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News: Menschlichkeit 2.0

Steht Pflegeheimen Invasion der Roboter bevor?

Michael Nickles / 25 Antworten / Baumansicht Nickles

Die Alloheim Senioren-Residenzen GmbH in Düsseldorf betreibt bundesweit 50 Alten- und Pflegeheime. Jetzt hat das Unternehmen eine Pressemitteilung rausgelassen, die nachdenklich macht. Und zwar durch den warnenden Hinweis, dass Pflegeroboter als Ersatz für Altenpflegepersonal keine Zukunftsmusik aus Science-Fiction-Filmen mehr seien.


(Foto: Alloheim)

Geschäftsführer Thomas Kupczik beklagt zunehmende Anfragen verunsicherter Bewohner und deren Angehöriger, die von wiederholten Ankündigungen in den Medien aufgeschreckt werden. Dabei geht es um Roboter, die das Personal in Altenheimen ergänzen oder gar ersetzen sollen und Entwicklungen in Asien, die euphorisch gefeiert werden.

Die Entwicklung von Pflegerobotern laufe derzeit auf Hochtouren. Bis zur Marktreife wird es wohl noch etwas dauern, aber an der grundsätzlichen Machbarkeit gäbe es keine Zweifel mehr.

Als Beispiel wird unter anderem der Care-O-bot 3 des Fraunhofer Institut aufgeführt. Und auch Toyota bastelt fieberhaft an einem Pflegeroboter - hier ein Bericht des Manager Magazins darüber.

In der Pressemitteilung wird dann natürlich erklärt, dass der Mensch durch nichts zu ersetzen sei und es in den Fluren der Alloheim Senioren-Residenzen niemals Pflegeroboter geben werde.

Michael Nickles meint:

Klar - der Alloheim GmbH geht es natürlich um Werbung für ihren Laden. Ich habe das trotzdem als News reingenommen, weil es doch ein interessanter Diskussionsstoff ist. Für die Alloheim-Manager ist es natürlich leicht, darauf hinzuweisen, dass Pflege Zuwendung, Zuhören, Einfühlungsvermögen und soziale Intelligenz erfordert, Dinge, die weit über das hinausgehen, was Roboter vortäuschen.

Man kann allerdings nur hoffen, dass auch ambitionierte Pflegeheime es sich zukünftig leisten können, auf "Roboter" komplett zu verzichten. Denn: dass die Pflegekosten explodieren, ist kein Geheimnis.

Alle Weile schickt mir meine Krankenversicherung Werbezeugs in dem mir klar gemacht wird, dass die Beiträge, die ich gesetzlich zahlen muss, später für eine brauchbare Pflege nicht ausreichen werden, ein sogenanntes "Pflegerisiko" besteht.

Ich werde damit konfrontiert, dass monatliche Pflegekosten von 3.000 Euro und mehr keine Seltenheit mehr seien. Und fettgedruckt im Text steht, dass mein Haus, mein Partner, das Erbe meiner Kinder gefährdet seien, wenn ich nicht handle.

Handeln heißt natürlich, jetzt eine Zusatzversicherung abschließen. In meinem Fall heißt das, wenn ich jetzt so 30 bis 50 Euro pro Monat zahle, dann bin ich im Pflegefall zwischen ca 3.000 bis 3.800 Euro monatlich abgesichert.

Wenn es mich beispielsweise in so 30 Jahren mit 77 "umhaut", dann blechen die mir für die Pflege 3.000 bis 3.800 Euro im Monat. Die monatlichen Pflegekosten liegen aber HEUTE bereits bei über 3.000 Euro.

Die große Frage ist also, was Pflege in 20 oder 30 Jahren kosten wird - und was 3.000 Euro dann noch wert sind. Ich schmeiß die Angebote für solche "Zusatzversicherungen" immer weg. Vielleicht mache ich einen Denkfehler.
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Ma_neva Michael Nickles

„Steht Pflegeheimen Invasion der Roboter bevor?“

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Hi Mike,

nein Du hast keinen Denkfehler! Hingegen frage ich mich wo diese immensen Summen an Geldern bleiben? Da wirid die gesamte Rente und das  Zusatzgeld aus "Pflegeldversicherung"  nicht als ausreichend empfunden? Wo bleibt da mal die echte staatliche Kontrolle wohin die Millionen jährlich fließen? Das "Personal" bekommt kaum einen nennenswerten Lohn! Doch kassiert werden Unsummen, hinzu kommt noch das noch meist von "Lotterien" oder "staatlich"  erst gefördert,. ein Pflegeheim eröffnet wird! Das ist mehr als nur zum "Übelwerden"!
Da fehlt jegliche Kontrolle über das Geld und "Einzelne"werden dadurch "Millionär"Unentschlossen.
Dieser Staat ist echt scheiße :O, da werden die "Oberen" kaum überprüft, eher noch bezuschußt!
Der Bürger zahlt nun mehr als 100%!

