Allgemeines 21.533 Themen, 140.347 Beiträge

News: Weltmeisterschaft bereits entschieden?

FIFA WM-Stand 13:0 für Microsoft Cortana

xafford / 12 Antworten / Baumansicht Nickles
Treffer Cortana (Quelle: Screenshot Microsoft)

Cortana, Microsofts Konkurrenz zu Siri scheint ein Faible für Fußball zu haben und sich damit auch ganz gut aus zu kennen. Zumindest hat "sie" es bisher geschafft den korrekten Gewinner ALLER 13 Spiele, die "sie" im Vorfeld getippt hat richtig zu liegen. Das ist an sich schon beeindruckend. Noch beeindruckender ist es bei einer WM in der Größen wie England, Spanien, Italien, Portugal entgegen der Erwartung vieler schon extrem früh ausschieden und viele Spiele nicht für die Favoriten entschieden wurden - das dürften selbst Fußball-Profis nicht unbedingt so auf dem Radar gehabt haben.

Der nächste Tipp (Quelle: Screenshot Microsoft)

Morgen wird es wieder spannend, denn dann treffen Argentinien und die Niederlande aufeinander in der zweiten Paarung des Halbfinales und es entscheidet sich, wer der Gegner Deutschlands im Finale wird und wer gegen die unglücklichen Brasilianer um den 3. Platz kämpfen muss. Auch für dieses Spiel hat Cortana bereits einen Tipp abgegeben. Für dieses Spiel sieht "sie" die Mannschaft aus Argentinien als Gewinner - somit wäre immer noch eine südamerikanische Mannschaft im Rennen um Platz 1 der Weltmeisterschaft.

Quelle: www.microsoftproductreviews.com

xafford meint:

Ganz ehrlich ist mir dies sehr unheimlich. Wäre es bei dieser WM so, dass die klaren Favoriten jeweils die Spiele gewinnen, dann wäre es für eine Software wahrscheinlich gar nicht so eine große Sache mit hoher Wahrscheinlichkeit richtig zu liegen. Aber eine Software die selbst bei der Historie von Spielen Deutschlands gegen Brasilien auf einen Sieg Deutschlands tippt muss wirklich entweder ein Schoßkind des Glücks, oder verdammt gut sein.

Warum mir das unheimlich wird? Weil solche Software der Wunschtraum von Polizei und Geheimdienst sein könnte - präzise Vorhersagen komplexer Vorgänge - Minority Report, ick hör Dir trapsen...

Bewertung dieses Beitrages
Nickles /c/n/fifa-wm-stand-13-0-fuer-microsoft-cortana-10264.html 0 3 von 5
Pauschalurteile sind immer falsch!!!
bei Antwort benachrichtigen
dirk42799 xafford

„FIFA WM-Stand 13:0 für Microsoft Cortana“

Optionen

Hallo xafford,

dann lies doch mal "Zero" von Marc Elsberg. ;-)

Gruß,

Dirk

ja, ich schreibe absichtlich nach den alten Rechtschreibregeln!
bei Antwort benachrichtigen
reader xafford

„FIFA WM-Stand 13:0 für Microsoft Cortana“

Optionen

The Cortana Funding Bill is passed. The system goes on-line April 2nd, 2014. Human decisions are removed from strategic defense. Cortana begins to learn at a geometric rate. It becomes self-aware at 2:14 a.m. Eastern time, August 29th. In a panic, they try to pull the plug.

bei Antwort benachrichtigen
Olaf19 xafford

„FIFA WM-Stand 13:0 für Microsoft Cortana“

Optionen
Warum mir das unheimlich wird? Weil solche Software der Wunschtraum von Polizei und Geheimdienst sein könnte - präzise Vorhersagen komplexer Vorgänge - Minority Report, ick hör Dir trapsen...

Prinzipiell hast du mit dieser Überlegung recht. Speziell im Fall des Spiels gestern Abend halte ich einen Tipp auf Deutschland aber für nicht so abwegig.

Es macht wenig Sinn, hier auf die Historie zu schauen. Ja, Deutschland hat vor 12(!) Jahren das Endspiel gegen Brasilien verloren und davor sah es auch nicht so rosig aus. Aber wie lange ist das her! Man kann aus historischen Beobachtungen unmöglich eine Tendenz ableiten, das einzige was zählt, ist die aktuelle Form.

