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News: Das war es dann

HDCP Kopierschutz billig geknackt

Michael Nickles / 10 Antworten / Baumansicht Nickles

Mit HDCP (High-bandwidth Digital Content Protection) wollte Intel einen ultimativ sicheren Kopierschutz für digitale Video-/Audio-Signale schaffen. HDCP wurde bereits 2003 ausgeheckt und lässt sich bei allen digitalen Signaltransporten verwenden (aktuell vor allem DVI, HDMI und Display Port) und kommt unter anderem bei Bluray und digitalem TV zum Einsatz.

Bereits im Oktober 2010 hat sich das mit HDCP weitgehend erledigt, eine der wichtigsten Komponenten des Schutzsystems - der Masterkey – wurde geknackt und im Internet veröffentlicht (siehe Bestätigt: HDCP-Kopierschutz ist geknackt).

Damit war klar, dass das System erledigt ist, keine große Zukunft mehr hat. Denn: mit dem Masterkey (Hauptschlüssel) lassen sich beliebig viele Schlüssel für Geräte generieren die HDCP verwenden (oder dadurch aushebeln). Als die Sache bekannt wurde, erklärte Intel, dass alles halb so wild sei, weil "HDCP-Knackgeräte" eine zu aufwändige und teure Hardware benötigen würden.

Jetzt, knapp ein Jahr später, hat sich das als sinnlose Hoffnung erwiesen. Forschern einer Universität in Bochum ist es gelungen, ein Gerät zu bauen, das HDCP-Signale entschlüsselt, vom Kopierschutz befreit.

Dramatisch für Intel dabei: der Decoder wurde mit recht billigen Hardware-Kosten von nur rund 200 Euro realisiert. Eine Nachbauanleitung gibt es von der Universität natürlich nicht. Es ging nur darum zu beweisen, dass Intels Aussage vor einem Jahr (Hardware-Kosten zu hoch), Unsinn sind. Das ist ihnen jetzt wohl gelungen.

Michael Nickles meint: Der Knackpunkt bei HDCP ist, dass die "Programmanbieter" festlegen können, was ein "Kunde" tun darf oder nicht, ob beispielsweise Aufnahmen möglich sind oder ob nur ein "Fernseher" ein HDCP-Bild anzeigt, der Rekorder es nur durchlässt, aber nicht aufnehmen kann.

Mit dem jetzigen Stand der Dinge lässt sich simpel gesagt eine "Zwischenschaltbox" bauen, bei der irgendein mit HDCP versautes digitales Signal reingeht und ein "gesäubertes" HDCP-Signal rauskommt, das dann beliebig verwendet (aufgezeichnet) werden kann.

Das erinnert alles irgendwie an den uralten "analogen Kopierschutz" Macrovision, den es unter anderem bei VHS-Kassetten hab. Eine geschützte Kassette wurde nur auf einem angeschlossenen Fernseher korrekt wiedergegeben, das Einspeisen in einen zweiten Videorecorder zwecks kopieren scheiterte aber – es entstand nur eine miese Qualität mit enormer Helligkeitsschwankung.

Als Abhilfe besorgten sich Videokopier-Interessierte einen "Macrovision"-Decoder, ein Kästchen, das dazwischengeschaltet wurde um das Signal zu säubern. Diese Decoder waren anfangs sauteuer, dann spottbillig (und wurden schließlich im Zuge der Modernisierung der Urheberrechtsgesetzgebung verboten).

Auch der Verkauf von HDCP-Decoder wird also verboten sein und man wird nur sehr illegal an diese Dinger gelangen (so es sie irgendwann gibt).

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Prosseco Michael Nickles

„HDCP Kopierschutz billig geknackt“

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Alles ist Knackbar.

Nur zu gut fuer mich das mich sowas nicht interresiert. Weil ich es nicht brauche. ;-)

Sascha

Das ist keine Signatur. Sondern ich putz hier nur
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Maybe Michael Nickles

„HDCP Kopierschutz billig geknackt“

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Als Abhilfe besorgten sich Videokopier-Interessierte einen "Macrovision"-Decoder, ein Kästchen, das dazwischengeschaltet wurde um das Signal zu säubern. Diese Decoder waren anfangs sauteuer, dann spottbillig (und wurden schließlich im Zuge der Modernisierung der Urheberrechtsgesetzgebung verboten).

Die Teile wurden teilweise in Scart-Umschaltern integriert. In meinem Falle nannte sich die Taste "Video Stabilizer". Zum damaligen Zeitpunkt war mir nichtmal bewusst, so etwas überhaupt zu besitzen.

Gruß
Maybe
"Es gibt nur eine falsche Sicht der Dinge: der Glaube, meine Sicht sei die einzig Richtige!" (Nagarjuna, buddhistischer Philosoph)
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Prosseco Maybe

„ Die Teile wurden teilweise in Scart-Umschaltern integriert. In meinem Falle...“

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Kann mich noch in meine Betreiber Zeit erinnern (90,er). Wo die Video Spielfime in VHS auch mit ein Kopierschutz raus kamen. Tja ging einfach das kopieren mit 2 Videorecordern.

