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News: Mildes Urteil

Kino.to - 4,5 Jahre Knast für Chef

Michael Nickles / 11 Antworten / Baumansicht Nickles

Ein Jahr nach der Schließung des Movie-Portals kino.to ist jetzt der Hauptdrahtzieher verurteilt worden. Das Landgericht Leipzig verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren. Zuvor hatten bereits weitere Betreiber und Mitgründer von kino.to Haftstrafen von rund drei Jahren kassiert.

Auch im Fall des jetzt verurteilten 39jährigern "Bandenchefs" haben die Richter mildernde Umstände wegen Geständigkeit eingeräumt. Die eingenommene Kohle ist der Betreiber ebenfalls los. Es geht dabei um rund 3,7 Millionen Euro, die er durch Werbung eingenommen hat.

Eine recht gute Zusammenfassung der Geschichte von kino.to findet sich beim Spiegel: Geschäft mit Raubkopien - Wie kino.to Millionen verdiente. Darin wird auch deutlich angerissen, dass mit der Verurteilung der kino.to Betreiber wohl nur die Spitze des Eisbergs getroffen wurde.

Es gibt wohl noch einige gewichtige Drahtzieher im Hintergrund. Auffällig ist laut Spiegel, dass eine bestimmte Firma Millionen Euro für Werbung bei kino.to bezahlt hat. Und: dass bei kino.to auch dubiose Internet-Abzocker und Abofallen-Profis gern gesehene Kunden waren, ist auch kein großes Geheimnis.

Der Fall kino.to ist gewiss noch nicht abgeschlossen. Auch gegen die Werbevermarkter die für kino.to tätig waren, geht die Justiz inzwischen vor und hat erste Verhaftungen vollzogen. Auch darüber wurde vom Spiegel ausführlich berichtet Werbevermarkter von kino.to verhaftet.

Michael Nickles meint: Die "Generation kostenlos" brüllt jetzt natürlich wieder laut, dass die scheiß Content Mafia gewonnen hat. Und: dass "Kinderschänder" und "Vergewaltiger" weniger bestraft werden als der Arme Kino.to-Boss, der nur als "Robin Hood" alle Armen kostenlos mit Filmen versorgt hat.

Der Mann war kein Robin Hood. Er ist ein Verbrecher.

Kino.to wurde schamlos betrieben um Geld zu machen. Es ging nicht um einen guten Zweck. Und: es wurde dort kein Trick ausgelassen um Leute abzuzocken (Stichwort Abofallen). Es wird gewiss spannend, was da noch in Punkto "Drahtzieher" rauskommt.

Kino.to haben es halt nicht clever genug gemacht. Ein Geschäftssitz in Hongkong und Abchillen in Neuseeland wäre schlauer gewesen.

Ich weiß, dass ich mich mit meiner Meinung unbeliebt mache. Drum nochmals: ich verteidige Privatkopien. Und niemand soll von einer "Abmahnindustrie" ruiniert werden, weil er ein paar Musikstücke wo runtergeladen hat.

Dass sich aber einer an der Arbeit anderer schamlos bereichert, das geht nicht. Drum war das Urteil (für das bislang wohl größte Urheberrechtsverbrechen in Deutschland) sehr milde.

Bei guter Führung kommt er ehe in zwei Jahren aus. Und wenn er schlau genug war, ein paar Milliönchen auf die Seite zu schaffen, hat er ausgesorgt.

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i.fass Michael Nickles

„Kino.to - 4,5 Jahre Knast für Chef“

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So dumm (manche nennen es auch selbstsicher ) muss man schon sein, wenn man ein großes Warez-Project in Europa aufzieht.

Mann sieht ja am Beispiel von Kim.COM, dass es selbst fernab vom Westen nicht ohne Risiko ist, aber Kino.to war schon arg dämlich aufgezogen.

Naja, typisch deutsche Probleme, zu geizig und zu bequem für bessere VErschleierung gewesen Zunge raus 

Low Orbit Ion Cannon
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Siegfried9516 Michael Nickles

„Kino.to - 4,5 Jahre Knast für Chef“

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"Michael Nickles meint: Die "Generation kostenlos" brüllt jetzt natürlich wieder laut, dass die scheiß Content Mafia gewonnen hat. Und: dass "Kinderschänder" und "Vergewaltiger" weniger bestraft werden als der Arme Kino.to-Boss, der nur als "Robin Hood" alle Armen kostenlos mit Filmen versorgt hat"
 Du solltest dir mal das durchlesen: http://www.sueddeutsche.de/digital/urheberrechtsdebatte-und-ploetzlich-sind-wir-kriminell-1.1383958
--> Und plötzlich sind wir kriminell !?! Weinend 
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Michael Nickles Siegfried9516

„...“

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Ach, ein typischer sinnloser Beitrag mit einem anscheinend verworrenen Journalisten namens Till Kreutzer. Labert viel rum aber hat selbst keinen konkreten Vorschlag was zu ändern ist. Ich geb Dir ein Beispiel Siegfried: die VG-Wort schüttet Geld an Journalisten aus, die im Internet Texte publizieren.

