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News: Herr Keese erzählt Käse

Das Leistungsschutzrecht und die Lobbyisten...

xafford / 36 Antworten / Baumansicht Nickles

Der für den Springer-Konzern tätige Lobbyist Christoph Keese gab der Seite Horizont.net ein Interview in dessen Verlauf er Google als Taliban bezeichnete, die sich gegen den Fortschritt stemmt und diesen verhindert. Zudem unterstellte er Google implizit, dass es mit dem Beachten der robots.txt (einer Textdatei mit Anweisungen für Suchmaschinen) mit Vorsatz eine steinzeitliche Technik anbieten würde die den Verlagen nur die Wahl lassen würde zwischen den zwei Optionen im Internet für alle Suchmaschinen unsichtbar zu sein, oder ihre Inhalte frei verfügbar zu machen.

Man sollte vielleicht in diesem Zusammenhang wissen, dass Herr Keese nicht irgend jemand ist, sondern mutmaßlich der "Ghostwriter" des Leistungsschutzrechtes - aber er steht mit seinen Vorwürfen nicht alleine. Gestern bezeichnete sein Quasi-Brötchengeber Herr Döpfner von Springer Google bereits als Hehler der sich an fremdem Eigentum bereichert. Auch verschiedene Politiker werden nicht müde sich über Google zu empören wie zum Beispiel Herr Lammert der die Anzeigenkampagne von Google gegen das Leistungsschutzrecht für dreist erachtet. Als kleine ironische Randnotiz sollte man vielleicht über die unfreiwillige Komik nachdenken, dass diese Anzeigenkampagne auch in der gedruckten Presse erscheint, die sich so nachdrücklich darüber empört.

xafford meint:

Klar, Googles Slogan ist zwar "don´t be evil", jedoch nicht "do no evil" - meine Sympathien für Google halten sich doch sehr in Grenzen - wie für alle gewinnorientierten Unternehmen. Klar hat Google einen Vorteil aus deren News-Seiten, sonst würden Sie diese nicht anbieten, auch ohne dass dort Werbung geschaltet wird. Aber eigentlich ist es eine klassische Win-Win Situation. Google hat etwas davon, die Verlage haben eigentlich auch etwas davon - nur wohl anscheinend nicht so viel wie sie gerne hätten oder meinen bekommen zu können. Aber jetzt einmal weg vom Vorgeplänkel und hin zum Thema:

Was Herr Keese bezüglich der robots.txt von sich gibt ist entweder ein peinliches Dokument seiner Ahnungslosigkeit, oder aber eine freche (und im Interview unkommentierte) Lüge. Was von beidem man glauben will ist Ansichtssache. Jedenfalls ist die robots.txt zwar nur eine Textdatei aus der IT-Steinzeit (sogar weit älter als Google), ihre Möglichkeiten sind jedoch mehr als weitreichend. So ermöglicht sie nicht nur dass man Dateien, Verzeichnisse oder Dateitypen von der Durchsuchung ausschließen kann (bei Suchmaschinen, die diese Datei auswerten wie Google es tut) - sie bietet sogar die Möglichkeit über den sogenannten User-Agent genau zu definieren, für welche Suchmaschine und für welchen Suchalgorithmus (zum Beispiel Google News, aber nicht die normale Google-Suche) diese Regeln gelten sollen, mit der Option für verschiedene Suchmaschinen verschiedene Regeln zu definieren. Allein die folgenden zwei Zeilen würden dafür Sorgen dass die Kronjuwelen der armen und darbenden Verlage nicht bei Google News erscheinen würden:

User-agent: Googlebot-News
Disallow: /

Und die Seiten würden trotzdem von jeder anderen Suchmaschine gelistet, sogar in der normalen Google-Suche würden sie auftauchen. Vielleicht sollte Herr Keese einmal die Administratoren der Springer-Presse fragen, diese scheinen dies zu wissen da sie diese Techniken ja offensichtlich auf deren Servern einsetzen. Zusätzlich kann auf jeder beliebigen Seite über sogenannte Meta-Tags Google mitgeteilt werden, dass eine Seite nicht durchsucht (noindex), nicht archiviert (noarchive) oder auch keine Textauszüge (nosnippet) erstellt werden sollen, auch explizit nur für die Google-News-Suche. Auch dies ist im Hause Springer sehr wohl bekannt da es auf deren Seiten angewandt wird - für Herrn Keese scheint diese Information jedoch neu zu sein - zumindest vermittelt er dies...

