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News: "Freizeit und Arbeit mischen"

Microsoft fordert Debatte zum neuen Arbeiten in Deutschland

Michael Nickles / 29 Antworten / Baumansicht Nickles

Starre Büroarbeit soll flexiblen und mobilen Arbeitsverhältnissen weichen, traditionelle Hierarchien sollen sich auflösen und Unternehmen vielmehr wie ein Netzwerk arbeiten. Technologie ist es, die unseren Arbeitsplatz revolutioniert und gleichzeitig neue Möglichkeiten eröffnet, aber auch die viel diskutierte Work-Life-Balance in Gefahr bringt.

Das ist der Kern des "Manifest für ein neues Arbeiten" das Microsoft in Berlin gemeinsam mit Autor Markus Albers, Zeitmanagement-Coach Prof. Dr. Lothar Seiwert, Moderator Richard Gutjahr und Bloggerin Ninia Binias vorgestellt hat.

Fordern Debatte zum neuen Arbeiten in Deutschland: Dr. Sebastian Muschter (McKinsey & Company, 1.v.l.), Dr. Thorsten Hübschen (Microsoft Deutschland, 2.v.l.), Prof. Dr. Lothar Seiwert (Autor und Zeitmanagement-Coach, mitte), Richard Gutjahr (Moderator und Blogger, 2.v.r.), Markus Albers (Autor und Journalist, 1.v.r.) und Ninia Binias (Bloggerin, vorne mitte) stellen das Manifest für ein neues Arbeiten in Berlin vor. (Foto: Microsoft)

Die durchgehende Digitalisierung unseres Privat- wie Berufslebens und nicht zuletzt der demografische Wandel führe dazu, dass Anwender die Richtung bestimmen, in die sich IT entwickelt.

Wissensarbeit finde heute am Schreibtisch statt, für kreative Elemente bleibe kaum Zeit, starre Hierarchien behindere flexible Projektarbeit und die Infrastruktur hinke in Deutschland noch den Möglichkeiten der Technik hinterher.

"Die Unternehmenskultur hält nicht mit dem digitalen Wandel Schritt. Wir brauchen in Deutschland eine Debatte zum neuen Arbeiten", kommentiert Thorsten Hübschen, Business Group Lead der Microsoft Office Division. "Seit 1989 sind wir mit unseren Office-Produkten Teil der Geschichte rund um tägliche Arbeitsprozesse und wissen heute: Das Arbeiten, so wie wir es uns vorstellen, ist noch nicht möglich. Wir fordern ein Recht auf Arbeit, so wie wir sie wollen."

Microsoft fordert: Keine 9to5-Jobs (geregelte Arbeitszeit von 9 bis 17 Uhr), allerdings auch nicht solche, bei denen man die eigene Familie nicht zu Gesicht bekommt. Anzustreben ist die  Zusammenarbeit in virtuellen Teams an gemeinsamen Projekten, egal welche Zeitzone man sich gerade teilt.

Mitarbeiter sollen nicht länger als nötig am Schreibtisch festgehalten werden, kreativ und produktiv sein, wenn es möglich ist: Schließlich tragen Wissensarbeiter das richtige Werkzeug in der Hosen- und Aktentasche mit sich – und haben eben diese Werkzeuge zur Arbeit mitgebracht.

"Was spricht dagegen, Arbeit und Freizeit, Freizeit und Arbeit miteinander zu mischen", fragt Initiator Thorsten Hübschen im Rahmen des Experten-Panels.

Michael Nickles meint:

Beim Zitat "Was spricht dagegen, Arbeit und Freizeit, Freizeit und Arbeit miteinander zu mischen" hatte ich keine Lust mehr, die Mitteilung weiter zu lesen. Wer mag, findet sie hier.

Was uns der Siegeszug der PC-Technik und moderner Kommunikationstechnik im Arbeitsleben gebracht hat? Nichts außer Nachteile!

Mit "uns" meine ich angestellte Mitarbeiter und Freiberufler, nicht die Unternehmer, die natürlich profitieren. Klar schreibt es sich mit einer Textverarbeitung schneller und leichter als mit einer Schreibmaschine. Aber hat eine "Sekretärin" dadurch weniger Stress im Berufsleben? Eher muss sie heute halt schneller und mehr produzieren.

Auch die schnellen Kommunikationswege wie Email haben bestenfalls Stress und Zeitdruck erhöht. Es ist heute normal, dass was auf die "Schnelle" noch am späten Freitag kurz vor Feierabend "raus muss".

Auch das Internet hat den Druck für Branchen erhöht. Anbieter von Waren müssen permanent die Preise der Konkurrenz überwachen, denn die Kunden verwenden Preissuchmaschinen und wollen es einfach billig haben. Und auch beim allerbilligsten Anbieter wird perfekter Service heute als Selbstverständlichkeit betrachtet. Es ist schwer geworden, sich über mehr als den Preis zu definieren.

Den Geschwindigkeitsdruck durch das Internet, merkt man auch der professionellen Presse an. Es ist heute normal, dass sich in Online-Artikeln von Spiegel und Co Schreibfehler befinden. Nachrichten müssen im Netz rasend schnell raus, wenn man bei Google oben landen will. Für zeitraubende Korrekturarbeiten bleibt keine Zeit mehr.

Auch Smartphones sind für viele Arbeitnehmer ein Fluch. Es ist kein Geheimnis, dass viele Chefs eine 7-Tage/24-Stunden-Verfügbarkeit erwarten. Bemerkenswert ist auch der Trend dazu, dass Mitarbeiter "Arbeitsgeräte" wie Smartphones und Tablets selbst kaufen und für die Arbeit verwenden.

Das "Office in der Hosentasche", wie Microsoft es in der Mitteilung beschreibt, wird für Arbeiter höchstwahrscheinlich auch keine Erleichterung bringen, sondern den Druck erhöhen. Das angedachte Mischen von Arbeit und Freizeit wird nicht funktionieren. Beziehungsweise es wird garantiert funktionieren: zu Ungunsten der Arbeiter.

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The Wasp Michael Nickles

„Microsoft fordert Debatte zum neuen Arbeiten in Deutschland“

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Das Problem sind nicht die Maschinen, sondern die Menschen!