Gruß
Manfred

Das Genie tut was es muß, das Talent tut was es kann
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LohrerMopper Ma_neva

„Hi Mike, nein Du hast keinen Denkfehler! Hingegen frage ich...“

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... Hingegen frage ich mich wo diese immensen Summen an Geldern bleiben?
Die immensen Summen werden von Abschlußprovisionen für Versicherunsmakler verschlungen.
Erst vor wenigen Tagen war ein Bericht im Fernsehen, über eine Plegeheimbetreiber GmbH, welche in Konkurs gegangen ist. Das Personal und die Gläubiger gehen leer aus, obwohl die Pflegeversicherung immer pünktlich bezahlt hat. Ein Pflegeheim sollte sogar Zwangs geräumt werden, weil die Mieten für das Gebäude, in dem das Pflegeheim ist, nicht bezahlt werden. Nur durch das Eingreifen eines  (ungenannten) Investors hat die Insassen vor einem Umzug gerettet.
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DannyCoburg Michael Nickles

„Steht Pflegeheimen Invasion der Roboter bevor?“

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Die große Frage ist also, was Pflege in 20 oder 30 Jahren kosten wird - und was 3.000 Euro dann noch wert sind.
Eine weitere große Frage ist, ob es den Euro in 20 oder 30 Jahren überhaupt noch gibt. Insofern kann man noch so viel nachdenken, bei derart  vielen Unwägbarkeiten wie gerade im Moment, gibt es hierfür kein Patentrezept.

Und wer würde auch über sein eigenes Schicksal nachdenken wollen, gilt es doch als vornehmste Aufgabe, vorrangig Verstrickungen anderer Länder zu lösen. Also Augen zu, durch, abdrücken, Maul halten, als Nazi beschimpfen lassen. Der D-Michel macht schließlich alles mit.
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LohrerMopper DannyCoburg

„Eine weitere große Frage ist, ob es den Euro in 20 oder 30...“

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Eine weitere große Frage ist, ob es den Euro in 20 oder 30 Jahren überhaupt noch gibt.
Den EURO wird es in weiterhin geben, es stellt sich nur die Frage, welchen Wert er gegenüber anderen Währungen (z.B. Dollar, Schweizer Franken, Yen, engl. Pfund) er noch hat.

Griechenland (z.B.) ist seit über zwei Jahren insolvent. Jeder EURO, der für die Zahlung der Altlasten von Griechenland verwendet wird ist hinausgeworfenes Geld und eigentlich eine Straftat (Insolvenzverschleppung).
Besonders lustig finde ich die Meinung vieler Politiker und Wissenschaftler, Griechenland aus der Währungsgemeinschaft auszuschließen, weil es völlig egal ist, ob Griechenland in EUROs oder Drachmen pleite ist. Zwinkernd



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Ma_neva LohrerMopper

„Den EURO wird es in weiterhin geben es stellt sich nur die...“

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Hi,

Jeder EURO, der für die Zahlung der Altlasten von Griechenland verwendet wird ist hinausgeworfenes Geld und eigentlich eine Straftat (Insolvenzverschleppung).
Tja aber da sind doch nun Espania, Portugal und weitere Kandidaten am "Tropf"! Wer soll die alle am Leben erhalten? (Besser da den €?)

