauen kompletter Texte und Bildinhalte einfach mit einer "Quellenangabe" zu rechtfertigen. Ich finde es es sehr gut, wenn gegen solche Urheberrechtsverletzungen konsequent vorgegangen wird.

Kennst Du einen Fall, bei dem ein kleiner Blogger von einem großen Verlag wegen einer Bagatelle abgemahnt wurde? Ich kenne bislang keinen.

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Ralf103 Michael Nickles

„Vorsicht: gerade bei Bloggern gibt es durchaus die Sitte ...“

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Ja, wir vom Hooked On Musik, wir hatten aus einer News einen Absatz zitiert und mit Quellenangabe und eigenem redaktionellen Beitrag in unserer eigenen Newsabteilung gepostet.

Die Anwälte des Tagespiegel haben diesen Beitrag von 2009 aus dem nicht mehr öffentlich einsehbaren Archiv gekramt uns abgemahnt und ohne Revisionsmöglichkeit Recht bekommen.

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