Der Hauptgrund für die von dir beschriebenen grauenhaften Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten immer größerer Teile der Arbeitnehmer ist die brutale und völlig rücksichtslose Liberalisierung des Marktes. Alte ethische und moralische Grundsätze der sozialen Marktwirtschaft gelten nicht mehr. Kontrollinstanzen wurden abgeschafft, wovon vor allem der besonders rücksichtslose Unternehmer profitiert.

Freiberufler und Werkverträge sind oft nichts als die totale Entrechtung des Arbeitnehmers. Kein Urlaub, keine Krankenversicherung, keine Lohnfortzahlung bei Krankheit, keine Arbeitnehmervertretung und am Ende keine Rente.

Und worüber labert die Microsoft-PR-Abteilung? Nix als verlogene Microsoft-Cloud-Werbung. Die wollen an der ganzen Lohnsklaverei mitverdienen und sie beaufsichtigen und perfektionieren.

Ende
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InvisibleBot Michael Nickles

„Microsoft fordert Debatte zum neuen Arbeiten in Deutschland“

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Die ganze Debatte um den Arbeitsplatz der Zukunft ist bereits falsch abgebogen. Irgendwann war der Heimarbeitsplatz mal das große Thema, damit die Leute die Arbeit flexibler in ihr Leben einbauen können und der Individualverkehr zurückgeht. Davon ist nicht viel übrig geblieben.

Jetzt ist es so das die Leute (nach wie vor) jeden Tag in der Arbeit sitzen - und dann zu Hause trotzdem noch stundenlang berufliche Dinge erledigen müssen, für die sie aufgrund dauernder Überlastung keine Zeit hatten. Von 24/7-Erreichbarkeit gar nicht zu reden... Und das Beste daran: Für die Firma fallen keine Überstunden an - soweit die überhaupt noch berücksichtigt werden.

Was wir wirklich brauchen ist eine Debatte darüber wo die bezahlte Arbeit aufhört und wo die sittenwidrige Ausbeutung anfängt.

Mich betrifft es glücklicherweise nicht, aber was man im Freundeskreis so alles mitbekommt ist schon jenseits von Gut und Böse. Und: Je kleiner die Firma desto schlimmer ist es.

- Beat the machine that works in your head! -
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gelöscht_84526 InvisibleBot

„Die ganze Debatte um den Arbeitsplatz der Zukunft ist ...“

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und dann zu Hause trotzdem noch stundenlang berufliche Dinge erledigen müssen, für die sie aufgrund dauernder Überlastung keine Zeit hatten.

Das trifft aber doch nur auf Bürojobs zu!

Ich glaube kaum, dass ein Handwerker sich Arbeit mit nach Hause bringt. Habe ich bei meinen Kindern (Schlossermeister, Raumausstatterin) noch nie beobachten können. Auch die Kinder, welche in der Kranken- bzw. Altenpflege arbeiten (eine examinierte Krankenschwester und eine Altenpflegerin), haben noch nie einen Patienten mit nach Hause gebracht.....

Einzig und allein mein Jüngster bringt sich "Arbeit" mit nach Hause, was bei einem Studenten aber eigentlich normal ist.....

Gruß

K.-H.

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InvisibleBot gelöscht_84526

„Das trifft aber doch nur auf Bürojobs zu! Ich glaube kaum, ...“

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2 meiner Freunde arbeiten in kleineren Ingenieurbüros. Die sitzen jeden Tag um die 10 Stunden im Büro und kommen mit ihrer Arbeit trotzdem nicht rum. Da werden statt ordentlicher Planung nur Löcher gestopft, d.h. das erledigt was gerade absolut unaufschiebbar ist, weil es sonst Vertragsstrafen gibt. Und nach Feierabend setzen die sich zu Hause oder bei einem Bier/Essen noch hin, beantworten E-Mails und machen sonstigen beruflichen Nebenbei-Kram für den man nicht unbedingt die Büroausstattung braucht. Oft sind die auch Samstag noch eingespannt. Wochenarbeitszeit: 55-60 Stunden sind normal, einer kam sogar mal 68 Stunden. Bezahlt davon werden genau 40 Stunden, "Überstunden werden erwartet und sind mit ihrem Lohn bereits abgeglichen" ist bei beiden die Firmenpolitik. Das heißt aber nicht dass die gut verdienen. Mehr Leute einstellen? Geht nicht, weil jetzt schon zuwenig Platz ist. Umzug? Zu teuer, Ende der Diskussion.

Jeder der woanders was findet ist auf den Schlag weg, die suchen auch schon. Aber die Firma funktioniert trotzdem, es gibt genug Studienabgänger, die Arbeit brauchen.

- Beat the machine that works in your head! -
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gelöscht_308227 InvisibleBot

„2 meiner Freunde arbeiten in kleineren Ingenieurbüros. Die ...“

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Wochenarbeitszeit: 55-60 Stunden sind normal, einer kam sogar mal 68 Stunden. Bezahlt davon werden genau 40 Stunden, "Überstunden werden erwartet und sind mit ihrem Lohn bereits abgeglichen" ist bei beiden die Firmenpolitik.

Das kann ich bestätigen. Als ich noch Vetriebs- und Projektleiter einer IT-Firma war, sah die Welt nicht viel anders aus, nur das bei mir dann auch noch oft Reisezeiten dazu kamen, sodaß bei mehreren auswärtigen Projekten manchmal auch eine 80 Stunden Woche zusammen kam. Überstundenvergütung Fehlanzeige.

Soviel also zum Thema Freizeit und Arbeitszeit miteinander zu verquicken.

Manchmal ist ein Downgrade des Jobs hilfreich. Ich habe eines meiner Hobbies zum Beruf gemacht, verdiene zwar weniger als vorher, aber habe meine vertragliche 38 Stunden Woche, Überstunden werden mit Zuschlag von 25% vergütet. Seit dem Downgrade geht es mir auch gesundheitlich viel besser und meine Freizeit hat deutlich an Qualität gewonnen, weil nichts mehr in Hektik gemacht weden muß.

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InvisibleBot gelöscht_308227

„Das kann ich bestätigen. Als ich noch Vetriebs- und ...“

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Geht mir ähnlich. Früher hab ich die Technikabteilung eines IT-Händlers geleitet, da existierten die 40 Stunden pro Woche nur auf dem Papier. Unter 50 Stunden bin ich eigentlich nie gekommen, manchmal wenn große Projekte anlagen stand ne 6 vor den Wochenstunden.

