Heimnetzwerke - WIFI, LAN, Router und Co 16.228 Themen, 77.473 Beiträge

News: Ohne Aufpreis

Schweiz - ab April 300 Postautos mit kostenlosem Wifi

Michael Nickles / 13 Antworten / Baumansicht Nickles

Mit "Postauto" ist in der Schweiz kein Auto gemeint, das der Zustellung von Post und Paketen dient. Vielmehr handelt es sich bei der Postauto Schweiz AG um das führende Busunternehmen im öffentlichen Nahverkehr - und anscheinend auch ein recht modernes.

Bereits in November vergangenen Jahres hat das Unternehmen mitgeteilt, sein Busflotte mit kostenlosem Wifi auszustatten. Damit wird nun am 10. April begonnen. In der Ostschweiz, im Wallis und im Aargau werden die ersten 300 Postautos mit Wifi ausgestattet.


Die mit Wifi ausgestatteten Postautos sind am Wifi-Bildsymbol zu erkennen. (Foto: Postauto Schweiz AG).

Binnen eines Jahres sollen jeden Monat 100 weitere Autos mit drahtlosem Internetzugang ausgestattet werden. Insgesamt gibt es 800 Postauto-Linien und das Unternehmen hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, lückenlosen Wifi-Zugang zu schaffen.

Das dürfte schwer werden, da als Funktechnik UMTS genutzt wird und die Postautos auch in Gegenden unterwegs sind, in denen es um die UMTS-Netzabdeckung schlecht bestellt ist. Ein Sprung ins Kalte Wasser ist die Sache auf jeden Fall nicht.

Im vergangenen Frühling hat die Postauto Schweiz AG in Sitten bereits einen Test mit sechs Postautos durchgeführt und die Ergebnisse waren sehr positiv. Die Abwicklung soll für Kunden sehr einfach sein. Nutzer müssen einfach ihre Mobilfunknummer angeben, damit der Zugang per Registrierungscode freigeschaltet wird.

Besonders erfreulich für Postauto-Reisende: die Ticketpreise sollen wegen Wifi nicht erhöht werden, finanziert wird die Sache weitgehend von der Schweizerischen Post. Alles Wissenswerte hat die Postauto Schweiz AG auf dieser Webseite zusammengefasst: www.postauto.ch/wifi

Michael Nickles meint: Tolle Sache - technisch betrachtet auf jeden Fall. Ich finde es allerdings jetzt schon befremdlich, wie vielen Menschen ich "auf der Straße" begegne, die das Geschehen um sich herum nicht mal mehr ansatzweise wahrnehmen: Kopf und Blick nach unten zum Smartphone gesenkt.

Muss man den jede verdammte Sekunde seines Lebens damit verbringen, auf irgendeinen Bildschirm zu starren?

bei Antwort benachrichtigen
mawe2 Michael Nickles

„Schweiz - ab April 300 Postautos mit kostenlosem Wifi“

Optionen

WLAN im Bus ist z.B. auch in Irland schon jahrlelang üblich, ich finde das prinzipiell sehr gut.

Ich finde es allerdings jetzt schon befremdlich, wie vielen Menschen ich "auf der Straße" begegne, die das Geschehen um sich herum nicht mal mehr ansatzweise wahrnehmen: Kopf und Blick nach unten zum Smartphone gesenkt.

Hier möchte ich Dir ausdrücklich zustimmen, die Entwicklung geht in eine bedrohliche Richtung!

Ich habe neulich im Zug zwei Leute beobachtet: Beide waren offensichtlich Abeitskollegen und fuhren eine halbe Stunde lang zusammen im Zug zu ihrem Arbeitsplatz. Sie haben sich angeregt unterhalten.

Allerdings haben beide (!!) dabei ausgiebig ihre Smartphones bearbeitet. Als der eine nach ca. 10 min sein Smartphone in die Tasche gesteckt hat, dachte ich: Jetzt hat er's kapiert, jetzt will er sich ohne diese Ablenkung mit seinem Kollegen unterhalten. Aber was tat er? Er holte sein Notebook raus und hat für die letzten 20 min der Strecke neben der Unterhaltung parallel auf dem Notebook gearbeitet.

Auch habe ich im Straßenverkehr schon Radfahrer erlebt, die (während sie Fahrrad fuhren!) telefonierten und gleichzeitig (!!) auf dem MP3-Player nach einem bestimmten Song gesucht haben. Hinten auf dem Kindersitz saß ein Kleinkind...

Muss man den jede verdammte Sekunde seines Lebens damit verbringen, auf irgendeinen Bildschirm zu starren?