Gruß
Manfred
Das Genie tut was es muß, das Talent tut was es kann
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Amfortas1 Michael Nickles

„Steht Pflegeheimen Invasion der Roboter bevor?“

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Wir wär's, wenn man die Betreiber von Automaten gesetzlich zur Abführung von Beiträgen zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung verpflichten würde? Vielleicht würde sich dann auch eine bessere Bezahlung von Pflegekräften rechnen, da sie im Vergleich nicht mehr so teuer wären.
Gruß
Amfortas

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LohrerMopper Amfortas1

„Wir wär's, wenn man die Betreiber von Automaten gesetzlich...“

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Wir wär's, wenn man die Betreiber von Automaten gesetzlich zur Abführung von Beiträgen zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung verpflichten würde? Vielleicht würde sich dann auch eine bessere Bezahlung von Pflegekräften rechnen, da sie im Vergleich nicht mehr so teuer wären.
Genau das hat schon mein Vater in den 70er Jahre gesagt, als die ersten Roboter in die Automobilfabriken eingezogen sind.
Doch wann ist ein Roboter ein Roboter ? Da müßte man Richtlinien schaffen, ab wann für eine Maschine gezahlt werden soll.
Andererseits ist das nicht möglich, weil dann die Maschinen irgendwann auch Ansprüche geltend machen können müßten. Man kann ja niemanden dazu verdonnern, in eine Versicherung einzuzahlen, wenn von vornherein klar ist, daß er nie zum Versicherungsfall werden kann, oder?
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Markus Klümper Michael Nickles

„Steht Pflegeheimen Invasion der Roboter bevor?“

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Ehrlich gesagt frage ich mich, wo die ganze Kohle in den Pflegeheimen bleibt. Das ist nicht nachvollziehbar. Ich habe heute in der Bildzeitung gelesen, daß der Manager eines Pflegeheims die gute Pflege hervorhob - bei knapp 2400 Euro Kosten im Monat:  "In welchem Hotel bekommen Sie so eine Versorgung für 81 Euro am Tag?". Sowas ist nicht nur zynisch sondern frech. Nun sehe ich ja ein daß auch Pflegeheime keine Goldgrube sind, aber dennoch muss die Analsyse erlaubt sein, wieviel die erbrachten Leistungen wert sind. Jedenfalls keine 81 Euro am Tag. Man kann das nicht mit einem Hotel vergleichen, wo tageweise kalkuliert wird.
Ich rechne mal eher so: Wenn ein Zimmer 15 qm hat und die gleiche Fläche durch Umlage noch dazu kommt, würde das bei unseren Mietpreisen in NRW max. 250 Euro warm kosten. Meistens weniger (bis auf Köln / Düsseldorf natürlich). Dazu kommt noch Essen, was max 5 Euro am Tag wert ist (weiß ich aus erster Hand, der Betrag ist schon sehr großzügig!!!), selbst wenn wir Kosten für Küche und Personal dazurechnen max. 300 Euro im Monat. So kommen wir mit Kleinkram auf reale Kosten von vielleicht 650 Euro. Nun kommt noch die Pflegekraft dazu die monatliche Kosten von 3000 erzeugt - von denen wir aber maximal 25% Zeitanteil rechnen wollen, denn der/die Pfleger(in) betreut ja nicht nur einen Geriatri. Real sind es sogar drastisch weniger als 2h echte Pflege am Tag, aber dafür ist man ja 24x7h versorgt. Ergo kostet die Pflege incl. Personal 1400 Euro im Monat. Wo bleibt die Kohle??? Man darf ja auch nicht vergessen, daß für viele Extras ja auch noch die Krankenversicherungen monatlich löhnen! Ich würde mir jedenfalls gerne mal die Kalkulation eines solchen Heimes ansehen!

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Ma_neva Markus Klümper

„Ehrlich gesagt frage ich mich wo die ganze Kohle in den...“

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Hi,

volle Zustimmung zu Deiner Ausführung, denn auch meine Schwiegermutter liegt in solch einem Heim! Habe schon seeehr oft versucht da einzusehen wo diese Unsummen (hingehen)! Das Pflegepersonal sehr dünn gesät und meist nur 2 -3 Frauen für das Heim.  Die Wäsche meist bekleckert, die Brille schmutzig, also für das Personal nicht zu schaffen einen normalen Standard zu erhalten. Die warten das die "Besucher" es richten.
Bei ca 200 Insassen Überrascht, wo bleibt die Kohle!?
Da fehlt echt staatliche und Kassen ärztliche
Kontrolle und Überwachung! Es scheint so "Bereicherungen" auf Kosten von Leuten die sich nicht wehren können und hilflos ausgeliefert sind.
Meine Schwiegermutter war völlig "normal" und konnte gehen und auch einkaufen, doch nach 2 Monaten im Heim war sie  auf "Pflegestufe 3" , konnte nix mehr sagen! Einfach mit Med. so hin bekommen das sie nur im Rollstuhl noch transportiert wird und nicht einmal die Tochter erkennt. So kannte ich einmal meine Mutter im KH, als sie nach Herzanfall mit 83 eingeliefert wude. Ich bin da hin zum Besuch und siehe da, Sie wußte nicht wer ich binUnentschlossen. Da hatte man die Patienten ruhig gestellt da eine Nachtwache für 2 Stationen zuständig war. Erst als ich mich bei der Stationsschwester beschwerte  konnte ich Tage später meine Mutter wieder normal begrüßen.
Man will in diesen Pflegeheimen unbedingt für die Insassen die Pflegestufe 3 Haben, dafür gehen die über L....!