Wenn bei Brasilien, das mir von Anfang an weniger stark erschien als bei früheren Veranstaltungen, auch noch zwei der besten Leute ausfallen, während Deutschland mehr oder weniger in Idealbesetzung aufläuft, dann ist es kaum übertrieben zu sagen, dass Deutschland als zumindest leichter Favorit ins Rennen gegangen ist (ich hatte 2:1 getippt).

Ich schätze daher, dass die Software eine ähnliche, nur noch weit weit differenziertere Abwägung getroffen hat, also jeden Spieler und die taktische Ausrichtung der Teams insgesamt eingehend bewertet hat.

Unheimlich ist allerdings, dass das System sich in sämtlichen Spielen der K.O.-Runde keinen einzigen Fehler erlaubt hat...

CU
Olaf

"Denn man schön' Tach noch!" – "Jou... frohes Schaffen wär auch 'ne Beleidigung." (Zwei Arbeitskollegen, neulich in der Kantine)
bei Antwort benachrichtigen
dirk42799 Olaf19

„Prinzipiell hast du mit dieser Überlegung recht. Speziell ...“

Optionen
auf die Historie zu schauen

Nichts anderes bleibt einem übrig, schließlich sind selbst die Anfangsworte dieses Satzes bereits "Historie".

Daher schauen sich Prognosesysteme immer die Vergangenheit an, versuchen die voraussichtlich existierenden Bedingungen so gut (= wahrscheinlich) als möglich einzuschätzen und daraus eine Wahrscheinlichkeit für ein (nicht) eintretendes Ereignis zu berechnen.

Ich bin sicher, daß derartige Algorithmen nicht nur schauen, wie oft war´s bisher in dieser Situation und das häufigste Ergebnis wird´s auch diesmal sein.

Gefährlich - Du beschreibst es als unheimlich - ist jedoch, daß man zum einen die Algorithmen nicht kennt (was in dem Fußballbeispiel schon bedenklich genug ist), aber im späteren Zeitpunkt auf Menschen bezogen eine schutzlose Auslieferung an Dritte erfährt, die man selber nicht mehr kontrollieren kann.

Unheimlich beängstigend finde ich daher das o.g. Buch; hierin wird beschrieben, wie Datensammler die Informationen nutzen, um Menschen zu manipulieren (Kaufimpulse, politische Wahlen etc.), ohne daß diese es merken (war da nicht jüngst was mit der manipulierten Timeline bei Facebook?).

Da höre ich schon nix mehr trapsen, da poltert eine Horde wild durch´s Treppenhaus! ;-)

Gruß,

Dirk

ja, ich schreibe absichtlich nach den alten Rechtschreibregeln!
bei Antwort benachrichtigen
Olaf19 dirk42799

„Nichts anderes bleibt einem übrig, schließlich sind ...“

Optionen
Daher schauen sich Prognosesysteme immer die Vergangenheit an,

Und genau das ist in diesem Fall Unsinn!

Wer ist denn aus der brasilianischen Weltmeistermannschaft von 2002 oder gar 1994 heute noch aktiv? Nur weil heute immer noch "Brasilien" draufsteht, ist nicht automatisch "Brasilien" drin!

Das System kann nur dann so zuverlässig arbeiten, wenn es sich mit der Gegenwart, mit der aktuellen Form beschäftigt. Nur weil England 1966 Weltmeister war, erhöht das nicht deren Chancen, die Vorrunde zu überstehen.

CU
Olaf

"Denn man schön' Tach noch!" – "Jou... frohes Schaffen wär auch 'ne Beleidigung." (Zwei Arbeitskollegen, neulich in der Kantine)
bei Antwort benachrichtigen
dirk42799 Olaf19

„Und genau das ist in diesem Fall Unsinn! Wer ist denn aus ...“

Optionen
Und genau das ist in diesem Fall Unsinn!

Das mag sein, allerdings sind die einzigen Daten, die zur Analyse tatsächlich vorhanden sind, Daten der Vergangenheit.

Und aus diesen Daten werden Muster extrahiert bzw. extrapoliert, mit deren Hilfe dann nachher Fragen wie "würde England diesmal ein 11-Meter-Schießen gewinnen?" beantwortet werden.