Nein. Und ich verstehe nicht, was solche Leute treibt?

Für mich ist mobiles Internet technisch gesehen eine große Errungenschaft. Gesellschaftlich betrachtet ist es ein Desaster.

Gruß, mawe2

"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
bei Antwort benachrichtigen
schuerhaken mawe2

„WLAN im Bus ist z.B. auch in Irland schon jahrlelang üblich, ich finde das...“

Optionen

.
Die Multitasker sind im Vormarsch...
...und ebnen der Oberflächlichkeit den Weg.
Das eine, das andere und noch was: Alles gleichzeitig, oberflächlich, nicht haftend.
Mit der Wahrnehmung beginnt bereits das Vergessen.

Alles nur noch halb und halb.
Doch merke:
Zwei Halbe machen wohl ein Ganzes.
Doch halb und halb getan ist nie ein ganzes Werk.

.

bei Antwort benachrichtigen
RogerWorkman schuerhaken

„Wifi und die Multitasker“

Optionen
Das eine, das andere und noch was: Alles gleichzeitig, oberflächlich, nicht haftend.
Mit der Wahrnehmung beginnt bereits das Vergessen.


Stimmt nicht. Im wiederholtem Tun, festigt sich Wahrnehmung, Erinnerung und auch Beweglichkeit im Denken. Wenn man jedoch im wiederholtem handeln/tun, Falsches tut, so festigt sich auch das.

Pädagogischer Leitsatz: "Wesentlich für die Persönlichkeitsentwicklung ist es, jedem Freiräume und Bedingungen zu schaffen, die ein ganzheitliches Lernen zulassen. Jeder lernt durch aktive Auseinandersetzung mit seiner Umwelt, durch wiederholtes Tun, durch Wahrnehmung mit allen Sinnen."

Was spricht dagegen Wlan im Bus zu nutzen, solang andere Sinne oder Wahrnehmung der nutzenden Person nicht vernachlässigt werden? MitAlles gleichzeitig, oberflächlich, nicht haftend. hat das nichts zu tun.

Dennoch gebe ich Dir Recht, wenn die Zeit im Bus mit sinnlosen Wlan-Sessions vertrödelt werden. Z.B. ein Email an Freunde zu schreiben und nach dem Wettter zu fragen, antatt aus dem Bus zu schauen und Wetter wahrzunehmen. Abadsurdum. Genau das ist aber vielfältig das Problem allgemein mit IT-Technik-Nutzung.
bei Antwort benachrichtigen
mawe2 RogerWorkman

„ Stimmt nicht. Im wiederholtem Tun, festigt sich Wahrnehmung, Erinnerung und...“

Optionen
Im wiederholtem Tun, festigt sich Wahrnehmung, Erinnerung und auch Beweglichkeit im Denken.

Das stimmt grundsätzlich.

Verschiedene Dinge parallel (gleichzeitig) zu machen hat aber nichts mit wiederholtem Tun zu tun sondern ist sowohl der Wahrnehmung als auch der Erinnerung definitiv abträglich.

Was spricht dagegen Wlan im Bus zu nutzen

Grundsätzlich erstmal nichts. Die Überlegungen zur weiteren Steigerung der Oberflächlichkeit beziehen sich ganz allgemein darauf, dass heutzutage viele Menschen die Handy-/Smartphone-Nutzung auf ein unerträgliches Maß gesteigert haben und offensichtlich die Sensibilität dafür, wann man die Dinger nutzt und wann nicht immer mehr verlieren.

Wenn ich jemanden sehe, der sich mit einem Menschen unterhält und gleichzeitig per Smartphone eine andere Kommunikation betreibt, dann ist das nicht nur oberflächlich sondern schlich unhöflich und arrogant. Und mit einem solchen Menschen möchte ich nicht kommunizieren.

Ansonsten muss man noch ganz klar sagen, dass offene WLANs heutzutage aus Sicherheitsgründen eigentlich nicht mehr zu benutzen sind. So kehrt sich der gut gemeinte Dienst eines Bus-Unternehmens um und wird zu einer prima Basis für allerlei Angriffe auf die arglosen Nutzer.