Gruß
Manfred

Das Genie tut was es muß, das Talent tut was es kann
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LohrerMopper Ma_neva

„Hi volle Zustimmung zu Deiner Ausführung denn auch meine...“

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Meine Schwiegermutter war völlig "normal" und konnte gehen und auch einkaufen, doch nach 2 Monaten im Heim war.....
Ist das nicht Körperverletzung und strafbar ?

.... auf Kosten von Leuten die sich nicht wehren können und hilflos ausgeliefert sind.
Dann sollten vielleicht Verwandte und Bekannte nachfragen und nach haken und sich kümmern.
Wenn das Pflegeheim Personal mitbekommt, daß sich jemand interessiert und sich kümmert, wird die die Einstellung zum Kunden (eigentlich sind die Insassen eines Pflegeheims die Kunden des Pflegeheims) eine andere sein, als wenn es den Angehörigen egal ist, was dort abgeht.
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Systemcrasher Michael Nickles

„Steht Pflegeheimen Invasion der Roboter bevor?“

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Man kann allerdings nur hoffen, dass auch ambitionierte Pflegeheime es sich zukünftig leisten können, auf "Roboter" komplett zu verzichten. Denn: dass die Pflegekosten explodieren, ist kein Geheimnis.


Ich dagegen hoffe eher, daß sich ambitionierte Pflegeheime soklche Pflegeroboter leisten können.

Denn diese können die ohnehin i.d.R. völlig überlasteten Pflegekräfte entlasten, v.A. bei rückenbelastenden Arbeiten.
Aber auch bei Kleinigkeiten.
Dann könnten sich die Pflegekräfte wieder mehr um ihre Klienten kümmern.

So ganz nebenbei: In Pflegeheimen sind schon heute viele Roboter am Werkeln:

Beatmungsgeräte u.a. medizinisch notwendige Dinge.

Wenn ich Rentner bin, dann nörgele ich den ganzen Tag. Das wird bestimmt lustig. :)
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LohrerMopper Systemcrasher

„Ich dagegen hoffe eher daß sich ambitionierte Pflegeheime...“

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Denn: dass die Pflegekosten explodieren, ist kein Geheimnis.
Das große Geheimnis ist, warum sie explodieren. Stirnrunzelnd
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LohrerMopper Systemcrasher

„Ich dagegen hoffe eher daß sich ambitionierte Pflegeheime...“

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Ich dagegen hoffe eher, daß sich ambitionierte Pflegeheime soklche Pflegeroboter leisten können.
Wenn man genau hinschaut gibt es diese Roboter schon:
Das Personal steht so dermaßen unter Zeitdruck, daß es nur noch die wichtigsten, notwendigsten Tätigkeiten ausführen kann.

Mir kommt es eher so vor, als wäre diese "Pflegeroboterdiskussion" ein populistisches Ablenkungsmanöver, welche die Medien und Betroffenen von der tatsächlichen Situation ablenken soll.
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LohrerMopper Michael Nickles

„Steht Pflegeheimen Invasion der Roboter bevor?“

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Vielleicht mache ich einen Denkfehler.
Das glaube ich nicht. Ich mache es so: Keine zusätzliche Versicherung (weder Rente, noch Kranken, noch sonstwas). Ich lege mein übriges Geld am Monatsende auf Tagesgeldkonten an und wenn es für einen Sparbrief reicht, wird einer gekauft. Das ist (noch) immer die risikoloseste Geldanlage, auch wenn die Zinsen dafür (zur Zeit) sehr niedrig sind. Ausserdem kann man dann das Geld verwenden, für was man es will. Ausserdem muß man keine Abschlußprovisonen zahlen, die doch einen erheblichen Anteil des Anlagekapitals auffressen. Dies mache ich bereits seit ca. 30 Jahren so und muß mir inzwischen keine Sorgen um die Zukunft mehr machen, ausser es gibt eine Währungsreform.