Das kann man mal ein paar Jahre machen, um Berufspraxis zu sammeln und/oder sich einen Namen bei möglichen zukünftigen Arbeitgebern zu machen, aber auf die Dauer hält man das nicht durch.

Hab mir dann nach ein paar Jahren bewusst einen anderen Job ohne Führungsverantwortung gesucht, aber mit der Aussicht auf halbwegs normale Arbeitszeiten. Das hatte zwar natürlich finanzielle Einbußen zur Folge, aber die gewonnene Lebensqualität ist unbezahlbar.

- Beat the machine that works in your head! -
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Alekom gelöscht_84526

„Das trifft aber doch nur auf Bürojobs zu! Ich glaube kaum, ...“

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so ist es, handwerker werden sich nicht angesprochen fühlen,  zumal die selbstbestimmung gegen null geht...ich les so manche ratgeber ala: zeitmanagement.

der maurer hat die wand fertig zu mauern in einer bestimmten zeit..basta.

und sorry, die meiste zeit benötige ich für die arbeit...3 stunden fahrzeit inclusive. ich kanns mir leider nicht aussuchen wenn ich nicht arbeitslos sein möchte.

das thema heimarbeit ist ein uraltes!

Alles hat seinen Sinn, auch das scheinbar Sinnlose, denn es gibt nichts ohne Sinn.
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gelöscht_320029 InvisibleBot

„Die ganze Debatte um den Arbeitsplatz der Zukunft ist ...“

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Jetzt ist es so das die Leute (nach wie vor) jeden Tag in der Arbeit sitzen - und dann zu Hause trotzdem noch stundenlang berufliche Dinge erledigen müssen, für die sie aufgrund dauernder Überlastung keine Zeit hatten. Von 24/7-Erreichbarkeit gar nicht zu reden... Und das Beste daran: Für die Firma fallen keine Überstunden an - soweit die überhaupt noch berücksichtigt werden.

Es ist ein gewiß etwas abstrakter Umkehrschluß zur Zeit "Weber", Heimarbeit. Diese hatten auch mehr als 12 Std am Tag geschuftet und dann kam der Akkord in den Betrieben. Etwas "anders" zwar verfallen wir aber wieder in den extremen Kapitalismus. Auch bei Berufen wie Altenpflege oder sonstige Sozialberufe ( da ist die Bezahlung auch nicht rosig und wer ein Gewissen hat und wirklich Pflegen möchte kann es wegen Zeitdruck nicht) und auch bei Handwerkern angestellt  (dort wird auch mehr als 8 Std am Tage gearbeitet und auch Samstags, besonders Frühjahr bis Herbst)  hat man nur den theoretischen Anspruch auf Einhaltung der Arbeitszeit. Außnahmen gibt es mit Beamtenstatus aber auch auf dem Arbeitsmarkt.

MfG

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gelöscht_238890 Michael Nickles

„Microsoft fordert Debatte zum neuen Arbeiten in Deutschland“

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"Was spricht dagegen, Arbeit und Freizeit, Freizeit und Arbeit miteinander zu mischen", fragt Initiator Thorsten Hübschen im Rahmen des Experten-Panels.

Jeder labert so blöd wie er ist!  Das darf man in Deutschland. ;-)

Anzustreben ist die  Zusammenarbeit in virtuellen Teams an gemeinsamen Projekten, egal welche Zeitzone man sich gerade teilt.

Phrasen über Phrasen, aber die wollen auch nur ihr "Wölkchen" vermarkten.

Thorsten Hübschen, Business Group Lead der Microsoft Office Division. "Seit 1989 sind wir mit unseren Office-Produkten Teil der Geschichte rund um tägliche Arbeitsprozesse und wissen heute: Das Arbeiten, so wie wir es uns vorstellen, ist noch nicht möglich. Wir fordern ein Recht auf Arbeit, so wie wir sie wollen."

Der letzte Satz sagt doch alles. "Scheiß doch auf die Malocher!  (für den Malocher entschuldige ich mich) ;-)

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mumpel1 Michael Nickles

„Microsoft fordert Debatte zum neuen Arbeiten in Deutschland“

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Hallo!

Wir fordern ein Recht auf Arbeit, so wie wir sie wollen."

Wer ist/sind "wir"? Die Arbeitgeber oder die Arbeitnehmer?

Gruß, René

RibbonX-Workshop: http://www.rholtz-office.de/ribbonx/start
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reader Michael Nickles

„Microsoft fordert Debatte zum neuen Arbeiten in Deutschland“

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Wir leben in einem Zeitalter in dem es nicht mehr nötig ist, dass mehr als 20%-30% der Menschen etwas tun um ALLE zu versorgen. Deswegen auch "das Zeitalter der Mittelmänner" - Arbeitsbeschaffungsmaßnamen in reinster Form. Der "Stress" kommt für die meisten von bewusster "desoptimierung" . Wie viele Menschen tun nciht anderes als Daten aus Kundenbriefen in die Datenbanken einzutragen? Die Aufgabe könnten die Menschen selbst online erledigen. Auch direkter Vetrtrieb der Waren - vor allem digitaler - erfordert viel weniger Zwischenhändler. 

Problem ist - die Produktivität der Arbeit wuchs schneller als Bewusstsein der Menschen - wir sind zu einer Gesellschaft in der die Meisten einfach nur nichts tun müssen bzw. es für die meisten nichts zu tun gibt noch nicht bereit.

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schuerhaken reader

„Wir leben in einem Zeitalter in dem es nicht mehr nötig ...“

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Erzähle das Götz Werner. 
Der leidet auch darunter. -- Warum nicht ein "bedingungsloses Grundeinkommen" für alle? 
Simpel:
Weil dann die Obrigkeitsbürokratie viel weniger "Arbeit" hätte. Die erfindet sowieso über die Gesetzes- und Verordnungsmacher laufend neue Schikanen, die man kaum anders sehen kann denn als "ABM" und Arbeitsplatzsicherung für die Behörden.

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schuerhaken Michael Nickles

„Microsoft fordert Debatte zum neuen Arbeiten in Deutschland“

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Was uns der Siegeszug der PC-Technik und moderner Kommunikationstechnik im Arbeitsleben gebracht hat? Nichts außer Nachteile!