Gruß, mawe2
"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
bei Antwort benachrichtigen
RogerWorkman mawe2

„ Das stimmt grundsätzlich. Verschiedene Dinge parallel gleichzeitig zu machen...“

Optionen
Wenn ich jemanden sehe, der sich mit einem Menschen unterhält und gleichzeitig per Smartphone eine andere Kommunikation betreibt, dann ist das nicht nur oberflächlich sondern schlich unhöflich und arrogant.
Volle Übereinstimmung. Ich erweitere sogar, das man bewußt auf emails als auch Telefonate nicht antwortet. Vorallem dann, wenn eine direkte, persönliche Kommunikation aufgrund von Gegenfrage unabdingbar sind.

dass heutzutage viele Menschen die Handy-/Smartphone-Nutzung auf ein unerträgliches Maß gesteigert haben und offensichtlich die Sensibilität dafür, wann man die Dinger nutzt und wann nicht immer mehr verlieren.
Genau das habe ich mit sinnlosen Wlan-Sessions gemeint.

Der Mensch entscheidet, wieviel Höflichkeit, Zweckmäßigkeit und Sinn in Kommunikation ist. Sollte sich ein mensch nur allein durch bestehendes, offenens Wlan von Wichtigem abhalten lassen, so ist dieser mensch nicht gefestigt genig selbsständig, sinnvolle Entscheidungen zu treffen.

Leider überrent die IT-Technologiemit Ihren Möglichkeiten, die moralischen Werte des Menschen. Gutes Beispiel, 2 10jährige Schüler prügeln sich im Bus. Anstatt sich der Situation zu stellen und selbst einzugreifen, wird per Handy die Polizei gerufen. Die Moral ändert sich durch Möglichkeiten, aber nicht von allein. Anstatt einzugreifen, filmt ein Mitschüler die Prügellei. Entweder um der polizei zu petzen oder hinterher in Foren aufgegeilt einzustellen.

Das reine WiFi-Angebot ändert sicherlich auch die Moral der Menschen, aber nur soweit wie jeder es will.

bei Antwort benachrichtigen
mawe2 RogerWorkman

„ Volle Übereinstimmung. Ich erweitere sogar, das man bewußt auf emails als...“

Optionen
Leider überrent die IT-Technologiemit Ihren Möglichkeiten, die moralischen Werte des Menschen.

Volle Zustimmung! Und zwar mit zunehmender Beschleunigung.

Das reine WiFi-Angebot ändert sicherlich auch die Moral der Menschen, aber nur soweit wie jeder es will.

Ebenfalls volle Zustimmung.

Gruß, mawe2
"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
bei Antwort benachrichtigen
the_mic Michael Nickles

„Schweiz - ab April 300 Postautos mit kostenlosem Wifi“

Optionen
Das dürfte schwer werden, da als Funktechnik UMTS genutzt wird und die Postautos auch in Gegenden unterwegs sind, in denen es um die UMTS-Netzabdeckung schlecht bestellt ist.

Es muss ja nicht durchgängig Breitband-Abdeckung vorhanden sein, wichtig ist nur mal, dass man überhaupt durchgehend Datenempfang hat. Vor allem in engen Bergtälern und auf Tunnelstrecken könnte das schwierig sein. Aber abgesehen von richtig abgelegenen Gebieten (die dann für Fahrzeuge eh nicht zugänglich sind, ausser allenfalls Motorschlitten im Winter), hat man in der Schweiz praktisch überall zumindest GSM-Empfang.

Karten mit der Netzabdeckung der einzelnen Provider finden sich hier:
Swisscom: http://gis2.begasoft.ch/gis/pages/ch.bgs.googlegis.gwt.GMapSwisscomNetzabdeckung/swisscomNetzabdeckung.jsf?lang=de
Sunrise: http://maps.sunrise.ch/coverage.php
Orange: http://www1.orange.ch/de/support/coverage/swiss-coverage/
cat /dev/brain > /dev/null
bei Antwort benachrichtigen
rocking55 the_mic

„ Es muss ja nicht durchgängig Breitband-Abdeckung vorhanden sein, wichtig ist...“

Optionen

Sicher sollte man in der Schweiz die Landschaft geniessen!

Es dürfte aber auch einem Bedürfnis entsprechen, Anschlüsse zur Bahn zu prüfen, da die Umsteigezeiten meist relativ knapp bemessen sind und man nicht davon ausgehen kann, dass - wie ich schon gehört habe in DE eher üblich - der Zug sowieso verspätet ist.

Einen Online Fahrplan von Bussen und Bahnen gibts auch als APP, vor allem für Touristen ist dann der Gratis-Zugriff via WLAN eine tolle Sache, da die Roaminggebühren wegfallen!