Die beste Geldanlage für Dich ist wohl investieren in Dein Gewerbe.
Auch investieren in Weiterbildung ist eine gute Kapitalanlage.


Steht Pflegeheimen Invasion der Roboter bevor?
Das glaube ich nicht so ganz. Roboter sind Maschinen, die man kaufen oder leasen muß, während Menschen nur monatlich und eher gering bezahlt werden. Ausserdem steht seit der Ostöffnung der EU und seit den letzten Jahren durch die Zerschlagung der Wirtschaft in Griechenland, Portugal und Spanien genug gut ausgebildetes Menschenmaterial zur Verfügung zu Dumpingkosten zur Verfügung.
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Oliver55 Michael Nickles

„Steht Pflegeheimen Invasion der Roboter bevor?“

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Moin,
sorry aber man merkt, dass hier Menschen sich ein Urteil bilden, die einfach mal überhaupt keine Ahnung haben! Ich habe mir mein Studium über entsprechende Pflegetätigkeiten in der häuslichen Krankenpflege und in der stationären Pflege von Demenzerkrankten finanziert.

Zum ersten Punkt, dem Roboter: Ich kann mir nur wünschen, dass er bald kommt, denn er würde die Arbeit für viele Kolleginnen und Kollegen vereinfachen. Hat hier jemand mal versucht, einen 100 Kilo schweren Rollstuhlfahrer(gehbehindert aber nicht gelähmt) aus dem Rollstuhl in sein Bett zu transferieren? In der häuslichen Krankenpflege, ja sogar in der stationären Pflege sind die Pfleger/Pflegerinnen häufig auf sich alleine gestellt, weil die Personaldecke nicht sonderlich dick ist. Das geht ordentlich in den Rücken. Die meisten Pflegerinnen sind aber keine 1,90 große Wallküren, sonder zierlich 1,60 große Frauen. Jaaa, das bekommen sie auch hin. Aber guck Dir die gleiche Person mal 20 Jahre später an! Verschlissen! Roboter können diese Arbeit erleichtern.

Zum Pflegesatz: Wovon Mike hier spricht, entspricht ungefähr der Pflegestufe 2 von 3. Bei der dritten kämt ihr mit dem Geld nicht hin! Die liegt ca. bei 5000 - 6000 € und ist für die schwerst pflegebedürftigen vorgesehen. Klingt erst einmal nach viel Geld, nur ist es schon nicht so einfach die Pflegestufe 2 zu bekommen. Dafür schicken die Krankenkassen den MDK(medizinischer Dienst der Krankenkassen) zur Begutachtung vorbei. Dabei werden sowohl körperlich, wie auch geistige Tests durchgeführt. Ich habe es selber schon erlebt, dass der Antrag abgelehnt wurde, obwohl klar war, dass die Person sich nicht mehr alleine versorgen kann. Und dann? Der Mensch muss ja trotzdem adäquat versorgt werden. Also werden trotzdem mehr Hilfskrafte und Pflegekräfte eingesetzt. Wer bezahlt die? Die Patienten, die schon Pflegestufe 2 oder 3 haben. In der häuslichen Krankenpflege kommt dazu noch der Fahrzeugpark, Spritkosten, Versicherungen etc. In der stationären die speziell behindertengerechten Bauten oder Umbauten dazu. Man kann auf der selben Fläche, die für eine nichtbehinderte Person völlig ausreichend ist, keinen Behinderten unterbringen > ergo, weniger Menschen auf mehr Fläche usw.

Zum Abschluss mal die Ungefähre Bezahlung einer Pflegehilfskraft: Der Stundenlohn liegt hier inzwischen ! etwa bei 8,50 pro Stunde. Das klingt zwar wenig, aber ausreichend; nur ist das der Brutto-Betrag und es wird kein Unterschied zwischen normalem Wochentag, Nachtschicht, oder Feiertag gemacht. Die Hilfskräfte die ich gesprochen habe, haben alle um die 800€ Netto verdient und irgendetwas zwischen 130 und 140 Stunden pro Monat gearbeitet. Die meisten haben mir gesagt, sollte ich Arbeitslos werden, bleibe ich arbeitslos, weil es mir dann besser geht!