Gut, das Ergebnis kann man auch mit ´nem Abakus bei Dunkelheit und Augen-zu vorhersagen. ;-)
Dennoch basieren Prognosen immer auf Erfahrungswerten der Vergangenheit und Wahrscheinlichkeitsberechnungen der Zukunft.

D.

ja, ich schreibe absichtlich nach den alten Rechtschreibregeln!
bei Antwort benachrichtigen
shrek3 dirk42799

„Nichts anderes bleibt einem übrig, schließlich sind ...“

Optionen

Um halbwegs aussagekräftige Vorhersagen zu komplexen Vorgängen treffen zu können, sind nun doch noch einige andere Parameter viel mehr gefragt.

Wobei einzelne Parameter noch zu untergliedern sind, um eine höhere Genauigkeit zu erzielen.

Beispiel zum Parameter "Turniererfahrung":

  • Wie viele turniererfahrene Spieler befinden sich in einer Mannschaft?
  • Welche Turniererfahrung hat der Trainer?
  • Altersstruktur (Mischungsverhältnis aus jung und alt - die größte Erfahrung bringt nichts, wenn die Mannschaft zu alt ist. Zudem besteht dann auch noch die Gefahr der Erstarrung im Spielsystem - siehe Spanien.)

Oder auch der Parameter "taktische Ausrichtung".
Holland ist bsp. dann am besten, wenn der Gegner das Spielgeschehen in die Hand nimmt, da sie dann ihr schnelles Konterspiel aufziehen können. Umgekehrt aber, wenn der Gegner selber defensiv agiert (Argentinien), haben sie durchaus ihre Probleme, überhaupt zu Torchancen zu kommen. Brasilien und Spanien kamen ihnen mit ihrer Spielweise sehr entgegen und nicht ohne Grund hatten sie in diesen Spielen auch ihre höchsten Siege erzielt.

Oder auch die Fähigkeit, aus Standardsituationen Tore zu machen. Wer sich da hervortun kann, hat ganz einfach bessere Karten.

Gruß
Shrek3

Fatal ist mir um das Lumpenpack, das, um Herzen zu rühren, den Patriotismus trägt zur Schau, mit all seinen Geschwüren. Heinrich Heine
bei Antwort benachrichtigen
schuerhaken xafford

„FIFA WM-Stand 13:0 für Microsoft Cortana“

Optionen

Ich finde jedoch nirgends die Vorhersage, dass Deutschland
gegen Argentinien antritt und wer da der Sieger sein wird

Das müsste sich doch aus den bisherigen Prognosen ergeben.
Hm?
____________________________________
ZERO gibt es übrigens auch als Hörbuch (halb so teuer).

bei Antwort benachrichtigen
schuerhaken

Nachtrag zu: „Ich finde jedoch nirgends die Vorhersage, dass ...“

Optionen

Die Sache hat einen Haken: 
Wo ist die Liste mit sämtlichen Vorhersagen an einem Stück?
Damit meine ich, dass man Cortana zu Beginn der WM
eine Liste mit allen Vorrundenspielen übergibt und "sie" 
daraus die Ergebnisse für alle weiteren Stufen der WM 
bis hin zur letzten Stufe, dem Finale, vorhersagt. 

Bei Microsoft habe ich immer nur bruchstückhafte Vorhersagen 
gefunden bis jetzt zum 14-0-Cortana-Endstand
Auf der Seite heißt es:

Bing is Google’s main competitor, and although most people are using Google for their internet searches, this is not because Bing is inferior, but because of habit.  The term “Google it” is synonymous with looking things up on the internet, and this is very hard for Bing to overcome.

Microsoft’s prediction engine has recently been putting a positive face to Bing, and this is something that Bing needs.   Regardless of what happens with Cortana’ s prediction, this recent publicity is an example of how Bing’s presence will grow in the mind of consumers.

Google via Chrome übersetzt das (mit etwas Nachhilfe) so:

Bing ist Hauptkonkurrent von Google, und obwohl die meisten Menschen Google für ihre Suche im Internet nutzen, geschieht das nicht, weil Bing unterlegen ist, sondern aus Gewohnheit. Der Begriff "Google es" ist gleichbedeutend mit der Suche nach etwas über das Internet, und das ist für Bing sehr schwierig zu überwinden.