Zudem, was Steinzeit und Verhinderung von Fortschritt (oder neuer Geschäftsmodelle) angeht würde mir Google nicht als erstes einfallen, Verlage dürften da bei mir ungefähr 10.000 Stellen früher auftauchen - aber das ist ein anderes Thema.

Was Herrn Döpfner dann dazu bewegt jemanden als Hehler zu bezeichnen, dem man die Tür geöffnet und ihn eingeladen hat, erschließt sich mir nicht wirklich.

Zu guter Letzt noch die grobe Kelle für die Herren (und Damen) Politiker, die es ach so unerträglich finden, dass Google eine Anzeigenkampagne gegen ein "Lex-Google" startet - also ein Individualgesetz welches ganz gezielt gegen Google gerichtet ist, es aber auf der anderen Seite für völlig in Ordnung finden, dass Verlagslobbyisten ihnen die Gesetzesvorlagen auf den Schreibtisch zaubern und deren Tatsachenverdrehungen als Wahrheit aus zweiter Hand kolportieren: Ihr wundert euch wirklich über Politikverdruss? Ja, das war eine rhetorische Frage. Was ist schlimmer: Politik korrumpieren, oder Politik kritisieren? In diesem Fall scheint die Antwort aus den Reihen der Politik klar.

Sagen wir es einmal, wie es unbestreitbar ist:

  • Jeder Verlag hätte die Möglichkeit Google News zu deaktivieren.
  • Jeder Verlag könnte auch genau das Verhalten von Google News steuern (komplette Snippets, nur Überschrift, komplette Verweigerung).
  • Keiner der Verlage, die für das Leistungsschutzrecht plädieren, nutzt diese.
  • Jeder dieser Verlage weiß um diese Möglichkeit, was ihre Internetseiten beweisen.
  • Diese Verlage platzieren ein Gesetz, das Google dazu verpflichtet für die Verlinkung auf ihre News mittels Textauszügen zu bezahlen.
  • Gleichzeitig warnt Herr Keese Google jetzt schon davor NICHT MEHR auf die Seiten der Verlage zu verlinken und der Status Googles als Quasi-Monopolist bei Suchmaschinen wird wohl dafür sorgen, dass Google tatsächlich dazu verdonnert wird sie zu verlinken und zu zahlen.

Die Verlage sind also dabei ein schönes Modell zu etablieren: Man zwingt Google dazu für etwas zu zahlen das man ihnen frei anbietet und verbietet ihnen gleichzeitig es nicht zu nutzen. Perfektes System einer ansonsten im Sterben befindlichen Spezies. Google hat eigentlich nur noch die Möglichkeit Google-News in Deutschland komplett einzustellen - aber ich bin sicher, auch dagegen lässt sich ein Gesetz kaufen, das am 31.12.2013 um 23:59 Uhr "durchgewunken" werden kann.
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InvisibleBot xafford

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Der Springer-Verlag hat gegenüber Google einen entscheidenden Vorteil: Unsere Volksvertreter zittern vor den Schlagzeilen der BLÖD-Zeitung. Google mag zwar gute Argumente haben, aber ansonsten nichts womit man einem deutschen Politiker Angst machen kann. Und Angst sticht im Zweifel sogar die Brieftasche...

Ich dachte mir damals schon dass man mit dem Fall Wulff (so berechtigt das Ganze auch war) vor allem eine Showleiche schaffen will. Und so langsam wird auch klar warum.

Aber morgen werden leider wieder Millionen von Vollpfosten aufstehen und sich eine BLÖD kaufen.

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xafford InvisibleBot

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Ja, da würde ich Dir in allen Punkten zustimmen.

