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News: EU-Urteil Recht auf Vergessen

Jeder kann Google zum Löschen von Fundtreffern zwingen

Michael Nickles / 12 Antworten / Baumansicht Nickles

Der Europäische Gerichtshof hat ein "Recht auf Vergessen im Internet" geschaffen und bringt Google damit in enorme Bedrängnis. Menschen haben künftig die Möglichkeit, Google zum Entfernen von Suchtreffern aufzufordern, wenn diese Links nicht erwünschte "persönliche Daten" liefern.

Die Richter haben geurteilt, dass die Betreiber von Suchmaschinen bei personenbezogenen Daten, die auf Internetseiten von Dritten erscheinen, für die von ihnen durchgeführte Verarbeitung (also die Aufnahme der Daten in ihren Suchindex) verantwortlich sind.

Wer also im Internet "nach sich selbst sucht" und auf einer Seite unerwünschte persönliche Daten findet, kann Google zwingen, den gefundenen Link zu entfernen. Die unerwünschten Inhalte verbleiben also im Netz, sie dürfen lediglich nicht mehr verlinkt werden.

Gemäß der Erklärung des Gerichtshofs der Europäischen Union (PDF) ist ein Entfernen von Links allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen berechtigt. Und wenn ein direkter Entfernungsantrag beim Suchmaschinenbetreiber erfolglos ist, dann können sich Betroffene an die zuständigen Stellen wenden.

Auslöser der Angelegenheit war ein Spanier, der 2010 unter anderem gegen Google geklagt hat, weil im Internet ein Bericht über eine längst verjährte Pfändung zu finden war, die keine Erwähnung mehr verdiene.

Michael Nickles meint:

Das Urteil ist gut gemeint, es soll normalen Menschen eine Möglichkeit geben, ihre Privatsphäre besser verteidigen zu können. Und es ist natürlich gut, wenn es ein Instrument gibt,  um beispielsweise die "Mobbing-Flut" im Internet einzudämmen.

Dennoch ist das Urteil ein Chaosurteil, eine sinnvolle Umsetzung ist eigentlich aussichtslos. Zum einen haben Gauner damit generell die Chance, sich mit einem Rutsch im Internet sauber zu waschen, das Gras schneller wachsen zu lassen.

Andererseits muss jeder einzelne Antrag eigentlich individuell überprüft werden, ob er berechtigt ist. Wie sollen Suchmaschinenbetreiber so was stemmen? Es geht wohlgemerkt um Suchmaschinenbetreiber, nicht nur Google allein. Und was ist mit Webdiensten wie Facebook, die über eine eigene Suchmaschine verfügen?

Sehr interessant beim Urteil ist übrigens auch, dass die Richter eine Standardausrede von Google zunichte machten. Google hatte argumentiert, die Verarbeitung der Daten finde auf Servern außerhalb Europas statt und damit würden europäische Datenschutzrichtlinien nicht gelten.

Die Richter widersprachen dem in der Urteilsbegründung deutlich. Wer in einem Land geschäftlich tätig ist (Werbung verkauft), der muss sich auch dort an die lokalen Datenschutzgesetze halten. Die Europa-Richter haben einen gewaltigen Stein ins Rollen gebracht - an heftigen Diskussionen führt kein Weg vorbei.  

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GAMA7 Michael Nickles

„Jeder kann Google zum Löschen von Fundtreffern zwingen“

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Was Google nicht kennt, gibt es auch im Internet nicht. Wäre es nicht sinnvoller, die Quellen zu beseitigen, damit Google nichts mehr finden kann? Bleibt die Frage, wie es generell mit Caches aussieht.

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mawe2 GAMA7

„Was Google nicht kennt, gibt es auch im Internet nicht. ...“

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Was Google nicht kennt, gibt es auch im Internet nicht.

Jeder Betreiber einer WebSite kann selbst entscheiden, ob er seine Seiten von Suchmaschinen indizieren lässt oder nicht. Insofern kann man getrost davon ausgehen, dass es im Internet sehr vieles gibt, was Google entweder nicht kennt oder was Google zumindest in seinen Suchergebnissen nicht auflistet.

Wäre es nicht sinnvoller, die Quellen zu beseitigen, damit Google nichts mehr finden kann?

Das habe ich mir auch gedacht, als ich die Meldung von dem EuGH-Google-Urteil gehört habe.

Der eigentliche Inhalt verschwindet nämliche gerade nicht dadurch, dass Google keinen Link mehr dazu anbietet. Kompromittierende Inhalte können weiterhin im Web existieren und die Links dazu können sich die User auf anderen Wegen beschaffen.

Dass der EuGH generell die Thematik aufgegriffen hat, ist sicher sinnvoll. Das Urteil an sich wirft aber mehr Fragen auf, als es Antworten liefert.

Gruß, mawe2

"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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Xdata mawe2

„Jeder Betreiber einer WebSite kann selbst entscheiden, ob ...“

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Ganz allgemein ist,    Das Eine Soziale Netzwerk,    in Bezug auf Kompromittierende Inhalte doch deutlich fundamentaler und nachhaltiger  als Google? ..

So soll es bei Google doch wenigstens ein teilweises Entgegenkommen bei der Entfernung von Inhalten geben.