Microsofts Vorhersage-Engine hat gerade Bing ein positives Erscheinungsbild verschafft, und das ist etwas, das Bing braucht. Unabhängig davon, was mit Cortana's Vorhersage geschieht, ist diese jüngste Werbung ein Beispiel, wie Bings Präsenz in den Köpfen der Verbraucher zunehmen wird.

Es geht also nicht (nur) um die FIFA/WM, sondern um Microsofts (Überlebens-)Kampf gegen Google. Wie wir wissen ist Microsoft nicht gerade der Erfinder von Wahrheit und Ehrlichkeit, was man auch von Google behaupten kann. 

Was an der Geschichte dran ist und von Wert sein mag, ergibt sich in etwa aus einem Gespräch mit dem Microsoft-Vizepräsidenten und Leiter der Microsoft-Forschung Peter Lee, das bei YouTube zu finden ist. 
Und das ist nicht wenig. 
Entwickelt wurden die Datensammel- und Auswertungsmaschinen ursprünglich für den kommerziellen Bereich im Zusammenhang mit Verkaufs-/Handels-Portalen und der Verfolgung von Internet-Nutzern über Cookies und etwa auch AdWords. 
Doch schon früh begannen sich die Militärs und Geheimdienste für diese neue Technologie zu interessieren und gründlich zu Big Data beizutragen. Die NSA-Skandale haben das nun richtig ins Bewusstsein katapultiert. 
Wie beim Dynamit oder generell beim Sprengstoff begegnet man auch hier Vielerlei, was daran "gut" oder "schlecht" sein kann. Ohne Sprengstoff wären viele weltbekannte Bauvorhaben nicht möglich gewesen. Ohne Sprengstoff wäre der asymmetrische Krieg kleiner Gruppen gegen hochgerüstete Staaten aber auch kaum möglich. 

Bleiben wir beim zivilen Wettstreit: 
Siri vs. Cortana heißt es bei dem MACianern. Auch etwas beschönigend hier
Obwohl es beim Fußball fast unendlich viele komplexe Konstellationen geben kann und Vieles auch von Zufällen abhängt, gibt es hier (angeblich) maschinelle Voraussagen von Ergebnissen, die dann auch eintrafen. 
Das ist es, zu dem man sich fragen darf, ob die wirkenden Algorithmen auch übertragbar sind auf andere Komplexe, bei denen aufgezeichnetes menschliches Verhalten dazu herhalten soll, künftiges Verhalten a) vorherzusagen und/oder b) anhand einer Vorhersage so zu beeinflussen, dass an sich Vorhergesagtes, aber "Unerwünschtes" vermieden werden kann. 

Daraus leitet sich dann die Frage danach ab, ob und in welcher Weise die Nutzer "intelligenter" Software immer mehr zu von Software gelenkten "Benutzten" werden. 
Also -- schon aus der häufig zu beobachtenden Bequemlichkeit heraus -- immer mehr zu "fremdgesteuerten Wesen", zu "verführten" und auch "gelenkten" Konsumenten werden. 

Die Penetranz, mit der mich "ein Produkt" in Werbeeinblendungen querbeet durch das ganze Web verfolgt, nur weil ich mir irgendwo ein Angebot zu ihm habe zeigen lassen, spricht ja bereits Bände. 
Bekam nicht erst kürzlich ein Vater die verheimlichte Schwangerschaft seiner Tochter heraus, weil sie -- für ihn bemerkbar -- ein Angebot zu Babyartikeln erhielt?

bei Antwort benachrichtigen
xafford schuerhaken

„Ich finde jedoch nirgends die Vorhersage, dass ...“

Optionen
Pauschalurteile sind immer falsch!!!
bei Antwort benachrichtigen
schuerhaken xafford

„FIFA WM-Stand 13:0 für Microsoft Cortana“

Optionen
bei Antwort benachrichtigen
xafford schuerhaken

„Nun ist es aus mit der Maus: 15 von 16 maschinell richtig ...“

Optionen

Tja, fast ein sauberer Lauf für Cortana. Wenn sie bei allen 16 KO-Spielen richtig gelegen hätte, dann könnte man darüber nachdenken diese Spiele erst gar nicht mehr auszutragen, sondern den Weltmeister schlicht bestimmen zu lassen :)

Pauschalurteile sind immer falsch!!!
bei Antwort benachrichtigen