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XAR61 xafford

„Ja, da würde ich Dir in allen Punkten zustimmen.“

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ich schließe mich ausnahmslos an !!! Mal ehrlich, bis auf die paar News, welche eventuell interessant wären, oder sind die kann man nun doch überall lesen, na ja zu gegeben vielleicht nicht ganz so dichterisch, aber ansonsten kann man auf diesen schmarn doch verzichten. Und wie gut ich auf "Grimms Märchen" zu sprechen bin, will ich hier nicht hervor heben, denn von einem Journalisten erwarte ich als Leser einfach das er sauber recherchiert und neutral berichtet. Viele tun dies auch, und daher werfe ich eben nicht die faulen Eier mit in den Suppentopf.

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pluck mit dem kranwagen InvisibleBot

„Der Springer-Verlag hat gegenüber Google einen ...“

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Und so langsam wird auch klar warum.
Du meinst, weil nun alle Politiker wissen, dass man auch sie absägen kann???
BILD-kritische Leser wissen das schon lange. Vor exakt einem Jahr war mir schon klar dass Wulff das nicht überstehen wird. Und ebenso ist mir schon jetzt klar, dass der Steinbrück kein Kanzler wird.
Deswegen bin ich unter anderem bei den Piraten ausgetreten, denn die zB kapieren dass absolut nicht. Die zB meinen dass die BILD strunzdoof ist und laufen schön weiter in jedes Messer hinein. Und Apropos: Dank BILD werden die Piraten auch nicht über 4% kommen; Garantiert nicht!

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InvisibleBot pluck mit dem kranwagen

„Du meinst, weil nun alle Politiker wissen, dass man auch ...“

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BILD-kritische Leser wissen das schon lange.
Ja, es war ja auch nicht das erste Mal dass die Bild einen abgesägt hat. Ich konnte mir am Anfang nur nicht erklären was die plötzlich für ein Problem mit Wulff hatten - als Angie ihn gegen alle Widerstände zum Bundespräsidenten gemacht hat, hat sich die BLÖD für ihre Verhältnisse geradezu auffällig zurückgehalten. Daher meine Vermutung mit der Showleiche.


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pluck mit dem kranwagen InvisibleBot

„Ja, es war ja auch nicht das erste Mal dass die Bild einen ...“

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Ja, es war ja auch nicht das erste Mal dass die Bild einen abgesägt hat
Ja, schon, aber nen Bundespräsidenten, das ist schon ne andere Hausnummer als so ein kleiner Puphahn von was auch immer fürn Minister. Als sich alle in die Weihnachtspause verkrochen und meinten im neuen Jahr sieht das alles ganz anders aus, war mir schon klar dass der Diekmann da nicht eher Ruhe geben wird, bevor nicht der Wulff komplett weg ist. Seine Katja wird sich über die Feiertage übelst über die Dauererrektion gefreut haben.
für ein Problem mit Wulff hatten
Gar keines. zumindest keines was man nicht bei einem Bier hätte beilegen können. Als dann aber Wulff meinte, er könne die BILD anpissen und boykottieren, da wars um ihn geschehen. Wie BILD schon von sich aus sagt: Mit uns steigt man, mit uns fällt man!

Uns Angie ist mit der Springer-Witwe und dem Diekmann (Chefredakteur) ganz dicke. Der wird so schnell nichts passieren, zumindest nicht was den Schnodderjournalismus angeht.
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gelöscht_231142 xafford

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Nabend Xaff,

danke für diesen Beitrag der auch "Wenigdurchblicker" wie mich wiedermal in die Spur setzt.
Allerdings hast du damit wohl ein Geschäftsmodell "ausgeplaudert" oder konstatiert?

Andererseits war die Zeit hier reif für so einen "Xaff meint"- Beitrag ...der Schwan hat bald Eis am Pürzel und die Glühlampe wird wohl dem Glühwein weichen müssen Cool.

nixlos meint:
Es gibt genug interessante Themen- man muß sie nur ansprechen.

thx enl

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xafford gelöscht_231142

„Nabend Xaff, danke für diesen Beitrag der auch ...“

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wohl dem Glühwein weichen müssen
Welch Ironie des Schicksals, ich sitze hier gerade bei einem Glas Glühwein, nachdem ich vorgestern auf dem Weihnachtsmarkt in meiner Heimatstadt Glühwein verkauft habe :)
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marinierter xafford

„Das Leistungsschutzrecht und die Lobbyisten...“

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Mich würden ja mal konkrete Zahlen interessieren:

Wie viel Prozent der Leser kommen über Suchmaschinen rein? 25%? 50? oder noch mehr?
Ich könnte mir mehr als die Hälfte sogar recht gut vorstellen.