Wie laut, wie heftig und wie lange darf darüber gelacht werden, Michael? 

Nicht "der Siegeszug der PC-Technik und moderner Kommunikationstechnik im Arbeitsleben" hat die "Nachteile" eingebrockt, sondern das verknöcherte, lernunwillige und rückwärtsgewandte Denken vieler Unternehmer und Manager. 
Die Kosten/Nutzen-Abwägungen und die Möglichkeiten der Zeiteinsparungen haben erst nach und nach auch Handwerker dazu gebracht, Computer einzusetzen, sie jedoch zu einem großen Teil in Abhängigkeiten von Großhändlern gefesselt (ganz herausragend z.B. in der Sanitär- und Heizungsbranche, wo die Großhändler die Software stellen und die Artikel-Listen ständig -- anfänglich nur auf Disketten oder CDs -- auf den neuesten Stand gebracht haben). 
Bei den Großunternehmen machten sich sehr zahlreich die von den Universitäten frischgebackenen Yuppies breit, die das Dreierpack "Mensch-Maschine-Material" nur als Kostenfaktor betrachteten und diesen durch (teils abenteuerliche) entsprechende Maßnahmen zu drücken verstanden. Aufgrund der Maschinisierung, aber auch teils wegen ihrer schier unternehmerischen Unfähigkeit kam es dann zu "Freisetzungen" von Personal. 

Unsere Gesellschaft hat gründlich verschlafen, "Arbeit" neu zu definieren (und auch "ehrenamtliche" Tätigkeiten in Entgeltsysteme mit einzubeziehen).
Ganz große Schuld haben dabei die Gewerkschaften auf sich geladen, obwohl sie es eigentlich besser wussten, jedoch ihre Erkenntnisse nicht umsetzten. (Ich selbst habe an einigen Brainstorming-Symposien von Gewerkschaften teilgenommen und dabei die Weitsichtigkeit ganz weniger Vertreter und die Engstirnigkeit der erdrückend großen Mehrheit unter den Gewerkschaftern ausgekostet.) Die Gewerkschaften sind in ihrem Verständnis von Arbeitnehmervertretung aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts stecken geblieben. Kein Wunder, dass ihnen die Mitglieder wegliefen. Das Allerschlimmste: Die Gewerkschaften haben es unterlassen, arbeitslos gewordene Mitglieder in eine "Arbeitslosen-Gewerkschaftsvertretung" umzuschichten. Arbeitslose wurden dadurch zur Zielgruppe von teils korrupten Wohlfahrtsverbänden, die wohl Missstände von Zeit zu Zeit auf geduldigem Papier auflisteten, aber keine "Kampfmaßnahmen" veranstalteten. 

Das angedachte Mischen von Arbeit und Freizeit wird nicht funktionieren. Beziehungsweise es wird garantiert funktionieren: zu Ungunsten der Arbeiter.d

Eben. 
"Schuld" sind nicht die technischen Veränderungen und neuen Möglichkeiten, sondern Menschen in zahlreichen Funktionen, die aus den eingefahrenen Gleisen nicht einmal in Gedanken heraus wollen. 
"Schuld" sind auch jene sehr wohl entsprechend gebildeten und informierten Menschen in von Ansatz her gesellschaftlich bedeutenden Organisationen, denen man in der Öffentlichkeit keinen Raum gibt. -- Im Gegenteil: Deren Vorschläge werden massiv bekämpft und unterdrückt. 
"Schuld" sind auch die Kirchen, vor allem die protestantische, die es nicht nötig gehabt hätte, auf einem obrigkeitskonformen Kurs mit zu laufen.

Nur weil das exakt so ist und nicht anders, konnte der Turbokapitalismus mit seinem maßlos gierigen Profitstreben das Wirtschaftsleben durchseuchen. 
Das mögliche gesellschaftlich Positive von "PC-Technik und moderner Kommunikationstechnik im Arbeitsleben" wurde systematisch ignoriert oder gar verteufelt. 
Es passt nicht zum Shareholder Value.

Auch dient das Verharren in alten Gewohnheiten der Automobil- und Mineralölindustrie, weil zur "Sicherung" des eigenen Beschäftigungsverhältnisses immer längere Anfahrtswege in Kauf genommen werden. 
Sowieso ein Anachronismus, denn wo man die Arbeit zum Menschen bringen kann, sollte man es tun, statt den Menschen zu zwingen, "zur Arbeit gehen" zu müssen. 
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The Wasp und InvisibleBot sind durchaus auf einer richtigen Fährte...

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fakiauso Michael Nickles

„Microsoft fordert Debatte zum neuen Arbeiten in Deutschland“

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Langenscheidt "Neoliberales Geblubber<->Deutsch"

Work-Life-Balance

- Das Work-Ende ist noch zu kurz

Wissensarbeit finde heute am Schreibtisch statt, für kreative Elemente bleibe kaum Zeit, starre Hierarchien behindere flexible Projektarbeit


- Wir bringen zwar nix auf die Reihe, sind aber irgendwie die ganze Zeit beschäftigt

die Infrastruktur hinke in Deutschland noch den Möglichkeiten der Technik hinterher.


- Diese Scheiss-Gewerkschaften mit ihrem grundsätzlich-gegen-alles-Verhinderungswahn

Was spricht dagegen, Arbeit und Freizeit, Freizeit und Arbeit miteinander zu mischen


- Das Bedürfnis nicht für die Arbeit zu leben, sondern maximal für das Leben zu arbeiten?

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Am Ende geht es doch nur darum, mit derartigen Worthülsen neoliberaler Mietmäuler der Allgemeinheit zu verklickern, dass man als berufstätiger Almosenempfänger gefälligst rund um die Uhr zur Verfügung zu stehen hat und in Deutschland diese Vorstellung des "American Way of Life" noch nicht funktioniert.

Bei Adorno heisst das: "Es gibt kein richtiges Leben im falschen" und genau das sind die Auswüchse, die damit benannt werden!