;-)
Sascha

Das ist keine Signatur. Sondern ich putz hier nur
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robinx99 Michael Nickles

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Was will man überhaupt damit Aufzeichnen?
An der HDMI Schnittstelle liegen die Daten Unkomprimiert vor und sind somit verdammt gross und der aufwand der Weiterverarbeitung ist relativ gross. Klar mit Hardware Encodern kann man dass Videosignal schon Komprimieren.
Aber irgendwie sehe ich gerade überhaupt nicht was man da Kopieren soll. Blu-ray ist geknackt und lässt sich Kopieren. Bei Sat Receivern gibt es immer wieder nicht Zertifizierte Modelle die ein Aufzeichnen erlauben, auch wenn es eigentlich nicht gehen soll.

So ein HDMI Aufzeichner währe vermutlich relativ teuer (der entferner kostet schon 200 Euro) und man braucht ja noch etwas mehr an Logik und dass alles nur damit man "illegal" Dinge aufzeichnen kann, die man auch jetzt schon "Illegal" auf die Festplatte bekommt.

Eigentlich ist es doch eher ein Proof of Concept.

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BastetFurry Michael Nickles

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Auch der Verkauf von HDCP-Decoder wird also verboten sein und man wird nur sehr illegal an diese Dinger gelangen (so es sie irgendwann gibt).
Es ist aber nicht verboten einen Kasten anzubieten mit zwei HDMI-Buchsen und nem FPGA drauf als Videobearbeitungsgerät mit offener Firmware. Schmeißen wir noch ne Scart- und ne Chinch-Buchse dazu für um aus alten Geräten HD rechnen zu können und obendrauf noch nen USB, kann man aus so einem Kasten gleich noch nen Computer bauen. Je nach FPGA Leistung kann das vom Amiga aufwärts gehen. Oldschool Genlock Videobearbeitung irgendwer? ;)

Zurück zu den beiden HDMI-Buchsen am FPGA, da wird dann doch sicherlich irgendwoher ein Konfigurationsdateichen kommen was dem FPGA das "rumpfuschen" am HDCP-Signal erlaubt. :3
Die Dreambox kann ja auch von Haus aus keine Programme hell machen, das macht erst spezielle Software möglich die sich der Benutzer selber aufspielt.
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marinierter Michael Nickles

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Die Lösung des Problems ist doch ganz einfach: Verbot von Kopierschutzmechanismen.

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BastetFurry marinierter

„Die Lösung des Problems ist doch ganz einfach: Verbot von Kopierschutzmechanismen.“

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Verbote in diesem Bereich funktionieren ja auch so gut. :3

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Conqueror Michael Nickles

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Man muss dazu sagen, dass die Aussage "eine zu aufwändige und teure Hardware benötigen würden", damals korrekt war. Nun 2010 hatte sich was die Rechnerkapazitäten betrifft einiges getan und damit ist die Aussage von Intel damals halt heute nicht mehr global gültig.
Intel würde heute den Spruch auch so nicht mehr unterschreiben.

man wird nur sehr illegal an diese Dinger gelangen
Und dann mit Sicherheit um im Nickleschargon zu schreiben, "sauteuer" verkauft.

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BastetFurry Conqueror

„Man muss dazu sagen, dass die Aussage eine zu aufwändige und teure Hardware...“

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Ihr versteht es immer noch nicht, was ist an einem FPGA-Board mit zwei HDMI-Buchsen und anderem Geraffel verboten? Hat doch nur Software drauf um Videos live zu bearbeiten. Für die Raubmordterrorentführervergewaltigerkopierer-Firmware die einen damit kopieren lässt können wir doch nichts.

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Systemcrasher Michael Nickles

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Das erinnert alles irgendwie an den uralten "analogen Kopierschutz" Macrovision, den es unter anderem bei VHS-Kassetten hab. Eine geschützte Kassette wurde nur auf einem angeschlossenen Fernseher korrekt wiedergegeben, das Einspeisen in einen zweiten Videorecorder zwecks kopieren scheiterte aber – es entstand nur eine miese Qualität mit enormer Helligkeitsschwankung.

Als Abhilfe besorgten sich Videokopier-Interessierte einen "Macrovision"-Decoder, ein Kästchen, das dazwischengeschaltet wurde um das Signal zu säubern. Diese Decoder waren anfangs sauteuer, dann spottbillig (und wurden schließlich im Zuge der Modernisierung der Urheberrechtsgesetzgebung verboten).


Tja, damals habe ich nur müde gelächelt und die Videos auf Beta-Max überspielt.

Der konnte mit dem Kopierschutz nichts anfangen und hat die Filme in guter Quali aufgezeichnet. ;)

Und HDMI?

1. Ich kaufe nichts, was Kopierschutz hat (außer vom Ramschtisch, aber da ist ne DVD auch nicht teurer als ein Rohling). Rekord: 0,10 Eurocent pro DVD, diesen Sommer bei einem Ramschladen).

2. Sender, die das Aufzeichnen unterbinden, werden von mir boykottiert.

Nicht, daß ich ständig Sachen aufnehme. Bin miestens viel zu faul dazu, schließlich wird ja alles x-mal wiederholt, so daß der Aufwand gar nicht lohnt.

Aber mir geht es ums Prinzip: Kopierschutz greift in mein Grundrecht als Verbraucher ein, indem er mir das Recht nimmt, die Ware längerfristig zu nutzen und Gebrauchskopien anzufertigen, um das Original zu schonen (CD, DVD). Basta.
Wenn ich Rentner bin, dann nörgele ich den ganzen Tag. Das wird bestimmt lustig. :)
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