Bei    dem EINEN    Sozialen Netzwerk* keine Spur davon.
-- Da wird nichts entfernt!

Gar nichts, überhaupt nichts   entfernen die ..

--
--
--

Mit viel Druck oder Aufwand, ist wohl ein Deaktivieren dessen was  da je eingestellt wurde, 
gnadenvoller Weise zugestanden.

Wirklich entfernt wird da wie gesagt nichts.

*Ein  Vergleichbares EU Urteil, wie es  jetzt Google  ergangen ist,  würde  von dem Sozialen Netzwerk  ignoriert werden.
Google wird dagegen versuchen den Automatismus  zu verbessern.

Der Automatismus um den es bei Google geht, wird anscheinend mit Personalisierung verwechselt.
Dies ist da ausnahmsweise nicht der Fall, sondern eher auf das Konditioniert was gerade am meisten in den Medien, Nachrichten Global angesagt ist.
 

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Xdata

Nachtrag zu: „Ganz allgemein ist, Das Eine Soziale Netzwerk, in Bezug auf ...“

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Soll bedeuten ..

.. was man da beim Tippen eines oder  mehrerer Buchstaben sieht, richtet sich nach
aktuellen Tages oder Wochen Ereignissen.

Wer da was aktuelles gemacht, hat oder Tage bist Wochen vorher  in den Nachrichten war 
erscheint  wohl automatisch bevorzugt  in der  Ergänzung.

Das Tippen eines   b   reichte damals schon aus um in der Liste eine 
bekannte Person 
mit nicht verlangter Info erscheinen zu lassen.

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Harra150 Xdata

„Ganz allgemein ist, Das Eine Soziale Netzwerk, in Bezug auf ...“

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Leider haben viele die E-Mail Adressen von Google haben und sich auch dort angemeldet haben Können Fottos nicht gelöscht werden und ob die nicht einiges Tages woanders landen, weiß nur der der sich nicht bei Google angemeldet hat.

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Xdata Harra150

„Leider haben viele die E-Mail Adressen von Google haben und ...“

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Deine Info ist schon wichtig, danke.

Auch wenn man den Google Browser installiert wird einem ein Account angedient,
ein Laie klickt dies vielleicht sogar an, erkennt nicht gleich so  es eine Option ist.

Hab  mal bei  DuckDuckGo geschaut, da gibt  es als Default keine AutoListe als Funktion.

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Harra150 Xdata

„Deine Info ist schon wichtig, danke. Auch wenn man den ...“

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Ist ja sehr interessant. Hab ich ehrlich gesagt gar nicht gekannt. Schaue ich mir mal an. Allerdingfs "Google" hat auch mal so zart angefangen. Gehts dann aber ins Geld, dann vergessen alle ihre guten Formen. Leider!

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Xdata Harra150

„Ist ja sehr interessant. Hab ich ehrlich gesagt gar nicht ...“

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Man hat schon den Eindruck, so die mehr Info wollen als im    Original  soll bedeuten einer Person an sich enthalten ist ..

Wenn es um das Geld Verdienen geht, sollten die doch eher damit anfangen 
Hartz 4 und Dumping Lohn zu entwidmen, abzuschaffen.

Wer unter Wert bezahlt wird, bei dem ist bald nichts mehr zu holen.

Wer lange und auch noch hart arbeitet - und dies auch noch geliehen der hat gar kein Interesse, keine Zeit und keine Laune - ist kein Kunde mehr.

Mit schlecht bezahlten Menschen kann man kaum noch was verdienen, da nichts zu holen ist.

Da geht dann die    Personalisierung 
ins Leere.

Was soll den Werbung oder Sammeln von Daten von denen die sich immer weniger leisten, (?)
da ja selbst das schlecht bezahlte, wegen fast nur  noch  Zeitarbeit extrem unsicher ist.Stirnrunzelnd.

Lebensplanung? bald nicht mehr wenn es so weiter geht.

Sorry Verlegen aber manchmal kommt es einen fast wie eine Karikatur vor der gläserne User. 
Wozu fragt man sich.

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gelöscht_320029 Harra150

„Leider haben viele die E-Mail Adressen von Google haben und ...“

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Aber man mußte kein Bild bei "Google Mail" einbinden, einfach "weiter" reicht da auch.

und ob die nicht einiges Tages woanders landen,

wird dort doch ganz eindeutig gesagt. Da hat man sein Einverständnis dann gegeben wenn man sein Foto einstellt das es weiter genutzt werden kann, daher überspringen und auf "weiter" gehen.

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mi~we Michael Nickles

„Jeder kann Google zum Löschen von Fundtreffern zwingen“

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"Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum." (Marc Aurel)
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Kabelschrat mi~we

„Angeblich gibt es schon die ersten Anträge: ...“

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Manchmal frag ich mich, ob die Welt von klugen Köpfen regiert wird, die uns zum Narren halten oder von Schwachköpfen die es ernst meinen. M. Twain
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mi~we Michael Nickles

„Jeder kann Google zum Löschen von Fundtreffern zwingen“

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Google hat jetzt eine Webseite für Löschanträge eingerichtet:

https://support.google.com/legal/contact/lr_eudpa?product=websearch&hl=de

"Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum." (Marc Aurel)
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