Wenn die Welt gerettet wurde, wird es durch Frauen geschehen sein...
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schuerhaken fakiauso

„Langenscheidt Neoliberales GeblubberDeutsch - Das Work-Ende ...“

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Lies bitte mal bei mir ganz unten in diesem Posting das Kleingedruckte, @ fakiauso.
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gelöscht_238890 fakiauso

„Langenscheidt Neoliberales GeblubberDeutsch - Das Work-Ende ...“

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Das Bedürfnis nicht für die Arbeit zu leben, sondern maximal für das Leben zu arbeiten?

Dazu müsste man diese Buchstaben nicht nur lesen...;-)

und in Deutschland diese Vorstellung des "American Way of Life" noch nicht funktioniert.

Dafür kommt ja nun Microsoft ins Spiel.

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schuerhaken Michael Nickles

„Microsoft fordert Debatte zum neuen Arbeiten in Deutschland“

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Mal lesen bzw. herunterladen: HIER!
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Wer alles verstehen möchte, sollte sich zuvor über die Bedeutung folgender Begriffe im klaren sein:
First Mover, Design, Usability, Backoffice, outgesourced, Peer Group, Work-Life-Balance, Incentive, Empathie, Soft-Skills, 9to5-Arbeitstag, kollaborativ, Innovationskultur, Knowledge-Sharing, Portfolio.

 

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Iris2012 Michael Nickles

„Microsoft fordert Debatte zum neuen Arbeiten in Deutschland“

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75% der Betriebe in Deutschland haben weniger als 20 Mitarbeiter. Sie sind inhaber- oder familiengeführt und gestalten ihre Arbeitszeiten gemeinsam mit den Mitarbeitern, Möglichkeiten und Notwendigkeiten werden zusammengebracht.
Warum sind dann eigentlich die beliebtesten Arbeitgeber in D die Großen? Und warum ist die Quote der Selbständigkeit in D so niedrig? Als Selbständige kann ich über den arbeitszeitpolitischen Diskussionsvorstoß nur schmunzeln und ein Kompliment aussprechen: Die MS PR-Nummer wird gelingen. Die Firma ist im Gespräch, der Zeitberater funktioniert als Testimonial wie der bei Zahnpastawerbung zusätzlich abgebildete Zahnspiegel, und die Kommunikationsagentur erhält vielleicht Bewerbungen für ihre Stellenanzeigen, bei denen  "gekonnter Umgang mit MS Office" gefordert wird.

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andi19831 Michael Nickles

„Microsoft fordert Debatte zum neuen Arbeiten in Deutschland“

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Ich sehe das größte Problem an den flexiblen Arbeitszeiten, dass Menschen untereinander immer neidisch sind.

Ich meine, wenn Büroangestellte sich die Arbeit frei einteilen können, und ggf. nach erledigter Arbeit auch früher nach Hause gehen könnten, sind ja wieder Leute am Bau etc. neidisch. Vielleicht ja auch zurecht.

In unserem Unternehmen herrschen z.B.  eine Gleitzeit  für Büroangestellte  und eine starre Arbeitszeit für die Mitarbeiter in der Technik.

Früher als ich in der Technik war war ich zwar die starre Arbeitszeit gewohnt, aber ich möchte jetzt, wo ich im Büro bin die Gleitzeit nicht mehr hergeben wollen.

Alleine wenn man sich in der Früh ein wenig verspätet, oder im Winter noch Schneeräumen muss, hat man es hier flexibel und kann trotzem gemütlich zur Arbeit fahren.

Aber alleine an dieser Situation sieht man schon den Neid, wenn man z.B. um halb 8 zur Arbeit geht, und die Leute in der Technik sehen einen und sagen schon, ob man bald zur Mittagszeit erscheint.

Das nächste wäre, dass Unternehmen auch im Bürobereich einfach nach Stunden zahlen, und nicht nach geleisteter Tätigkeit. 

Ich finde es z.B. teilweise nervig, wenn man etwas schneller Arbeitet und sich einfach gut mit Office und SAP auskennt und dadurch die anfallende Arbeit schneller erledigen kann, dass man dann z.B. nicht einfach um 14 Uhr gehen kann, sondern muss starr seine 39 Stunden die Woche vollmachen.

Aber wenn es möglich wäre, dann wären halt wieder die Kollegen in der Technik neidisch, weil die halt die bestimmten Arbeitsvorgaben haben und dann nicht einfach nach Hause können.

Von daher denke ich, dass es am Neid und an den verschiedenen Tätigkeitsbereichen scheitert.

Weil wieso sollten

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schuerhaken andi19831

„Ich sehe das größte Problem an den flexiblen ...“

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Lieber @ andi19831
etwas an einer Neiddebatte ausrichten zu wollen, dürfte von vornherein nicht sinnvoll sein. 
Auch sollten nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden und die Fragen nach der "Form" aufgeworfen werden. 

Setze ich "Technik" mit "Produktion" gleich, dürfte ein Vergleich sowieso hinken. Bei der Produktion ist alles sogar bis hin zu "Just-in-Time" bei der Anlieferung von Vorprodukten oder Rohstoffen verzahnt. Wie soll eine Produktion laufen, wenn in einander greifende Prozesse zeitlich "gleiten" wollen? 

Bei der Verwaltung ist Vieles bereits umorganisiert, wozu ja auch das "Gleiten" gehört.
Die Quantifizierung von Leistung zur Bemessung von Entlohnung oder Mindestarbeitszeit innerhalb von Zeitperioden stößt schon im Ansatz auf großen Widerstand: Wie kann man Verwaltungsvorgänge "messen" und quantifizieren? 
Ich kenne einen Fall aus dem Bankwesen, in dem fehlerhaft maschinengelesene Überweisungsträger manuell korrigiert werden müssen. Da wurden die täglichen Stückzahlen aller Mitarbeiter/innen in der Abteilung gemittelt und allen Mitarbeiter/innen als "Pensum" auferlegt. Wer aus der Schlange der anfallenden (effektiv gleichartigen) "Fälle" sein Pensum abgearbeitet hatte, konnte früher gehen (oder durch Weiterarbeit innerhalb der Tagesarbeitszeit nicht vereinbarte und auch nicht gezahlte Gehaltszuschläge erarbeiten?). 
Wer stets flinker oder bereit war, nach offiziellem Arbeitsende zum Erreichen des "Pensums" etwas dranzuhängen, konnte morgens auch später kommen. 

