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News: Neue Deals mit News-Agenturen

Schnappt Google Verlagen Kohle weg?

Redaktion / 1 Antworten / Baumansicht Nickles

Die meisten Tageszeitungen und auch viele Online-PC-Magazine recherchieren ihre Nachrichten nicht selbst, sondern kaufen sie bei Nachrichtenagenturen wie der Deutschen Presseagentur DPA ein. Unter Meldungen steht dann beispielsweise als Quellenangabe "DPA" drunter. Für diese Nachrichtenagenturen arbeiten Journalisten, die die tatsächlichen Urheber der Meldungen sind.

Wer bei der DPA Nachrichten einkauft, der muss dafür ordentlich blechen - kleine Internet-Seiten können sich das kaum leisten. Die eingekauften Nachrichten werden von Verlagen optional bearbeitet und dann beispielsweise im Internet veröffentlicht. Durch Werbung verdienen die Verlage im Internet dann Kohle - wenn ihre Nachrichten im Internet gefunden werden. Dafür sorgt beispielsweise Googles News-Suche, bei der sich Online-Medien, die Nachrichten und Artikel veröffentlichen, kostenlos anmelden können.

Jetzt kommt auf die Kunden der Nachrichten-Großhändler eine böse Sache zu. Google hat seine Kooperation mit großen europäischen Nachrichtenagenturen jetzt ausgebaut, befindet sich auch in Verhandlungen mit der DPA. Googles Ziel ist es, sich die Inhalte der "Nachrichten-Agenturen" direkt einzuverleiben, sprich sie in die Google-News-Suche reinzubinden. Für News-Suchende bietet das zunächst mal scheinbar einen großen Vorteil.

Sie finden über Google dann voraussichtlich nicht mehr Online-News von Spiegel, Stern und Co, die bei einer Nachrichtenagentur eingekauft und im Sinne der Verlage bearbeitet wurden. Stattdessen liefert die Google-Suche dann sicherlich bevorzugt die Originaltexte der Nachrichtenagenturen und zeigt diese auch gleich an.

Kohle wird dabei mit Werbung verdient und die teilt sich Google direkt mit den Nachrichtenagenturen. Damit geht den Verlagen, die Kunden der Nachrichtenagenturen sind, natürlich Kohle verloren - weil sie in der Google-Suche vermutlich nicht mehr so gut aufgelistet werden.

Michael Nickles meint: Mancher mag es als Vorteil empfinden, dass die "Original-News" bevorzugt gefunden werden. Aus meiner Sicht ist es ein Nachteil. Magazine drucken eingekaufte Texte selten im Originalzustand ab, sie werden von Redakteuren bearbeitet.

Und dabei kommen oft noch Zusatzinfos und Kommentare hinzu, die in den Originaltexten der Nachrichtenagenturen fehlen. Durch Googles Direkt-Deal mit den Agenturen, verliert die Presselandschaft an Farbe und Vielfalt - eine bedauerliche Entwicklung.

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Max Payne Redaktion

„Schnappt Google Verlagen Kohle weg?“

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Und dabei kommen oft noch Zusatzinfos und Kommentare hinzu, die in den Originaltexten der Nachrichtenagenturen fehlen.

Zumindest ist die Vergleichsmöglichkeit mit den Originaltexten wichtig. Denn diese "Zusatzinfos" sind ja quer durch die Presselandschaft von durchaus unterschiedlicher Qualität - von recherchiert bis erfunden ist da alles dabei.

Ob einem beispielsweise die mitunter recht phantasievollen Ausschmückungen der Zeitung mit den großen Buchstaben wirklich fehlen, sei dahingestellt.
The trouble with computers is that they do what you told them – not necessarily what you wanted them to do.
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