WENN Texte eine ausreichende Länge und hohe Abrufzahl haben, gibt es dafür am Jahresende eine Handvoll Euro. Dazu müssen Webseiten ein "Zählpixel" der VG-Wort an die Artikel machen. Damit drehen schon  mal die ersten komplett durch, weil sie das für Datenschutzrechtlich untragbar halten.

Damit die VG-Wort ein paar Kröten austeilen kann, muss sie die irgendwo herholen. Das tut sie beispielsweise bei "Kopiererherstellern" und anderen Geräten die zum Kopieren dienen - dazu zählen auch Scanner und Drucker, die deswegen ein paar Euro mehr kosten. Deshalb drehen die nächsten durch und finden das als Schweinerei, weil sie "beraubt" werden und mit ihren Scannern und Druckern ja immer nur selbst verfasste Werke ausdrucken.

Ach, was vergeude ich meine Zeit. Die meisten schnallen ja nicht mal, dass die VG-Wort nicht zur sogenannten "Content Mafia" zählt.

Bei dem Urheberrechts-Geleier geht es ja fast immer nur um Musik und Filme. Es betrifft aber weitreichendere Ecken.

Vielleicht auch lesenswert:
http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/freie-journalisten-arm-aber-verblueffend-gluecklich-a-838734.html

Ich stimme selbstverständlich zu, dass man Journalisten abschaffen kann. Es gibt genug Leute im Internet die ja "kostenlos" irgendwie irgendwas schreiben können.


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Karlheinz5 Michael Nickles

„Kino.to - 4,5 Jahre Knast für Chef“

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Dass sich aber einer an der Arbeit anderer schamlos bereichert, das geht nicht. Drum war das Urteil (für das bislang wohl größte Urheberrechtsverbrechen in Deutschland) sehr milde.

Beinahe lebenslang für eine einmal erbrachte Leistung zu kassieren ist für mich nicht "arbeiten", und mindestens genauso "schamlos", um es mal ganz klar auszudrücken...

Denk ich an Gömnitz in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht.
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T6T8 Karlheinz5

„Beinahe lebenslang für eine einmal erbrachte Leistung zu...“

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Mach es doch anders:
Denk Dir selbst etwas ganz tolles aus, das für viele Jahre Bestand haben wird (egal ob Film, Musik, Literatur oder was auch immer), und schon bist Du ein gemachter Mann.
Sollte dieser Versuch fehlschlagen dann wirst Du merken, das so etwas alles andere als einfach ist. Ohne entsprechende zeitaufwändige Vorarbeiten und eine geeignete Ausbildung klappt das in der Regel nicht. Es gibt zwar Ausnahmen, aber die sind ausgesprochen selten.
Aus welchem Grund und mit welcher Berechtigung soll denn dem Schöpfer eines Werkes nach einem gewissen Zeitraum das Recht an seiner Schöpfung quasi abgesprochen werden?

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Karlheinz5 T6T8

„Mach es doch anders: Denk Dir selbst etwas ganz tolles aus,...“

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Und alle anderen Berufe sind völlig anspruchslos und benötigen überhaupt keine Ausbildung oder Vorkenntnisse? Das kann man sich lange einreden...

Aus welchem Grund und mit welcher Berechtigung soll denn dem Schöpfer eines Werkes nach einem gewissen Zeitraum das Recht an seiner Schöpfung quasi abgesprochen werden?

Wird ihm ja nicht, er bleibt doch weiterhin Schöpfer des Werkes.

ALs Achitekt kann ich das gebaute Haus auch nicht an 50 verschiedene Leute verkaufen.

Denk ich an Gömnitz in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht.
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T6T8 Karlheinz5

„Und alle anderen Berufe sind völlig anspruchslos und...“

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Und alle anderen Berufe sind völlig anspruchslos und benötigen überhaupt keine Ausbildung oder Vorkenntnisse? Das kann man sich lange einreden...

Habe ich das behauptet?

ALs Achitekt kann ich das gebaute Haus auch nicht an 50 verschiedene Leute verkaufen.

Doch, kannst Du. Ein Architekt baut das Haus nicht, sondern er plant es. Und diese Pläne kann man durchaus mehr als einmal verkaufen.

Materielle Güter existieren jeweils nur ein einziges Mal. Doch es gibt keinen Grund, diesen Umstand auch auf immaterielle Güter zu übertragen.