Das gab nach einiger Zeit einen Riesenärger. Denn aufgrund des "Pensums", das für alle gleich sein sollte, mussten die "lahmen Enten" meistens länger bleiben, hatten aber dahingehend keinen "Arbeitsvertrag" mit der Bank. Bei den Besprechungen argumentierten die "Flinken", sie würden ohne Vorgaben und bei gleicher Arbeitszeit für alle eine Mehrarbeit gegenüber den "Lahmen" leisten, ohne dafür auch mehr zu verdienen. Die Bank argumentierte, sie könnte die Arbeiten auch nach außen (wenn auch innerhalb der Räume der Bank) vergeben und grundsätzlich "nach Stückzahl" vergüten; die dazu notwendigen Daten lägen ja vor. Die Gewerkschaft hielt sich da völlig heraus und gab kund, sie müsse erst noch "weiter" prüfen". 

Damals wurde ich als völlig Außenstehender (aber als "bankfreundlich" und "harter Hund" vermutet) von der Bank als Mediator gebeten, ein Gespräch zwischen den "Beteiligten" zu lenken. Die Bank hatte dazu eine ad-hoc-Vertreterin der (nur) Frauen, den Betriebsratsvorsitzenden, einen Gewerkschaftsfunktionär und den Abteilungsleiter als "Partner" vorgesehen. 
Damit war ich vor Ort an dem genannten Termin nicht einverstanden. 
Weil die Gewerkschaft noch "am Prüfen" war, wollte ich nur den Abteilungsleiter und alle (16) Frauen zu der Mediation haben. Erst nachdem auch der Direktor auftauchte, konnte ich diese Runde durchsetzen. 
Jetzt stellte sich bei der Frage nach dem Grund von Unzufriedenheit mit der "neuen Lösung" heraus, dass jede der Damen eine Begründung nannte, die ausschließlich in rein privaten (auch Familien-)Verhältnissen zu sehen war. 
Es war aber indirekt mit dem "Pensum" eine vertraglich nicht begründbare "Akkordarbeit" nach Stückzahl mit daraus resultierender Entlohnung eingeführt worden, was der Abteilungsleiter nicht bestreiten wollte. Insofern konnte die neue Regelung einfach vom Tisch gewischt werden, wonach es weitergehen würde wie vorher auch. 

Es galt nun herauszuarbeiten, ob die neue Regelung nicht sogar Vorteile für die Mitarbeiterinnen bringen konnte. Und zwar, indem man dieses neue Modell nur auf jene Frauen anwandte, die regelmäßig weit über das "Pensum" hinaus die Fälle abarbeiteten. Die anderen Frauen würden dann für ihr Erscheinen am Arbeitsplatz und für die geleistete Tagesarbeitszeit entlohnt. 
Um aber auszuschließen, dass sie sich auf Kosten der anderen Frauen "ausruhen", müssten sie dabei die aus der Statistik ersichtlichen (und für das untere Drittel gemittelten) Fallzahlen erreichen. Falls nicht, müssten sie "Abschläge" in Kauf nehmen. 

Es gab aber eine Hürde: An manchen Tagen war nicht so viel an Fällen zu erledigen, dass alle Frauen - egal ob "flink" oder "lahm" - innerhalb der Regelarbeitszeit ausgelastet gewesen wären. Bis zur besagten Mediation haben sie dann nur herumgesessen. 
Andererseits gab es aber auch Stoßzeiten wie z.B. zu Weihnachten, in denen sich Berge von Arbeit auftürmten und die Frauen enorme Überstunden leisten mussten, ohne dafür ein Extra-Entgelt zu bekommen. Auch deswegen gab es jedes Jahr große Unzufriedenheiten. 

Um einen Ausgleich zu erreichen, schlug ich vor, dass man bei sehr geringem Arbeitsanfall früher gehen konnte, aber für die nicht abgeleistete Arbeitszeit eine "Zeitlastschrift" bekommt, ohne dass sich das auf die Entlohnung auswirkt. In den Stoßzeiten dagegen würden für die Überstunden "Zeitgutschriften" gewährt und mit den Lastschriften verrechnet. Ergäbe sich am Jahresende ein Guthaben, würde dafür entsprechend der Gehaltsstufe ein Bonus gezahlt. Dagegen würde es bei einem Negativ-Saldo keinen Malus geben; und am Jahresende würde das Zeit-Konto in jedem Fall auf Null gestellt. 

Damit waren die Frauen und der Abteilungsleiter einverstanden. Sie "freuten" sich geradezu über eine solche Lösung und wollten die mit der Geschäftsführung vereinbaren. 
Um zum Abschluss zu gelangen, andi19381: 
Zu dieser nun erwünschten Lösung kam es nicht, weil sich der Betriebsrat "vorläufig" dagegen aussprach und sie "verhinderte". Die Abteilung arbeitet weiterhin nach dem uralten Schema, nur dass sich jetzt dem Vernehmen nach die "flinken" Mitarbeiterinnen mehr Zeit lassen und gemächlicher arbeiten. Häuft sich dann ein Stau an, schieben sie es auf die Kolleginnen, die "nicht genug reinhauen". 

Alles klar? - Dieses Beispiel habe ich angeführt, weil es praktisch in jedem Unternehmen Eigenheiten gibt, die sich schlecht unter einen Hut bringen lassen und bei denen es immer auch Proteste gegen "neue" Lösungen geben wird. 

Den größten Widerstand (aber auch die größten Freiheiten wegen lascher Kontrollen) gibt es in den öffentlichrechtlichen Verwaltungen. Da ist eine Effizienzkontrolle - auch da, wo sie möglich wäre - absolut unerwünscht. In einem Straßenverkehrsamt hat man einmal anhand von Schnitten in der Vergangenheit festgelegt, wie viele An- oder Abmeldungen eine Kraft am Tage während der Schalterzeiten zu erledigen hat. 
Das war ratzfatz vom Tisch. 
Und zwar anhand der Statistik für jene Tage, an denen es jeweils einen Riesenandrang gab. An diesen Tagen war die Anzahl der erledigten Fälle niemals gleich hoch, was auf die "Individualität des Publikums" geschoben wurde. Die aber würde es immer geben, also kein Maßstab für Vorgaben. 