Ich mag https://www.google.com/news eigentlich. Man hat eine grobe Zusammenfassung, was so aktuell ist, und wenn man mehr wissen will, klickt man den Artikel an und landet auf der Webseite der Zeitung.
Wobei ich auch oft genug analoge Nachrichten lese (Zeitungsname hat mehr als vier Buchstaben).

Da wird sicher auch bald eine Initiative zum Verbot von Werbeblockern kommen.

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xafford marinierter

„Mich würden ja mal konkrete Zahlen interessieren: Wie viel ...“

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Wie viel Prozent der Leser kommen über Suchmaschinen rein?

Für die Seiten der großen Verlage (Bild, Welt, Zeit und Konsorten) kann ich nicht sprechen, aber ich denke einmal dass die Zahlen nicht signifikant kleiner sind als die bei Nickles und wenn dem so ist, dann ist der Prozentsatz wesentlich höher als 50. Und dieser Prozentsatz ist noch wesentlich höher bei Artikeln die auf den Verlagsseiten nicht mehr auf der Startseite stehen.

Man kann von Google halten was man will, aber wenn einmal eine Unterseite nicht mehr direkt auf der Homepage prominent verlinkt ist dann kommt außer über Google kaum mehr ein Mensch darauf.

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torsten40 xafford

„Für die Seiten der großen Verlage (Bild, Welt, Zeit und ...“

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aber wenn einmal eine Unterseite nicht mehr direkt auf der Homepage prominent verlinkt ist dann kommt außer über Google kaum mehr ein Mensch darauf.
Wie wahr.
Wie oft habe ich Seiten per site: über Google gesucht, und wiederfinden können.
ist der Prozentsatz wesentlich höher als 50
Und ist auch der Grund, warum es nicht zum Einsatz der robots.txt kommt.
Ich sehe die Verlage schon jammern, sollte das Gesetz tatsächlich durch kommen.
Sie wollen schon über die Google Suche gefunden werden, und dafür bezahlt werden, dass Google die Beiträge listet. Auch wenn Google bestimmt nicht der Retter der freien Medien ist, so sollten die doch mal für einige Zeit die betreffenden Verlage aus dem Suchindex rausschmeißen.

Die Mehrheit der Nutzer googlet eben, und "bingt" oder "yahoot" nicht.
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xafford torsten40

„Wie wahr. Wie oft habe ich Seiten per site: über Google ...“

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Auch wenn Google bestimmt nicht der Retter der freien Medien ist, so sollten die doch mal für einige Zeit die betreffenden Verlage aus dem Suchindex rausschmeißen.

Ich denke das wäre das Dümmste, was Google tun könnte. Es würde den Verfechtern des Leistungsschutzrechtes nur zusätzliche Munition gegen Google liefern und das Argument der marktbeherrschenden Stellung untermauern. Sie hätten dann alle Möglichkeit ihren Einbruch bei den Besucherzahlen (der mehr als schmerzhaft wäre) Google in die Schuhe zu schieben und nicht ihren Bemühungen beim Lobbyismus.

Ich wage einmal mir auszumalen wie es kommen wird wenn das Leistungsschutzrecht eintritt und denke es wären zwei Szenarien denkbar:

  • Google gibt nach und bezahlt die Verlage für Snippets. Dann wird das Feilschen los gehen und letztendlich kommt eine Verwertungsgesellschaft dabei heraus die jährlich die Preise in die Höhe treibt und es wird wie bei der aktuellen GEMA-Preiserhöhung laufen.
  • Google schaltet auf Stur und Google-News in Deutschland ab... dagegen können die Verlage erst einmal wenig unternehmen, dafür werden sie trotzdem vor Gericht ziehen mit dem Argument, dass Google sie (die Verlage) in den Suchergebnissen nicht angemessen berücksichtigt und erzwingen, dass letztendlich Treffer von kommerziellen Verlagsangeboten zwangsweise gesondert oben erscheinen. Anschließend wird in monatlichem Rhythmus vor Gericht darum gestritten wer an welcher Stelle zu erscheinen hat.
Gewinnen werden auf jeden Fall die Rechtsanwälte und verlieren werden sowohl die Verlage, als auch die Internetnutzer. Letztendlich retten wird all das die Verlage aber nicht.