Die Anzeigepanels in den Bussen sind inzwischen allerdings auch meist auf einem Niveau und Realtime, wo's auch ohne Mobilphone geht.

bei Antwort benachrichtigen
the_mic Michael Nickles

„Schweiz - ab April 300 Postautos mit kostenlosem Wifi“

Optionen

Übrigens... auch die Trams in Basel sind bzw werden mit WLAN ausgestattet:
http://bazonline.ch/basel/land/Gratisinternet-in-TangoTrams/story/28720910?track

cat /dev/brain > /dev/null
bei Antwort benachrichtigen
RogerWorkman Michael Nickles

„Schweiz - ab April 300 Postautos mit kostenlosem Wifi“

Optionen

In der Schweiz ist das sicherlich was Neues. In NewYork/USA ist das schon seit Jahren normal verfügbar. Man sieht es als Kundenservice, die elendige, eigentlich sinnlose Zeit für Pendler zur Arbeit füllen zu können. So machen es auch viele, nutzen die Zeit und tun was für die eigene Kommunikation oder Produktion. Selbstverständlich gibt es auch die "Sinnlosen", die Ihre wertvolle Zeit mit Spielen und facebook oder sogar Soap-videos verschwenden.

Nun gut, oder nicht gut. Die Schweizer setzen auf einen mündigen Bürger, der selbst entscheiden können sollte, wann und warum und wofür man Wlan in Postautos nutzt.

Seitdem ich im eigenen PKW einen WLan-Hotspot über UMTS eingerichtet habe, da entsteht zwischen den Mitfahrern und Fahrer sogar mehr Kommunikation. Z.B. bei zeitfressenden Fahrten zu Messen mit vollem Auto können viele Arbeiten, die man nur online erledigen kann locker erledigt werden. Es bleibt trotzdem und sogar dadurch mehr Zeit miteinander sprechen zu können. Viel weniger blabla wird geäußert.

Und seine wir mal ehrlich, wenn jemand ca. 200 Arbeitstage im Jahr 2mal mit dem Bus zur Arbeit pendelt, über was sollte, oder könnte man sich mit den Mitfahren sinnvoll unterhalten? Bis auf das "guten Morgen" wird ehh kaum kommuniziert.

Muss man den jede verdammte Sekunde seines Lebens damit verbringen, auf irgendeinen Bildschirm zu starren?
Natürlich nicht, aber man sollte auch nicht zuviel sinnlose Pendlerzeit verschwenden.

bei Antwort benachrichtigen
the_mic RogerWorkman

„In der Schweiz ist das sicherlich was Neues. In NewYork/USA ist das schon seit...“

Optionen
Nun gut, oder nicht gut. Die Schweizer setzen auf einen mündigen Bürger, der selbst entscheiden können sollte, wann und warum und wofür man Wlan in Postautos nutzt.

Sollte man in einem Land unmündiger Bürger öffentliches WLAN (das Internet über einen UMTS-Zugang bietet) demnach nicht anbieten? Würde es einen grossen Unterschied machen, wenn dann dort stattdessen jeder mit seinem individuellen UMTS-Zugang auf das Internet zugreift?

Nur mal so als allgemeine Frage an alle "Ui WLAN macht aber asozial" Kommentare... :-)
cat /dev/brain > /dev/null
bei Antwort benachrichtigen
RogerWorkman the_mic

„ Sollte man in einem Land unmündiger Bürger öffentliches WLAN das Internet...“

Optionen
Sollte man in einem Land unmündiger Bürger öffentliches WLAN (das Internet über einen UMTS-Zugang bietet) demnach nicht anbieten?

Welches Land hat nach Deiner Meinung unmündige Bürger?
Wlan in öffentlichen nahverkehrssystemen ist was anderes als ein eigener UMTS-Zugang. Die Attraktivität der Verkehrsmittel steigt mit dem WiFi-Angebot. Es ist kostenlos. Somit können auch alle, die keinen eigenen und teuren UMTS-Kartenvertrag haben, Internet mobil während der öden Fahrzeiten nutzen.

Was spricht dagegen? Jeder sollte fähig sein, selbst darüber zu entscheiden, ob man ein gutes Gespräch mit dem Sitznachbarn im Bus führt oder sinnlos die neusten Klatschnachichten aus einem Display aufsaugt. Dazwischen gibt es aber auch noch andere Kategorien von Kommunikation.

bei Antwort benachrichtigen
voenix Michael Nickles

„Schweiz - ab April 300 Postautos mit kostenlosem Wifi“

Optionen
Muss man den jede verdammte Sekunde seines Lebens damit verbringen, auf irgendeinen Bildschirm zu starren?

Natürlich nicht, aber es spricht doch nichts dagen, dass man es können kann, wenn man es will.

mfg :)
Die Wahrheit ist haesslich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)
bei Antwort benachrichtigen