Die Konkurrenz ist inzwischen in den Großstädten extrem hoch. Wozu führt das?!? Es werden inzwischen Patienten in die häusliche Krankenpflege aufgenommen, die da nicht hingehören, sondern in eine stationäre Pflege müssten. Nur, je nach Krankheitsbild, kann es zu langen Wartezeiten kommen. Die Touren werden immens lang. Kollegen von mir hatten teilweise Touren, die sie Mittags begonnen haben, und die so um Mitternacht zuende waren! Warum das solange gedauert hat? Weil sie viele Patienten hatten, die aber auch vernünftig versorgen wollte, und sich mit ihnen wenigstens etwas unterhalten wollten. Wir waren/sind nämlich häufig die einzigen Gesprächspartner am Tag gewesen!

Reich wird bei dieser Arbeit niemnd! Auch der Besitzer nicht.



Gruß Olli

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Ma_neva Oliver55

„Moin sorry aber man merkt dass hier Menschen sich ein Urteil...“

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Hi Olli,

ich glaube Du hast Einiges nicht richtig gelesen hier! Es ging da um die Kosten im Pflegeheim. Die häusliche Pflege ist im Hintergrund und wird nie echt bezahlt und auch die Pflegestufen dort nicht. Doch eine Einweisung in ein "Pflegeheim" haben fast Alle nach spätestens 3 Monaten die Pflegestufe 3 und sind nicht mehr ansprechbar!  Habe es an meiner Mutter und Schwiegermutter (nun  noch dort) erlebt! Bei einigen Patienten über 100 in einem Heim mit dieser "Bezahlung" und derart wenig Personal, wo bleibt das viele Geld? (Zumal noch viele Heime über Zuschüsse aus Lotterien  erbaut wurden)

Gruß
Manfred

Das Genie tut was es muß, das Talent tut was es kann
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DannyCoburg Ma_neva

„Hi Olli ich glaube Du hast Einiges nicht richtig gelesen hier...“

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haben fast Alle nach spätestens 3 Monaten die Pflegestufe 3 und sind nicht mehr ansprechbar! 

Das ist symptomatisch, ein Verbrechen an den armen Menschen, vielleicht nicht überall praktiziert, aber leider immer noch weit verbreitet, und das seit Jahr und Tag. Wehe denjenigen, denen dies angetan wird, denn sie können nicht mal mehr zum Ausdruck bringen, was sie so verwirrt. Teuflisch!

"Psychopharmaka werden über jedes Maß gegeben. Nicht in Einzelfällen, sondern systematisch."

Aus: http://www.swr.de/odysso/-/id=1046894/nid=1046894/did=3564518/1t5fs8x/

s. a.:

http://denkanstoesse.dgsp-ev.de/?p=37

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/demenz/article/806323/haloperidol-pflegeheim-keine-gute-idee.html
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DannyCoburg

Nachtrag zu: „Das ist symptomatisch ein Verbrechen an den armen Menschen...“

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NACHTRAG:

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/neuregelung-des-betreuungsrechts-bei-zwangsbehandlungen-a-868059.html


"...Muskel- und Bewegungsstörungen.....und solche psychischer Art (sedierende Wirkungen, Depressionen, Antriebslosigkeit, emotionale Verarmung, Verwirrtheit, andere Wirkungen auf das Zentralnervensystem etc.) zu unterscheiden. Betroffene selbst beschreiben oft ein Gefühl, „eingemauert“ zu sein....

...In Deutschland unterliegt die zwangsweise Verabreichung von Antipsychotika strengen Auflagen. Nach mehreren Urteilen des Bundesverfassungsgerichts ist es nur mehr in sehr eng gesteckten Grenzen möglich, Neuroleptika gegen den Willen der Behandelten in geschlossenen Psychiatrien und im Maßregelvollzug zu verabreichen. Diese Auflagen sind beispielsweise dann nicht erfüllt, wenn ein Patient gegen seinen Willen behandelt werden soll, weil er seinen Behandlern misstraut...".

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Neuroleptikum

Man spricht auch von "chemischer Zwangsjacke".

Es werden in Altenheimen viel zu oft Neuroleptika eingesetzt, z. B. Haldol und die Alten werden überhaupt nicht informiert bzw. gefragt. Bei psychisch Kranken soll - natürlich zu Recht - strenger Maßstab angelegt werden, bei Alten wird dieser unter den Tisch gekehrt. Scheußliche Zustände.