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torsten40 xafford

„Ich denke das wäre das Dümmste, was Google tun könnte. ...“

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Etwas ähnliches wie eine Verwerter-Gesellschaft sehe ich da auch kommen, und hatte auch so etwas im Kopf, als ich den Eingangspost las.
Für Printmedien gibt bereits eine Verwertungsgesellschaft, Michael hatte die mal irgendwo genannt.

Ich gehe da sogar noch einen Schritt weiter, und denke da an diese "Ok" Seiten, bei denen man damals Hausaufgaben usw nachlesen konnte.
http://www.klicksafe.de/service/aktuelles/news/detail/sind-hausaufgaben-im-internet-immer-kostenlos/
Dieses Prinzip wird heute wohl nicht mehr funktionieren, aber eine Weiterentwicklung ausgedehnt auf die Internet-Flatrate, halte ich für durchaus denkbar.

http://www.nickles.de/c/n/sind-bezahlmodelle-im-internet-letzte-rettung-fuer-verlage-9531.htm

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Borlander xafford

„Das Leistungsschutzrecht und die Lobbyisten...“

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Irgendwie erscheint mir die Argumentation recht schwach:

längst nicht jeder, der bei Google News die Zusammenfassungen liest, klickt auf die Originalseiten durch. Viele Leute, die es eilig haben, bleiben auf Google News und landen gar nicht mehr beim Original. Google News ist ein gewaltiger Traffic-Magnet für Google

Der Anteil der die Originalseiten anklickt dürfte unter den Lesern der Zusammenfassung bei Google News aber sicher signifikant höher sein als bei den übrigen Usern…

Aber am besten sollte man das auch gleich aufs RL anwenden: Es kann doch nicht sein, dass die Menschen am Kiosk kostenlos die Überschriften der Bild lesen und das Blatt am Ende gar nicht mehr kaufen. Da wäre es doch nur angemessen den Axel Springer Verlag auch angemessen an den Verkaufserlösen von Bierdosen zu beteiligen. Schließlich werden die Kunden. Die ausliegenden Zeitungen sind schließlich ein gewaltiger Traffic-Magnet an Kiosken. Alle die es eilig haben trinken dann nur noch das Bier auf Ex - bei gleichzeitigem Genuss der Bild, wobei sie auf deren Kauf dann verzichten.

Gruß
bor

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xafford Borlander

„Irgendwie erscheint mir die Argumentation recht schwach: Der ...“

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Ich würde sogar noch weiter gehen... wie viele Leute würden denn auf die Artikel kommen, wenn sie nicht über Google-News oder in der Google-Suche "beworben" würden? Auf den Service des Indizierens wollen die Verlage nicht verzichten, aber die Snippets sollen tabu sein... da fällt mir das blöde Sprichwort ein: Wasch mich, aber mach mich nicht nass.

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inspirator1 xafford

„Ich würde sogar noch weiter gehen... wie viele Leute ...“

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xafford, das Sprichwort ist garnicht so blöd (hast du sicher nur ironisch gemeint) - denn das bringt das Prob auf den Punkt:
Google soll für die Verlage Werbung machen, darf aber nicht sagen wofür geworben wird. Keine Teaser, keine Snippets.

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Borlander xafford

„Ich würde sogar noch weiter gehen... wie viele Leute ...“

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Auf den Service des Indizierens wollen die Verlage nicht verzichten, aber die Snippets sollen tabu sein

Wenn einzelne Zeitungsverlage dann bereit sind weiterhin - kostenfrei - Snippets mit bei den Suchergebnissen anzeigen zu lassen, dann würden diese vermutlich am Ende sogar noch einen höheren Anteil an den Klicks bekommen als die Restriktiven Verlage.

