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News: Wer ist am schnellsten?

Das Speed-Duell: Linux gegen Windows

Redaktion / 4 Antworten / Baumansicht Nickles

Als Windows Vista kam, schimpften viele über dessen enormen Hardware-Hunger. Systeme die von XP auf Vista upgegraded wurden, waren danach meist spürbar langsamer. Bei Windows 7 sieht die Sache anders aus. Bereits die Beta-Versionen überzeugen in fast allen Tests mit sehr guter Leistung bei sparsamem Resourcen-Verbrauch.

Ein paar Betriebssystem-Experten sind der Sache jetzt mal nachgegangen. Sie wollten wissen, ob der Leistungskick bei Windows 7 tatsächlich existiert, oder ob er nur ehr "gefühlt" ist. Besonders spektakulär beim Benchmark-Testbericht auf tuxradar.com: es wurde auch gebenchmarkt, wie sich Linux im Vergleich zu Windows Vista Ultimate und Windows 7 Ultimate schlägt. Dabei wurden jeweils die 32- und 64-Bit Varianten hergenommen.

Für Linux wurde stellvertretend Ubuntu 8.10 und Ubuntu 9.04 verwendet. Auch hier wollten die Tester ermitteln, ob die neuere Ubuntu-Version gegenüber ihrem Vorgänger einen Leistungskick bringt. Es ging im großen Vergleichstest also nicht nur darum rauszukriegen welches Betriebssystem am schnellsten ist, sondern auch, wie viel effektiver (oder lahmer) eine neue Version ist. Für Linux-Fans ist in diesem Zusammenhang auch interessant, was das neue Linux-Dateisystem EXT4 gegenüber seinem Vorgänger EXT3 bringt.

EXT4 ist gerade auf dem Weg das neue Standard-Dateisystem für Linux zu werden. Für die große Benchmark-Orgie wurde stets der gleiche Rechner verwendet (eine Highend-Maschine von Dell mit Intel Core i7 920 CPU und 6 GByte RAM), folgende Betriebssysteme/Varianten nahmen Teil: Ubuntu 8.10, Ubuntu 9.04, Windows Vista und Windows 7 - jeweils in 32- und 64-Bit Ausgabe. Im Fall von Windows 7 betonten die Tester ausdrücklich, dass es sich um eine Beta-Version handelt und die finale Version noch Änderungen bringen kann. Auch das verwendete Ubuntu 9.04 liegt aktuell nur als Testversion vor, ist noch nicht fertig.

Zig Einzeltests wurden durchgeführt: wie lange dauert die Installation, wie viel Platz brauchen die Systeme, wie schnell fahren sie rauf/runter, wie schnell sind Dateiübertragungen (Festplatte, USB), wie schnell sind sie im Betrieb? Sieger bei der Installationsdauer: das aktuelle Ubuntu 8.10 64 Bit mit 801 Sekunden. Der Verlierer: Windows 7 32-Bit mit 1393 Sekunden. Verblüffend dabei: Windows 7 war in allen Varianten bei der Installation ein bisschen langsamer als Windows Vista.

"Gebenchmarkt" wurde auch, wie viele Mausklicks es bis zum Installationsabschluss braucht. Bei Ubuntu 8.10 brauchte es nur 7 Mausklicks, Windows 7 forderte 14. Beim Plattenbedarf glänzte Ubuntu 8.10 32 Bit mit gerade mal 2,2 GByte, Windows Vista 64 Bit futterte 11,9 GByte. Windows 7 in der 32-Bit Variante begnügte sich mit 7,9 GByte.

Das Messen von Installationsdauer und Platzbedarf ist natürlich so eine Sache - es kommt ja auch drauf an, was alles installiert wird. Bei Vista und Windows 7 wurden die recht fetten Ultimate Versionen verwendet. Hier gilt zu Bedenken, dass bei Ubuntu allerdings auch gleich ein komplettes Office Paket und weitere Anwendungen nach der Installation startklar sind.

Bei der Bootzeit gab es keine markanten Unterscheide. Windows 7 32 Bit packte es in 59,8 Sekunden, Windows 7 64-Bit war mit 75 Sekunden am lahmsten. Die Ubuntu-Varianten bewegen sich alle in der "70 Sekunden"-Ecke. Kurzum: alle Systeme brauchen gut "eine Minute" bis zum betriebsbereiten Desktop. Beim Runterfahren waren die Unterschiede ähnlich gleich. Ubuntu brauchte im Schnitt 9 Sekunden, Windows Vista und Windows 7 im Schnitt 12 Sekunden. Aus der Rolle fiel nur Windows Vista 64-Bit: das schleppte sich mit 25,9 Sekunden ins "Aus".

Eine sehr heikle Sache bei Betriebssystemen ist die Geschwindigkeit, mit der Dateien geschaufelt werden. Beim Kopieren kleiner Dateien von einem USB-Stick auf die Festplatte, war Linux im Vergleich zu Windows rund doppelt so schnell. Beim Kopieren kleiner Dateien von Platte zu Platte waren Ubuntu und Vista gleichermaßen schnell, Windows 7 überraschte allerdings: es brauchte rund 4-5-mal so lange (das kann natürlich durchaus am Beta-Status liegen!).