Auf die von Technik beherrschte Arbeitswelt gehe ich jetzt aus den oben angedeuteten Gründen nicht noch näher ein. 
MfG, Manfred
_______________________________

Hinweis: Manche Beiträge von mir sind deshalb so lang, weil sie a) auf ein Thema oder ein Posting sehr ausführlich eingehen sollen, aber b) von mir später für weitere Arbeiten genutzt werden sollen, die sich auf mehrere Beiträge beziehen. 

 

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andi19831 schuerhaken

„Lieber @ andi19831, etwas an einer Neiddebatte ausrichten zu ...“

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Hallo,

nun, dass es diese Neiddebatte gibt, zeigt mir eigentlich alleine diese Vorwürfe z.B. in unserem Unternehmen.

Wir haben keine aktive Produktion. Sprich bei uns werden nur Energieanlagen etc. Instandgehalten. Gleitzeit ist halt auch in der Regel nicht möglich, da in der Technik ein Team zusammen rausfährt und dadurch natürlich nicht jeder kommen und gehen kann.

Aber genau dies, verhindert halt, dass es flexible Arbeitszeiten gibt, bzw. das gerade in der Bürowelt nicht mehr diese Stundenabrechnung gegeben ist, sondern ein gewisses Arbeitspensum geleistet werden muss, und danach könnte man nach Hause gehen.

Jedoch wäre es in der Technik genauso möglich. Die Fristzeiten werden durch SAP vorgegeben. Wenn man einige Jahre die Arbeit macht, kennt man seine Handgriffe und ist auch in der Regel eher fertig, gerade in einem eingespielten Team.

Daher wäre es auch in der Technik möglich, dass man an einem guten Tag mal um 14 Uhr fertig wäre und eigentlich heimgehen könnte.

Jedoch wäre dann auch wieder das nächste Problem. dass dann Stellen eingestrichen werden würden, wenn z.B. der Chef sieht, dass immer zwei Mitarbeiter kurz nach Mittag nach Hause gehen würden.

Dann würde er sich auch fragen, ob man nicht eine Stelle streichen könnte, und der verbleibende Mitarbeiter dann wieder normal bis 16 Uhr arbeitet.

Deswegen denke ich, dass sich in dieser Hinsicht nie etwas verändern wird, und es immer diese starren Arbeitszeiten in Deutschland geben wird.

Und so wird es auch dabei bleiben, das schnelle Mitarbeiter  nach erledigter Arbeit die Zeit absitzen und das ganze auch dadurch schneller langweilig wird, als würde man die Mitarbeiter belohnen, dass sie mit der Arbeit gut durchgekommen sind.

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schuerhaken andi19831

„Hallo, nun, dass es diese Neiddebatte gibt, zeigt mir ...“

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Okay. NICHT angesprochen hast Du aber die Veränderung der Hierarchie-Strukturen. 
Die sind ja in Deutschland traditionell sehr festgefügt wie nach militärischen Gesichtspunkten. 
Und das Peter-Prinzip gilt überall... - heute noch flankiert von lichtschnell hinter allen Kulissen funktionierenden Netzwerken. Da ist nicht der Beste auch der Führende, sondern der, der es am besten mit den Wichtigen "konnte" oder es aus anderen Gründen werden "sollte.

Aus diesem Grunde gehe ich davon aus, dass Deine skeptische Perspektive berechtigt ist. 
Bei Dell in den USA habe ich ganz anderes erlebt: Da gab es zwar die klassische Firmenspitze, doch mit offener Bürotür, wenn nicht gar völlig eingebettet in die flache Mitarbeiter-Struktur. 

In Europa fand ich Ähnliches nur im holländischen Zeist beim TNO-Institut, wo es auch "Pflicht" war, dass sich zwei Personen "niemals" mit Personen zum Essen an einen Tisch setzten, mit denen die zuvor schon einmal zusammen gesessen hatte. Dort war interdisziplinäres Denken und Verhalten an der Tagesordnung. 

Jaja, OLD Germany, vor allem OLD.
Die Macht (generell) liegt sowieso überwiegend "bei den alten bösen Männern", wie meine Partnerin gern sagt. Bei Leuten, deren Denkfähigkeit versteinert und die durch Neues schnell überfordert sind, die aber die Macht haben. (Das ist mit ein Grund dafür, dass Jüngere freies Schussfeld auch für brutale Einschnitte bekamen, weil die "Alten" überhaupt nicht verstanden, was da abging. Darüber sollte dann die Verbesserung des "Shareholder Value" hinweg trösten.)
MfG, Manfred

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InvisibleBot andi19831

„Hallo, nun, dass es diese Neiddebatte gibt, zeigt mir ...“

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Daher wäre es auch in der Technik möglich, dass man an einem guten Tag mal um 14 Uhr fertig wäre und eigentlich heimgehen könnte. .... der Chef sieht, dass immer zwei Mitarbeiter kurz nach Mittag nach Hause gehen ... 

Hallo,

ich glaube Du hast da eine etwas falsche Vorstellung von Gleitzeit. Gleitzeit bedeutet nicht automatisch dass man nach Hause gehen kann, wenn die Arbeit getan ist. Das kannst Du zwar im Einzelfall schon, aber nicht ständig, weil Du sonst nicht auf Deine Wochenarbeitszeit kommst - die musst Du natürlich trotzdem einhalten.

Ich hab Gleitzeit, muss aber trotzdem auf meine 40 Stunden in der Woche kommen. Dazu kommt, dass die Abteilung in der Kernzeit (8 - 16 Uhr) durchgehend besetzt sein muss, und Gleitzeit an den Wochentagen zwischen 6 und 20 Uhr geleistet werden muss. Also nix mit nachts arbeiten, wenn man mal nicht schlafen kann, oder am Wochenende reingehen wenns schön ruhig ist. 

Man hat zwar natürlich trotzdem viele Freiheiten, z.B. die auch schon mal Mittags zu gehen wenn nichts wichtiges mehr anliegt, oder auch mal mittags erst zu kommen wenn man morgens einen Termin hat. Aber nur wenn ein anderer Kollege die Kernzeit abdeckt - und Du diese Zeit an den restlichen Wochentagen wieder reinholst.