Insgesamt scheint es da mit der Logik aber auch nicht so weit her zu sein:

Döpfner geht davon aus, dass mit der Einführung der Bezahlschranke auch die Anzeigenpreise steigen werden, weil im Werbemarkt erfahrungsgemäß ein zahlender Leser mehr wert sei als ein nicht zahlender. [http://www.heise.de/newsticker/meldung/Axel-Springer-Vorstandschef-Doepfner-geht-auf-Google-los-1762584.html]

Das zeigt doch eindrucksvoll die Realitätsferne. Die wollen also tatsächlich Kunden die schon Zahlen anschließend auch noch mit Werbung bombardieren?

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mawe2 Borlander

„Wenn einzelne Zeitungsverlage dann bereit sind weiterhin - ...“

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Das zeigt doch eindrucksvoll die Realitätsferne. Die wollen also tatsächlich Kunden die schon Zahlen anschließend auch noch mit Werbung bombardieren?

Das macht doch fast jede Zeitung und Zeitschrift, die Du am Kiosk kaufen kannst. Wieso siehst Du das als "realitätsfern" an? Für die Verlage ist das die Realität, auf deren Grundlage sie existieren! Seit hundert und mehr Jahren.

Oder kennst Du (außer den Produkten der Stiftung Warentest) namhafte Presserzeugnisse, die allein vom Verkaufspreis ohne Schaltung irgendwelcher Werbung existieren können?

Gruß, mawe2

"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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Borlander mawe2

„Das macht doch fast jede Zeitung und Zeitschrift, die Du am ...“

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Bei Papiererzeugnissen fallen allerdings sehr hohe Kosten für den Druck an. Diese Kosten gibt es bei einer digitalen Veröffentlichung nicht. Bei Papiererzeugnissen halte ich es daher durchaus noch im Rahmen des erträglich wenn dort Werbung veröffentlicht wird und damit das Produkt in einem bezahlbaren Rahmen angeboten werden kann. Abgesehen davon muss man auch ganz klar sagen, dass die Werbung in Zeitungen und Zeitschriften i.d.R. deutlich interessanter ist als der Schund der mit maximalem Geblinke und sonstigen maximal Nervenden Techniken im Internet verbreitet wird. Würde sich Internetwerbung auf statische Anzeigen von seriösen Anbietern beschränken, dann wäre die Akzeptanz (zumindest bei mir) sicher viel höher. Diese Chance wurde leider verspielt durch immer aggressivere Werbeformen, die am Ende zur Entwicklung und auch massenhaften Installation von Werbeblockern geführt haben…

Gruß
Borlander

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mawe2 Borlander

„Bei Papiererzeugnissen fallen allerdings sehr hohe Kosten ...“

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Diese Kosten gibt es bei einer digitalen Veröffentlichung nicht.

Naja: Ganz ohne Kosten gibt's auch die digitale Veröffentlichung nicht. Und es geht wohl auch eher um die Kosten, die mit der Erstellung des Content verbunden sind und die sowohl für digitale wie auch gedruckte Veröffentlichungen anfallen.

Würde sich Internetwerbung auf statische Anzeigen von seriösen Anbietern beschränken, dann wäre die Akzeptanz (zumindest bei mir) sicher viel höher.

Da stimme ich Dir zu.

Gruß, mawe2
"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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Borlander mawe2

„Naja: Ganz ohne Kosten gibt's auch die digitale ...“

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Ganz ohne Kosten gibt's auch die digitale Veröffentlichung nicht.
Das würde ich auch nie behaupten. Aber die Kosten sind deutlich geringer als für Druck und Auslieferung der Papierversion…
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torsten40 Borlander

„Wenn einzelne Zeitungsverlage dann bereit sind weiterhin - ...“

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Wenn einzelne Zeitungsverlage dann bereit sind weiterhin - kostenfrei - Snippets mit bei den Suchergebnissen anzeigen zu lassen, dann würden diese vermutlich am Ende sogar noch einen höheren Anteil an den Klicks bekommen als die Restriktiven Verlage.
Natürlich werden die freien News mehr Klicks bekommen. Wenn es 4free ist, warum sollte man für dieselbe Informationen bezahlen. Gefährlich sehe ich da drin nur, dass es dann keine freie Auswahl an Informationen geben wird, und man die Meinungsmaschine Internet erst so richtig in Deutschland ankurbeln kann.
Eine Zeitung, die dann eventuell noch im Ausland frei wäre, wie z.B. die New York Times oder Wired, werden sich kaum mit Innenpolitische/länderspezifische Themen der BRD befassen, wenn es nicht grade ums Bankgeheimnis und den Amiservern geht.

