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News: Umstrittenes Gesetz verabschiedet

Frankreich: Angst vor dem dritten Mal

Redaktion / 10 Antworten / Baumansicht Nickles

Für Raubkopierer beziehungsweise Tauschbörsen-Nutzer in Frankreich wird es jetzt hart. Die französische Nationalversammlung hat ein neues - lang diskutiertes und umstrittenes - Gesetz verabschiedet. Wer dreimal beim Upload oder Download illegaler Dateien erwischt wird, gilt als hartnäckiger Urheberrechtsverletzer und kriegt die Internet-Leitung gekappt.

Die Sperrung soll bis zu ein Jahr lang dauern. Trotz heftiger Kritik haben 296 Abgeordnete für das Gesetz gestimmt, nur 233 waren dagegen. Verrückterweise war das nicht die erste Abstimmung in dieser Sache. Bereits Anfang April gab es diesbezüglich bereits eine Nationalversammlung, bei der das Gesetz mit 21 zu 15 Stimmen abgelehnt wurde.

Da die Abstimmung zeitlich einen Tag vor Beginn der Parlamentsferien stattfand, waren die meisten Abgeordneten abwesend. Staatspräsident Nicolas Sarkozy drängte aus diesem Grund auf erneute Abstimmung um das Gesetz durchzuboxen.

Zur Überwachung des Internet wird in Frankreich eine eigene Behörde namens "Hadopi" (Haute Autorité pour la Diffusion des Oeuvres et la Protection des Droits sur Internet) geschaffen. Sie soll illegale Downloads verfolgen, unter anderem diesbezüglichen Hinweisen von Rechteinhabern nachgehen. Wer erwischt wird kriegt bei den ersten beiden Vorfällen erstmal eine Warnung per Email. Nach dem dritten Mal folgt dann die Sperrung des Internetzugangs.

Die kann nach Ermessen der Behörde zwei Monate bis ein Jahr dauern. Während die Medienindustrie die Sektkorken knallen lässt, sorgt die neue französische Regelung im EU-Parlament für Bedenklichkeit, denn jeder soll generell das Recht zur Internetnutzung haben.

Heftig kritisiert wird zudem, dass die Internetsperrungen ohne Gerichtsbeschluss vollstreckt werden können. Markant ist schließlich noch, dass Verträge mit Internet-Anbietern auch im Fall einer Sperrung bestehen bleiben und weiterhin gezahlt werden muss.

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Olaf19 Redaktion

„Frankreich: Angst vor dem dritten Mal“

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Wie will man eigentlich sicherstellen, dass ein Internetnutzer, dem man die Leitung von Rechts wegen gekappt hat, sich nicht morgen bei einem anderen Provider anmeldet?

Nach meinem Verständnis ginge das nur über das Anlegen von Schwarzen Listen mit Kundendaten - die im Zweifelsfall auch gerne mal in die falschen Hände geraten...

CU
Olaf

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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buechner08 Olaf19

„Wie will man eigentlich sicherstellen, dass ein Internetnutzer, dem man die...“

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...Anlegen von Schwarzen Listen mit Kundendaten - die im Zweifelsfall auch gerne mal in die falschen Hände geraten...

Diese Daten gehen mit Sicherheit in die "richtigen" Hände bei Verwaltung/ Justiz/ Medienindustrie/ Banken etc.

Gruß
Frank
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Synthetic_codes Olaf19

„Wie will man eigentlich sicherstellen, dass ein Internetnutzer, dem man die...“

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Hi Olaf, das lässt sich natürlich nicht sicherstellen.

Ich meine, herrgott, ich habe kein DSL, und nen DSL Anschluss wirst du dann sicher in FR nicht mehr bekommen, aber hier in D zb kannst du dann einfach in den ALDI rennen und dir ne Sim-karte holen. Wem 24ct/mb nicht schmecken der geht zu Tchibo, wo man für 20 € die prepaid flatrate kriegt. Beide anbieter überprüfen die auf der Website zur registrierung verlangten daten nichtmal auf Existenz der personen. Zumindest sind meine ALDI als auch meine Tchibo simkarte auf Max Mustermann im Kanzleramt registriert. Hat auch nie jemand nachgefragt.

Ich denke mal das sowas in FR ebenfalls möglich ist. Viel fragwürdiger finde ich allerdings, dass bei diesem Gesetzesentwurf nicht lang untersucht wird. Da WPA2 derzeit kein hindernis mehr darstellt, kann man davon ausgehen, dass sich in Frankreich VW Busse mit Richtantennen in zukunft recht gut verkaufen lassen.

Eine Frage die sich mir dann noch stellt... Was passiert mit Firmen, deren Internet anschluss zum laden genutzt wird? Darf die Firma XY dann plötzlich nicht mehr ins Internet, weil der Kleine Jacque aus der kundenbetreuung langeweile hat und pornos bei emule läd?

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Olaf19 Synthetic_codes

„Hi Olaf, das lässt sich natürlich nicht sicherstellen. Ich meine, herrgott,...“

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Darf die Firma XY dann plötzlich nicht mehr ins Internet, weil der Kleine
Jacque aus der kundenbetreuung langeweile hat und pornos bei emule läd?

Sehr scharfsinnig, Syn'Codes... so weit hatte ich noch gar nicht gedacht. Die Frage stellt sich aber in der Tat, denn in einem Unternehmen hängt ja nicht jeder User an seinem "persönlichen" Internetanschluss, und dass die Firmenanschlüsse gern für allerlei Schabernack im Netz missbraucht werden, ist ja nichts wirklich Neues.

CU
Olaf
Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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Conqueror Olaf19

„ Sehr scharfsinnig, Syn Codes... so weit hatte ich noch gar nicht gedacht. Die...“

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Nicht zu vergessen das Internet Cafe !

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Scotty7 Olaf19

„Wie will man eigentlich sicherstellen, dass ein Internetnutzer, dem man die...“

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Eben Schufa für "Raubkopierer".

gens inculta nimis vehitur crepitante colossa.
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Crazy Eye Redaktion

„Frankreich: Angst vor dem dritten Mal“

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Mahnung per Email, einen rechtlich etwas verbindlichen Brief können sie nichtmehr schicken?

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hansapark Redaktion

„Frankreich: Angst vor dem dritten Mal“

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kein wunder dass krawalle in frankreich einen zacken härter ausfallen als bei uns..

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dr_rock1 Redaktion

„Frankreich: Angst vor dem dritten Mal“

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Ja die Froschfresser (Zitat Rüdiger Hofmann) habens drauf. Auch ist die die Politik umbelastet von Sachkenntnis. Es ist wieder mal Zeit für eine Revolution, mes amis!

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hannes43 dr_rock1

„Ja die Froschfresser Zitat Rüdiger Hofmann habens drauf. Auch ist die die...“

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= Es ist mal wieder Zeit für eine Revolution =
Die ist schon seit Jahren überfällig!!!

Irgendwann haben auch hier die letzten Egoisten erkannt, dass es nur gemeinsam geht.
Dann sind Frankreichs Krawalle ne Kinderaparty gegen das was hier kommt.

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