- Beat the machine that works in your head! -
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gelöscht_320029 InvisibleBot

„Hallo, ich glaube Du hast da eine etwas falsche Vorstellung ...“

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Ja es geht eben nix über die "Stechuhr"Überrascht

MfG

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Ralf103 andi19831

„Hallo, nun, dass es diese Neiddebatte gibt, zeigt mir ...“

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Jedoch wäre dann auch wieder das nächste Problem. dass dann Stellen eingestrichen werden würden, wenn z.B. der Chef sieht, dass immer zwei Mitarbeiter kurz nach Mittag nach Hause gehen würden.

Das ist das Problem seit der Industrialisierung. Eigentlich sollten Arbeitsteilung, Fließbänder und automatisierte Abläufe zwar Arbeit erleichtern, aber eben nicht zu Stellenstreichungen führen, jeder hätte einfach bei gleichem (meinetwegen auch leicht gemindertem) Lohn und weniger Arbeit ein schöneres Leben führen sollen. Die Einsparungsmöglichkeiten weckten natürlich Begehrlichkeiten und die Politik ließ sich über Lobbyarbeit dementsprechend korrumpieren. Die Arbeitslosenversicherung, die gesamtgesellschaftlich als soziales Netz noch funktioniert hat wurde mit Hartz 4 ad absurdum geführt. Wie oben schon erwähnt wurde, es gibt heute nicht mehr genügend Arbeit für alle, jedes zur Zeit diskutierte System wie Rente mit 63 oder mit 120 ist reines Bla Bla. Grundsicherung für alle mit entsprechenden Hinzuverdienstmöglichkeiten, Prämiensysteme etc. sind eigentlich unverzichtbar, aber der Raubtierkapitalismus hat nun mal keine soziale Ader und profitiert von der Schere zwischen Arm und Reich, je größer je besser inkl. dem Lamento über Arbeitskräftemangel, welches nur dazu dient, die Löhne zu senken bzw. billige Arbeitskräfte aus dem Ausland zu holen.

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schuerhaken Ralf103

„Das ist das Problem seit der Industrialisierung. Eigentlich ...“

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Mitte der 80er hielt ich an einer gewerkschaftlichen Fortbildungseinrichtung ein Referat. 
Das Meiste war an sich banal, aber mit einer bestimmten Vorstellung stieß ich auf leere Hirne:

  • Mein Vorschlag war, dass die Gewerkschaften eine Art "Roboter"-Steuer durchsetzen sollten oder "Quasi-Sozialabgaben" für Roboter. 
    Für mindestens die Hälfte (bis zu zwei Dritteln?) dessen, was durch Roboter an Manpower substituiert werde, sollten Sozialabgaben geleistet werden auf der Basis dessen, was sonst für die substituierten Kräfte zu zahlen gewesen wäre. 

Sie haben NICHTS begriffen...
Auch stellte ich in den Raum, dass Arbeitslose beitragsfrei in eine Art von "Arbeitslosengewerkschaft" umgeschichtet werden sollten, um eine schlagkräftige Lobby zu haben. 
Das wollten sie auf keinen Fall. (Bringt doch keine Kohle; kostet nur...?)

Beim Abendessen setzte ich mich mit Absicht sehr abseits, um zu signalisieren, dass ich mit dem Haufen kaum etwas gemein hatte. Da kamen nach und nach einige Mutige zu mir und gestanden ein, ich hätte ja sooooooo Recht, aber leider...

Dass ausgerechnet die Gewerkschaften mit zu den Totengräbern der Arbeitswelt gehören, kann mir niemand ausreden.

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Knut Wuchtig Michael Nickles

„Microsoft fordert Debatte zum neuen Arbeiten in Deutschland“

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Was uns der Siegeszug der PC-Technik und moderner Kommunikationstechnik im Arbeitsleben gebracht hat? Nichts außer Nachteile!

Lieber Michael, mir kommt diese Argumentation ein wenig so vor wie bei allen technischen Neuerungen. Alle technischen Fortschritte haben eine Mehrbelastung der Arbeitnehmer mit sich gebracht - schon die Erfindung des mechanischen Webstuhls. Man möge sich an Gerhart Hauptmanns Drama "Die Weber" erinnern. Nicht nur MS geht es darum, mehr aus jedem Arbeitnehmer herauszuquetschen. Ein Auto, ein Bagger, ein Fahrstuhl bringen körperliche Erleichterung bei der Arbeit - mit der Konsequenz, dass man jetzt mehr in der gleichen Zeit machen kann.
Natürlich hast du Recht. Mir kommt bei solchem Gelaber auch das Kommunionessen hoch, aber ich werde diese Entwicklungen nicht aufhalten.

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Michael Nickles Knut Wuchtig

„Lieber Michael, mir kommt diese Argumentation ein wenig so ...“

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Hi Knut,

treffend zum Thema ist vermutlich auch dieser Charlie Chaplin Film von 1936: Moderne Zeiten

Grüße und willkommen auf Nickles.de,
Mike

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gelöscht_320029 Knut Wuchtig

„Lieber Michael, mir kommt diese Argumentation ein wenig so ...“

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Hallo,

Ein Auto, ein Bagger, ein Fahrstuhl bringen körperliche Erleichterung bei der Arbeit - mit der Konsequenz, dass man jetzt mehr in der gleichen Zeit machen kann.

aber auch keinen körperlichen Ausgleich hat und sehr, sehr ungesund arbeitet. Bus, LKW, Bagger , Kran machen die Wirbelsäule schnell hinüber. Angefangen mit 1. Bandscheibenvorfällen die dann auch zu Lähmungen und OP der Wirbelsäule führen.
Es ist ein 2 seitiges Schwert.

Alle technischen Fortschritte haben eine Mehrbelastung der Arbeitnehmer mit sich gebracht

Aber eben nur für reine Arbeitnehmer, wenig für Beamte und Angestellte, dabei noch unterschiedlich bei Angestellte wo und was. Es werden eben immer mehr Leute mehr belastet die Arbeit haben um da Stellen zu reduzieren und so einen "billigen Arbeitsmarkt" neu zu schaffen (seid doch froh das Ihr noch Arbeit habt wird oft argumentiert). Was hat man sich gegen einen Mindestlohn gesträubt seitens der Politik, man möchte Arbeit zum Nulltarif am Liebsten.
Sozial, das war einmal bis wohl 1989.

MfG

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