Natürlich kann man sich bei einem beispielsweise kleinen Blogger Informationen holen, aber zum Vergleich, benötigt man auch andere Seiten, andere Sichtweisen/Quellen.

Dennoch freie Medien wird es im Internet immer geben, da können sich die Verlage auf die Hinterbeine stellen, bis die Hufen und einen Dreizack bekommen.
Das zeigt doch eindrucksvoll die Realitätsferne. Die wollen also tatsächlich Kunden die schon Zahlen anschließend auch noch mit Werbung bombardieren?
ARD und ZDF zeigen auch Werbung, obwohl wir alle dafür bezahlen müssen ;)
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Borlander torsten40

„Natürlich werden die freien News mehr Klicks bekommen. ...“

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ARD und ZDF zeigen auch Werbung, obwohl wir alle dafür bezahlen müssen ;)
Dürfen die allerdings auch nur in sehr engen Grenzen. Und würdest Du Werbung auch bei freiwilligem Pay-TV akzeptieren? Ich nicht…
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torsten40 Borlander

„Dürfen die allerdings auch nur in sehr engen Grenzen. Und ...“

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Natürlich nicht.
Deswegen versthee ich auch die ganzen HD+ Nutzer nicht.
Derzeit ist das HD vielleicht noch umsonst, aber einige Zeit waren auch umstrittene Verträge im Angebot.

Freigeist
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Borlander torsten40

„Natürlich nicht. Deswegen versthee ich auch die ganzen HD+ ...“

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HD+ Nutzer nicht. Derzeit ist das HD vielleicht noch umsonst, aber einige Zeit waren auch umstrittene Verträge im Angebot.
Soweit mir bekannt muss man nach wie vor nach einem Jahr zahlen wenn man dann weiterhin die Privatsender in HD "genießen" will…
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InvisibleBot xafford

„Das Leistungsschutzrecht und die Lobbyisten...“

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Auch recht lustig:
http://winfuture.de/news,73383.html

Zitat eines gewissen Herrn Döpfner:
"Wir glauben dem Google-Slogan 'Don't be evil' und denken, die netten Jungs mit dem bunten Logo meinen es doch nur gut. In Wirklichkeit will Google nur erzkapitalistische Interessen durchsetzen und sein Geschäftsmodell optimieren"

Der Springer-Verlag ist also ein gemeinnütziger Verein, oder was?

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gelöscht_305164 InvisibleBot

„Auch recht lustig:http://winfuture.de/news,73383.htmlZitat ...“

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Der Springer-Verlag ist also ein gemeinnütziger Verein, oder was?
Jaja, das Schundblatt mit den 4 Buchstaben ist eine Quelle ultimativer Wahrheiten.
Daß Informationsblatt für Intellektuelle aus dem Hause ist auch nicht besser.
Ich weiß nicht, was das Geschrei bewirken soll.
Google sowie alle anderen Suchmaschinen verweisen auf die Inhalte, verwenden sie aber nicht.


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groggyman gelöscht_305164

„Jaja, das Schundblatt mit den 4 Buchstaben ist eine Quelle ...“

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Hallo
Das ist doch das gleiche in grün wie bei der Musik und Filmindustrie. Die haben alle zu spät reagiert und nicht bemerkt, dass sich die Verdienstmöglichkeiten ins Netz verschoben haben. Jetzt wird mit harten Bandagen und unschönen Mitteln um die Futterstelle gekämpft, alles zum Leidwesen der Nutzer, die eigentlich nur ein schönes freies Internet haben wollten.

Aber diese Geldsäcke kriegen auch alles kaputt :-))


-groggyman-

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Systemcrasher gelöscht_305164

„Jaja, das Schundblatt mit den 4 Buchstaben ist eine Quelle ...“

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Jaja, das Schundblatt mit den 4 Buchstaben ist eine Quelle ultimativer Wahrheiten.

