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News: Eine Milliarde Euro Bußgeld

Intel hat europäische Verbraucher betrogen

Redaktion / 8 Antworten / Flachansicht Nickles

Die EU-Kartellwächter haben heute ihr Urteil im Fall "Intel" (siehe Intel droht saftiges Bußgeld gefällt: schuldig. Die Wettbewerbshüter sehen es als erwiesen, dass Intel seine marktbeherrschende Stellung missbraucht hat um die Konkurrenz aus dem Geschäft zu verdrängen.

Als Strafe wurde (wie erwartet) eine Geldbuße in Höhe von rund 1 Milliarde Euro verhängt. Außerdem muss Intel die kritisierten rechtswidrigen Methoden einstellen. Rund 10 Jahre hat es gedauert, bis dieses Urteil gefallen ist. Bereits seit 2000 klagt der Prozessorhersteller AMD über Intels Marktherrschafts-Missbrauch.

In den vergangenen Jahren wurden viele Beweise gesammelt. Unterlagen und E-Mails von Intel wurden untersucht sowie verwickelte Unternehmen vernommen. Immer wieder wurde Intel verdächtigt Computerhersteller mit hohen Zahlungen und Rabatten zu bestechen, damit diese nur Intel-Prozessoren verbauen.

Die EU-Kommission sieht das als erwiesen an und erklärt in ihrer Pressemitteilung, dass zwei illegale Geschäftspraktiken bestätigt werden konnten:

1. Intel hat Computerherstellern heimlich Rabatte gewährt, damit diese ausschließlich oder größtenteils Intel-Prozessoren verbauen. Intel hat einen führenden PC-Händler mit Geld bestochen, damit dieser nur PCs mit Intel-Prozessoren vertreibt.

2. Intel hat PC-Hersteller bestochen, damit diese PCs mit neuen Prozessor-Modellen der Konkurrenz, nur mit Verzögerung auf den Markt bringen. Außerdem wurde durch Zahlungen bewirkt, dass die Vertriebskanäle für Konkurrenz-Produkte eingeschränkt werden.

Die verschiedenen Vorfälle werden in der Pressemitteilung der EU-Kommission sehr detailliert aufgelistet: Antitrust: Commission imposes fine of €1.06 bn on Intel for abuse of dominant position; orders Intel to cease illegal practices

Auch werden Firmen, die in die Intel-Sache verwickelt sind, beim Namen genannt. Bei den PC-Herstellern werden Acer, Dell, HP, Lenovo and NEC aufgelistet, als PC-Händler führt die EU-Kommission die Media Saturn Holding auf (Saturn, Mediamarkt).

Geschädigt wurden durch Intels Methode nicht nur CPU-Konkurrenten wie AMD sondern vor allem auch die Verbraucher. Durch seinen Marktmissbrauch hat Intel die Auswahl für Verbraucher in Europa eingeschränkt.

Inzwischen haben AMD und Intel Presseerklärungen zum Urteil veröffentlicht: EU-Kommission Urteil: Intel und AMDs Reaktion

InvisibleBot Redaktion „Intel hat europäische Verbraucher betrogen“
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Für Intel ist das ein Trinkgeld. Normal müsste es das Zehnfache sein, damit es richtig wehtut.
Ich möchte nicht wissen wieviele Milliarden die in den Jahren 2000 - 2007 durch diese illegalen Methoden zusätzlich verdient haben. Schließlich war das ja genau die Zeit, in der AMD technisch überlegen war. Heute kann Intel leicht auf diese Methoden verzichten, weil AMD (unter anderem durch diesen Betrug) technisch zurückgefallen ist.
Von daher: Ziel erreicht, und mit einer Milliarde auch noch billig davongekommen. Betrug lohnt sich...

Man kann nur hoffen dass AMD denen jetzt zivilrechtlich noch ordentlich was abknöpft.