Beim Kopieren großer Dateien von USB-Stick auf Platte, schwankten die Ergebnisse zwischen 17,9 Sekunden (Ubuntu 8.10 32 Bit) und 20,4 Sekunden (Windows 7 64 Bit). Markant waren die Ergebnisse beim Kopieren großer Dateien von Platte zu Platte. Ubuntu und Windows 7 schafften das in jeweils rund 6-7 Sekunden, als extrem lahm erwies sich Vista: das brauchte rund 15 Sekunden, also doppelt so lange.

Am kniffligsten ist es natürlich, die generelle Arbeitsgeschwindigkeit von Linux und Windows zu messen. Die Tester haben dazu "Richards benchmark" verwendet. Der ist in "Python" programmiert und läuft systemübergreifend unter Linux und Windows. Überraschendes Ergebnis: im Durchschnitt war Windows einen Hauch schneller als Linux.

Abschließend interessant für Linux-Fans: was bringt das neue EXT4 gegenüber EXT3? Kurzum: abgesehen von sonstigen Neuerungen keine gravierenden Geschwindigkeitsunterschiede. Es reduzierte die Bootzeit im Schnitt zwar von 70 Sekunden auf 62 Sekunden, aber das ist kein wirklicher Kracher.

Im Fazit stellten die Tester fest: sowohl Linux als auch Windows machen bei ihren neuen Versionen spürbare Fortschritte.

Alle Details zum Test und die Diagramme gibt es hier :Benchmarked: Ubuntu vs Vista vs Windows 7

Michael Nickles meint: Natürlich ist dieser Test nicht wirklich ernst zu nehmen. Man kann nicht benchmarken ob Linux oder Windows besser ist. In allen Fällen wurden frisch aufgesetzte Systeme in Standardeinstellung verwendet. Viel interessanter ist, wie schnell ein System noch ist, wenn länger mit ihm gearbeitet wurde, es schon etwas "vermüllt" ist.

Ebenfalls praktisch nicht messbar: wie effektiv gehen die Systeme mit Resourcen um wenn viele Fenster/Anwendungen offen sind? Wie effektiv sind sie, wenn zig Anwendungen gleichzeitig die Festplatten beackern?

Interessant sind die Testergebnisse vor allem, um mal zu vergleichen, wie sich alte und neue Linux/Windows-Systeme unterscheiden und welche Unterschiede es bei 32- und 64-Bit so gibt.

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the_mic Redaktion

„Das Speed-Duell: Linux gegen Windows“

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Die Tester haben dazu "Richards benchmark" verwendet. Der ist in "Python" programmiert
Wodurch der Benchmark evtl etwas verzerrt wird. Laufen die Python-Interpreter für Linux und Windows gleich schnell? Das ist nicht zwingend gegeben.

Sinnvoller wäre es gewesen, mehrere Benchmarks in unterschiedlichen Programmiersprachen zu verwenden, die auch unterschiedliche Aspekte des Systems untersuchen. Gemäss dem, was ich kurz über den Benchmark recherchiert habe, ist das ein Test für Speicherallokation und CPU-Scheduling, aber ohne irgendwelche I/O-Tests. Das ist doch eher... nun ja... praxisfremd.
cat /dev/brain > /dev/null
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Xdata the_mic

„ Wodurch der Benchmark evtl etwas verzerrt wird. Laufen die Python-Interpreter...“

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Diese Vergleiche sind meißt etwas heikel.

-- Es ist garnicht so leicht zu definieren was eigentlich gemessen oder verglichen werden soll.

Erstmal das Betriebssystem selbst, das Bs mit Anwendungen?

In Windows ist die Oberfläche - gui integriert, Linux kann vieles auch ohne.
Schon beim Speicherverbrauch in Windows allein, bei verschiedenen Usern, gibt es Unterschiede.

Einige sagen Xp zB braucht mehr als 1GB RAM um flüssig zu arbeiten,
bei anderen scheint bei ähnlich vielen Anwendungen deutlich weniger zu reichen.

Bei Linux, auf einem alten Rechner, (348MB RAM!)
wurde bei mir die Swap kaum angerührt!?

Ein Knoppix mit altem 2.4rer Kernel ist trotz Verwendung einer Swapdatei,
KDE, 64MB RAM verhältnismäßig gut gelaufen.

Das System isoliert von den Anwendungen zu betrachten ist auch so eine Sache.


Schwer bei diesen Umständen objektive Bedingungen und Aussagen zu erreichen.

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Synthetic_codes the_mic

„ Wodurch der Benchmark evtl etwas verzerrt wird. Laufen die Python-Interpreter...“

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die frage ist hier nicht nur, ob der linux und der windows python interpreter gleich schnell laufen, sondern auch, welche compiler einstellungen (optimierungen) benutzt wurden. Grade bei der Anwendungsperformance hätte man hier einige möglichkeiten gehabt, zb um die pure rechenleistung zu testen, hätte man ohne weiteres AviDemux benutzen können.

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Fieser Friese Redaktion

„Das Speed-Duell: Linux gegen Windows“

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rein "gefühlt" scheint mir linux doch zügiger zu starten als xp. wenn bei xp schon der desktop zu sehen ist, dauert es trotzdem noch eine weile, bis das letzte programm, der letzte dienst im hintergrund zurande gekommen ist. das ist bei linux nicht so. man sieht den desktop und kurze zeit später ist das system ready to go.

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