Du weißt Doch: Der Landwirt bezeichnet Tierkot als "Dung".

Daher kommen Begriffe wie "Schei-Dung" und BIL-Dung".
Wenn ich Rentner bin, dann nörgele ich den ganzen Tag. Das wird bestimmt lustig. :)
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Ma_neva xafford

„Das Leistungsschutzrecht und die Lobbyisten...“

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Aua, da hat man doch noch Zeit für persönliche InformationLachend!

Schönen Gruß an xaff!

Der immer noch Zeit findet uns zu informieren!

: Ihr wundert euch wirklich über Politikverdruss?
Nein, da ist wohl bewußt gesteuert (behaupte ich ganz dreist)! Da kann man nämlich und walten und schalten wie man will!
Was wollen WIR eigentlich ? Wir werden doch zentral gesteuertÜberrascht!
Manchmal müßte man weinen können über dieses Volk das Demut ausübt!

Gruß
Manfred
Das Genie tut was es muß, das Talent tut was es kann
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Systemcrasher xafford

„Das Leistungsschutzrecht und die Lobbyisten...“

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Was Herrn Döpfner dann dazu bewegt jemanden als Hehler zu bezeichnen, dem man die Tür geöffnet und ihn eingeladen hat, erschließt sich mir nicht wirklich.

2 Begriffe:

"Futterneid" und "Grenzenlose Gier"
Wenn ich Rentner bin, dann nörgele ich den ganzen Tag. Das wird bestimmt lustig. :)
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Vagabundo xafford

„Das Leistungsschutzrecht und die Lobbyisten...“

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An Googles Stelle wuerde ich es darauf ankommen lassen und nach Gesetzes-Verabschiedung die Verlage, die Geld wollen, rausschmeissen.

Bis die Klage der Verlage in letzter Instanz durch ist, werden die meisten sowieso nicht mehr existieren.

Vagabundo

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mawe2 Vagabundo

„An Googles Stelle wuerde ich es darauf ankommen lassen und ...“

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Bis die Klage der Verlage in letzter Instanz durch ist, werden die meisten sowieso nicht mehr existieren.

Welche Klage? Meinst du, die klagen das ein, dass sie bei Google doch kostenpflichtig gelistet werden?

Ich glaube nicht, dass es (momentan) ein Recht gibt, von einer Suchmaschine indiziert zu werden. Aber wer weiß, ob sowas nicht auch noch kommt? Bis jetzt kann Google sich jedenfalls noch aussuchen, wen sie aufnehmen und wen nicht.

Ansonsten stimme ich Dir zu: Wenn die verlage nicht erkennen, was es ihnen für Vorteile bringt, wenn Google sie (kostenlos) listet, dann sollen sie eben draußen bleiben.

Gruß, mawe2
"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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InvisibleBot mawe2

„Welche Klage? Meinst du, die klagen das ein, dass sie bei ...“

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Welche Klage? Meinst du, die klagen das ein, dass sie bei Google doch kostenpflichtig gelistet werden?
Das ist ja der ganze Witz bei der Geschichte. Mit einer Klage hätten die Verlage keine Chance, denn dann würde die ganze Lüge auffliegen und auch der senilste Richter könnte dem nicht stattgeben. Und das wissen die Verlage auch ganz genau.

Also was macht man in so einem Fall? Ist doch ganz klar, man schafft ein Gesetz!

Soll Google den Springer-Verlag doch einfach aus den News rauswerfen. Bin mal gespannt wie lange es dann dauert bis die Herren von Springer kleinlaut zu Kreuze kriechen und darum betteln wieder aufgenommen zu werden.
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InvisibleBot

Nachtrag zu: „Das ist ja der ganze Witz bei der Geschichte. Mit einer ...“

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Ach ja, eines noch:
Google scannt für die News nicht einfach ungefragt die Webseiten irgendwelcher Verlage.

Die Verlage müssen sich registrieren lassen, wenn sie bei Google News erfasst werden wollen - mit einem mehrseitigen Anmeldeformular. 

Brüllend

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mawe2 InvisibleBot

„Ach ja, eines noch: Google scannt für die News nicht ...“

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Aha! Die Sache wird immer absurder...

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