Was genau stellst Du Dir denn vor? Angenommen, ein Werk kann erst nach 15 Jahren im Verkauf die Kosten seiner Entstehung wieder einspielen, weil der Markt keine höheren Preise zulässt. Jetzt soll gemäß Deiner Argumentation aber nach z.B. 10 Jahren Schluss sein mit der Berechtigung zur entgeltlichen Abgabe. Wo ist da der Sinn?

Wenn man diese Logik auf materielle Güter überträgt (warum sollte man diese auch davon ausnehmen), dann darf ein z.B. Vermieter von Baumaschinen seine Maschinen nach einiger Zeit nicht mehr gegen Geld vermieten, weil der Zeitraum dafür abgelaufen ist. Soll er sie jetzt kostenlos verleihen?

Als Schöpfer ist man idR Eigentümer seines Werkes. Mit seinem Eigentum darf man hierzulande nun mal machen was man will. Alles Andere käme einer Enteignung gleich.

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Karlheinz5 T6T8

„Habe ich das behauptet? Doch, kannst Du. Ein Architekt baut...“

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Was genau stellst Du Dir denn vor? Angenommen, ein Werk kann erst nach 15 Jahren im Verkauf die Kosten seiner Entstehung wieder einspielen, weil der Markt keine höheren Preise zulässt

Das ist doch sehr einfach. Dann liegt einfach keine ausreichende Nachfrage am Markt vor, dann produziert man den Schrott halt erstgar nicht. Genau so wie es bei matteriellen Gütern auch ist. 

darf ein z.B. Vermieter von Baumaschinen seine Maschinen nach einiger Zeit nicht mehr gegen Geld vermieten

 Der kann seine Baumaschine auch nur 1x vermieten und muss dann warten bis sie wieder da ist.

Als Schöpfer ist man idR Eigentümer seines Werkes. Mit seinem Eigentum darf man hierzulande nun mal machen was man will.

 Genau und was sagt das GG dazu?:

Art. 14:

(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

Denk ich an Gömnitz in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht.
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T6T8 Karlheinz5

„Das ist doch sehr einfach. Dann liegt einfach keine...“

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Das ist doch sehr einfach. Dann liegt einfach keine ausreichende Nachfrage am Markt vor, dann produziert man den Schrott halt erstgar nicht. Genau so wie es bei matteriellen Gütern auch ist. 

Super Idee, man beschränkt sich also nur noch auf preisgünstig zu produzierende Werke. Da besteht dann demnach ganz bestimmt keine Gefahr, dass es Schrott wird.

(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

Wenn Du ein Auto Dein Eigen nennst steht es sicherlich an der Straße mit einem Schild "Für jeden zur Benutzung freigegeben". An Deiner Wohnung hängt ein Schild "Wer hier einziehen will darf das tun" usw....

So eine Theorie ist ja wunderschön, aber dann mach doch einfach mal ganz konkrete Vorschläge, wie Dein Wunschdenken in der Praxis aussehen soll.

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Karlheinz5 T6T8

„Super Idee, man beschränkt sich also nur noch auf...“

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Super Idee, man beschränkt sich also nur noch auf preisgünstig zu produzierende Werke

Nö, aus welcher Annahme leitest du diese Schlussfolgerung ab?

Wenn Du ein Auto Dein Eigen nennst steht es sicherlich an der Straße mit einem Schild "Für jeden zur Benutzung freigegeben"

 Nö, denn das Auto wurde gebaut und hat einen Wert für den ich es erworben habe. Ende der Geschichte.

Wie schon gesagt, das Auto kann auch nicht per Knopfdruck einfach nocheinmal verkauft werden und das Jahrzehntelang.

Denk ich an Gömnitz in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht.
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Hewal Michael Nickles

„Kino.to - 4,5 Jahre Knast für Chef“

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Ganz ehrlich? MIr stinkt dieses Urheberrechtzeugs. Die einzigen, die davon profitieren, sind die, die Abmahnen = Anwälte.

Das ganze Abmahnerei ist mittlerweile ein lukratives Geschäft. Das Urheberrecht ist völlig an der Realität vorbei. 

Die Tatsache, dass Facebook-Nutzer aufgrund von Bildern abgemahnt werden können, ist meiner Meinung nach - ohne Wenn und Aber - eine riesen Sauerrei. 

Privatgenutzte - nicht kommerziell betriebene - Seiten/Profile usw. sollten nicht abgemahnt werden können! Auch wenn ich mich unbeliebt mache, aber ich finde, es gibt da keinen Diskussionsspielraum. 

Solche Firmen wie Kino.to gehören natürlich bestraft und deren Angebote sind natürlich illegal, keine Frage. Deren Absichten sind das Einnehmen von Geld auf kosten anderer. Aber ich sage es immer wieder: Wenn keine sinnvollen Alternativen zu den illegalen Zeugs geboten wird, wird sich das Problem auch nicht wirklich lösen lassen. 

Grüße
Hewal

Schreibfehler sind specialeffects meiner Tastatur.
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