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Ma_neva DannyCoburg

„NACHTRAG http www spiegel de gesundheit diagnose neuregelung...“

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Hi,

das sagte ich auch eigener Erfahrung meiner Angehörigen! Doch da steht immer noch ein Dementi von  "Olliver55" aus. Er hat ja die Erfahrung darin gesammeltÜberrascht. Also nicht nur meine 2 Fälle persönlich, auch Bekannte (ergibt so ca 17 Fälle) sind einheitlich gleich. Da kann der O55 nur in einem Spezialheim (besonders betucht oder bekannt) gearbeitet haben. Ansonsten würde sogar TV wie WISO lügen!

Gruß
Manfred

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Oliver55 Ma_neva

„Hi Olli ich glaube Du hast Einiges nicht richtig gelesen hier...“

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Hallo Ma_Neva,
eben genau das, was Du mitteilst ist zu allgemein gehalten. Wohl bemerkt, ich habe auch stationär gearbeitet und feststellen dürfen, dass mitnichten alle nach 3 Monaten sofort die Pflegestufe 3 erhalten und nicht mehr ansprechbar sind. Das ist schlichtweg und ergreifend Quatsch. Der Kostenfaktor wäre viel zu hoch. Der MDK befindet darüber. Und niemand sonst! Und der wird einen Teufel tun und Allen sofort die Pflegestufe 3 geben!

Gruß Olli

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LohrerMopper Oliver55

„Moin sorry aber man merkt dass hier Menschen sich ein Urteil...“

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Vielen Dank für den umfangreichen Beitrag.

sorry aber man merkt, dass hier Menschen sich ein Urteil bilden, die einfach mal überhaupt keine Ahnung haben!
schön, daß Du dich gleich für Deine Aussage entschuldigst. Ich möchte gerne feststellen, daß ich eigentlich niemanden verurteilen will, sondern nur meine subjektive Meinung wiedergeben möchte.
Bei dieser Angelegenheit möchte ich anmerken, daß ich meine Mutter bei mir wohnen habe, die seit ihrem Schlaganfall nicht mehr allein gelassen werden kann. Da sie sich noch waschen und einigermaßen laufen kann, bezahlt die Pflegeversicherung gar nix (Pflegestufe 0). Also habe ich den Part der ganztägigen Betreuung übernommen.

Hat hier jemand mal versucht, einen 100 Kilo schweren Rollstuhlfahrer(gehbehindert aber nicht gelähmt) aus dem Rollstuhl in sein Bett zu transferieren?
Dazu ist kein Roboter nötig, dazu nimmt man einen Kran, soweit vorhanden. Es ist aber auch in der Industrie üblich, lieber auf Kräne zu verzichten und z.B.: 80 Kilo schwere Kabelrollen in ca. 1,7 m hohe Abroller per Mensch hineinzuheben (Habe ich jahrelang gemacht, mein Rücken ist aber noch o.k.).

Der Stundenlohn liegt hier inzwischen ! etwa bei 8,50 pro Stunde. Das klingt zwar wenig, aber ausreichend;
tatsächlich ?

Die Konkurrenz ist inzwischen in den Großstädten extrem hoch.
Warum ist das so ? Weil man damit Geld verdienen kann.
Ich habe letzhin einen Fernsehbericht gesehen, über Pflegedienste, die sich Gegenseitig Patienten verkauft haben, um den Gewinn zu maximieren.

Es werden inzwischen Patienten in die häusliche Krankenpflege aufgenommen, die da nicht hingehören, sondern in eine stationäre Pflege müssten.
Ich glaube, daß alte Menschen lieber in ihrer gewohnten Umgebung bleiben möchten, anstatt in ein Pflegeheim umzuziehen. Ich behalte meine Mutter so lange bei mir, wie es nur geht. Das liegt auch in ihrem Interesse.

Wir waren/sind nämlich häufig die einzigen Gesprächspartner am Tag gewesen!
Das ist den Angehörigen anzulasten, die sich nicht (aus welchen Gründen auch immer) um ihre Angehörigen kümmern.
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Oliver55 LohrerMopper

„Vielen Dank für den umfangreichen Beitrag schön daß Du...“

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Moin,
mach einfach wie Du denkst und meinst zu wissen, und alles ist gut.

Gruß Olli

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Fetzen Oliver55

„Moin sorry aber man merkt dass hier Menschen sich ein Urteil...“

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Hat hier jemand mal versucht, einen 100 Kilo schweren Rollstuhlfahrer(gehbehindert aber nicht gelähmt) aus dem Rollstuhl in sein Bett zu transferieren?
Das Problem ist hier weniger die Statur der Pflegekräfte, sondern mangelnde Technik und Ausbildung. Meine Ex hat mit etwas über 60kg mehr als einmal Patienten bis zum doppelten Gewicht bewegt und zwar mit Hilfe von Kinästhetik. Patienten für die andere teilweise zu Dritt am werkeln waren. Sie hat sich selbst und auf eigene Kosten weitergebildet und musste sich dafür auch noch anfeinden lassen. Da liegt der Hase im Pfeffer. Nicht, dass ich keine sinnvollen Bereiche für Roboter sehen würde, aber alles muss man nicht abwälzen.

Bevor sie mit Kinästhetik angefangen hat, hatte sie auch massive Beschwerden. Die Patienten waren dankbar und froh, da Kinästhetik nur bei aktiver Mithilfe funktioniert und den Menschen Lebensqualität zurück gibt. Patienten, die völlig bewegungsunfähig sind können zumindest leichter bewegt werden, ohne sich kaputt zu machen, wobei ich einen Robotereinsatz hier nachvollziehen könnte. Es fehlt schlicht an Förderung durch die Arbeitgeber und Berufsverbände, sowie an moderner Ausbildung.
Das wahre Leben ist nicht der Kampf zwischen Gut und Böse, sondern zwischen Böse und noch Schlimmeren!(Joseph Brodsky)
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Ma_neva Fetzen

„Das Problem ist hier weniger die Statur der Pflegekräfte...“

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Hallo,

eigentlich fehlt eine viel strengere Überwachung in den Pflegeheimen über "Medikmantenausgabe" und Verabreichung. ""Psychopharmaka werden über jedes Maß gegeben. Nicht in Einzelfällen, sondern systematisch." Daher haben die Patienten so schnell die Pflegestufe3. Einmal ein enormer finanzieller Vorteil für das Heim (primärer Grund sehe ich) und dann auch weniger Arbeit (kein klingeln, keine Nörgelei, kein Unterhalten und Gejammer hören und keine Schmerzensäußerungen wenn mal derb angefaßt werden muß).
Aber das es sogar bei "Guten teuren Pflegeheimen"  auch so geht war in der Talk Show auf N3 zu sehen, da zahlen die echt viel Kohle für die Eltern und dann derartige Behandlung. Es gibt selbstredend wohl Ausnahmen wie es Heidi Kabel gefunden hat und einige Berühmtheiten, da ist es wie im Hotel. Doch wir wollen ja von der Masse der Heime reden. In der Ostsee-Zeitung stand gerade das im Städtischen Pflegeheim ein Überschuß von 200 000,-€ erwirtschaftet wurde! Zugleich bekamen die Angehörigen schon wieder alle "Erhöhung" der Zahlungen zugeschickt! (Gestiegene Energiekosten, Umlagekosten usw.) Was verbrauchen diese im Dunklen lebenden Menschen da überhaupt an Energie? Werden alle auf jeder Etage vor dem Fernseher gekarrt und fast Im Dunklen sitzend in den Rollstühlen.
Es fehlt da eine straffe richterliche Kontrolle und zwar ohne Vorankündigungen!

Gruß
Manfred

Das Genie tut was es muß, das Talent tut was es kann
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juppes1 Michael Nickles

„Steht Pflegeheimen Invasion der Roboter bevor?“

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Für die Betreiber der Pflege und Altersheimen stellt sich natürlich nur die eine Frage, wieviel RENDITE wirft ein älterer Mensch ab. Es ist schon beschämend, dass überhaupt über Pflege/Altersheim"Rendite" diskutiert wird.

Der Mensch ist sein ganzes Leben lang für den Staat da gewesen und im Alter, bei einer Durchschnittsrente von 1000€, wird er dann zum Renditeobjekt. Die Gelder, die dann von den Sozialämtern hinzugezahlt werden, sollte man lieber staatliche Altersheime für bauen und diese über Stiftungen, Vereine, Genossenschaften betreiben. Diese brauchten nur kostenorientiert zu arbeiten und sich nicht über Rendite zu streiten.
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